
ZUSAMMEN HALT FINDEN
Mit dem Grünen Band durch die Krise zum besseren Leben für alle
Gerald Koller(Author)
Verlag Margarete Tischler
1st Edition
Published on 25. May 2021
Book
Hardback
152 pages
978-3-903370-02-9 (ISBN)
Description
Zusammen-Halt finden - mit dem Grünen Band durch die Krise zum besseren Leben für alle. Für den Autor Gerald Koller symbolisiert das Grüne Band die Entwicklung von der Destruktivität zur vertrauensvollen Achtsamkeit.
Der freie Pädagoge und Konstruktivitätsforscher Gerald Koller lebt in unmittelbarer Nähe des Grünen Bandes. Als die erste Welle der Pandemie uns alle dazu nötigte, unseren Aktionsradius einzuschränken, besann er sich wieder auf das Naheliegende: Die unberührte Natur in seiner Umgebung, die österreichisch-ungarische Grenze. Ehemals Todeszone durch den Eisernen Vorhang, nun das Grüne Band. Für Gerald Koller ist es ein Symbol für den Wandel vom Desaster zu neuem Leben, aber auch für die existenzielle Verbundenheit über Grenzen. Seine Ausflüge inspirierten ihn dazu, eine metaphorische Wanderung entlang des Grünen Bandes zu konzipieren. In fünf Passagen erklärt er in "ZUSAMMEN HALT FINDEN", wie wir die Geschichte des Grünen Bandes nutzen können, um die Corona-Krise als Chance für Weiterentwicklung zu sehen - im persönlichen Sinn und im globalen.
"ZUSAMMEN HALT FINDEN" ist ein Buch, das langsam gelesen werden will. Gerald Kollers Stil zeichnet sich aus durch Vergleiche, kreative Wortspiele und komplexe Satzstrukturen, die in Inhalt und Form unseren Weg durch das Labyrinth der Krise abbilden wollen. Dies lädt die Leserinnen und Leser immer wieder dazu ein, eine Pause zu machen, manchen Absatz erneut zu lesen und darüber nachzudenken. Für jede der fünf Passagen empfiehlt der Autor überdies eine musikalische Begleitung.
Der freie Pädagoge und Konstruktivitätsforscher Gerald Koller lebt in unmittelbarer Nähe des Grünen Bandes. Als die erste Welle der Pandemie uns alle dazu nötigte, unseren Aktionsradius einzuschränken, besann er sich wieder auf das Naheliegende: Die unberührte Natur in seiner Umgebung, die österreichisch-ungarische Grenze. Ehemals Todeszone durch den Eisernen Vorhang, nun das Grüne Band. Für Gerald Koller ist es ein Symbol für den Wandel vom Desaster zu neuem Leben, aber auch für die existenzielle Verbundenheit über Grenzen. Seine Ausflüge inspirierten ihn dazu, eine metaphorische Wanderung entlang des Grünen Bandes zu konzipieren. In fünf Passagen erklärt er in "ZUSAMMEN HALT FINDEN", wie wir die Geschichte des Grünen Bandes nutzen können, um die Corona-Krise als Chance für Weiterentwicklung zu sehen - im persönlichen Sinn und im globalen.
"ZUSAMMEN HALT FINDEN" ist ein Buch, das langsam gelesen werden will. Gerald Kollers Stil zeichnet sich aus durch Vergleiche, kreative Wortspiele und komplexe Satzstrukturen, die in Inhalt und Form unseren Weg durch das Labyrinth der Krise abbilden wollen. Dies lädt die Leserinnen und Leser immer wieder dazu ein, eine Pause zu machen, manchen Absatz erneut zu lesen und darüber nachzudenken. Für jede der fünf Passagen empfiehlt der Autor überdies eine musikalische Begleitung.
More details
Language
German
Place of publication
7122 Gols
Austria
Target group
Adult education
Professional and scholarly
Interessierte an Geschichte, Natur, Wandern, Selbstreflexion, Krisenbewältigung, Pädagogik, Zukunftsentwicklung;
Gemeindevertreter*innen, Jugendgruppenleiter*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen;
Leserinnen und Leser, die zu sich selbst finden möchten und auf der Suche nach Antworten sind
Edition type
New edition
Product notice
sewn/stitched
Dimensions
Height: 22 cm
Width: 16 cm
ISBN-13
978-3-903370-02-9 (9783903370029)
Schweitzer Classification
Person
Author
freier Pädagoge und Konstruktivitätsforscher
Der Konstruktivitätsforscher Gerald Koller lebt im Burgenland in unmittelbarer Nähe des Grünen Bandes, wo einst der Eiserne Vorhang Europa trennte. Unter seinem Lebens- und Arbeitsmotto "Im Dialog mit der Welt" erstellt der Autor seit vier Jahrzehnten ermutigende Landkarten für ein umfassenderes Kommunikations- und Gesundheitsverständnis. Er gibt als freier Pädagoge in Seminaren sein Wissen weiter. Gerald Koller gründete das "Forum Lebensqualität", das der Bildung eines globales Miteinanders dient. Seine Orientierungshilfen - unter anderem zusammengefasst im Ansatz der Resonanzpädagogik® - weisen in Form von Modellen, Essays, Erzählungen und Studienwegen den Weg von der Destruktivität zur konstruktiven Auseinandersetzung - und finden international Anwendung. Er entwickelte die Grundlagen für das Konzept "risflecting", das den verantwortungsvollen Umgang mit Rausch- und Risikosituationen beschreibt. Das Modell wird seit zwei Jahrzehnten erfolgreich in der Erwachsenenbildung, Schule, Jugendarbeit, Verkehrserziehung und Alpinpädagogik eingesetzt. Die Entwicklung dieses Konzepts brachte ihm die Ernennung zum "Ashoka Fellow" und die Aufnahme in das globale Netzwerk "making more health" ein. Ashoka ist die weltweit größte Organisation, die sich für Sozialunternehmerinnen und -unternehmer einsetzt. Die sogenannten "Fellows" erhalten ihren Titel aufgrund herausragender Konzepte und Ideen zur Verbesserung sozialer Problemlagen und werden bei deren Verbreitung unterstützt.
Der Konstruktivitätsforscher Gerald Koller lebt im Burgenland in unmittelbarer Nähe des Grünen Bandes, wo einst der Eiserne Vorhang Europa trennte. Unter seinem Lebens- und Arbeitsmotto "Im Dialog mit der Welt" erstellt der Autor seit vier Jahrzehnten ermutigende Landkarten für ein umfassenderes Kommunikations- und Gesundheitsverständnis. Er gibt als freier Pädagoge in Seminaren sein Wissen weiter. Gerald Koller gründete das "Forum Lebensqualität", das der Bildung eines globales Miteinanders dient. Seine Orientierungshilfen - unter anderem zusammengefasst im Ansatz der Resonanzpädagogik® - weisen in Form von Modellen, Essays, Erzählungen und Studienwegen den Weg von der Destruktivität zur konstruktiven Auseinandersetzung - und finden international Anwendung. Er entwickelte die Grundlagen für das Konzept "risflecting", das den verantwortungsvollen Umgang mit Rausch- und Risikosituationen beschreibt. Das Modell wird seit zwei Jahrzehnten erfolgreich in der Erwachsenenbildung, Schule, Jugendarbeit, Verkehrserziehung und Alpinpädagogik eingesetzt. Die Entwicklung dieses Konzepts brachte ihm die Ernennung zum "Ashoka Fellow" und die Aufnahme in das globale Netzwerk "making more health" ein. Ashoka ist die weltweit größte Organisation, die sich für Sozialunternehmerinnen und -unternehmer einsetzt. Die sogenannten "Fellows" erhalten ihren Titel aufgrund herausragender Konzepte und Ideen zur Verbesserung sozialer Problemlagen und werden bei deren Verbreitung unterstützt.
Content
Aufbruch - Seite 13
Erste Passage: zum Weitblick - Seite 21
Weiter geht's: über Grenzen
Vom Niemandsland zum Todesstreifen und zur Lebenslinie
Grenze: weiter als gedacht
Aus der Mitte geraten
Licht im Dunkel - aus ungewohnter Perspektive
Zusammen denken - Zusammendenken: das Konzept der
Beziehungsbildung
Natur: Unbegrenzte Verbundenheit
Frei atmen
Zweite Passage: zur Empathie - Seite 43
Eine "neue Normalität" - oder Social Dancing?
Vom IQ zum WeQ: globale Empathie als Humus für das Humane
Ein Jahrhundert IQ: Der isolierte Mensch
Heimat Erde
Lied vom Weiterdenken
Dritte Passage: zum Dialog - Seite 73
Die Welt anschauen: ein Rundumblick
"Wir bleiben offen .": vom ABER zum UND
Von der Bewahrung zur Bewährung
Der Dialog: Türöffner zum Durch- und Überblick
Respekt: Türöffner vom Destruktiven zum Konstruktiven
Die 10 Aufforderungen zum Respekt
Lernen
Vierte Passage: zur Gesundheit - Seite 95
ONE HEALTH: die Vision der ungeteilten Gesundheit
Was Gesundheit verunmöglicht: die Diktatur der Furcht
Balance
Lebensqualität
Vom Shutdown zum shut up
Fünfte Passage: zum Sinneswandel - Seite 113
Das gute Leben - für alle
Den Fragen trauen
Bande knüpfen
Glob:all Players bilden muntere Bande(n)
Anhang: Vorschläge für Erkundungen und Entdeckungen am Grünen Band - Seite 131
Erste Passage: zum Weitblick - Seite 21
Weiter geht's: über Grenzen
Vom Niemandsland zum Todesstreifen und zur Lebenslinie
Grenze: weiter als gedacht
Aus der Mitte geraten
Licht im Dunkel - aus ungewohnter Perspektive
Zusammen denken - Zusammendenken: das Konzept der
Beziehungsbildung
Natur: Unbegrenzte Verbundenheit
Frei atmen
Zweite Passage: zur Empathie - Seite 43
Eine "neue Normalität" - oder Social Dancing?
Vom IQ zum WeQ: globale Empathie als Humus für das Humane
Ein Jahrhundert IQ: Der isolierte Mensch
Heimat Erde
Lied vom Weiterdenken
Dritte Passage: zum Dialog - Seite 73
Die Welt anschauen: ein Rundumblick
"Wir bleiben offen .": vom ABER zum UND
Von der Bewahrung zur Bewährung
Der Dialog: Türöffner zum Durch- und Überblick
Respekt: Türöffner vom Destruktiven zum Konstruktiven
Die 10 Aufforderungen zum Respekt
Lernen
Vierte Passage: zur Gesundheit - Seite 95
ONE HEALTH: die Vision der ungeteilten Gesundheit
Was Gesundheit verunmöglicht: die Diktatur der Furcht
Balance
Lebensqualität
Vom Shutdown zum shut up
Fünfte Passage: zum Sinneswandel - Seite 113
Das gute Leben - für alle
Den Fragen trauen
Bande knüpfen
Glob:all Players bilden muntere Bande(n)
Anhang: Vorschläge für Erkundungen und Entdeckungen am Grünen Band - Seite 131
"Die Welt! Die wie das Lied vom Phönix singet,
stets aus der Asche sich verjünget ." Pedro Calderon de la Barca
Aufbruch
Mitten in der ersten Welle der Pandemie, die so viele bislang zuverlässige Orientierungen weggerissen hat, waren meine Frau Agnes und ich wie alle anderen aufgefordert, unseren Aktionsradius zu beschränken. Das hat unseren Blick ganz selbstverständlich auf das Naheliegende gelenkt, das wir nun auf unseren Reisen vor der Haustür in Form von Spaziergängen und Wanderungen erkundeten. Den größten Eindruck hat dabei die Entdeckung bislang unbekannter Wege in der unberührten Natur an der österreichisch-ungarischen Grenze hinterlassen, am Grünen Band, das nunmehr seit bald 30 Jahren anstelle des Eisernen Vorhangs, der ehemaligen Zonengrenze zwischen Ost und West, Naturräume zwischen dem hohen Norden und dem Südosten Europas zum weltweit größten Naturschutzverbund verknüpft. Hier am Grünen Band, einer Geschichte lebendigen Wandels von der Todeszone zum zukunftsfähigen Lebensraum, wartete sie auf uns: die neue Orientierung, die uns seit jenen Tagen hilft, das Naheliegende mit dem Globalen zu verbinden .
Naturschutz: er ist es, wonach die Welt in dieser ungewissen Zeit immer lauter ruft. Zentral ist dabei der Schutz der biologischen Natur, zu dem der Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und die von entheimateten Wildtieren übertragene Virenlast in der Coronapandemie dringend auffordert. Für einen solchen Schutz ist das Grüne Band, in Österreich durch den Naturschutzbund gepflegt, ein ermutigendes Beispiel des Gelingens.
Aus ihm, dem Symbol für Verbundenheit über Grenzen, lässt sich aber auch lernen, wenn es um den mentalen und sozialen Naturschutz geht, der durch eine Vielzahl krisenhafter Entwicklungen immer notwendiger wird. Weil das Gestalten einer zukunftsfähigen Gegenwart Aufgabe von uns Menschen ist, kann der eine Schutz nur Hand in Hand mit den anderen gelingen. Es braucht - nicht umsonst aus derselben Wortwurzel stammend - Humus für das Humane.
Oberflächlich betrachtet, scheinen der biologische Naturschutz (der ja vor menschlichen Eingriffen schützen soll) und der mental-soziale (der den Schutz von menschlichen Bedürfnissen zum Ziel hat) nicht viel gemein zu haben, ja mitunter im Widerstreit zu stehen. Ein tieferer Blick offenbart jedoch Gemeinsamkeiten: denn all diese Bemühungen brauchen für ihr Gelingen
Weitblick: die Klarheit der Vision
Empathie: Behutsamkeit in der Begegnung mit der Welt
Respekt: ein tiefes Verständnis von Verbundenheit und Dialog
Balance von Nähe und Distanz - die Fähigkeit, umfassende Gesundheit im Dickicht angeblicher Bedeutsamkeiten als wesentlich zu erkennen
Konkrete Zuversicht: die Bereitschaft zum Wandel .
. und zur Erkenntnis, dass Schutz in einer ungewissen Welt nicht im Festhalten, sondern im Begleiten besteht. Und nicht in der bloßen Bewahrung des Bisherigen, sondern in zwei Pünktchen auf dem a, die das Wort, mehr aber noch unsere Haltung grundlegend verändern: die Bereitschaft zur Bewährung. Sich in der Wildnis krisenhafter Veränderungen zu bewähren ist es, was Menschen und Gesellschaft zukunftsfit erhält.
Warum lässt sich das gerade am Grünen Band lernen? Weil es ein Raum des Wandels ist - eine Geschichte des stillen Wandels zum Besseren.
Das krisenerprobte Gebiet, aus dem das Grüne Band als Wegweiser zu einem umfassenden Schutz von Gesundheit und ökologischer, mentaler und sozialer Natur hervorgegangen ist, zeigt, wie's geht. Es gibt uns fünf Orientierungshilfen in die Hand, aus denen sich ein Ariadnefaden knüpfen lässt - für den Weg durch das Labyrinth der Ungewissheit in eine gute Zukunft:
blicke auf das Wesentliche
entwickle daraus eine Empathie, die der neuen komplexen Welt angemessen ist
setze und akzeptiere respektvoll Grenzen und bau an Brücken im Dialog
übe dich in Balance
und hab den Mut, ins Neuland zu gehen.
Das können wir vom Grünen Band lernen, einer Geschichte der Zuversicht, die auf einzigartige Weise verschiedenste Lebensdimensionen miteinander verwebt: eine schmerzhafte Vergangenheit mit dem Aufblühen der Natur, Weltgeschichte mit lokaler Realität und persönlichem Erleben, Genuss und Wohlergehen mit dem Auftrag, das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt zu rücken.
Was Menschen, Gruppen und Gesellschaften dafür nachhaltig Kraft spendet, ist die Verbindung von Konkretem und Symbolischem. Für das erste gilt es, Sorge zu tragen, das zweite kann Zuversicht vermitteln. Nie kann eines allein Balance herstellen. Wer nur im Symbolischen lebt, verliert den Kontakt zu den Herausforderungen der Mitwelt; wer wiederum nur das Konkrete im Auge hat, den zum größeren Bezugsrahmen für das eigene Handeln.
Deshalb gedeiht individuelles wie gesellschaftliches Wohlergehen dort, wo das eine getan wird, ohne das andere zu vergessen. Deshalb wird auch die konkreteste aller Erfahrungen, die Geburt, in allen Kulturen in den symbolischen Rahmen eines Willkommensfestes eingebettet: jedes Fest festigt, weil es Konkretes und Symbolisches vereint. Und deshalb wird dort, wo etwas konkret in Brüche ging, versucht, mit der symbolischen Aufmunterung "Scherben bringen Glück" Balance herzustellen.
Auch das Grüne Band Europas gewann nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, an dem so vieles gewaltsam in Brüche ging, an symbolischer Wirkungskraft - dies aber nur deshalb, weil es sich durch den Einsatz von Naturschutzorganisationen als konkrete ökologische Zone manifestierte. Und als eine der Vielfalt: vom Polarmeer bis zum Balkan verbindet es heute auf 12.500 km Länge unberührte Wildnis mit urbanem Raum, Weiten und Küste, Flüsse und Felsengrate, ein- und mehrsprachige Grenzkulturen, Niemandsland und Begegnungszonen, Erzählungen in merkwürdigen Gegensätzen und das Wachsen in Stille, Konflikte und Tabus mit immer neuem Hoffnungsschimmer. Damit schafft sie Balance, wie zwischen Menschen nur der Dialog es kann: durch Vielfalt in Verbundenheit. Denn Vielfalt ohne Verbundenheit ist bloßes Einerlei, Verbundenheit ohne Vielfalt aber Faschismus.
Mit dieser Verbindung ist uns gerade jetzt der so notwendige Ariadnefaden für den Weg durch das Labyrinth unserer aktuellen Krisen in die Hand gegeben - symbolisch und auch ganz konkret. Um ihn soll es hier und in der Folge gehen.
Die fünf Passagen auf den folgenden Seiten folgen den Wegweisungen dieses Fadens: philosophische, gesellschaftspolitische und poetische Erkundungen aktueller Zukunftsfragen sowie Fotomeditationen aus 1.500 km seiner Strecke wagen als Grenz-Übergänge den Versuch, eine Landkarte für den Weg in die Zukunft zu entwickeln. Ein Weg, der aus unserer Ratlosigkeit (oder dem Geschrei der falschen Ratgeber) in eine innere Sicherheit führen will: dass ein besseres Leben für alle möglich ist .
Diesen Weg, der immer auch einer in unsere Innenwelt ist, mit meiner Weggefährtin Agnes erkunden zu können - voll Zuversicht und bereichert von ihrem Blick auf natürliches Wachstum, der auch diesem Buch so gutgetan hat -, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
Suchen heißt nicht:
dich verlieren in dem, was du verloren hast -
oder noch zu brauchen meinst.
Suchen heißt:
aufbrechen ins Unbekannte, dich öffnen für das Finden,
damit das Ziel dir entgegenkommen kann. Gerald Koller
Erste Passage:
zum Weitblick
Wir betreten das Labyrinth: schon mit den ersten Schritten erfahren wir die Vielfalt von Grenzen. An ihnen entlang führt uns Weitblick und Verbundenheit.
Wegmarken:
Weiter geht's: über Grenzen
Vom Niemandsland zum Todesstreifen und zur Lebenslinie
Grenze: weiter als gedacht
Aus der Mitte geraten
Zusammen denken - Zusammendenken: das Konzept der
Beziehungsbildung
Natur: Unbegrenzte Verbundenheit
Frei atmen
Musikvorschlag für die Wegrast: Eleni Karaindrou "Eternity and a Day"
Weiter geht's - über Grenzen
Gerade in Zeiten tiefer Krise brauchen Menschen und Gesellschaften Geschichten des Gelingens: Lebenslinien, an denen Orientierung möglich ist und die die Hoffnung stärken, dass es weiter geht, wenn es in die Weite geht . Das europäische Grüne Band ist eine solche. Quer über den Kontinent zeigt es, dass aus einer früheren Todeszone ein friedvoller, natürlicher Lebensraum werden kann. Die Geschichte vom Wandel des Eisernen Vorhangs in ein Grünes Band will hier als Weg zu umfassendem Wohlergehen weitererzählt werden - nach vorne gewandt, auf verschiedene Weise, durch die Vision miteinander verbunden.
Der Ort der Veränderung ist die Begegnung an der Grenze - die Erkenntnis des Theologen Paul Tillich beschreibt wie kaum ein anderer Satz das Beziehungs- und Entwicklungspotenzial am Grünen Band:
Das längste ökologische Verbundsystem der Erde bietet vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer nicht nur unerschöpfliche Quellen für ökologische Gesundheit. Darüber hinaus eröffnet es als kultureller Begegnungsraum zwischen den angrenzenden 24 Staaten "Utopien bis auf weiteres", wie der Transformationsdesigner Harald Welzer den aktuell so dringenden Bedarf an motivierenden Ausblicken bezeichnet. Unter dem Leitstern einer gemeinsamen europäischen Transformations-Geschichte - vom Rand zur Mitte, von der Todeszone zwischen zwei politischen Systemen zum europaweiten Vorhaben - können so Potenziale einer sozialen Gesundheit gehoben werden, die bislang erst zaghaft wahrgenommen und erschlossen wurden.
Nicht zuletzt schafft seine Wildnis Erholungsräume für das psychische und körperliche Wohlbefinden im Sinn der Gesundheitsförderung - und damit auch ökonomische Prosperität und kulturelle Vielfalt.
stets aus der Asche sich verjünget ." Pedro Calderon de la Barca
Aufbruch
Mitten in der ersten Welle der Pandemie, die so viele bislang zuverlässige Orientierungen weggerissen hat, waren meine Frau Agnes und ich wie alle anderen aufgefordert, unseren Aktionsradius zu beschränken. Das hat unseren Blick ganz selbstverständlich auf das Naheliegende gelenkt, das wir nun auf unseren Reisen vor der Haustür in Form von Spaziergängen und Wanderungen erkundeten. Den größten Eindruck hat dabei die Entdeckung bislang unbekannter Wege in der unberührten Natur an der österreichisch-ungarischen Grenze hinterlassen, am Grünen Band, das nunmehr seit bald 30 Jahren anstelle des Eisernen Vorhangs, der ehemaligen Zonengrenze zwischen Ost und West, Naturräume zwischen dem hohen Norden und dem Südosten Europas zum weltweit größten Naturschutzverbund verknüpft. Hier am Grünen Band, einer Geschichte lebendigen Wandels von der Todeszone zum zukunftsfähigen Lebensraum, wartete sie auf uns: die neue Orientierung, die uns seit jenen Tagen hilft, das Naheliegende mit dem Globalen zu verbinden .
Naturschutz: er ist es, wonach die Welt in dieser ungewissen Zeit immer lauter ruft. Zentral ist dabei der Schutz der biologischen Natur, zu dem der Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und die von entheimateten Wildtieren übertragene Virenlast in der Coronapandemie dringend auffordert. Für einen solchen Schutz ist das Grüne Band, in Österreich durch den Naturschutzbund gepflegt, ein ermutigendes Beispiel des Gelingens.
Aus ihm, dem Symbol für Verbundenheit über Grenzen, lässt sich aber auch lernen, wenn es um den mentalen und sozialen Naturschutz geht, der durch eine Vielzahl krisenhafter Entwicklungen immer notwendiger wird. Weil das Gestalten einer zukunftsfähigen Gegenwart Aufgabe von uns Menschen ist, kann der eine Schutz nur Hand in Hand mit den anderen gelingen. Es braucht - nicht umsonst aus derselben Wortwurzel stammend - Humus für das Humane.
Oberflächlich betrachtet, scheinen der biologische Naturschutz (der ja vor menschlichen Eingriffen schützen soll) und der mental-soziale (der den Schutz von menschlichen Bedürfnissen zum Ziel hat) nicht viel gemein zu haben, ja mitunter im Widerstreit zu stehen. Ein tieferer Blick offenbart jedoch Gemeinsamkeiten: denn all diese Bemühungen brauchen für ihr Gelingen
Weitblick: die Klarheit der Vision
Empathie: Behutsamkeit in der Begegnung mit der Welt
Respekt: ein tiefes Verständnis von Verbundenheit und Dialog
Balance von Nähe und Distanz - die Fähigkeit, umfassende Gesundheit im Dickicht angeblicher Bedeutsamkeiten als wesentlich zu erkennen
Konkrete Zuversicht: die Bereitschaft zum Wandel .
. und zur Erkenntnis, dass Schutz in einer ungewissen Welt nicht im Festhalten, sondern im Begleiten besteht. Und nicht in der bloßen Bewahrung des Bisherigen, sondern in zwei Pünktchen auf dem a, die das Wort, mehr aber noch unsere Haltung grundlegend verändern: die Bereitschaft zur Bewährung. Sich in der Wildnis krisenhafter Veränderungen zu bewähren ist es, was Menschen und Gesellschaft zukunftsfit erhält.
Warum lässt sich das gerade am Grünen Band lernen? Weil es ein Raum des Wandels ist - eine Geschichte des stillen Wandels zum Besseren.
Das krisenerprobte Gebiet, aus dem das Grüne Band als Wegweiser zu einem umfassenden Schutz von Gesundheit und ökologischer, mentaler und sozialer Natur hervorgegangen ist, zeigt, wie's geht. Es gibt uns fünf Orientierungshilfen in die Hand, aus denen sich ein Ariadnefaden knüpfen lässt - für den Weg durch das Labyrinth der Ungewissheit in eine gute Zukunft:
blicke auf das Wesentliche
entwickle daraus eine Empathie, die der neuen komplexen Welt angemessen ist
setze und akzeptiere respektvoll Grenzen und bau an Brücken im Dialog
übe dich in Balance
und hab den Mut, ins Neuland zu gehen.
Das können wir vom Grünen Band lernen, einer Geschichte der Zuversicht, die auf einzigartige Weise verschiedenste Lebensdimensionen miteinander verwebt: eine schmerzhafte Vergangenheit mit dem Aufblühen der Natur, Weltgeschichte mit lokaler Realität und persönlichem Erleben, Genuss und Wohlergehen mit dem Auftrag, das Wohlergehen aller in den Mittelpunkt zu rücken.
Was Menschen, Gruppen und Gesellschaften dafür nachhaltig Kraft spendet, ist die Verbindung von Konkretem und Symbolischem. Für das erste gilt es, Sorge zu tragen, das zweite kann Zuversicht vermitteln. Nie kann eines allein Balance herstellen. Wer nur im Symbolischen lebt, verliert den Kontakt zu den Herausforderungen der Mitwelt; wer wiederum nur das Konkrete im Auge hat, den zum größeren Bezugsrahmen für das eigene Handeln.
Deshalb gedeiht individuelles wie gesellschaftliches Wohlergehen dort, wo das eine getan wird, ohne das andere zu vergessen. Deshalb wird auch die konkreteste aller Erfahrungen, die Geburt, in allen Kulturen in den symbolischen Rahmen eines Willkommensfestes eingebettet: jedes Fest festigt, weil es Konkretes und Symbolisches vereint. Und deshalb wird dort, wo etwas konkret in Brüche ging, versucht, mit der symbolischen Aufmunterung "Scherben bringen Glück" Balance herzustellen.
Auch das Grüne Band Europas gewann nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, an dem so vieles gewaltsam in Brüche ging, an symbolischer Wirkungskraft - dies aber nur deshalb, weil es sich durch den Einsatz von Naturschutzorganisationen als konkrete ökologische Zone manifestierte. Und als eine der Vielfalt: vom Polarmeer bis zum Balkan verbindet es heute auf 12.500 km Länge unberührte Wildnis mit urbanem Raum, Weiten und Küste, Flüsse und Felsengrate, ein- und mehrsprachige Grenzkulturen, Niemandsland und Begegnungszonen, Erzählungen in merkwürdigen Gegensätzen und das Wachsen in Stille, Konflikte und Tabus mit immer neuem Hoffnungsschimmer. Damit schafft sie Balance, wie zwischen Menschen nur der Dialog es kann: durch Vielfalt in Verbundenheit. Denn Vielfalt ohne Verbundenheit ist bloßes Einerlei, Verbundenheit ohne Vielfalt aber Faschismus.
Mit dieser Verbindung ist uns gerade jetzt der so notwendige Ariadnefaden für den Weg durch das Labyrinth unserer aktuellen Krisen in die Hand gegeben - symbolisch und auch ganz konkret. Um ihn soll es hier und in der Folge gehen.
Die fünf Passagen auf den folgenden Seiten folgen den Wegweisungen dieses Fadens: philosophische, gesellschaftspolitische und poetische Erkundungen aktueller Zukunftsfragen sowie Fotomeditationen aus 1.500 km seiner Strecke wagen als Grenz-Übergänge den Versuch, eine Landkarte für den Weg in die Zukunft zu entwickeln. Ein Weg, der aus unserer Ratlosigkeit (oder dem Geschrei der falschen Ratgeber) in eine innere Sicherheit führen will: dass ein besseres Leben für alle möglich ist .
Diesen Weg, der immer auch einer in unsere Innenwelt ist, mit meiner Weggefährtin Agnes erkunden zu können - voll Zuversicht und bereichert von ihrem Blick auf natürliches Wachstum, der auch diesem Buch so gutgetan hat -, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.
Suchen heißt nicht:
dich verlieren in dem, was du verloren hast -
oder noch zu brauchen meinst.
Suchen heißt:
aufbrechen ins Unbekannte, dich öffnen für das Finden,
damit das Ziel dir entgegenkommen kann. Gerald Koller
Erste Passage:
zum Weitblick
Wir betreten das Labyrinth: schon mit den ersten Schritten erfahren wir die Vielfalt von Grenzen. An ihnen entlang führt uns Weitblick und Verbundenheit.
Wegmarken:
Weiter geht's: über Grenzen
Vom Niemandsland zum Todesstreifen und zur Lebenslinie
Grenze: weiter als gedacht
Aus der Mitte geraten
Zusammen denken - Zusammendenken: das Konzept der
Beziehungsbildung
Natur: Unbegrenzte Verbundenheit
Frei atmen
Musikvorschlag für die Wegrast: Eleni Karaindrou "Eternity and a Day"
Weiter geht's - über Grenzen
Gerade in Zeiten tiefer Krise brauchen Menschen und Gesellschaften Geschichten des Gelingens: Lebenslinien, an denen Orientierung möglich ist und die die Hoffnung stärken, dass es weiter geht, wenn es in die Weite geht . Das europäische Grüne Band ist eine solche. Quer über den Kontinent zeigt es, dass aus einer früheren Todeszone ein friedvoller, natürlicher Lebensraum werden kann. Die Geschichte vom Wandel des Eisernen Vorhangs in ein Grünes Band will hier als Weg zu umfassendem Wohlergehen weitererzählt werden - nach vorne gewandt, auf verschiedene Weise, durch die Vision miteinander verbunden.
Der Ort der Veränderung ist die Begegnung an der Grenze - die Erkenntnis des Theologen Paul Tillich beschreibt wie kaum ein anderer Satz das Beziehungs- und Entwicklungspotenzial am Grünen Band:
Das längste ökologische Verbundsystem der Erde bietet vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer nicht nur unerschöpfliche Quellen für ökologische Gesundheit. Darüber hinaus eröffnet es als kultureller Begegnungsraum zwischen den angrenzenden 24 Staaten "Utopien bis auf weiteres", wie der Transformationsdesigner Harald Welzer den aktuell so dringenden Bedarf an motivierenden Ausblicken bezeichnet. Unter dem Leitstern einer gemeinsamen europäischen Transformations-Geschichte - vom Rand zur Mitte, von der Todeszone zwischen zwei politischen Systemen zum europaweiten Vorhaben - können so Potenziale einer sozialen Gesundheit gehoben werden, die bislang erst zaghaft wahrgenommen und erschlossen wurden.
Nicht zuletzt schafft seine Wildnis Erholungsräume für das psychische und körperliche Wohlbefinden im Sinn der Gesundheitsförderung - und damit auch ökonomische Prosperität und kulturelle Vielfalt.