Stein-Garten
Gedichte, Grafik, Kompositionen
Roswitha Klaushofer(Author)
Johannes Kotschy(Composer)
APHAIA Verlag GmbH
1st Edition
Published in 2003
Book
Paperback/Softback
64 pages
978-3-926677-34-1 (ISBN)
Description
Die Gedichte "Nachtgesicht" und "Stimmlos" sind vertont für Stimme und zwei Celli, die Partiturern der Kompositionen sind enthalten.
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Steine und WorteIn dem schmalen stilvollen Band befinden sich sechsundvierzig Gedichte der österreichischen Autorin Roswitha Klaushofer, drei Zeichnungen des Malers, Graphikers und Texters Xago und zwei Kompositionen des freischaffenden Komponisten Johannes Kotschy.Optisch zart, fast minimalistisch muten die interpunktionslosen Gedichte der 1954 in Salzburg geborenen Roswitha Klaushofer an. Endet das eröffnende Gedicht ÑHeimatì mit den Zeilen: "Du läßt dich ein/ auf das Wort", so läßt sich dies sicherlich auch als peotologisches Credo verstehen. Nicht nur auf die Sprache, den Satz, das Gefüge läßt sich die Autorin ein, nicht nur darin behauptet sie Heimat, sondern schon im Einzelnen, im Wort. Die Zeilen bestehen oft aus zwei oder drei Worten oder auch aus einem, wodurch der Anspruch des Einzelnen gehoben wird. Das Wort muss stimmen. Glücklicherweise stimmt es. Klaushofer setzt und seziert Sätze mit Gefühl, und die optische Zartheit der Gebilde findet sich im Inhalt wieder. Dabei bilden Xagos eigenwillige Zeichnungen eine wunderbare Entsprechung. Ähnlich minimalistisch und feinstrichig genügen sie sich in Stilisierungen, Abstraktionen und Andeutungen. Frauenbrüste, Fisch- und Vogelköpfe, tierisch belebte Formen, seltsame Gestalten und Titel, wie "Orte, zerzaust, wenn ich sie berühre", fordern heraus, viel zu sehen. "Manche/ verscharren ihre Träume/ unter der Erde/ zum Schutz legen sie/ Steine darauf/." schreibt Klaushofer in ihrem Gedicht "Steingarten". Dem aufmerksamen Leser entgeht nicht der Gang innerhalb des Bandes. Zu Beginn werden Geburt, Heimat und Mutter ("deine Augen/ halten mich fest/ wenn ich gehe.") thematisiert. Augenblicke und Orte blitzen auf, Empfindungen der Autorin. Interessanter und paradoxer Weise vertonte Johannes Kotschy gerade die Gedichte "Stimmlos" und "Nachtgesicht" (Kompositionen für Stimme und zwei Celli). - Klaushofers Singstimme ist eine leise, eine feine Stimme. Die Steinmetaphorik zieht sich durch das Buch. Nach der Epiphanie: "um zu erinnern/ umschließt der Stein/ das Verschwinden" folgen titellose Gedichte. Die langsame Auflösung, das Verschwinden von Bezeichnungen. "Es wird hell sein/ in der Nacht/ wenn wir/ unsere Angst/ ins Feuer legen" ist ein Gedicht, das durch Xagos Zeichnung "Zwei Silben haben die Angst" bereits vorbereitet ist. Ein anderes ("Die andere Seite/ mit dem schwarz/.") scheint den weggelassenen Titel Tod zu tragen. "Unstet im Stillen/ besingen wir/ den Stein." endet der Band. Roger Caillois, Betrachter der Steine und des dichterischen Prozesses, hat geschrieben: "Comme les anciens Chinois, je suis porte´ condide´rer chaque pierre comme un monde." Wenn schon ein Stein die Welt sein kann, wie erst ein Steingarten.Leipziger AlmanachMore details
Edition
1., Aufl.
Language
German
Target group
Young adult
College/higher education
Dimensions
Height: 24 cm
Width: 17 cm
Weight
220 gr
ISBN-13
978-3-926677-34-1 (9783926677341)
Schweitzer Classification
Persons
ROSWITHA KLAUSHOFER
1954 in Salzburg geboren; seit 1976 Instrumentallehrerin in Zell am See (Österreich). 1996 Lyrikpreis des Landes Salzburg.
Publikationsliste: "Mitlesebuch 34". Gedichte. Berlin 1998; "Schattenversteck unterm Lid." Gedichte. Wien 1999; "Hoffnung auf Meer", Gedichte mit A. GUSTAS und I. GÖRLER. Berlin 2000; "Waermestein und Windeis. Anagrammgedichte. Oberösterreich 2000; Mitlesebuch Nr. 56. Gedichte. Berlin 2000; Zeitflügel.
Gedichte. Wien 2000; "Im Wachs klirrt Leim." Anagrammgedichte. Berlin 2001. Veröffentlichungen auch in Anthologien, Literaturzeitschriften und im Österreichischen Rundfunk.
XAGO
1942 in Elsterwerda als ROLF X. SCHRÖDER geboren. 1962 Abitur, Studien der Literatur, Philosophie und
Ästhetik in Berlin. Assistent an der Filmhochschule. Zeichnungen von EISENSTEIN und Filme von FELLINI provozieren das eigene schöpferische Vermögen. 1970-1975 an der Deutschen Bauakademie. Seit 1976 freiberuflich als Maler, Grafiker, Texter; zahlreiche Buchillustrationen. 1990 zum Präsidenten des Verbandes Bildender Künstler gewählt. Seit 1991 Mitglied der fiktiven Künstlergruppe EUROPHA (EUROpäische PHAntasten). Lebt in Berlin.
JOHANNES KOTSCHY
geb. 1949 in Bayern; Apotheker und freischaffender Komponist, setzte seine Studien auf dem Gebiet der musikalischen Grundlagenforschung nach Abschluß seines Klavier- und Komposi-tionsstudiums an der Salzburger Hochschule "Mozarteum" fort. 1984 stellte er das von ihm entwickelte Naturtonsystem erstmals bei den Darmstädter Ferienkursen vor, war Initiator der Heidelberger Naturtonsymposien und entwickelte eine neue Keyboard-Tastatur, die - in den USA und Europa patentiert - auf einfache Weise das Spiel mit Mikrotönen erlaubt. Bis 1994 war er Präsident der von ihm gegründeten "Interessengemeinschaft Salzburger Komponisten", seit 1998 ist er Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ekmelische Musik.
Author
Grafiker, Maler, Zeichner
Composer
Grafiker, Maler, Zeichner
Illustrated by
Grafiker, Maler, Zeichner