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Die Spur der Attentäter
Fiona Kelly(Author)
Ravensburger (Publisher)
1st Edition
Published on 1. January 2002
Book
Hardback
187 pages
978-3-473-34513-7 (ISBN)
Description
Giorgio Prima, italienischer Großunternehmer, besucht London. Er fühlt sich von der Mafia bedroht, die angeblich einen Anschlag auf ihn plant, um seinen politischen Aufstieg in Italien zu verhindern. Die drei SPECIAL AGENTS Maddie, Alex und Danny kommen einem fingierten Bombenattentat auf die Spur.
More details
Series
Edition
1. Aufl.
Language
German
Place of publication
Ravensburg
Germany
Dimensions
Height: 19.2 cm
Width: 12.8 cm
Thickness: 2.3 cm
ISBN-13
978-3-473-34513-7 (9783473345137)
Persons
Content
Kensington, London. Später Juli. Freitag, 15 Uhr. Ein Mann in einem schwarzen Anzug. Er hat sein mit Gel gestärktes dunkles Haar nach hinten gekämmt. Sein Gesicht ist ebenmäßig, wirkt aber brutal. Über eine Wange läuft quer eine tiefe Narbe. Seine Augen sind hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckt. Er trägt einen leichten Kopfhörer mit Mikrofon, der an ein Handy angeschlossen ist. Er geht eine breite Treppe hinauf. Vier Männer folgen ihm. Hart und entschlossen. Sein Name ist Carlo Berlotti. Er ist Italiener. Er spricht in das kleine Mikrofon. Er durchquert ein breites Foyer. Er bewegt sich leicht und elegant. Die Augen hinter der Sonnenbrille sind starr. Er geht auf eine Flügeltür zu. Die Tür fliegt auf. Ein Mann kauert dahinter auf dem Boden. Er hält mit beiden Händen eine Pistole umfasst - ihr Lauf richtet sich genau auf Berlottis Stirn. Der Mann ist kräftig gebaut und hat eine eingeschlagene Nase. Berlotti bewegt sich nicht. Er sagt nichts. Hinter ihm werden gleichzeitig vier Pistolen aus verborgenen Halftern gezogen. Vier Finger drücken auf vier Abzüge. Den Mann vor ihnen schleudert es herum. Carlo Berlotti geht durch die Tür., sagt er. Seine Stimme ist kalt. Er macht einen Schritt über den vor ihm liegenden Mann und betritt einen geschwungenen Gang. Er wendet sich nach rechts. Die vier Männer folgen ihm. Alle ignorieren den Toten. Es ist ein altes Gebäude. Aus der Zeit der Königin Viktoria. Ein Konzerthaus im Westen Londons. Berlotti geht den Gang entlang. Er läuft jetzt schneller. Zu seiner Linken befinden sich mehrere Türen. Sie sind beschriftet. Er sucht nach einem bestimmten Eingang. Ein Mann tritt aus dem Schatten. Jung. Drahtig. Ein Messer blitzt auf. Die vier Begleiter Berlottis springen nach vorn. Ihr Boss wird beiseite geschoben. Zwei Männer schützen ihn mit ihren Körpern. Der Messerstich wird von einer dicken, wattierten Weste aufgefangen. Der Mann mit dem Messer wird zu Boden geworfen. Eine Pistole ist auf seinen Hinterkopf gerichtet. Berlotti nickt und geht weiter, jetzt eng flankiert von seinen Beschützern. Zu allem bereit., sagt er in sein Mikrofon. Er steht vor einer geschlossenen Flügeltür. Einer seiner Leibwächter öffnet die Tür. Berlotti betritt die königliche Loge. Er tritt nach vorn an die Brüstung und wirft einen kurzen Blick auf das große runde Auditorium. Dann setzt er sich., sagt er. Die Leibwächter stellen sich rechts und links neben Berlotti, als erwarteten sie weitere Anweisungen. Er sieht sie an. Er nickt., sagt er zu ihnen. Berlotti entlässt seine Leibwächter. Er lehnt sich in dem roten plüschbespannten Sessel zurück, seine Hände auf den verzierten Armlehnen. Er sieht in das Rund aufwändig verzierter und geschmückter Ränge. Er schlägt die Beine übereinander und macht es sich im Sessel bequem. Dann wendet er langsam den Kopf und vergewissert sich, dass er tatsächlich allein ist. Er zieht ein kleines graues Plastikkästchen aus seiner Jacke. Er öffnet es. Darin befinden sich ein Viertelkiloblock Semtex, eine elektronische Schaltung mit Sprengkapsel, ein Pack Batterien und ein digitales Zeitschaltgerät. Er drückt kleine schwarze Knöpfe auf der Zeitschaltung. Ein grünes Display leuchtet auf. Es zeigt vier Nullen. Bedächtig drückt Berlotti weitere Knöpfe. Die Zahlen ändern sich. Er wirft einen Blick auf seine goldene Rolex. Es ist 15 Uhr 14. Er stellt die digitale Uhr auf 05:16 ein. Dann drückt er einen anderen Knopf. Er wartet, geduldig wie eine Spinne. Die Sechs verwandelt sich flackernd in eine Fünf. 05:15. Fünf Stunden und fünfzehn Minuten bis zur Detonation. Berlotti klappt das Kästchen mit der Bombe zu. Er zieht eine Folie vom Rücken des Kästchens, ein Klebestreifen kommt zum Vorschein. Er beugt sich vor, langt nach unten und drückt die Bombe an die Unterseite des Sessels. Das Kästchen klebt fest am Stoff. Die Bombe hängt sicher. Er setzt sich auf und streicht sein Haar zurück. Es ist vollbracht. Er verlässt die königliche Loge, ohne sich noch einmal umzuschauen. Unten sind Angestellte mit den letzten Vorbereitungen für die abendliche Vorstellung beschäftigt. Das Auditorium ist bis auf den Kamerakran der BBC leer. Putzfrauen bewegen sich im Parkett hin und her. In den Logen werden die Tische gedeckt. Die Ränge steigen bis zum Balkon an. Scheinwerfer gleiten über die Bühne. Die großen Pfeifen der Orgel schimmern in der wechselnden Beleuchtung. Ein einzelner Scheinwerfer richtet sich auf die verzierte Büste von Sir Henry Wood. Draußen kündigen Poster das kommende Ereignis an: The First Night of the Proms Verdis Und zum ersten Mal in London: Die hinreißende junge Sopranistin Lucia Barbieri La Voce d'Italia - Die Stimme Italiens Auf den Postern ist ein Foto von Lucia Barbieri zu sehen. Sie ist atemberaubend schön, mit langen schwarzen Haaren und Augen wie aus Ebenholz. Genau um 19 Uhr 30 werden die ersten Takte von Verdis in der Konzerthalle erklingen. Das Konzert dauert neunzig Minuten. Um 20 Uhr 30 wird die Zeitschaltuhr der Bombe vier tödliche Nullen anzeigen. Es wird ein Chaos entstehen. Carlo Berlotti wird anwesend und Zeuge dieses Ereignisses sein. Carlo Berlotti - mit seiner Vorliebe für das Chaos. Samstag. Sechs Tage zuvor. In der Zentrale der Police Investigation Command, kurz PIC. Im Londoner Centrepoint-Gebäude. Eine eigens einberufene Einsatzbesprechung. In dem langen, hell erleuchteten Raum saßen etwa zwanzig Leute. Die meisten von ihnen machten sich Notizen; die Aufmerksamkeit aller galt der Frau am Rednerpult. Section Head Susan Baxendale war bei der morgendlichen Arbeit. Sie war Ende dreißig, ihr attraktives Gesicht wurde von langen goldblonden Haaren umrahmt. Sie war schlank, sie trug ein elegantes graues Kostüm. Ihre sanfte Stimme täuschte über ihr hartes Naturell hinweg. Die drei PIC-Trainees saßen ganz vorne. Danny Bell, Maddie Cooper und Alex Cox. Die 16-jährige Maddie machte sich auf einem Block eilig Notizen. Sie wollte möglichst genau über alles informiert sein, was in der PIC-Zentrale lief. Neben ihr notierte sich Alex nur gelegentlich ein Stichwort, um sein Gedächtnis zu trainieren. Danny schrieb überhaupt nichts auf, merkte sich jedoch alles. Sein Gedächtnis war exzellent. Susan Baxendales sanfte Stimme hielt die Aufmerksamkeit aller Anwesenden aufrecht., sagte sie und blätterte am Rednerpult in ihren Unterlagen. Ein amüsiertes Lachen ging durch den Raum. Danny murmelte: Alex warf ihm einen Blick zu und verdrehte die Augen. Maddie lächelte über ihre beiden so unterschiedlichen Kollegen. Der siebzehnjährige Danny, ein lockerer, intelligenter schwarzer Amerikaner, geboren und aufgewachsen in Chicago, den Kopf immer voller Gedanken über Computer und Elektronik. Und Alex, ein weißer Londoner aus dem East End, achtzehn, und schon jetzt so hart wie Diamant. Baxendale hob eine schmale Hand., sagte sie.