Die Quandts
Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands
Rüdiger Jungbluth(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published in August 2002
Book
Hardback
391 pages
978-3-593-36940-2 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Uniformschneider des Kaisers, Waffenschmiede derNazis, Motor des Wiederaufbaus und des vereinigten Deutschland: Vier Generationen schreiben an der Erfolgsgeschichte der Familie Quandt. Neben BMW gehören VARTA, die Pharmafirma Altana, internationale Vermögensverwaltungsfirmen, eine Vielzahl von Industriebeteiligungen und ein gewaltiger Immobilienbesitz zum Quandt-Imperium. Zu den hundert reichsten Deutschen zählen allein acht Quandts. Ihr Erfolg ist ein Lehrstück für das Zusammenspiel von Familientradition, Unternehmertum und Macht in Deutschland. Magda Goebbels war die Mutter des Quandt-Erben Harald. Wie keiner anderen Unternehmerdynastie gelang es den Quandts, ihr Imperium bis in die Gegenwart zu vergrößern.
Reviews / Votes
Biografien"Diese Familienbiografie ist erhellend, interessant für Wirtschaftshistoriker und ? in Sachen Unternehmensführung und -politik ein Lehrstück." (Buchhändler heute, 01.08.2002)
Die nächste Generation
"Jungbluth konnte mit sämtlichen Familienmitgliedern sprechen, die wirtschaftliche Macht ausüben. Ein Novum." (Financial Times Deutschland, 15.08.2002)
Triumphe und Tragödien
"Anders als bei Krupps oder Flicks blieb die Rolle von Deutschland diskretester Wirtschaftssippe im Nationalsozialismus über Jahrzehnte im Verborgenen. Der Hamburger Autor Rüdiger Jungbluth hat sie nun erstmals durchleuchtet. Die meisten lebenden Quandts brachte er dazu, sich ein wenig zu öffnen." (Stern, 19.08.2002)
Von der Macht einer Familie
"Es gelingt dem Autor, in angenehm lesbaren Stil die zahlreichen Fäden der Zeitgeschichte aufzunehmen, mit denen die Familiengeschichte der Quandts verwoben ist, ohne von seinem Ziel eines Porträts abzuweichen." (Süddeutsche Zeitung, 24.08.2002)
So mächtig wie unnahbar
"Ein Renner der kommenden Buchsaison û keine Frage. Weil die Familienbiografie alles beschreibt, was bereits an Thomas Manns Buddenbrooks fasziniert hat." (Financial Times Deutschland, 27.08.2002)
Uniformen, Waffen, schnelle Autos
"Die Geschichte der Quandts liest sich wie ein spannender Roman, obwohl der Autor sachlich und ausgewogen schreibt und weder auf Sensationen noch auf Sentimentalitäten baut." (Frankfurter Neue Presse, 29.08.2002)
Sippenwirtschaft
"Sorgfältig recherchiert und gut geschrieben." (ManagerMagazin, 01.09.2002)
Aufstieg der Familie Quandt
"Rüdiger Jungbluth hat ein beeindruckendes Stück Zeitgeschichte dokumentiert." (VDI Nachrichten, 06.09.2002)
Biografie über die Quandts
"Das Buch dürfte insbesondere für Aktionäre von BMW, Altana und den Logistikern Thiel und Microlog sehr lesenswert sein. Die Erfolgsbilanz der Quandts bei ihren Investments sollte die Aktionäre dieser Unternehmen noch lange gut schlafen lassen." (Der Aktionär, 11.09.2002)
In aller Stille
"Rüdiger Jungbluth hat eine höchst lesenswerte und spannende Wirtschafts- wie Familiengeschichte vorgelegt." (Frankfurter Rundschau, 23.09.2002)
Eine kapitale Verbindung
"Der Wirtschaftsjournalist Rüdiger Jungbluth hat aufwendig recherchiert und versteht es, seinen Stoff spannend zu erzählen." (Spiegel Special, 01.10.2002)
Wirtschaftsbücher
"Spannender Einblick in Licht- und Schattenseiten deutscher Wirtschaftsgeschichte." (Capital, 02.10.2002)
Die Quandts
"Eine hochinteressante Mischung aus Familien-, Wirtschafts- und Zeitgeschichte." (SonntagsZeitung, 06.10.2002)
Zu Tee bei Familie Quandt
"Schonungslos offen, aber nicht belehrend wird ein Lehrstück für das Zusammenwirken von Innovationsgeist, unternehmerischem Geschick, Familientradition und Machtkalkül gezeichnet." (business bestseller, 11.10.2002)
Familie, Geld und Macht
"Ein faszinierendes Epos voller Triumphe und Tragödien, eine rundum geglückte Familienbiografie." (Blick, 06.11.2002)
Geschäftssinn ist erblich
"Ein außerordentlich spannendes Buch, das Wirtschaftskrimi, Familiendrama und erlebte Zeitgeschichte zugleich ist." (General-Anzeiger, 20.11.2002)
Die Quandts
"Nüchtern, sachlich und doch hoch spannend geschrieben." (Managementwissen online, 23.11.2002)
So gefällt Gedrucktes
"Der Autor hat ein Porträt vorgelegt, das man in einem Rutsch durchliest û so packend ist der Stoff, so schnörkellos der Stil." (Südwestpresse, 29.11.2002)
Geheimnisvolle Industriellenfamilie
"Rüdiger Jungbluth hat sich in seiner sehr lesenswerten Biographie als Erster und mit geradezu detektivischem Gespür an die Aufgabe gemacht, diese Familie und die faszinierende Geschichte ihres wirtschaftlichen Erfolgs nachzuzeichnen." (Lesart, 01.12.2002)
Geschäfte für das Vaterland
"Die Rechercheleistung des Autors und seine gefällige Erzählweise sind hervorzuheben." (Literaturen, 01.12.2002)
Krieg lohnt sich, Frieden notfalls auch
"Ein anschauliches Porträt der geheimnisvollen Dynastie." (Die Tageszeitung, 23.12.2002)
Grosse Namen, dicke Wälzer
"Bewegte Geschichte eines Familienunternehmens." (Gala, 23.01.2003)
Zum Glück gezwungen
"Eine sorgfältig recherchierte und spannend geschriebene Biografie, die nicht nur Wirtschaftsexperten interessieren dürfte." (Autorevue, 01.02.2003)
Die Quandts
"Der Journalist Rüdiger Jungbluth zeichnet ein detailliertes Bild von Firma und Familie." (Damals, 01.03.2003)
Die Quandts
"Ein detailliertes Bild von Firma und Familie." (Damals, 01.03.2003)
Die Quandts
"Ein Stück Wirtschaftsgeschichte zum Anfassen!" (Karriereführer Hochschulen, 01.05.2003)
Pflichtlektüre für die Bosse
"Die faszinierende, gründlichst recherchierte Geschichte der reichsten Industriellenfamilie Deutschlands. Spannend!" (Format, 07.11.2003)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
28 s/w Abb.
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
648 gr
ISBN-13
978-3-593-36940-2 (9783593369402)
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Die Quandts
Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands
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09/2004
1st Edition
Campus
€24.90
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Person
Rüdiger Jungbluth, Jahrgang 1962, studierte Volkswirtschaft und absolvierte die Journalistenschule in Köln. Zwischen 1992 und 2000 arbeitete er als Wirtschaftskorrespondent bei Stern und Spiegel, danach war er stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung Net Business. Rüdiger Jungbluth lebt in Berlin.
Content
Einleitung
1871 - 1918 Fabrikanten im Kaiserreich
1."Mitglied eines siegreichen Volkes"
Uniformen für Preußen
2."Lernend und leitend zugleich"
Günther Quandts Lehr- und Herrenjahre
3."Feldzug der Materie"
Günther Quandts erster Krieg
1919 - 1933 Aufstieg in der Weimarer Republik
4."Frühzeitig schweigen gelernt"
Der große Kalifeldzug
5."Eine ausnehmend schöne Erscheinung"
Der Millionär und das Mädchen
6."Böse Zeit der Inflation"
Der Angriff auf die Accumulatoren-Fabrik
7."Gelesen und genehmigt"
Szenen einer Ehe
8."Alle Sparten gründlich erlernt"
Großaktionär in den Goldenen Zwanzigern
9."Es war ein Verhängnis"
Entfremdung und ein Schicksalsschlag
10."Keiner passt so gut wie Sie"
Quandts Einstieg in eine siechende Rüstungsfirma
11."In gütlichem Einvernehmen"
Untreue und Scheidung im Hause Quandt
12."Was ihm im Leben zum Tragen bestimmt war"
Herbert Quandts Jugend und die Weltwirtschaftskrise
1933 - 1945 Rüstung für das Dritte Reich
13."Eine schöne Frau mit Namen Quandt"
Aus Magda Quandt wird Magda Goebbels
14."Dem Führer ein Werk zur Verfügung stellen"
Günther Quandt und die Nationalsozialisten
15."Die Seele eines Kindes umerziehen"
Harald Quandts Jugend im "Dritten Reich"
16."Von allen Plagen war die U-Boot-Plage die schlimmste"
Akkumulatoren für den Endsieg
17."Erhebliches Maß an Mehrarbeit"
Expansion und Zwangsarbeit
18."Ich habe, industriell gesehen, mehr lernen können"
Herbert Quandt im "Dritten Reich" und im Krieg
19."Der Tod wird mit eingeplant und bewusst kalkuliert"
Das Konzentrationslager bei der Akkumulatorenfabrik
20."Du wirst weiterleben..."
Harald Quandt im Krieg
21."Jahrelang auf das Schwerste verfolgt"
Die Entnazifizierung des Günther Quandt
1945 - 1982 Ein deutsches Wirtschaftswunder
22."Tiefstand verhältnismäßig schnell überwunden"
Wiederaufbau, Währungsreform, Generationswechsel
23."Wir machten ja alle Geschäfte halbe/halbe"
Die beiden Brüder und die Schlacht um Daimler
24."Ich habe mich zu meinem Glück gezwungen"
Herbert Quandt rettet BMW
25."Nur die Familie Quandt versprach nichts"
Die Rüstungsprojekte des Harald Quandt
26."Ich bin kein Vergleich, ich bin ein Erbe"
Tod eines Tausendsassas
27."Er wünschte nicht, dass man ihm begegnete"
Herbert Quandts neue Adelsmänner
28."Tradition aus egoistischer Kurzsichtigkeit zerbrochen"
Familienstreit und Vermögenstrennung im Hause Quandt
29."Mammi ist tot"
Die Tragödie um Inge Quandt
30."Reinliche Trennung"
Der gut geplante Erbfall des Herbert Quandt
1982 - 2002 Die Generation der Erben
31."Wollen wir für jede ein Päckchen schnüren?"
Die fünf reichen Töchter Harald Quandts
32."Die Einflussnahme der Familie war zu klein"
Wie das Varta-Erbe dahinschmolz
33."Kaufen wir Sie oder kaufen Sie uns?"
Johanna Quandts Weg vom Vorzimmer in den Aufsichtsrat
34."Wir glauben, das Beste kommt noch"
Susanne Klatten und der Aufstieg der Altana
35."Es gibt einen Ehrgeiz, die Tradition weiterzuführen"
Stefan Quandt und seine Delton-Gruppe
36."Die BMW-Begeisterung lebt in der vierten Generation fort"
Die Quandt-Erben und die kurze Krise des Autokonzerns
Epilog
Das Geheimnis der Beständigkeit
Register
Quellen
Danksagung
Bildnachweise
1871 - 1918 Fabrikanten im Kaiserreich
1."Mitglied eines siegreichen Volkes"
Uniformen für Preußen
2."Lernend und leitend zugleich"
Günther Quandts Lehr- und Herrenjahre
3."Feldzug der Materie"
Günther Quandts erster Krieg
1919 - 1933 Aufstieg in der Weimarer Republik
4."Frühzeitig schweigen gelernt"
Der große Kalifeldzug
5."Eine ausnehmend schöne Erscheinung"
Der Millionär und das Mädchen
6."Böse Zeit der Inflation"
Der Angriff auf die Accumulatoren-Fabrik
7."Gelesen und genehmigt"
Szenen einer Ehe
8."Alle Sparten gründlich erlernt"
Großaktionär in den Goldenen Zwanzigern
9."Es war ein Verhängnis"
Entfremdung und ein Schicksalsschlag
10."Keiner passt so gut wie Sie"
Quandts Einstieg in eine siechende Rüstungsfirma
11."In gütlichem Einvernehmen"
Untreue und Scheidung im Hause Quandt
12."Was ihm im Leben zum Tragen bestimmt war"
Herbert Quandts Jugend und die Weltwirtschaftskrise
1933 - 1945 Rüstung für das Dritte Reich
13."Eine schöne Frau mit Namen Quandt"
Aus Magda Quandt wird Magda Goebbels
14."Dem Führer ein Werk zur Verfügung stellen"
Günther Quandt und die Nationalsozialisten
15."Die Seele eines Kindes umerziehen"
Harald Quandts Jugend im "Dritten Reich"
16."Von allen Plagen war die U-Boot-Plage die schlimmste"
Akkumulatoren für den Endsieg
17."Erhebliches Maß an Mehrarbeit"
Expansion und Zwangsarbeit
18."Ich habe, industriell gesehen, mehr lernen können"
Herbert Quandt im "Dritten Reich" und im Krieg
19."Der Tod wird mit eingeplant und bewusst kalkuliert"
Das Konzentrationslager bei der Akkumulatorenfabrik
20."Du wirst weiterleben..."
Harald Quandt im Krieg
21."Jahrelang auf das Schwerste verfolgt"
Die Entnazifizierung des Günther Quandt
1945 - 1982 Ein deutsches Wirtschaftswunder
22."Tiefstand verhältnismäßig schnell überwunden"
Wiederaufbau, Währungsreform, Generationswechsel
23."Wir machten ja alle Geschäfte halbe/halbe"
Die beiden Brüder und die Schlacht um Daimler
24."Ich habe mich zu meinem Glück gezwungen"
Herbert Quandt rettet BMW
25."Nur die Familie Quandt versprach nichts"
Die Rüstungsprojekte des Harald Quandt
26."Ich bin kein Vergleich, ich bin ein Erbe"
Tod eines Tausendsassas
27."Er wünschte nicht, dass man ihm begegnete"
Herbert Quandts neue Adelsmänner
28."Tradition aus egoistischer Kurzsichtigkeit zerbrochen"
Familienstreit und Vermögenstrennung im Hause Quandt
29."Mammi ist tot"
Die Tragödie um Inge Quandt
30."Reinliche Trennung"
Der gut geplante Erbfall des Herbert Quandt
1982 - 2002 Die Generation der Erben
31."Wollen wir für jede ein Päckchen schnüren?"
Die fünf reichen Töchter Harald Quandts
32."Die Einflussnahme der Familie war zu klein"
Wie das Varta-Erbe dahinschmolz
33."Kaufen wir Sie oder kaufen Sie uns?"
Johanna Quandts Weg vom Vorzimmer in den Aufsichtsrat
34."Wir glauben, das Beste kommt noch"
Susanne Klatten und der Aufstieg der Altana
35."Es gibt einen Ehrgeiz, die Tradition weiterzuführen"
Stefan Quandt und seine Delton-Gruppe
36."Die BMW-Begeisterung lebt in der vierten Generation fort"
Die Quandt-Erben und die kurze Krise des Autokonzerns
Epilog
Das Geheimnis der Beständigkeit
Register
Quellen
Danksagung
Bildnachweise
9. Kapitel
"Es war ein Verhängnis"
Entfremdung und ein Schicksalsschlag
Während es wirtschaftlich für Quandt immer weiter bergauf ging, während sein Vermögen von Tag zu Tag wuchs, häuften sich in der Familie die Probleme und Sorgen. Die drei Schulze-Kinder, die Quandt aufgenommen hatte, waren allesamt schwierig und nach Einschätzung des Hausherrn "wenig erzogen". Zu dessen besonderem Verdruss übte der 15jährige Jochen Schulze einen unseligen Einfluss auf den gleichaltrigen Herbert Quandt aus. Die beiden Jungen rauchten bis zu zwanzig Zigaretten pro Tag, wie der Vater alsbald herausfand.
Magda Quandt, erst 23 Jahre alt, war mit der familiären Situation überfordert. Quandt zeigte durchaus Verständnis für ihre Lage, die er später so beschreiben sollte. "Ist es für eine junge Frau schon schwer, zwei große Jungen aus der früheren Ehe ihres Mannes aufzuziehen, so wird die Aufgabe nicht geringer, wenn ein eigenes Kind dazukommt. Wenn dann aber noch drei fremde Kinder miterzogen werden sollen, so geht das über die Kraft." Praktische Hilfe konnte sie von ihrem vielbeschäftigten Mann nicht erwarten. Quandt verließ morgens um sieben das Haus, um nach Berlin zu fahren, blieb zum Mittagessen meist in der Stadt, und kam abends spät nach Hause. Oft blieb er auch über Nacht in Berlin, um sich die Fahrt nach Neubabelsberg zu ersparen, und übernachtete in dem Haus an der Frankenallee.
Während dieser Zeit entfremdeten sich die Eheleute, die einander vermutlich nie sehr nahegestanden haben, weiter. Das Zusammenleben wurde nicht leichter dadurch, dass Quandt nicht in seinen Versuchen nachließ, die junge Frau zu erziehen. Ihm missfiel ihre Angewohnheit, im Morgenrock zu frühstücken. Für ihn, einen Mann, den das Kaiserreich geprägt hatte, war das ein Ausdruck innerer Haltlosigkeit. Er kritisierte, dass sie Schwierigkeiten stets auf sich zukommen lasse, statt sie vorausschauend aus dem Weg zu räumen. Magda empfand ihren Mann häufig als kaltherzig, auch im Umgang mit seinen Kindern. Zur Herbert Quandts 16. Geburtstag bekam der Junge außer zahlreichen Geschenken vom Vater einen Umschlag. Darin befand sich eine Briefkarte, auf die Günther Quandt geschrieben hatte: "Meinem lieben Herbert eine weitere Gabe von RM 25,- für jeden Monat innerhalb des nächsten Jahres, in dem er keine Zigarette raucht." Herbert reagierte unerwartet sensibel. Still setzt er sich in eine Ecke, überlas den Inhalt immer und immer wieder. "Tränen kamen in seine Augen", beobachtete der Vater. Magda Quandt warf ihrem Mann vor, dem Sohn das Geburtstagsfest verdorben zu haben. Er selbst sah in dem Geldangebot einen "vielleicht nicht schönes, sehr anspruchsvolles, aber erfreulicherweise wirksames Mittel", denn Herbert Quandt entschied sich am Ende für das Geld und gegen das Rauchen.
Es lag wohl nicht nur an dem Altersunterschied von zwanzig Jahren, dass es Günther Quandt schwerfiel, seine Frau als gleichberechtigte Partnerin zu akzeptieren. Es entspracht wohl auch nicht seinem Wesen. Sie wiederum war nicht die Frau, die bereit gewesen wäre, sich ihm klaglos unterzuordnen. Dazu war sie zu selbstbewusst. Ihr Biograf Hans-Otto Meissner schreibt: "Wäre Magda ein weicher Mensch, eine zärtliche anschmiegsame Frau, was sie eben nicht ist, könnte alles anders sein. Dann hätte sie gelegentlich vor ihm geweint oder ihn umschmeichelt, hätte vermutlich vermocht, weiche Gefühle in ihm zu erwecken. Aber sie kann das nicht. Schon ihr Stolz läßt nicht zu, dass sie verborgene Gefühle zeigt, vielleicht gar eine Schau daraus macht."
Gemeinsame Gesprächsthemen fehlten den Eheleuten. Allabendlich ließ sich Quandt zwar von seiner Frau vortragen, was es bei den Kindern Neues gab. Es kam ihm aber nicht in den Sinn, sie an seinem Leben teilhaben zu lassen. Der Unternehmer schwebte in anderen Sphären. Er arbeitete unermüdlich an der Verwirklichung seines großen Vorhabens. Er war dabei, sich ein industrielles Königreich zu schaffen und auf diese Weise den Namen der Familie zu verewigen. Er war längst reich genug und musste sich um materielle Dinge keine Gedanken mehr machen. Günther Quandt hatte begonnen, an einem Lebenswerk zu arbeiten, einem Gebilde, so groß und haltbar, dass es ihn selbst überdauern konnte - er dachte in Generationen.
"Es war ein Verhängnis"
Entfremdung und ein Schicksalsschlag
Während es wirtschaftlich für Quandt immer weiter bergauf ging, während sein Vermögen von Tag zu Tag wuchs, häuften sich in der Familie die Probleme und Sorgen. Die drei Schulze-Kinder, die Quandt aufgenommen hatte, waren allesamt schwierig und nach Einschätzung des Hausherrn "wenig erzogen". Zu dessen besonderem Verdruss übte der 15jährige Jochen Schulze einen unseligen Einfluss auf den gleichaltrigen Herbert Quandt aus. Die beiden Jungen rauchten bis zu zwanzig Zigaretten pro Tag, wie der Vater alsbald herausfand.
Magda Quandt, erst 23 Jahre alt, war mit der familiären Situation überfordert. Quandt zeigte durchaus Verständnis für ihre Lage, die er später so beschreiben sollte. "Ist es für eine junge Frau schon schwer, zwei große Jungen aus der früheren Ehe ihres Mannes aufzuziehen, so wird die Aufgabe nicht geringer, wenn ein eigenes Kind dazukommt. Wenn dann aber noch drei fremde Kinder miterzogen werden sollen, so geht das über die Kraft." Praktische Hilfe konnte sie von ihrem vielbeschäftigten Mann nicht erwarten. Quandt verließ morgens um sieben das Haus, um nach Berlin zu fahren, blieb zum Mittagessen meist in der Stadt, und kam abends spät nach Hause. Oft blieb er auch über Nacht in Berlin, um sich die Fahrt nach Neubabelsberg zu ersparen, und übernachtete in dem Haus an der Frankenallee.
Während dieser Zeit entfremdeten sich die Eheleute, die einander vermutlich nie sehr nahegestanden haben, weiter. Das Zusammenleben wurde nicht leichter dadurch, dass Quandt nicht in seinen Versuchen nachließ, die junge Frau zu erziehen. Ihm missfiel ihre Angewohnheit, im Morgenrock zu frühstücken. Für ihn, einen Mann, den das Kaiserreich geprägt hatte, war das ein Ausdruck innerer Haltlosigkeit. Er kritisierte, dass sie Schwierigkeiten stets auf sich zukommen lasse, statt sie vorausschauend aus dem Weg zu räumen. Magda empfand ihren Mann häufig als kaltherzig, auch im Umgang mit seinen Kindern. Zur Herbert Quandts 16. Geburtstag bekam der Junge außer zahlreichen Geschenken vom Vater einen Umschlag. Darin befand sich eine Briefkarte, auf die Günther Quandt geschrieben hatte: "Meinem lieben Herbert eine weitere Gabe von RM 25,- für jeden Monat innerhalb des nächsten Jahres, in dem er keine Zigarette raucht." Herbert reagierte unerwartet sensibel. Still setzt er sich in eine Ecke, überlas den Inhalt immer und immer wieder. "Tränen kamen in seine Augen", beobachtete der Vater. Magda Quandt warf ihrem Mann vor, dem Sohn das Geburtstagsfest verdorben zu haben. Er selbst sah in dem Geldangebot einen "vielleicht nicht schönes, sehr anspruchsvolles, aber erfreulicherweise wirksames Mittel", denn Herbert Quandt entschied sich am Ende für das Geld und gegen das Rauchen.
Es lag wohl nicht nur an dem Altersunterschied von zwanzig Jahren, dass es Günther Quandt schwerfiel, seine Frau als gleichberechtigte Partnerin zu akzeptieren. Es entspracht wohl auch nicht seinem Wesen. Sie wiederum war nicht die Frau, die bereit gewesen wäre, sich ihm klaglos unterzuordnen. Dazu war sie zu selbstbewusst. Ihr Biograf Hans-Otto Meissner schreibt: "Wäre Magda ein weicher Mensch, eine zärtliche anschmiegsame Frau, was sie eben nicht ist, könnte alles anders sein. Dann hätte sie gelegentlich vor ihm geweint oder ihn umschmeichelt, hätte vermutlich vermocht, weiche Gefühle in ihm zu erwecken. Aber sie kann das nicht. Schon ihr Stolz läßt nicht zu, dass sie verborgene Gefühle zeigt, vielleicht gar eine Schau daraus macht."
Gemeinsame Gesprächsthemen fehlten den Eheleuten. Allabendlich ließ sich Quandt zwar von seiner Frau vortragen, was es bei den Kindern Neues gab. Es kam ihm aber nicht in den Sinn, sie an seinem Leben teilhaben zu lassen. Der Unternehmer schwebte in anderen Sphären. Er arbeitete unermüdlich an der Verwirklichung seines großen Vorhabens. Er war dabei, sich ein industrielles Königreich zu schaffen und auf diese Weise den Namen der Familie zu verewigen. Er war längst reich genug und musste sich um materielle Dinge keine Gedanken mehr machen. Günther Quandt hatte begonnen, an einem Lebenswerk zu arbeiten, einem Gebilde, so groß und haltbar, dass es ihn selbst überdauern konnte - er dachte in Generationen.