Durch die Weite der Steppe Kasachstans fährt ratternd ein Zug. In ihm begegnen sich ein Reisender und Erjan, das Wunderkind. Der Knabe spielt mitten in dieser vom Zug durchquerten Einöde so virtuos auf seiner Violine, dass nicht nur dem Erzähler Hören und Sagen vergeht. Doch die Musik bleibt nicht das einzige Wunder. Denn der Junge, der aussieht wie zehn oder zwölf, ist in Wahrheit bereits ein Mann von 27 Jahren; als Kind tauchte er allen Warnungen zum Trotz in einen nuklear verseuchten See. Hamid Ismailov versetzt damit das Blechtrommel-Motiv des Immer-Kind-Bleibenden in die Einöde des von 486 Atombombentests verseuchten Kasachstan und gibt ihm eine herbe Intensität von tiefer Schönheit. Zwei Welten prallen darin aufeinander: die Weite und Einsamkeit der Steppe Kasachstans und die moderne Welt außerhalb davon - der Zug, der diese wie stehen gebliebene Welt täglich durchfährt, die Atomtests, die wie eine unsichtbare Macht die Natur und die Menschen verändern, die Musik, die einen anderen Rhythmus in Yerzhans Leben bringt.
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Product notice
Dimensions
Height: 202 mm
Width: 121 mm
Thickness: 17 mm
Weight
ISBN-13
978-3-932109-98-0 (9783932109980)
Schweitzer Classification
Author
Hamid Ismailov, 1954 geboren in Tokmok im Norden Kirgisistans, an der Grenze zu Kasachstan, ging als junger Mann nach Usbekistan, wo er die Militärschule absolvierte; 1992 musste er das Land aufgrund seiner politischen U¨berzeugungen verlassen. 1994 zog er nach London, wo er bis 2019 als Journalist fu¨r den BBC World Service arbeitete. Anfang der 1990er Jahre begann er, zusammen mit dem französischen Komponisten Michel Karsky mit musikalischer Musik zu experimentieren. 2019 gewann er den EBRD Literaturpreis für The Devils' Dance (Der Tanz des Teufels). Seine Bu¨cher sind vielfach ausgezeichnet und in viele Sprachen u¨bersetzt, in Usbekistan sind sie noch immer verboten. Heute lebt Hamid Ismailov in Prag.
Translation
Andreas Tretner, 1959 in Gera geboren, u¨bersetzt aus dem Russischen, Bulgarischen und Tschechischen u. a die Bu¨cher von Michail Schischkin, Vladimir Sorokin und Viktor Pelewin. Fu¨r seine U¨bersetzungen erhielt er den Paul- Celan-Preis und den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt.