
Mediterranea
Reisen mit Herz & Hirn
Michael Hug(Author)
Hützen & Partner Verlag
1st Edition
Published in October 2014
Book
288 pages
978-3-906189-00-0 (ISBN)
Description
Er ist Journalist, ausgezeichnet mit einem Medienpreis und ein rastloser Weltenbummler, der in der Fremde nach dem Anderen sucht. Michael Hug, Jahrgang 1959, beschreibt in kleinen Episoden Alltägliches mit der Kraft des Tiefsinnigen und gewährt dem Leser Einblicke in Lebensbereiche, die ohne die literarische Hilfestellung des Autors wohl kaum möglich wären. Er ist kein Besserwisser oder Zyniker, doch seine starken Formulierungen polarisieren zuweil und laden den Lesenden ein, dialogisch zu interagieren. Michael Hug pflegt eine selbst definierte Form von helvetischer Zurückhaltung, sinnlich und reflektierend zugleich.
Doch nicht nur seine Reisegeschichten, sondern auch die Alltagsszenen aus seiner Ostschweizer Heimat - geschrieben mit zerebraler Eleganz - begeistern mit Wortwitz und sanfter Ironie. Michael Hugs "Gripstrips" sind Reisen in die Tiefe des Alltags, wo immer dieser sich ereignet - auf seinen Reisen oder im heimischen Umfeld. Hug reist mit Herz & Hirn - weil das Herz begehrt, was dem Hirn widerfährt.
Lassen Sie sich inspirieren von dieser Art Prosa, die nicht wirklich in ein Genre passt. Sie ist Reisebericht, Biographie und Unterhaltungsliteratur zugleich. Autorenseite: http://michael.hug.huetzen.com
Doch nicht nur seine Reisegeschichten, sondern auch die Alltagsszenen aus seiner Ostschweizer Heimat - geschrieben mit zerebraler Eleganz - begeistern mit Wortwitz und sanfter Ironie. Michael Hugs "Gripstrips" sind Reisen in die Tiefe des Alltags, wo immer dieser sich ereignet - auf seinen Reisen oder im heimischen Umfeld. Hug reist mit Herz & Hirn - weil das Herz begehrt, was dem Hirn widerfährt.
Lassen Sie sich inspirieren von dieser Art Prosa, die nicht wirklich in ein Genre passt. Sie ist Reisebericht, Biographie und Unterhaltungsliteratur zugleich. Autorenseite: http://michael.hug.huetzen.com
More details
Language
German
Place of publication
Schw
Switzerland
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 19 cm
Weight
610 gr
ISBN-13
978-3-906189-00-0 (9783906189000)
Schweitzer Classification
Person
Interview mit dem Autor Michael Hug
Michael Hug ist ein engagierter Schreiber, der für sich die Sprache als Medium entdeckt hat, um seine Botschaften zu transportieren. Doch wird man nicht als Autor, Journalist oder Texter geboren, vielmehr ist es meist das Endstadium eines Weges, einer Persönlichkeitsentwicklung, die schon früh im Kindesalter beginnt. Nichts liegt also näher, als diese Person zu befragen, welche Beweggründe oder Entwicklungen zu dem geführt haben, was der Lesende nun in Zeitungsartikeln, Blogs oder Büchern dieses Autors findet.
H+P nimmt dies, auch im Hinblick auf die bevorstehende Buchveröffentlichung, zum Anlass, Michael Hug einige Fragen zu stellen.
H+P: Herr Hug, Ihre Passion ist es, abgesehen von Ihrer journalistischen Tätigkeit für diverse Medien, zu reisen und darüber zu schreiben. Wie kam es zu dieser Entwicklung?
MH: Woher diese beiden Passionen kommen, weiss ich nicht. Meine Familie, Eltern und Geschwister, sind in beiden Disziplinen nicht besonders aufgefallen. Meine Mutter, sie wird 86, ist nach dem Krieg aus Niederösterreich in die Schweiz gekommen und geblieben, das war zeitlebens ihre grösste Reise. Mein Vater war Handelsreisender, sein Tätigkeitsgebiet war die übersichtliche Ostschweiz, er war meines Wissens nie im Ausland. Nun ja, vielleicht bin ich väterlicherseits gentechnisch etwas vorbelastet.
H+P: Aber zumindest muss es ja eine Art von 'Fernweh' geben, dass Sie in die Welt hinaus treibt.
MH: Das Fernweh in mir war schon immer da, ich spürte es, wenn ich mit meinem Vater unterwegs war. Ich erinnere mich an die Situationen, wenn er nach Zug fuhr, wo seine Firma war, und in Schindellegi beim Wegweiser immer in die andere Richtung abbog. Das machte immer meine stillen Hoffnungen schlagartig zunichte. Das Fernweh stillte ich dann, als ich mit 14 Jahren ein 'Töffli' erstand. Damit erkundete ich meine weitere Umgebung und war mit 16 zum ersten Mal im Ausland, im Südtirol. Mit 19 fuhr ich mit meinem 'Döschwo' nach Holland, sah zum ersten Mal das Meer und geflogen bin ich dann zum ersten Mal mit 21, nach Brüssel. In der Rekrutenschule habe ich ohne Murren den Vorschlag zum Weitermachen unterschrieben, weil ich mir sicher war, dass ich danach ins Ausland arbeiten gehe. Was ich dann auch tat, die Schweizer Armee hat so leider einen ihrer fähigsten Aspiranten verloren.
H+P: Wo genau haben Sie im Ausland gearbeitet?
MH: Ich habe als Elektro- und Antriebstechniker 20 Jahre lang für Schweizer Firmen im Maschinenbau gearbeitet und dabei High-Tech-Druckmaschinen in Betrieb gesetzt und Pannen behoben. Ich bin auf vier Kontinenten und über die Jahre mal mehr, mal weniger intensiv auf Achse gewesen. Es hat Zeiten gegeben, da bin ich jeden Montag statt in die Firma mit dem Zug zum Flughafen Zürich gefahren.
H+P: Wann entdecken Sie Ihre Lust am Schreiben?
MH: Als ich auf meinen Arbeitseinsätzen immer wieder das selbe zu sehen bekam. Das Schlüsselerlebnis war 1999 in Moskau. Meine Dolmetscherin fragte mich, wieso ich eine Kamera hätte aber keine Fotos mache. Ich musste mir auf die Lippen beissen um nicht zu sagen:. Da spürte ich, dass die Luft draussen war und kündigte den Job. Ich wollte etwas ganz anderes tun und meldete mich auf ein Inserat als Korrespondent einer Lokalzeitung. Da begann meine Journalistenlaufbahn, die mich total begeisterte und ausfüllte. Ich setzte sechs Jahre lang keinen Fuss mehr auf einen Flughafen und alle gesammelten Flugmeilen verfielen sang- und klanglos. Es waren über 250'000, das wären 25 Freiflüge in der Economy Class gewesen!
H+P: Die reisefreie Zeit diente also zum Aufbau Ihrer zweiten Karriere als Journalist?
MH: Nicht unbedingt. Meine neue Berufung schlug derart ein, dass das Reisen kein Thema mehr war. Ausserdem hatte ich überhaupt keine Lust mehr, die ganzen Umtriebe beim Reisen auf mich zu nehmen. Ich hatte es gesehen, es tat sich ein neues Kapitel auf.
H+P: Und dies mit Erfolg, schliesslich wurden Sie mit dem Ostschweizer Journalistenpreis ausgezeichnet.
MH: Bezeichnenderweise bekam ich diesen Preis nicht für einen Bericht im Lokalteil, sondern für eine Reportage in Schottland. Nach sechs Jahren begann es mich nämlich wieder zu ziehen. Ich gründete eine Kultur- und Reisezeitschrift und veröffentlichte da meine Reisereportagen.
H+P: Aber nun zu Ihrem Buchprojekt. Ihr erstes Buch erscheint im Herbst 2014. Was kann der Lesende erwarten?
MH: Ich reise und schreibe und erzähle danach. Ich bin wahnsinnig neugierig, aber wo andere hingehen, gehe ich nicht hin. Selbsterfahrungstrips à la barfuss durch Patagonien mit nur 1 Liter Wasser im Gepäck interessieren mich nicht. Es geht mir nie um Selbstdarstellung, sondern um Erkundung und Mitteilung der Sache. Ich bin Journalist und als solcher an der Wahrheit interessiert. Im Wissen, dass die Wahrheit trotzdem nie umfassend erfahren werden kann. Ich schreibe über das, was ich sehe und über versteckte Zusammenhänge. Darin bin ich akribisch und verwende viel Zeit für die Recherche. Dennoch, ich will nicht belehren, missionieren liegt mir nicht. Ich will feststellen und überliefern, aber nicht urteilen oder bewerten. Ich habe eine Meinung und ich habe Vorurteile, aber die teile ich nicht mit. Wenn ich das tue, selten, dann verstecke ich es nicht in Stereotypen sondern stelle es als Kommentar dar. Ich möchte, dass sich die Lesenden selbst ein Urteil bilden.
H+P: Hat sich Ihr Reiseverhalten geändert?
MH: Ja, in der Tat. Früher reiste ich, weil mich ein unerklärlicher Fern-Drang dazu trieb. Das Ziel war, auf schnellstem Weg dahin zu kommen. Es war weniger die Neugier als vielmehr eine Sucht nach Weggehen. Meine Arbeit war stets der Reisegrund und lenkte mich davon ab, über die Bedeutung für mich persönlich nachzudenken. Als ich für meine Kultur- und Reisezeitschrift wieder zu reisen begann, wusste ich ganz klar, weshalb ich das tue. Ich reise zu meiner eigenen Freude und überbringe das, was ich dabei sehe und erlebe, an alle, die daran teilnehmen wollen. Der Weg ist das Ziel geworden. Dabei muss es nicht schnell gehen.
H+P: Das hört sich vielversprechend an!
MH: Vielleicht interessiert noch meine Art des Reisens: Ich liebe komfortables Reisen, will in Hotels übernachten, wo die Nasszelle im Zimmer ist und wo es, unbedingt, WiFi gibt. Ich bin kein Backpacker, aber auch kein Business-Class-Traveller. Ich bezahle meine Reisen selbst, spare natürlich wo's geht, aber ich gehe nicht zehn Kilometer zu Fuss um das Busticket zu sparen. Ausserdem esse ich gerne und darauf verzichte ich erst recht auf Reisen nicht. Ich wähle die Ziele, reise individuell und organisiere alles selbst.
H+P: Und nun gibt es bald den ersten Band Ihrer Reiseberichte.
MH: Einfach so zu reisen, macht für mich keinen Sinn. Zudem würden mich die Eindrücke regelrecht erdrücken und irgendwann würde ich wohl wieder sagen:. Wenn ich aber schreibe, ist das wie Entladen einer Fracht, die ich mir im Laufe der Reise aufgeladen habe. Weil's mich halt immer wieder rauszieht - womit ich nicht sagen will, dass ich nicht gerne zuhause bin, im Gegenteil! - kommt auch viel zusammen, das aufgeschrieben werden muss. Deshalb ist mehr als dieses eine Buch zu erwarten!
H+P: Michael Hug, vielen Dank für das Gespräch.
Online: http://michael.hug.huetzen.com/das-interview/
Michael Hug ist ein engagierter Schreiber, der für sich die Sprache als Medium entdeckt hat, um seine Botschaften zu transportieren. Doch wird man nicht als Autor, Journalist oder Texter geboren, vielmehr ist es meist das Endstadium eines Weges, einer Persönlichkeitsentwicklung, die schon früh im Kindesalter beginnt. Nichts liegt also näher, als diese Person zu befragen, welche Beweggründe oder Entwicklungen zu dem geführt haben, was der Lesende nun in Zeitungsartikeln, Blogs oder Büchern dieses Autors findet.
H+P nimmt dies, auch im Hinblick auf die bevorstehende Buchveröffentlichung, zum Anlass, Michael Hug einige Fragen zu stellen.
H+P: Herr Hug, Ihre Passion ist es, abgesehen von Ihrer journalistischen Tätigkeit für diverse Medien, zu reisen und darüber zu schreiben. Wie kam es zu dieser Entwicklung?
MH: Woher diese beiden Passionen kommen, weiss ich nicht. Meine Familie, Eltern und Geschwister, sind in beiden Disziplinen nicht besonders aufgefallen. Meine Mutter, sie wird 86, ist nach dem Krieg aus Niederösterreich in die Schweiz gekommen und geblieben, das war zeitlebens ihre grösste Reise. Mein Vater war Handelsreisender, sein Tätigkeitsgebiet war die übersichtliche Ostschweiz, er war meines Wissens nie im Ausland. Nun ja, vielleicht bin ich väterlicherseits gentechnisch etwas vorbelastet.
H+P: Aber zumindest muss es ja eine Art von 'Fernweh' geben, dass Sie in die Welt hinaus treibt.
MH: Das Fernweh in mir war schon immer da, ich spürte es, wenn ich mit meinem Vater unterwegs war. Ich erinnere mich an die Situationen, wenn er nach Zug fuhr, wo seine Firma war, und in Schindellegi beim Wegweiser
H+P: Wo genau haben Sie im Ausland gearbeitet?
MH: Ich habe als Elektro- und Antriebstechniker 20 Jahre lang für Schweizer Firmen im Maschinenbau gearbeitet und dabei High-Tech-Druckmaschinen in Betrieb gesetzt und Pannen behoben. Ich bin auf vier Kontinenten und über die Jahre mal mehr, mal weniger intensiv auf Achse gewesen. Es hat Zeiten gegeben, da bin ich jeden Montag statt in die Firma mit dem Zug zum Flughafen Zürich gefahren.
H+P: Wann entdecken Sie Ihre Lust am Schreiben?
MH: Als ich auf meinen Arbeitseinsätzen immer wieder das selbe zu sehen bekam. Das Schlüsselerlebnis war 1999 in Moskau. Meine Dolmetscherin fragte mich, wieso ich eine Kamera hätte aber keine Fotos mache. Ich musste mir auf die Lippen beissen um nicht zu sagen:
H+P: Die reisefreie Zeit diente also zum Aufbau Ihrer zweiten Karriere als Journalist?
MH: Nicht unbedingt. Meine neue Berufung schlug derart ein, dass das Reisen kein Thema mehr war. Ausserdem hatte ich überhaupt keine Lust mehr, die ganzen Umtriebe beim Reisen auf mich zu nehmen. Ich hatte es gesehen, es tat sich ein neues Kapitel auf.
H+P: Und dies mit Erfolg, schliesslich wurden Sie mit dem Ostschweizer Journalistenpreis ausgezeichnet.
MH: Bezeichnenderweise bekam ich diesen Preis nicht für einen Bericht im Lokalteil, sondern für eine Reportage in Schottland. Nach sechs Jahren begann es mich nämlich wieder
H+P: Aber nun zu Ihrem Buchprojekt. Ihr erstes Buch erscheint im Herbst 2014. Was kann der Lesende erwarten?
MH: Ich reise und schreibe und erzähle danach. Ich bin wahnsinnig neugierig, aber wo andere hingehen, gehe ich nicht hin. Selbsterfahrungstrips à la barfuss durch Patagonien mit nur 1 Liter Wasser im Gepäck interessieren mich nicht. Es geht mir nie um Selbstdarstellung, sondern um Erkundung und Mitteilung der Sache. Ich bin Journalist und als solcher an der Wahrheit interessiert. Im Wissen, dass die Wahrheit trotzdem nie umfassend erfahren werden kann. Ich schreibe über das, was ich sehe und über versteckte Zusammenhänge. Darin bin ich akribisch und verwende viel Zeit für die Recherche. Dennoch, ich will nicht belehren, missionieren liegt mir nicht. Ich will feststellen und überliefern, aber nicht urteilen oder bewerten. Ich habe eine Meinung und ich habe Vorurteile, aber die teile ich nicht mit. Wenn ich das tue, selten, dann verstecke ich es nicht in Stereotypen sondern stelle es als Kommentar dar. Ich möchte, dass sich die Lesenden selbst ein Urteil bilden.
H+P: Hat sich Ihr Reiseverhalten geändert?
MH: Ja, in der Tat. Früher reiste ich, weil mich ein unerklärlicher Fern-Drang dazu trieb. Das Ziel war, auf schnellstem Weg dahin zu kommen. Es war weniger die Neugier als vielmehr eine Sucht nach Weggehen. Meine Arbeit war stets der Reisegrund und lenkte mich davon ab, über die Bedeutung für mich persönlich nachzudenken. Als ich für meine Kultur- und Reisezeitschrift wieder zu reisen begann, wusste ich ganz klar, weshalb ich das tue. Ich reise zu meiner eigenen Freude und überbringe das, was ich dabei sehe und erlebe, an alle, die daran teilnehmen wollen. Der Weg ist das Ziel geworden. Dabei muss es nicht schnell gehen.
H+P: Das hört sich vielversprechend an!
MH: Vielleicht interessiert noch meine Art des Reisens: Ich liebe komfortables Reisen, will in Hotels übernachten, wo die Nasszelle im Zimmer ist und wo es, unbedingt, WiFi gibt. Ich bin kein Backpacker, aber auch kein Business-Class-Traveller. Ich bezahle meine Reisen selbst, spare natürlich wo's geht, aber ich gehe nicht zehn Kilometer zu Fuss um das Busticket zu sparen. Ausserdem esse ich gerne und darauf verzichte ich erst recht auf Reisen nicht. Ich wähle die Ziele, reise individuell und organisiere alles selbst.
H+P: Und nun gibt es bald den ersten Band Ihrer Reiseberichte.
MH: Einfach so zu reisen, macht für mich keinen Sinn. Zudem würden mich die Eindrücke regelrecht erdrücken und irgendwann würde ich wohl wieder sagen:
H+P: Michael Hug, vielen Dank für das Gespräch.
Online: http://michael.hug.huetzen.com/das-interview/
Content
Mahnung!
Ich habe die Krise
Der Berg ruft
Schlummmami
Projekt Hydra
Back @ Schlummmami
Istanbul
Kairo
Zurück in der Traufe
Emil
Goldapfl
Kopenhagen
Entliebung
Rückblende und Nachtrag
Ich habe die Krise
Der Berg ruft
Schlummmami
Projekt Hydra
Back @ Schlummmami
Istanbul
Kairo
Zurück in der Traufe
Emil
Goldapfl
Kopenhagen
Entliebung
Rückblende und Nachtrag
Eine Stunde später ist für uns der Singleabend gelaufen. Die Flasche Wein hat gerade gereicht. Wir sehen uns diskret um und stellten fest: Ein potentielles Liebespaar hat sich nicht gefunden. Aber vielleicht würde sich zwischen uns Systembetrügenden eine Freundschaft entwickeln und wenn nicht, dann habe ich immerhin nichts für das Geschnetzelte mit Nudeln an Rahmsauce bezahlt. Wir putzen artig unsere Teller aus, verdrücken den mittelmässigen Dessert und dann uns. Dumm nur, dass der Asteroid eine Freundin namens Paula mitgebracht hat. Nach ihrer Version sei sie nur wegen Paula mitgekommen, weil diese nicht alleine gehen wollte, meint Asteroid. Aber leider kann Paula mit dem ihr vom Computer zubestimmten Dinnerpartner überhaupt nichts anfangen und entscheidet sich deshalb für uns insofern unvorteilhaft, als dass sie statt ihn lieber ihre Freundin, also auch mich, im Weiterverlauf des Abends zu begleiten gedenkt. Nur ist sie in der Folge so überflüssig, wie ein undichter Wasserhahn, genauso unsensibel auch und erst noch grausam geschwätzig. Mir kommt's vor, als hätte sie es sich spontan zur Aufgabe gemacht, ihre Freundin vor den dunklen Absichten eines windigen Journalisten zu beschützen. Wir nehmen in einer Bar einen Drink, den jeder selbst bezahlt, das dritte Rad am Wagen beschützt geschwätzig meine Wagenladung und zerstört damit jegliche Aussicht auf einen stimmungsvollen Ausklang des so zart begonnenen Abends. Zudem nehme ich zur Kenntnis, dass meine Ranglistenerste keine Nichtraucherin ist. Ob mich das entsetzt oder beruhigt, kann ich noch nicht einschätzen. Jedenfalls ist der Arbeitstag für mich gelaufen und ich entferne mich wie ein schwanzeinziehender Hund mit Küsschen.
Doch die Sache ist damit nicht gegessen, der Kontakt bricht nämlich nicht zusammen und ausserdem ist ja da noch die Sache mit Herrman. Schon am Tag nach dem Singledinner entwickelt sich zwischen dem rauchenden Asteroiden und mir ein reger E-Mail-Verkehr:
From: astrid.brauer11@hottmail.com
Sent: 6. Februar 2010 21:14
To: michl@michlmichl.ch
Subject: Re: singleabend
Hey Michael du bist ein ganz lustiger, du bringst mich wirklich zum Lachen. Mein Gott, die Schlummermutterfamilie ist ja filmreif, da ist eine schrecklich nette Familie ein Mist dagegen. Da könntest du doch glatt ein Buch schreiben.
Heute war ich in Dornbirn auf Schnäppchenjagd, nicht Männerjagd, obwohl es noch einige hübsche Kerle gibt. Das sind fesche Burschen in den Lederhosen und den Jankers. Gestern Abend haben Paula und ich gechattet auf Singles.ch. Da fragt mich der Naci doch atsächlich wo ich sei. Ich hab ihm geantwortet vor dem Compi natürlich. Da sagte er, ich sei unanständiges Frau. Anschliessend wollte er von Paula wissen, wo sie sei - sie sagte: natürlich im Büro vor dem Compi, das hat ihm den Rest gegeben. Er hat sich blitzschnell ausgeloggt.
Am Samstag zum Apero ok. Pouletflügeli sind nicht sehr erotisch, aber du wirst auf Fleischentzug sein.
Heut Abend muss ich noch ins Frauenturnen, hab keine Lust, glaube gehe nicht. Mache einen Fernsehabend, meine Lieblingsserie läuft nämlich immer montags: Desperate Housewives
En liebe Gruess und see you
Asteroid
Oh mey goss, Desperate Housewives, so etwas freiwillig reinziehen, wie tief muss man da gesunken sein. Kategorie Kerkeling. Viel Geschwätz um nichts. Ich versteh' die Welt nicht, die Frauen erst recht nicht, manchmal, nein, eigentlich immer nicht. Hoffentlich versteht sie Herman van Veen.
Doch die Sache ist damit nicht gegessen, der Kontakt bricht nämlich nicht zusammen und ausserdem ist ja da noch die Sache mit Herrman. Schon am Tag nach dem Singledinner entwickelt sich zwischen dem rauchenden Asteroiden und mir ein reger E-Mail-Verkehr:
From: astrid.brauer11@hottmail.com
Sent: 6. Februar 2010 21:14
To: michl@michlmichl.ch
Subject: Re: singleabend
Hey Michael du bist ein ganz lustiger, du bringst mich wirklich zum Lachen. Mein Gott, die Schlummermutterfamilie ist ja filmreif, da ist eine schrecklich nette Familie ein Mist dagegen. Da könntest du doch glatt ein Buch schreiben.
Heute war ich in Dornbirn auf Schnäppchenjagd, nicht Männerjagd, obwohl es noch einige hübsche Kerle gibt. Das sind fesche Burschen in den Lederhosen und den Jankers. Gestern Abend haben Paula und ich gechattet auf Singles.ch. Da fragt mich der Naci doch atsächlich wo ich sei. Ich hab ihm geantwortet vor dem Compi natürlich. Da sagte er, ich sei unanständiges Frau. Anschliessend wollte er von Paula wissen, wo sie sei - sie sagte: natürlich im Büro vor dem Compi, das hat ihm den Rest gegeben. Er hat sich blitzschnell ausgeloggt.
Am Samstag zum Apero ok. Pouletflügeli sind nicht sehr erotisch, aber du wirst auf Fleischentzug sein.
Heut Abend muss ich noch ins Frauenturnen, hab keine Lust, glaube gehe nicht. Mache einen Fernsehabend, meine Lieblingsserie läuft nämlich immer montags: Desperate Housewives
En liebe Gruess und see you
Asteroid
Oh mey goss, Desperate Housewives, so etwas freiwillig reinziehen, wie tief muss man da gesunken sein. Kategorie Kerkeling. Viel Geschwätz um nichts. Ich versteh' die Welt nicht, die Frauen erst recht nicht, manchmal, nein, eigentlich immer nicht. Hoffentlich versteht sie Herman van Veen.