
Trauma und die Folgen
Trauma und Traumabehandlung, Teil 1
Michaela Huber(Author)
Junfermann (Publisher)
5th Edition
Published on 3. July 2003
Book
Paperback/Softback
288 pages
978-3-87387-510-4 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Etwa ein Drittel aller Menschen gerät irgendwann im Leben in ein Trauma: Eine Situation, in der man sich vom Tode bedroht fühlt, nicht davor fliehen und nicht dagegen ankämpfen kann. In einer solchen Situation gehen Gehirn und Seele - einfach gesagt - in einen kurzfristigen Schockzustand und splittern das Unerträgliche des Geschehens auf - dies nennt man Dissoziation. Michaela Huber beschreibt, wie sich das anfühlt und welche Auswirkungen es hat. Schwerpunkt des Buches sind die Folgen von Langzeittraumatisierungen, die in der Kindheit begonnen haben und meist körperliche, emotionale und sexuelle Gewalt umfassen. Auch die Folgen organisierter Ausbeutung von Kindern für deren seelische Entwicklung werden ausführlich dargestellt.
"Informativ und gut verständlich beschreibt die Autorin, was ein Trauma ist und auf welche Weise es die Betroffenen beeinträchtigt. Ein gut lesbarer Überblick zu Traumaforschung und -therapie." - emotion
"Michaela Huber ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Traumaforschung und -therapie." - Luise Reddemann
"Informativ und gut verständlich beschreibt die Autorin, was ein Trauma ist und auf welche Weise es die Betroffenen beeinträchtigt. Ein gut lesbarer Überblick zu Traumaforschung und -therapie." - emotion
"Michaela Huber ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Traumaforschung und -therapie." - Luise Reddemann
More details
Language
German
Place of publication
Germany
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 24 cm
Width: 17 cm
Weight
512 gr
ISBN-13
978-3-87387-510-4 (9783873875104)
Schweitzer Classification
Other editions
New editions

Book
10/2020
6th Edition
Junfermann
€45.00
Available immediately
Persons
Author
Michaela Huber, psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung. Sie ist seit deren Gründung 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (DGTD).
Designed by
Marlene Biberacher, Sozialpädagogin, Traumafachberaterin, Dozentin an verschiedenen Akademien, Seminare, Vorträge und Supervision.
Foreword
Onno van der Hart, Ph.D., ist Professor für die Psychopathologie chronischer Traumatisierung in der Abteilung für klinische Psychologie und psychische Gesundheit der Universität Utrecht.
Content
Vorwort von Onno van der Hart
Vorwort von Luise Reddemann
Was ist ein Trauma - und was ein belastendes Lebensereignis?
Wieso hilft Dissoziation, ein Trauma zu überleben?
Welche Traumatisierungen sind besonders schwer zu verarbeiten?
Wie wirken sich frühe Gewalterfahrungen auf die Bindungsfähigkeit aus?
Welche Diagnosen kann man nach Traumata bekommen, und was taugen sie?
Wieso erscheint traumatisierten Menschen der Tod oft näher als das Leben?
Warum erleben viele Traumatisierte den Zwang, sich selbst zu verletzen?
Was ist das Besondere an ritueller Gewalt?
Anhang 1: Putnams Fragebogen für dissoziative Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Anhang 2: Der Somatic Dissociation Questionnaire, S.D.Q.-20 von Nijenhuis, van der Hart & Vanderlinden
Anhang 3: Der Personality Structure Questionnaire, PSQ, von Ryle
Anhang 4: Die States Description Procedure, SDP, von Ryle
Anhang 5: Das Interview zur Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, IK-PTB5 von Sack et al.
Anhang 6: Fragebogen zur Rituellen Gewalt an Kindern
Vorwort von Luise Reddemann
Was ist ein Trauma - und was ein belastendes Lebensereignis?
Wieso hilft Dissoziation, ein Trauma zu überleben?
Welche Traumatisierungen sind besonders schwer zu verarbeiten?
Wie wirken sich frühe Gewalterfahrungen auf die Bindungsfähigkeit aus?
Welche Diagnosen kann man nach Traumata bekommen, und was taugen sie?
Wieso erscheint traumatisierten Menschen der Tod oft näher als das Leben?
Warum erleben viele Traumatisierte den Zwang, sich selbst zu verletzen?
Was ist das Besondere an ritueller Gewalt?
Anhang 1: Putnams Fragebogen für dissoziative Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Anhang 2: Der Somatic Dissociation Questionnaire, S.D.Q.-20 von Nijenhuis, van der Hart & Vanderlinden
Anhang 3: Der Personality Structure Questionnaire, PSQ, von Ryle
Anhang 4: Die States Description Procedure, SDP, von Ryle
Anhang 5: Das Interview zur Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, IK-PTB5 von Sack et al.
Anhang 6: Fragebogen zur Rituellen Gewalt an Kindern
Angesichts der Hartnäckigkeit, mit der seelisch beeinträchtigte PatientInnen im Gesundheitswesen entwertet werden, ist es eigentlich verwunderlich, dass die Psychotraumatologie überhaupt entstehen konnte. So ganz einfach war es auch nicht, es war eine Entwicklung in mehreren Wellen: Entwicklung und Roll-back. Und so ist es bis heute.
Was war eigentlich der auslösende Funke für diese Entwicklung? Meist war es der Anblick der "Jungs" - der noch recht jungen Soldaten, die aus einem Krieg zurückkamen, körperlich zusammengeflickt werden konnten, aber erkennbar verstört blieben. Schaut man sich die Forschungsliteratur an, so lässt sich getrost mutmaßen: Hätte es nicht die Kriegsveteranen gegeben, die aus dem Ersten Weltkrieg, dem Zweiten, und vor allem dem Vietnamkrieg, dann wären vielleicht nicht so viele staatliche und private Forschungsgelder ausgegeben worden. Vielleicht wären wir dann nicht so weit wie heute, Spezifischeres zu wissen über das Traumagedächtnis, über Therapietechniken und Interventionsmöglichkeiten, als sie die herkömmliche "Rede-Kur" von Freud und nachfolgende Therapieschulen zu bieten hatten.
Nach den ersten Diskussionen über "Kriegsneurosen" und "Kriegszitterer", über den "Granaten-Schock" (Shell-shock) durch den Ersten Weltkrieg, schuf Kardiner (1941) unter dem Eindruck der Zusammenbrüche von Soldaten im Zweiten Weltkrieg den Begriff der "Physioneurose", um den gleichzeitig körperlichen wie seelischen, chronischen Beeinträchtigungsprozess nach Trauma zu umschreiben. Damit begann im Grunde die moderne Psychotraumatologie. Diese beschäftigt sich damit, dass reale Extremstress-Erfahrungen sich auch im Gehirn und den Stoffwechsel-Mustern abbilden, dass zahlreiche psychosomatische Störungen und Erkrankungen daraufhin ebenso entstehen können wie Beeinträchtigungen bei Konzentration, Leistungsvermögen und Gefühlsregulation, und dass schließlich das Beziehungsgeschehen ebenso Schaden nehmen kann wie grundlegende Lebenseinstellungen der Betroffenen hinsichtlich des Sinns ihres Lebens und ihrer Spiritualität.
Untersucht wurde dies besonders bei Überlebenden von Realtraumata, welche nicht angezweifelt werden konnten: Kriege, Verfolgung, KZ-Haft und Folter zum Beispiel. In Bezug auf innerfamiliäre Traumata war es vor allem die Frauenbewegung, die auf das enorme Ausmaß an Misshandlungen, auch sexueller Gewalt, gegen Kinder und Frauen hingewiesen hat. Niemals unwidersprochen, häufig sogar heftig in Frage gestellt und attackiert.
Judith Herman, die selbst aus der Frauenbewegung stammt und heute Professorin in Harvard ist, hat in ihren Publikationen immer wieder darauf hingewiesen, wie oft die Angehörigen sämtlicher Berufsgruppen, die mit den Überlebenden sexueller Gewalt arbeiten - RechtsanwältInnen - mitsamt den Opfern als unglaubwürig, hysterisch, übertreibend etc. dargestellt werden - nur weil sie Überlebende unterstützen, begleiten, über sie forschen etc. Ein Thema, das wieder auf die gesellschaftlichen Dimensionen und den Drang zur Verleugnung hinweist.
Was war eigentlich der auslösende Funke für diese Entwicklung? Meist war es der Anblick der "Jungs" - der noch recht jungen Soldaten, die aus einem Krieg zurückkamen, körperlich zusammengeflickt werden konnten, aber erkennbar verstört blieben. Schaut man sich die Forschungsliteratur an, so lässt sich getrost mutmaßen: Hätte es nicht die Kriegsveteranen gegeben, die aus dem Ersten Weltkrieg, dem Zweiten, und vor allem dem Vietnamkrieg, dann wären vielleicht nicht so viele staatliche und private Forschungsgelder ausgegeben worden. Vielleicht wären wir dann nicht so weit wie heute, Spezifischeres zu wissen über das Traumagedächtnis, über Therapietechniken und Interventionsmöglichkeiten, als sie die herkömmliche "Rede-Kur" von Freud und nachfolgende Therapieschulen zu bieten hatten.
Nach den ersten Diskussionen über "Kriegsneurosen" und "Kriegszitterer", über den "Granaten-Schock" (Shell-shock) durch den Ersten Weltkrieg, schuf Kardiner (1941) unter dem Eindruck der Zusammenbrüche von Soldaten im Zweiten Weltkrieg den Begriff der "Physioneurose", um den gleichzeitig körperlichen wie seelischen, chronischen Beeinträchtigungsprozess nach Trauma zu umschreiben. Damit begann im Grunde die moderne Psychotraumatologie. Diese beschäftigt sich damit, dass reale Extremstress-Erfahrungen sich auch im Gehirn und den Stoffwechsel-Mustern abbilden, dass zahlreiche psychosomatische Störungen und Erkrankungen daraufhin ebenso entstehen können wie Beeinträchtigungen bei Konzentration, Leistungsvermögen und Gefühlsregulation, und dass schließlich das Beziehungsgeschehen ebenso Schaden nehmen kann wie grundlegende Lebenseinstellungen der Betroffenen hinsichtlich des Sinns ihres Lebens und ihrer Spiritualität.
Untersucht wurde dies besonders bei Überlebenden von Realtraumata, welche nicht angezweifelt werden konnten: Kriege, Verfolgung, KZ-Haft und Folter zum Beispiel. In Bezug auf innerfamiliäre Traumata war es vor allem die Frauenbewegung, die auf das enorme Ausmaß an Misshandlungen, auch sexueller Gewalt, gegen Kinder und Frauen hingewiesen hat. Niemals unwidersprochen, häufig sogar heftig in Frage gestellt und attackiert.
Judith Herman, die selbst aus der Frauenbewegung stammt und heute Professorin in Harvard ist, hat in ihren Publikationen immer wieder darauf hingewiesen, wie oft die Angehörigen sämtlicher Berufsgruppen, die mit den Überlebenden sexueller Gewalt arbeiten - RechtsanwältInnen - mitsamt den Opfern als unglaubwürig, hysterisch, übertreibend etc. dargestellt werden - nur weil sie Überlebende unterstützen, begleiten, über sie forschen etc. Ein Thema, das wieder auf die gesellschaftlichen Dimensionen und den Drang zur Verleugnung hinweist.