Gesetz des Todes
Roman
Jack Higgins(Author)
Heyne (Publisher)
Published on 15. December 2008
Book
Paperback/Softback
352 pages
978-3-453-72241-5 (ISBN)
Description
Das Netzwerk des Bösen
Brigadier Charles Ferguson und seine Leute schwören Rache für den Mord an ihrer Kollegin Hannah Bernstein. Der Verdacht richtet sich auf zwei russische Agenten, die völlig unerwartet wieder auftauchen. Um die Wahrheit herauszufinden, tritt Sean Dillon eine gefährliche Reise an.
Brigadier Charles Ferguson und seine Leute schwören Rache für den Mord an ihrer Kollegin Hannah Bernstein. Der Verdacht richtet sich auf zwei russische Agenten, die völlig unerwartet wieder auftauchen. Um die Wahrheit herauszufinden, tritt Sean Dillon eine gefährliche Reise an.
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-453-72241-5 (9783453722415)
Schweitzer Classification
Persons
Jack Higgins, der 1929 in Newcastle-on-Tyne als Harry Patterson geboren wurde, ist einer der bekanntesten Thriller-Autoren Großbritanniens. Er hat nach einer kurzen Militärkarriere an der University of London Soziologie, Psychologie und Wirtschaft studier
Content
Ibiza Balearen
Die Plaza de Toros auf Ibiza ist eine typisch kleinstädtische Stierkampfarena, ein Betonring mit stufenförmig angeordneten Sitzreihen, mittelmäßigen Stieren und toreros, die verzweifelt um Gage und ihr Überleben kämpfen. Selbst im Schatten war es um vier Uhr nachmittags unerträglich heiß, als Dillon an der barrera wartete. Während der Präsident der Truppe voran in die Arena schritt, intonierte die Kapelle 'Jungfrau von Macarena', diesen ergreifenden Paso doble, der den Tod unten in der Arena verhieß; Tod am Nachmittag, wie Hemingway es einmal genannt hatte. Schwungvoll nahmen die toreros ihre Umhänge ab und warfen diese farbenfrohen Kunstwerke ihren Freunden im Publikum zu, die sie über die barrera drapierten. Anschließend wurden den toreros schlichte Kampfumhänge ausgehändigt, die sie zur Auflockerung ein paar Mal nach rechts und links schwenkten, während die Pferde der picadores ungeduldig mit den Hufen scharrten. Es folgte eine spannungsgeladene Pause, dann das Zeichen des Präsidenten, und als das Signalhorn ertönte, schwang das rote Gatter, das Tor der Angst, auf der anderen Seite der Arena auf. Wie eine Dampflok in voller Fahrt schoss der Stier durch die Öffnung und blieb unter dem Johlen des Publikums in der Mitte der Arena stehen. Toreros, die roten Umhänge in Position, schwärmten aus, um den Stier zu provozieren, die ganze Szene atmete höchste Gefahr, aber Dillon kannte keine Angst. Mit einer eleganten Flanke setzte er über die barrera und sprang in die Arena. Die Menge tobte, als er in die Mitte rannte, sich vor dem Stier auf die Knie warf und seine Brust entblößte. 'He, Toro. Nur für mich; die Freikarte in den Tod', rief er, weil er wusste, dass es nicht mehr bedurfte und er sie verdient hatte. Sie war tot, und er trug die Schuld an ihrem Tod, und der Stier nahm Anlauf, die Menge raste, er stieß einen Schrei aus. und wachte in seinem Bett sitzend auf, schweißgebadet und von einer Angst geschüttelt, wie er sie noch nie zuvor im Leben erfahren hatte.
Washington
Es war früher Abend in Washington, der März zeigte sich von seiner unfreundlichsten Seite, doch das Wetter konnte General Charles Ferguson nichts anhaben, der im luxuriösen Hay-Adams Hotel abgestiegen war und mit einem Scotch in der Hand an einem Fenster der Hotelbar stand. Gerade aus London angekommen, empfand er den Regen, der gegen die Fensterscheibe trommelte, und die Nähe zum Weißen Haus als sehr belebend.
Ferguson schätzte das Hay-Adams in erster Linie seiner eleganten Gediegenheit wegen. Das Haus war mit allem Luxus ausgestattet, den man von einem Hotel dieser Kategorie erwarten durfte, und jedermann, der etwas auf sich hielt, stieg hier ab, die Berühmten, die Reichen und Mächtigen. Wozu immer man Ferguson auch zählen mochte, fest stand, er war der Verantwortliche einer speziellen Geheimdienst-Abteilung des Verteidigungsministeriums in London, Rechenschaft schuldig ausschließlich dem amtierenden Premierminister und vom politischen Geschehen unabhängig.
Der Mann, auf den er wartete, war Blake Johnson, der Chef des 'Basement', wie diese besondere Sicherheitsabteilung des Weißen Hauses genannt wurde. Das Basement existierte seit den Tagen des Kalten Krieges, war direkt dem jeweiligen Präsidenten der Vereinigten Staaten unterstellt und gänzlich unabhängig von CIA, FBI und Secret Service. Gemeinsam hatten diese beiden Männer schon Beachtliches geleistet.
Vom Fenster aus konnte Ferguson den Eingang des Hotels einsehen, wo in diesem Moment eine Limousine vor fuhr. Zwei Männer stiegen aus und eilten die Stufen zum Eingang hinauf. Blake Johnson war ein großer, gut aussehender Mann Mitte fünfzig. Sein Begleiter war sehr kräftig und sehr schwarz: Clancy Smith, einst der jüngste Sergeant Major im Marinecorps und inzwischen der bevorzugte Geheimdienstmann des Präsidenten. Ferguson begrüßte die beiden Männer herzlich.
'Schön, Sie beide wiederzusehen.'
'Diesmal ein Trip ohne Dillon?', wunderte sich Johnson.
Seine Bemerkung galt Sean Dillon, einstmals ein gefürchteter IRA-Aktivist und jetzt Fergusons starke rechte Hand.
'Seine Anwesenheit erschien nicht erforderlich, außerdem macht er sich große Sorgen um Hannah Bernstein. Sie ist in einer äußerst schlechten Verfassung - dank Ashimov, diesem russischen Bastard.'
'Präsident Cazalet wird alles über diese Geschichte erfahren wollen. Gehen wir.'
Über die Constitution Avenue fuhren sie zum Weißen Haus, vor dem sich wie in diesen Tagen üblich und trotz Dauerregens eine Gruppe von Demonstranten postiert hatte. Der Fahrer der Limousine bog direkt zum Osteingang ab, wo sie von einem freundlichen Agenten des Secret Service in Empfang genommen und zur Privatsekretärin des Präsidenten geführt wurden, einer hübschen und überaus munteren Dame, die ihnen Einlass ins Oval Office gewährte. Dort fanden sie Jake Casalet hinter seinem Schreibtisch vor, wie üblich in Hemdsärmeln, vor sich ein Stapel Akten.
'Sie haben es also geschafft. Wie ich hörte, war Ihnen Petrus heute nicht sonderlich gewogen.' Cazalet kam um den Schreibtisch herum und schüttelte Ferguson die Hand. 'Ich freue mich, Sie zu sehen, General, wie immer. In Anbetracht dieses elenden Regens haben Sie gegen einen Whisky sicher nichts einzuwenden. Clancy, hätten Sie die Güte, den Mundschenk zu spielen?' Er wandte sich wieder Ferguson zu. 'Sie haben sich eine Kugel in der Schulter eingefangen, wenn ich das richtig verstanden habe?'
'Zum Glück war es nur ein Streifschuss, Mr President. Mehr hatten die IRA-Söldner, die Belovs Leute angeheuert hatten, wohl nicht drauf.'
Josef Belov, Dollar-Milliardär und Direktor von Belov International, leitete früher als Oberst die alte Sektion Drei des KGB. Seine Ziele hatten sich nicht geändert, waren heute noch die gleichen wie damals - das Schüren von Chaos und Verunsicherung in der westlichen Welt und die finanzielle Unterstützung jeder Art von Terrorismus. Um ein Haar wäre es ihm gelungen, Präsident Cazalet zu ermorden, der Anschlag konnte jedoch in letzter Sekunde vereitelt werden. Hingegen war es ihm gelungen, Ferguson zu verwunden und seine beste Mitarbeiterin, Superintendent Hannah Bernstein von der Special Branch, ins Krankenhaus zu bringen. Belov hatte bei einer Schießerei in Irland sein Leben gelassen, gemeinsam mit seinen Agenten Yuri Ashimov und Major Greta Novikova von der GRU und einigen von der IRA angeheuerten Killern. Der Schmerz jedoch, den sie zugefügt hatten, schwelte weiter, im Körper und auch in der Seele.
'Belov wurde von der russischen Regierung gestützt?'
'Ja, von ganz oben.'
Clancy verteilte die Drinks und lehnte sich dann, die Arme vor der Brust verschränkt, in diskretem Abstand zu den anderen an die Wand.
'Okay, weiter mit den schlechten Nachrichten', fuhr Cazalet fort.
'Die schlechteste betrifft wohl Hannah Bernstein', erklärte Blake.
Cazalet zeigte sofort aufrichtige Besorgnis. 'Wie schlimm steht es um sie?'
'Sehr schlimm', sagte Ferguson. 'Ashimov hat sie absichtlich mit dem Auto überfahren.
Die Plaza de Toros auf Ibiza ist eine typisch kleinstädtische Stierkampfarena, ein Betonring mit stufenförmig angeordneten Sitzreihen, mittelmäßigen Stieren und toreros, die verzweifelt um Gage und ihr Überleben kämpfen. Selbst im Schatten war es um vier Uhr nachmittags unerträglich heiß, als Dillon an der barrera wartete. Während der Präsident der Truppe voran in die Arena schritt, intonierte die Kapelle 'Jungfrau von Macarena', diesen ergreifenden Paso doble, der den Tod unten in der Arena verhieß; Tod am Nachmittag, wie Hemingway es einmal genannt hatte. Schwungvoll nahmen die toreros ihre Umhänge ab und warfen diese farbenfrohen Kunstwerke ihren Freunden im Publikum zu, die sie über die barrera drapierten. Anschließend wurden den toreros schlichte Kampfumhänge ausgehändigt, die sie zur Auflockerung ein paar Mal nach rechts und links schwenkten, während die Pferde der picadores ungeduldig mit den Hufen scharrten. Es folgte eine spannungsgeladene Pause, dann das Zeichen des Präsidenten, und als das Signalhorn ertönte, schwang das rote Gatter, das Tor der Angst, auf der anderen Seite der Arena auf. Wie eine Dampflok in voller Fahrt schoss der Stier durch die Öffnung und blieb unter dem Johlen des Publikums in der Mitte der Arena stehen. Toreros, die roten Umhänge in Position, schwärmten aus, um den Stier zu provozieren, die ganze Szene atmete höchste Gefahr, aber Dillon kannte keine Angst. Mit einer eleganten Flanke setzte er über die barrera und sprang in die Arena. Die Menge tobte, als er in die Mitte rannte, sich vor dem Stier auf die Knie warf und seine Brust entblößte. 'He, Toro. Nur für mich; die Freikarte in den Tod', rief er, weil er wusste, dass es nicht mehr bedurfte und er sie verdient hatte. Sie war tot, und er trug die Schuld an ihrem Tod, und der Stier nahm Anlauf, die Menge raste, er stieß einen Schrei aus. und wachte in seinem Bett sitzend auf, schweißgebadet und von einer Angst geschüttelt, wie er sie noch nie zuvor im Leben erfahren hatte.
Washington
Es war früher Abend in Washington, der März zeigte sich von seiner unfreundlichsten Seite, doch das Wetter konnte General Charles Ferguson nichts anhaben, der im luxuriösen Hay-Adams Hotel abgestiegen war und mit einem Scotch in der Hand an einem Fenster der Hotelbar stand. Gerade aus London angekommen, empfand er den Regen, der gegen die Fensterscheibe trommelte, und die Nähe zum Weißen Haus als sehr belebend.
Ferguson schätzte das Hay-Adams in erster Linie seiner eleganten Gediegenheit wegen. Das Haus war mit allem Luxus ausgestattet, den man von einem Hotel dieser Kategorie erwarten durfte, und jedermann, der etwas auf sich hielt, stieg hier ab, die Berühmten, die Reichen und Mächtigen. Wozu immer man Ferguson auch zählen mochte, fest stand, er war der Verantwortliche einer speziellen Geheimdienst-Abteilung des Verteidigungsministeriums in London, Rechenschaft schuldig ausschließlich dem amtierenden Premierminister und vom politischen Geschehen unabhängig.
Der Mann, auf den er wartete, war Blake Johnson, der Chef des 'Basement', wie diese besondere Sicherheitsabteilung des Weißen Hauses genannt wurde. Das Basement existierte seit den Tagen des Kalten Krieges, war direkt dem jeweiligen Präsidenten der Vereinigten Staaten unterstellt und gänzlich unabhängig von CIA, FBI und Secret Service. Gemeinsam hatten diese beiden Männer schon Beachtliches geleistet.
Vom Fenster aus konnte Ferguson den Eingang des Hotels einsehen, wo in diesem Moment eine Limousine vor fuhr. Zwei Männer stiegen aus und eilten die Stufen zum Eingang hinauf. Blake Johnson war ein großer, gut aussehender Mann Mitte fünfzig. Sein Begleiter war sehr kräftig und sehr schwarz: Clancy Smith, einst der jüngste Sergeant Major im Marinecorps und inzwischen der bevorzugte Geheimdienstmann des Präsidenten. Ferguson begrüßte die beiden Männer herzlich.
'Schön, Sie beide wiederzusehen.'
'Diesmal ein Trip ohne Dillon?', wunderte sich Johnson.
Seine Bemerkung galt Sean Dillon, einstmals ein gefürchteter IRA-Aktivist und jetzt Fergusons starke rechte Hand.
'Seine Anwesenheit erschien nicht erforderlich, außerdem macht er sich große Sorgen um Hannah Bernstein. Sie ist in einer äußerst schlechten Verfassung - dank Ashimov, diesem russischen Bastard.'
'Präsident Cazalet wird alles über diese Geschichte erfahren wollen. Gehen wir.'
Über die Constitution Avenue fuhren sie zum Weißen Haus, vor dem sich wie in diesen Tagen üblich und trotz Dauerregens eine Gruppe von Demonstranten postiert hatte. Der Fahrer der Limousine bog direkt zum Osteingang ab, wo sie von einem freundlichen Agenten des Secret Service in Empfang genommen und zur Privatsekretärin des Präsidenten geführt wurden, einer hübschen und überaus munteren Dame, die ihnen Einlass ins Oval Office gewährte. Dort fanden sie Jake Casalet hinter seinem Schreibtisch vor, wie üblich in Hemdsärmeln, vor sich ein Stapel Akten.
'Sie haben es also geschafft. Wie ich hörte, war Ihnen Petrus heute nicht sonderlich gewogen.' Cazalet kam um den Schreibtisch herum und schüttelte Ferguson die Hand. 'Ich freue mich, Sie zu sehen, General, wie immer. In Anbetracht dieses elenden Regens haben Sie gegen einen Whisky sicher nichts einzuwenden. Clancy, hätten Sie die Güte, den Mundschenk zu spielen?' Er wandte sich wieder Ferguson zu. 'Sie haben sich eine Kugel in der Schulter eingefangen, wenn ich das richtig verstanden habe?'
'Zum Glück war es nur ein Streifschuss, Mr President. Mehr hatten die IRA-Söldner, die Belovs Leute angeheuert hatten, wohl nicht drauf.'
Josef Belov, Dollar-Milliardär und Direktor von Belov International, leitete früher als Oberst die alte Sektion Drei des KGB. Seine Ziele hatten sich nicht geändert, waren heute noch die gleichen wie damals - das Schüren von Chaos und Verunsicherung in der westlichen Welt und die finanzielle Unterstützung jeder Art von Terrorismus. Um ein Haar wäre es ihm gelungen, Präsident Cazalet zu ermorden, der Anschlag konnte jedoch in letzter Sekunde vereitelt werden. Hingegen war es ihm gelungen, Ferguson zu verwunden und seine beste Mitarbeiterin, Superintendent Hannah Bernstein von der Special Branch, ins Krankenhaus zu bringen. Belov hatte bei einer Schießerei in Irland sein Leben gelassen, gemeinsam mit seinen Agenten Yuri Ashimov und Major Greta Novikova von der GRU und einigen von der IRA angeheuerten Killern. Der Schmerz jedoch, den sie zugefügt hatten, schwelte weiter, im Körper und auch in der Seele.
'Belov wurde von der russischen Regierung gestützt?'
'Ja, von ganz oben.'
Clancy verteilte die Drinks und lehnte sich dann, die Arme vor der Brust verschränkt, in diskretem Abstand zu den anderen an die Wand.
'Okay, weiter mit den schlechten Nachrichten', fuhr Cazalet fort.
'Die schlechteste betrifft wohl Hannah Bernstein', erklärte Blake.
Cazalet zeigte sofort aufrichtige Besorgnis. 'Wie schlimm steht es um sie?'
'Sehr schlimm', sagte Ferguson. 'Ashimov hat sie absichtlich mit dem Auto überfahren.