
Sichere Häfen
Volker M. Heins(Author)
Edition Nautilus (Publisher)
1st Edition
Published on 2. March 2026
Book
Paperback/Softback
216 pages
978-3-96054-479-1 (ISBN)
Description
Während sich die Grenzen vieler Staaten schließen und Regierungen auf Abschottung setzen, sind weltweit immer mehr Menschen durch Kriege, Umweltzerstörung und staatliche Willkür zur Flucht gezwungen. Auch eine rigorose Grenzpolitik unterbindet Migration nie völlig - aber wo können flüchtende Menschen noch ankommen, wenn der Staat sie zum Problem erklärt?
Eine Antwort findet sich in jenen Städten, die die praktische Unterstützung Geflüchteter und das solidarische Zusammenleben mit Migrant:innen zu ihrem Selbstverständnis gemacht haben - und sich damit aktiv gegen die nationale Politik ihrer Länder stellen. Sie helfen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus, entwickeln Ausweise für alle, die sich in der Stadt aufhalten wollen, unterstützen in juristischen Fragen, schützen vor polizeilicher Willkür. Städte dieser Art finden sich auf fast allen Kontinenten, sie heißen Sichere Häfen, Sanctuary Cities oder Città dell'accoglienza.
Volker Heins hat in Chicago, Kampala, Sheffield und Palermo, in Bremen, Berlin und Zürich recherchiert: Wie wirkt sich das Schutzversprechen für Menschen ohne Aufenthaltsstatus konkret aus? Ist das Selbstverständnis der Städte von Dauer oder bloße moralische Aufwallung, entsteht hier gar ein neuer Begriff urbaner Freiheit? Und was passiert, wenn Städte direkt vom Staat angegriffen werden - wie man zuletzt in den USA beobachten konnte, wo Donald Trump den Kampf gegen Sanctuary Cities zur Priorität erklärte?
»Volker Heins macht aus der Fluchtfrage eine präzise Diagnose unserer Gegenwart: Was, wenn immer mehr fliehen und immer weniger wissen, wohin? Pointiert, klug und erzählerisch verdichtet schildert er die sozialen Kämpfe für Sichere Häfen und warum es sich lohnt, eine pessimistische Zeitdiagnose mit einem neuen, radikalen Begriff von Hoffnung zu verbinden.« Naika Foroutan
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»Volker Heins macht aus der Fluchtfrage eine präzise Diagnose unserer Gegenwart: Was, wenn immer mehr fliehen und immer weniger wissen, wohin? Pointiert, klug und erzählerisch verdichtet schildert er die sozialen Kämpfe für Sichere Häfen und warum es sich lohnt, eine pessimistische Zeitdiagnose mit einem neuen, radikalen Begriff von Hoffnung zu verbinden.« Naika ForoutanMore details
Series
Edition
Originalveröffentlichung
Language
German
Place of publication
Hamburg
Germany
Dimensions
Height: 206 mm
Width: 126 mm
Thickness: 21 mm
Weight
250 gr
ISBN-13
978-3-96054-479-1 (9783960544791)
Schweitzer Classification
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E-Book
03/2026
Edition Nautilus
€15.99
Available for download
Person
Author
Volker M. Heins, Sozialwissenschaftler und Autor, lehrte an der Universität Duisburg-Essen sowie in Frankfurt am Main, Montreal und Jerusalem. Er ist Mitbegru¨nder der Academy in Exile und engagiert sich u.a. im Bellevue di Monaco, einem Kulturzentrum fu¨r geflu¨chtete Menschen und ihre Verbu¨ndeten in Mu¨nchen. Sein Buch »Offene Grenzen fu¨r alle. Eine notwendige Utopie« (Hoffmann & Campe 2021) war fu¨r den NDR-Sachbuchpreis nominiert. Zuletzt erschien »Hinter Mauern. Geschlossene Grenzen als Gefahr fu¨r die offene Gesellschaft« (mit Frank Wolff, Suhrkamp 2023). Volker M. Heins lebt bei Mu¨nchen.
GND: 12410181X
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Content
Die Sicherheit, die Kampala als Stadt gewährt, verdankt sich weniger der Regierungspolitik als der Mentalität einer Bevölkerung, in der es im Unterschied zu Europa kaum Hass auf Ausländer:innen oder Menschen gibt, die als »anders« markiert werden. Flüchtende als Sündenböcke für die zahlreichen Probleme des Landes auszumachen, kommt kaum jemandem in den Sinn. David Tshimba erzählt mir, dass in Kampala die Ankunft von Zehntausenden von Sudanes:innen aus Städten wie Khartoum und Al Fasher in den letzten Jahren vor allem Kommentare über die Schönheit dieser Menschen auslöste. Die anderen Geflüchteten aus den unmittelbaren Nachbarländern werden häufig als »Brüder und Schwestern« gesehen, während der ugandische Staat sich als schützender »Vater« inszeniert. Das spiegelt sich auch in der Haltung von Geflüchteten zur ugandischen Bevölkerung. »Uganda ist friedlich«, sagte einmal eine sudanesische Geflüchtete in einem Interview. »The people are good.«