
Spliss
Gedichte
Christiane Heidrich(Author)
kookbooks (Publisher)
1st Edition
Published in October 2018
Book
80 pages
978-3-937445-94-6 (ISBN)
Description
Spliss versammelt Gedichte aus dem Zeitraum 2015-2018, in deren Hintergrund Fragen nach dem Körper, dem Sprechen und der Positionierung in uneindeutigen und beweglichen Räumen stehen. Wie kann ich Position beziehen, ohne den Raum und die Körper darin abzuschließen? Wann verschwinden die Sprechenden und das Gesprochene in den Gegenständen und Settings, die sie umgeben? Wo verkeilen sich Landschaft und Subjekt? Haben Körperteile, Objekte und Sätze etwas Gemeinsames darin, dass ihre Materialität unklar und ihre Anwesenheit vermittelt ist? Wohin zieht eine Geste, bevor sie in eine Aussage bricht? Welche Beweglichkeit ersehne und verteidige ich, wenn Beweglichkeit das ist, was eingefordert wird? Verweigere oder zeige ich mich? Sind zugewiesene auch zur Verfügung stehende Bedeutungen, was mache ich damit? Was durchkreuzt der sprechende, sich wegdrehende Körper, wem schließt er sich an? Hat er Geliebte, Verbündete? Kennt er Namen und Zahlen?
- Christiane Heidrich
- Christiane Heidrich
Reviews / Votes
"Hier wird auch ein Lebensgefühl formuliert - das des lustvollen Angeschlossenseins an einen fluiden Datenstrom, der die neue Lebenswelt konfiguriert. Das fast symbiotische Verhältnis zwischen dem Körper und den digitalen Geräten ist das Leitmotiv dieser Gedichte. 'Das künstlerische Material muss kalt gehalten werden': Gottfried Benns Handlungsanleitung wird hier konsequent umgesetzt in die Apotheose digitaler Oberflächen. Viele Gedichte der jungen und allerjüngsten Lyrikergeneration arbeiten als 'dynamisches Mobile' (Daniela Seel), als Textur aus freischwebenden, unverbundenen Zeilen, die als poetischer Energieträger den lyrischen Prozess beflügeln."- Michael Braun, poetenladen.de
More details
Series
Language
German
Place of publication
Berlin
Germany
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 13 cm
ISBN-13
978-3-937445-94-6 (9783937445946)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Christiane Heidrich, geboren 1995 in Karlsruhe, studiert Bildende Kunst und Sprachkunst in Stuttgart und Wien. Ihre Gedichte wurden in Zeitschriften, Anthologien und im Internet veröffentlicht, darunter Edit, randnummer literaturhefte, BELLA Triste, STILL, Sprache im technischen Zeitalter, warehouse.industries, Lyrik von Jetzt 3, Wallstein 2015, und all dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän, kookbooks
2016. Spliss ist ihr erster Einzelband.
Illustrated by
Content
Die Sprache ist klein. Die Behutsamkeiten
entsprechen sich nicht. Weißt du jetzt,
woher die Bäume gekommen sind?
Meine Haut ist ein Überzug. oder
Meine Haut ist aus Flaggen. Eine
nicht genau bestimmbare Menge Zeit
treibt durch meinen Körper, wie ein
Klumpen, der irgendwie oben hält,
dann, wie die Flüssigkeit selbst.
Kannst du die Wiesen aufhalten,
in ihrem Weitergehen? Ich krame
nach einer Oberfläche, die ich dir behutsam hinhalten
kann, wie einen Falken, der soeben
auf meiner Hand gelandet ist.
Sieh, wie wir laden. Wie du die
Bücher beschreibst in ihrem Weitergehen
während du sprichst. Nicht dieses
Video, nicht die Stille danach in
meinem Mund, wir beheben hier
nichts. Was ich habe, drück ich ins
Moos. Die Kritik zittert, allein ohne den
Winter, aber, jetzt sitze
ich wieder am Abend, lange, im
unzulänglichen Licht. Über den
Bäumen weint es, oder stampft.
Gesänge und Risse, die sich
durch alles ziehen. Alles kann ich
nur anführen. Ich schlaf wie ein
Heiligtum, vorübergehend. Es ist mir
egal, im Vergleich.
entsprechen sich nicht. Weißt du jetzt,
woher die Bäume gekommen sind?
Meine Haut ist ein Überzug. oder
Meine Haut ist aus Flaggen. Eine
nicht genau bestimmbare Menge Zeit
treibt durch meinen Körper, wie ein
Klumpen, der irgendwie oben hält,
dann, wie die Flüssigkeit selbst.
Kannst du die Wiesen aufhalten,
in ihrem Weitergehen? Ich krame
nach einer Oberfläche, die ich dir behutsam hinhalten
kann, wie einen Falken, der soeben
auf meiner Hand gelandet ist.
Sieh, wie wir laden. Wie du die
Bücher beschreibst in ihrem Weitergehen
während du sprichst. Nicht dieses
Video, nicht die Stille danach in
meinem Mund, wir beheben hier
nichts. Was ich habe, drück ich ins
Moos. Die Kritik zittert, allein ohne den
Winter, aber, jetzt sitze
ich wieder am Abend, lange, im
unzulänglichen Licht. Über den
Bäumen weint es, oder stampft.
Gesänge und Risse, die sich
durch alles ziehen. Alles kann ich
nur anführen. Ich schlaf wie ein
Heiligtum, vorübergehend. Es ist mir
egal, im Vergleich.