
Wölfe
Verhasst - Verfolgt - Verharmlost
Dieter Hartwig(Author)
Pagina Verlag
1st Edition
Published on 22. August 2016
Book
Hardback
238 pages
978-3-946509-05-9 (ISBN)
Description
In jüngster Zeit berichtet die Presse vermehrt über die Zuwanderung von Wölfen aus den osteuropäischen Gebieten. Über Ostdeutschland haben sie sich inzwischen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert, in NRW wird ein Wolfspaar vermutet.
Die Wiederansiedlung von Wölfen ist sehr umstritten und hat auch wissenschaftlich keine klare Aussage.
In seinem Buch kritisiert der Autor bewusst die in Natur- und Tierschutzkreisen gepflegte Darstellung vom "Bruder Wolf" und zeigt ihn als Räuber uns Schädling, der auch vor Angriffen auf Haustiere und Menschen keinen Halt macht.
More details
Edition
Erstauflage
Language
German
Place of publication
Goch
Germany
Product notice
sewn/stitched
Illustrations
mit s/w, farbigen Abbildungen, Grafiken
Dimensions
Height: 24.5 cm
Width: 17.5 cm
Weight
792 gr
ISBN-13
978-3-946509-05-9 (9783946509059)
Schweitzer Classification
Content
Vorwort 7
1 Einordnung, Verbreitung, Schutzstatus, Rechtsfolgen 9
2 Erscheinungsbild, Maße und Gewichte, Populationsdynamik, Wölfe und Hunde . 17
3 Lebensraum, Ernährung, Mobilität, Krankheiten, Mortalität 19
4 Wölfe und Menschen . 23
5 Der Wolf im Stammesrecht 27
6 Wolfsgefahren im frühen Mittelalter 31
7 Jagdregal, Jagdfronen 35
8 Untersuchungsraum . 37
9 Verfolgung der Wölfe zwischen Maas und Rhein . 77
10 Wolfsbekämpfung in Preußischer Zeit 111
11 Wolfserlegungen vom Ancien régime über die Franzosenzeit bis zu den Preußen
129
11 Wolfsbekämpfung in den Preußischen Ostprovinzen 141
13 Durch Wölfe getötete Menschen 157
14 Wolfsjagdmethoden 187
15 Wirtschaftsfaktor Raubwildjagd . 201
16 Isegrims Ende . 207
17 Ausblick . 209
18 Anhang 219
19 Danksagung . 227
20 Literatur . 229
Vorwort
Die sächsische Regionalpresse berichtete 1998 über die Zuwanderung von Wölfen aus Polen. Inzwischen haben sich die Raubtiere in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen etabliert und in Nordrhein-Westfalen wird ein Wolfspaar vermutet. Historische Quellen über Wolfsvorkommen zwischen Rhein- und Maas sind vor allem in niederländischen Archiven dokumentiert. Ausführlich wird auf die Wolfsplage in den Grenzgemeinden beiderseits der Maas während der Franzosenzeit (1794-1814) eingegangen.
Originaldokumente belegen die Tötung von Kindern und Haustieren durch Wölfe und beschreiben Maßnahmen der Administration zu deren Ausrottung. Die leidvollen Erfahrungen der Bevölkerung mit dem Raubwild sind in der Region noch präsent. Die historische Rolle des Wolfes wird vermehrt hinterfragt, worauf Beiträge in regionalen Publikationen und der Jagdpresse hinweisen.
Ist die Wiederansiedlung von Wölfen in einem so dicht bevölkerten und frequentierten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik überhaupt zu verantworten? Die wissenschaftlichen Anstrengungen sind beträchtlich: Managementpläne, Monitoring, Wolfsbeauftragte. Naturschutzverbände und Unterstützergruppen "pro Wolf" haben unzählige Broschüren zur Information der Bevölkerung aufgelegt. Zudem schafft die Wolfsbegeisterung Arbeitsplätze.
Doch die Urängste der Menschen vor dem Wolf sind im Bewusstsein noch tief verankert, und die öffentlichen Debatten werden daher so emotional und ideologisch geführt, dass vernünftige Argumente und nüchterne Fakten kaum noch die Fronten durchdringen. Interessengruppen jeglicher Couleur haben die Situation ausgenutzt, um die Wölfe entweder als harmlose Individuen oder als wilde Bestien darzustellen. Fakt ist: Wolfspopulationen verfügen über ein enormes Ausbreitungs- und Wachstumspotenzial. Konflikte zwischen Menschen und Wölfen sind absehbar,
weil nicht nur bei geringen Schalenwildbeständen Haustiere angegriffen werden. Die "Schadensstatistik Sachsen" ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Bei Übergriffen auf Haustiere stehen die Wölfe in direkter Konkurrenz zu den Nutzungsinteressen des Menschen. Und das war einer der hauptsächlichen Konfliktpunkte für ihre Verfolgung und Ausrottung. Zwei besonders wichtige Aspekte sollten nicht unerwähnt bleiben: die Furcht der Menschen und der Schutz der Menschen vor den Raubtieren. Jahrhundertelang hatte die Bevölkerung in ganz Europa zu Recht Angst vor Wölfen. Der Angstfaktor spielte auch in der öffentlichen Diskussion eine bedeutende Rolle, als die Wölfe Skandinavien wieder entdeckten.
Ich habe den Zugang zum Thema "Wolf" aus einer völlig anderen Perspektive
gewählt, als in den meisten bekannten Publikationen und lasse häufig die überlieferten Quellen sprechen. Im historischen Kontext wird kein geschöntes Bild vom Wolf gezeichnet, sondern der Räuber und Schädling beschrieben, wie ihn die Menschen in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert erlebt und erlitten haben. Die unangenehmen Wahrheiten über von Wölfen getötete Menschen und Haustiere kontrastieren natürlich
scharf mit der heutigen naturromantischen Wahrnehmung von "Bruder Wolf" in Naturschutz- und Tierschutzkreisen. Dennoch sind sie Teil seiner bewusst geleugneten historischen Vergangenheit.
Dieter Hartwig