Miteinander Denken
Das Geheimnis des Dialogs
Klett-Cotta (Publisher)
4th Edition
Published in 2006
Book
Hardback
283 pages
978-3-608-91943-1 (ISBN)
Description
Quatsch! Bin völlig anderer Meinung! Also bitte! So ein Blödsinn! Aber warum denn? Warum den Eindruck hinterlassen, dass man sich nichts mehr zu sagen hat und Gespräche nur Sieger und Verlierer kennen? Dialog ist kein Zaubermittel, aber der erste Schritt zur Besserung. Wie man das macht, was man dabei lernt, wo das eingesetzt wird, wer alles mitmacht, warum das Menschen interessiert - das finden Sie hier, einfach erklärt, mit vielen Beispielen aus Alltag, Schule und Beruf und mit zahlreichen Gesprächen. Der Dialog ist auf dem Vormarsch. Man muss den Dialog üben, und hier wird verraten, wie. Zehn Kernfähigkeiten werden vorgestellt, ohne die es nicht geht. Wir erfahren etwas über den Dialogprozess, die Council-Runde, den strategischen und generativen Dialog und über die Rolle des Dialogbegleiters. Das Buch lädt Sie zu einer Entdeckungsreise ein, und es soll Ihnen helfen, mit sich selbst und mit den anderen in ein besseres Gespräch zu kommen, teilzunehmen an einer Erfahrung, die nicht ganz alltäglich ist.
More details
Edition
4., Aufl.
Language
German
Place of publication
Stuttgart
Germany
Weight
874 gr
ISBN-13
978-3-608-91943-1 (9783608919431)
Schweitzer Classification
Persons
Martina Hartkemeyer, Studium der Biologie und Sozialwissenschaften; Promotion, Lehrtätigkeit im Erwachsenenbildungs- und Hochschul bereich, Leiterin des Dialog-Projekts der Adolf- Reichwein-Gesellschaft, Wallenhorst.
Johannes F. Hartkemeyer, landwirtschaftliche Lehre, Diplomingenieur für Landbau, Diplompädagoge: Promotion, seit 1975 in der Erwachsenenbildung tätig, Direktor der Volkshochschule der Stadt Osnabrück.
L. Freeman Dhority, Ph. D., (Harvard) Mitglied des MIT Dialogue Projects. Bis 1995 Professor für Kritisches und Kreatives Denken an der University of Massachusetts/Boston; Berater für große Unternehmen. Seit 1992 führt er den Dialogprozeß in Deutschland ein.
Johannes F. Hartkemeyer, landwirtschaftliche Lehre, Diplomingenieur für Landbau, Diplompädagoge: Promotion, seit 1975 in der Erwachsenenbildung tätig, Direktor der Volkshochschule der Stadt Osnabrück.
L. Freeman Dhority, Ph. D., (Harvard) Mitglied des MIT Dialogue Projects. Bis 1995 Professor für Kritisches und Kreatives Denken an der University of Massachusetts/Boston; Berater für große Unternehmen. Seit 1992 führt er den Dialogprozeß in Deutschland ein.
Content
Vertiefung der Dialog-Fähigkeiten
Nach unserer Erfahrung ist es wichtig, in solchen offenen Gruppen ein gemeinsames Verständnis der grundlegenden Dialog-Fähigkeiten zu entwickeln. Auch wenn es im Dialog nur wenige "Regeln" gibt, existieren einige wichtige Prinzipien, und wenn sich die Teilnehmer nicht darüber verständigen, welche das sind, und kein gemeinsames Bild davon entwickeln, sind Krisen unvermeidlich. Nur wenn ein solches gemeinsames Verständnis existiert, können die Dialog-Begleiter in schwierigen Situationen eingreifen und auf diese Kernelemente und -fähigkeiten hinweisen.
Es fällt den meisten Gruppen nicht schwer, sich mit den zehn Kernfähigkeiten, die wir in Kapitel 3 vorgestellt haben, anzufreunden. Schwierig wird es erst, wenn es darum geht, unsere Reaktivität zu erkennen und damit zu arbeiten. Wir führen deshalb einige elementare definitorische Unterscheidungen und praktische Übungen ein, die sich sehr bewährt haben, um Aufmerksamkeit und Kompetenz zu schulen. An dieser Stelle wollen wir nur kurz darauf eingehen: Zum einen die sogenannte Linke Spalte Übung, die Unterscheidung zwischen Beobachtungen und Bewertungen, das Bild von der "Leiter der Schlußfolgerungen", das Gleichgewicht zwischen Plädieren und Erkunden sowie unsere Variante/Form der sogenannten Projektor-Übung. Zweck dieser Bilder und Übungen ist es, den Teilnehmer zu helfen, ihre inneren mentalen Modelle zu erkennen, die das, was wir denken, hören und sagen, beeinflussen.
Mit wachsender Aufmerksamkeit können wir aufgrund der Erfahrungen dieser Übungen die automatisch ablaufenden Reaktionen unterbrechen und neue Wege des Denkens einschlagen/erproben, eine andere Art zu sehen, zu hören und zu sprechen. Für viele Teilnehmer ist diese wachsende Fähigkeit, sich selbst, andere und die Welt "mit anderen Augen zu sehen" (wie es ein Teilnehmer formulierte), das wichtigste Ergebnis der Arbeit im Dialog. Sie eröffnet uns neue Kommunikationsmöglichkeiten und eine bewußtere Wahrnehmung. Nach unserer Erfahrung entwickeln die meisten Menschen diese Fähigkeiten durch bewußte praktische Übung und Begleitung (coaching). Dafür ist eine anfängliche Phase des Lernens/Praktizierens/ Coachings hilfreich.
Nach unserer Erfahrung ist es wichtig, in solchen offenen Gruppen ein gemeinsames Verständnis der grundlegenden Dialog-Fähigkeiten zu entwickeln. Auch wenn es im Dialog nur wenige "Regeln" gibt, existieren einige wichtige Prinzipien, und wenn sich die Teilnehmer nicht darüber verständigen, welche das sind, und kein gemeinsames Bild davon entwickeln, sind Krisen unvermeidlich. Nur wenn ein solches gemeinsames Verständnis existiert, können die Dialog-Begleiter in schwierigen Situationen eingreifen und auf diese Kernelemente und -fähigkeiten hinweisen.
Es fällt den meisten Gruppen nicht schwer, sich mit den zehn Kernfähigkeiten, die wir in Kapitel 3 vorgestellt haben, anzufreunden. Schwierig wird es erst, wenn es darum geht, unsere Reaktivität zu erkennen und damit zu arbeiten. Wir führen deshalb einige elementare definitorische Unterscheidungen und praktische Übungen ein, die sich sehr bewährt haben, um Aufmerksamkeit und Kompetenz zu schulen. An dieser Stelle wollen wir nur kurz darauf eingehen: Zum einen die sogenannte Linke Spalte Übung, die Unterscheidung zwischen Beobachtungen und Bewertungen, das Bild von der "Leiter der Schlußfolgerungen", das Gleichgewicht zwischen Plädieren und Erkunden sowie unsere Variante/Form der sogenannten Projektor-Übung. Zweck dieser Bilder und Übungen ist es, den Teilnehmer zu helfen, ihre inneren mentalen Modelle zu erkennen, die das, was wir denken, hören und sagen, beeinflussen.
Mit wachsender Aufmerksamkeit können wir aufgrund der Erfahrungen dieser Übungen die automatisch ablaufenden Reaktionen unterbrechen und neue Wege des Denkens einschlagen/erproben, eine andere Art zu sehen, zu hören und zu sprechen. Für viele Teilnehmer ist diese wachsende Fähigkeit, sich selbst, andere und die Welt "mit anderen Augen zu sehen" (wie es ein Teilnehmer formulierte), das wichtigste Ergebnis der Arbeit im Dialog. Sie eröffnet uns neue Kommunikationsmöglichkeiten und eine bewußtere Wahrnehmung. Nach unserer Erfahrung entwickeln die meisten Menschen diese Fähigkeiten durch bewußte praktische Übung und Begleitung (coaching). Dafür ist eine anfängliche Phase des Lernens/Praktizierens/ Coachings hilfreich.