
ALTE
Heide Harney(Author)
Nomen Verlag
1st Edition
Published on 7. September 2012
Book
Hardback
104 pages
978-3-939816-17-1 (ISBN)
Description
"Heide Harneys offener Umgang mit den Freuden und Leiden des Altwerdens ist für alle Betroffenen und Nichtbetroffenen erfrischend, tröstlich und dabei doch amüsant. Ihre 33 Geschichten, Allegorien, Gedichte, Miniaturen, Dialoge und fiktiven Tagebuch-Aufzeichnungen lassen nichts aus, nicht die zänkischen Alten, die depressiven, die verbitterten, nicht den Altenheim-Alltag, Inkontinenz, Blasenkatheter, Pflegefrust, die Sargwahl und das Totenhemd. Auch Alters-Frömmigkeit kommt vor, mit einem Augenzwinkern. Hier dürfen Sie alt sein mit allem, was dazugehört. Das Buch führt nicht zum Diplom 'Altersweisheit' und ist trotzdem lesenswert. Die Scherenschnitt-Illustrationen sind wie der Text voller Humor." (Dr. Henning Scherf)
Heide Harneys Buch ist in seiner Art einzigartig. Es setzt sich humorvoll und mit einem Augenzwinkern mit den Facetten und Problemen des Altwerdens einschließlich dem Tod auseinander. Es bietet so für Betroffene und Nichtbetroffene einen unverkrampften Einstieg in die Thematik und ist ist damit auch gleichzeitig ein hervorragender Aufhänger für Lesungen und Diskussionsveranstaltungen.
Heide Harneys Buch ist in seiner Art einzigartig. Es setzt sich humorvoll und mit einem Augenzwinkern mit den Facetten und Problemen des Altwerdens einschließlich dem Tod auseinander. Es bietet so für Betroffene und Nichtbetroffene einen unverkrampften Einstieg in die Thematik und ist ist damit auch gleichzeitig ein hervorragender Aufhänger für Lesungen und Diskussionsveranstaltungen.
More details
Language
German
Place of publication
Frankfurt am Main
Germany
Target group
Adult education
Senioren - Mitarbeiter in der Altenarbeit und in Pflegediensten - Familien, die sich mit dem Leben und Fragen der Betreuung ihrer Eltern und Grosseltern beschäftigen - Politiker - alle, die sich mit den Facetten, Problemen und Freuden des Alters beschäftigen - Sozialämter und -dezernate
Illustrations
31
31 Farbfotos bzw. farbige Rasterbilder
fotografierte Scherenschnitte
Dimensions
Height: 20.5 cm
Width: 17.5 cm
Weight
380 gr
ISBN-13
978-3-939816-17-1 (9783939816171)
Schweitzer Classification
Persons
In der 1940 geborenen Heide Harney steckt noch das unternehmungsfreudige Schulmädchen, das gerne singt, Schabernack treibt, sich Geschichten ausdenkt und Papierfiguren schneidet. In ihrem Haus in der Eifel lebt sie die künstlerische Vielfalt. Ihre fünf Enkel schätzen die Bastel-Oma, die auch mit ihnen reimt, schreibt und Musik macht. Im früheren Leben war Heide Harney Gymnasiallehrerin, Dozentin für Deutsche Sprache und Biografin.
Content
1. Alte mobil; 2. Bitte nicht abkratzen; 3. Im Altenheim; 4. Alte mit Biss; 5. Tod kommt
"FAHRRAD II -. Eine ehrlich graue Drahtige, Haushaltsrad, nichts Besonderes. Stabiler Gepäckträger. Darauf drei Stangen Rhabarber. Ich weiß nicht, sind es die Augen, die Ohren, die Muskeln, irgendetwas verunsichert sie beständig, besonders beim Absteigen an der Ampel. . Sie rührt mich zu Tränen, diese Sorgsamkeit der Alten, diese Konzentration, diese Angst vor dem fatalen Fall. 'Nur fallen dürfen Sie nicht!', hat der Arzt zu einer 97-Jährigen gesagt."
"ROLLATOR - Vor zehn Jahren kannten Sie das Wort noch nicht; vor 20 Jahren war Ihnen das Ding noch fremd, und jetzt stehen die Chancen 2:1, dass Ihnen der Weg durch den Hausflur eher von einem Rollator verstellt wird als von einem Kinderwagen. Haben Sie vielleicht auch einen? Er bietet mehr Sicherheit als der Stock, und man kann auch mal die Zeitung oder ein paar Einkäufe in dem Korb mitnehmen. Sicher ärgert Sie manchmal der Behinderten-Look, den der Rollator verleiht. Auf ein Gerät angewiesen, nicht mehr frei ausschreitend, eine sperrige Gehhilfe bedienend, schon bald dem Rollstuhl verwandt! Aber ehe Sie weiter klagen, machen Sie sich bitte klar, was Ihre Vorgänger und Vorgängerinnen erdulden mussten: der Opa, der den Stuhl durch die Wohnung schubste, die Oma, die den Kinderwagen ohne Kind drin schob, weil er ihr Halt gab."
"HEIM-AUSTAUSCH - Das Altenheim hat keinen guten Ruf: Gleichmacherei, schlechte medizinische Versorgung, Langeweile, Identitätsverlust . Da war es eine gute Entwicklung, als man in den Alten potentielle Omas und Opas entdeckte und sie mit bedürftigen Kindern zusammenbrachte. Leihomas und Leihopas wurden angeboten, die verlassene Kinder auf den Schoß nahmen, ihnen Märchen erzählten und Lieder vorsangen. Besonders vorteilhaft war das, wenn die geographischen Bedingungen zu Hilfe kamen: Ein Kinderheim neben einem Altenheim, Austausch rüber und nüber, Erzählabende, Singkreise, gemeinsame Naturerkundung und Zoobesuche. Das war ein Geben und Nehmen, eine Erinnerung an die Großfamilie, wo die Generationen einander noch von Bedeutung gewesen waren. Altenpfleger und Kindergärtner wurden entlastet. Der Versorgungsschlüssel konnte gelockert werden, der Pflegenotstand trat auf erfrischende Weise aus dem Fokus. Auf dieses Phänomen wurden schnell die Heimsoziologen aufmerksam, vor allem die von der Theorie, und schlossen: Der Betreuungsnotstand in Heimen kann behoben werden durch Heimkooperation."
"ROLLATOR - Vor zehn Jahren kannten Sie das Wort noch nicht; vor 20 Jahren war Ihnen das Ding noch fremd, und jetzt stehen die Chancen 2:1, dass Ihnen der Weg durch den Hausflur eher von einem Rollator verstellt wird als von einem Kinderwagen. Haben Sie vielleicht auch einen? Er bietet mehr Sicherheit als der Stock, und man kann auch mal die Zeitung oder ein paar Einkäufe in dem Korb mitnehmen. Sicher ärgert Sie manchmal der Behinderten-Look, den der Rollator verleiht. Auf ein Gerät angewiesen, nicht mehr frei ausschreitend, eine sperrige Gehhilfe bedienend, schon bald dem Rollstuhl verwandt! Aber ehe Sie weiter klagen, machen Sie sich bitte klar, was Ihre Vorgänger und Vorgängerinnen erdulden mussten: der Opa, der den Stuhl durch die Wohnung schubste, die Oma, die den Kinderwagen ohne Kind drin schob, weil er ihr Halt gab."
"HEIM-AUSTAUSCH - Das Altenheim hat keinen guten Ruf: Gleichmacherei, schlechte medizinische Versorgung, Langeweile, Identitätsverlust . Da war es eine gute Entwicklung, als man in den Alten potentielle Omas und Opas entdeckte und sie mit bedürftigen Kindern zusammenbrachte. Leihomas und Leihopas wurden angeboten, die verlassene Kinder auf den Schoß nahmen, ihnen Märchen erzählten und Lieder vorsangen. Besonders vorteilhaft war das, wenn die geographischen Bedingungen zu Hilfe kamen: Ein Kinderheim neben einem Altenheim, Austausch rüber und nüber, Erzählabende, Singkreise, gemeinsame Naturerkundung und Zoobesuche. Das war ein Geben und Nehmen, eine Erinnerung an die Großfamilie, wo die Generationen einander noch von Bedeutung gewesen waren. Altenpfleger und Kindergärtner wurden entlastet. Der Versorgungsschlüssel konnte gelockert werden, der Pflegenotstand trat auf erfrischende Weise aus dem Fokus. Auf dieses Phänomen wurden schnell die Heimsoziologen aufmerksam, vor allem die von der Theorie, und schlossen: Der Betreuungsnotstand in Heimen kann behoben werden durch Heimkooperation."