Dunkler Sturm
Roman
Kris Greene(Author)
Blanvalet (Publisher)
Published on 17. January 2011
Book
Paperback/Softback
352 pages
978-3-442-26778-1 (ISBN)
Description
Frisch, modern, cool - Fantasy, die begeistert!
Vor Jahrhunderten tobte ein Sturm, der so heftig war, dass er ein Loch in die Realität riss und Dämonen über die Welt der Menschen herfielen. Durch die Tapferkeit von zwölf Rittern wurden die Kreaturen der Hölle zurückgetrieben. Der junge Gabriel weiß nichts von den Taten seines Vorfahren, dem Anführer der Ritter. Er ahnt auch nichts von seiner eigenen Bestimmung. Doch als die Dämonenhorden über ihn herfallen, muss er wie sein Urahn zum Helden werden - oder sterben .
Vor Jahrhunderten tobte ein Sturm, der so heftig war, dass er ein Loch in die Realität riss und Dämonen über die Welt der Menschen herfielen. Durch die Tapferkeit von zwölf Rittern wurden die Kreaturen der Hölle zurückgetrieben. Der junge Gabriel weiß nichts von den Taten seines Vorfahren, dem Anführer der Ritter. Er ahnt auch nichts von seiner eigenen Bestimmung. Doch als die Dämonenhorden über ihn herfallen, muss er wie sein Urahn zum Helden werden - oder sterben .
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-442-26778-1 (9783442267781)
Schweitzer Classification
Persons
Kris Greene erhielt für ihre Kurzgeschichten bereits zahlreiche Preise. Sie lebt in New York City und verbringt ihre Zeit mit Schreiben oder in ihrem Kräutergarten.
Content
Die Siebentägige Belagerung
Im siebzehnten Jahrhundert fegte eine übernatürliche Anomalie über ganz Europa hinweg und hinterließ eine Spur aus Chaos und Tod. Schließlich kam sie in Neapel zum Stillstand, wo sie sich als ein Sturm manifestierte, der sogar die Sonne auslöschte. Die Einwohner nannten ihn den Dunklen Sturm.
Die Wucht dieses Orkans war so gewaltig, dass sie einen Riss in der Dimensionsbarriere erzeugte, die das Reich der Menschen und der Dämonen voneinander trennte, was die Mächte der Hölle auf die Erde losließ. Die Dämonen verbreiteten Angst und Vernichtung bei dem Versuch, im Menschenreich Fuß zu fassen.
Die Anführer der Provinzen, die in der Nähe des Risses lagen, entsandten Truppen, die gegen diese neuen Feinde kämpfen sollten. Sie wurden allesamt abgeschlachtet oder dem Willen dieser dunklen Kreaturen unterworfen, die durch den Riss gedrungen waren. Nachdem ihre Streitkräfte fast vollständig aufgerieben worden waren, erkannten die Anführer der Großen Nationen, dass es mehr als nur gewöhnlicher Soldaten bedurfte, um dieser Bedrohung Herr zu werden. Emissäre all jener Länder, in welche die Dämonen eingefallen waren, versammelten sich im Vatikan, um eine Audienz bei dem guten und weisen Papst Alexander X. zu erbitten.
Der Papst war eine unerschütterliche Säule, was die Inbrunst seines Glaubens anging, aber selbst er begriff, dass es mehr als nur Gebete brauchte, um diese Invasion zurückzudrängen. Es wurde neben dem Wort Gottes auch Stahl benötigt, um diese Feinde zu vertreiben. Papst Alexander entsandte daraufhin seine zwölf vertrauenswürdigsten Kardinäle in die entferntesten Winkel der Erde, um Krieger um sich zu scharen, die reinen Herzens, unerschütterlichen Glaubens und von der Hand ihres Gottes berührt waren, auf dass sie sich gegen diese Bedrohung stemmten. Diese zwölf Männer leisteten jeder einen Schwur vollkommener Geheimhaltung und Loyalität auf die Kirche und bildeten fortan den Orden der Ritter Jesu. Außer ihren gottgegebenen Talenten wurden sie mit einem der bestgehüteten Geheimnisse des Vatikans ausgestattet, mit den Waffen der Ersten Wache.
Die Erste Wache hatte aus zwölf römischen Soldaten bestanden, die mit Jesus und seiner Mission sympathisiert und ihn heimlich beschützt hatten, bis sie schließlich entdeckt und wegen dieses Verbrechens hingerichtet wurden. Ihre Waffen waren ihr wertvollstes Gut gewesen, und so glaubte man, dass die Kraft ihres Glaubens in ihnen ruhte. Mit diesen Kriegswerkzeugen ausgerüstet, waren die zwölf Ordensritter zur letzten Waffe der Kirche geworden, aber der dreizehnte war es, aus dem sie ihre Stärke zogen.
Bischof Michael Francisco.
Der Bischof war Alexanders Lieblingsschüler innerhalb der Kirche und einer seiner besten Hauptmänner auf dem Schlachtfeld. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, der Bischof sei ein blutrünstiger Fanatiker, der sich höchst brutaler Methoden bediene, um das Wort seines Papstes zu verbreiten, doch weil er Alexanders Gunst besaß, wagte es niemand, sich ihm in den Weg zu stellen. Und jetzt war er auserwählt, die Ritter Jesu anzuführen. Dafür erhielt er einen der größten Schätze der Kirche, den
Nimrod, einen mit Juwelen besetzten Dreizack, dem eine unermessliche Macht innewohnte.
Es rankten sich viele Geschichten um diesen Nimrod, deren verbreitetste wohl auch der Wahrheit am nächsten kam. Er war angeblich von Heiligen geschmiedet und mit den Tränen von Engeln gekühlt worden. Die Waffe war ein Geschenk an Neptun gewesen, den wahren König der Stürme und den Hüter der Meere. Neptun besaß diesen Nimrod beinahe ein Jahrtausend lang, was ihm die Aufmerksamkeit und schließlich die Feindschaft von Thanos einbrachte, dem Gott des Todes.
Der eifersüchtige Thanos rekrutierte einen jungen ägyptischen Kriegsherrn namens Ezrah und seine Piratenmannschaft, die Sheut, die Neptun den Dreizack entwenden sollten. Es gelang Ezrah tatsächlich, den Nimrod zu stehlen, aber er wurde von den Tempelrittern gefangen genommen, bevor er seine Beute abliefern konnte. Der Ägypter musste zusehen, wie seine Mannschaft im Unterdeck seines Schiffes, der Jihad, eingeschlossen und bei lebendigem Leib verbrannt wurde. Als das große Schiff nur noch ein rauchendes Skelett war, fesselten die Templer Ezrah an Händen und Füßen und warfen ihn in dasselbe Meer, das er so lange unsicher gemacht hatte. Sie wollten ihn ertrinken lassen, hatten ihre Rechnung jedoch ohne den Totengott gemacht. Thanos hatte seine eigenen Pläne.
Sämtliche Sklaven, die von der Jihad gerettet worden waren, wurden anschließend umgebracht, um das Massaker zu kaschieren, alle bis auf einen trotzigen Jungen, der den Hauptmann der Templer amüsierte. Er brachte ihn in den Vatikan und führte ihn vor Alexander, der damals noch Kardinal war. Dieser war ebenfalls von dem starken Willen des Jungen beeindruckt und beschloss, ihn als Schüler aufzunehmen. Alexander gab ihm den christlichen Namen Michael Francisco und führte ihn auf den Weg Jesu.
Unter Alexander entwickelte sich Michael zum würdigen Katholiken, stürzte sich inbrünstig auf seinen neugefundenen Glauben und stieg rasch bis zum Bischof auf. Obwohl er einer der intelligentesten und lernbegierigsten Studenten unter Alexanders Mündeln war, war dies nur einer der Gründe, warum er zum Anführer der Ritter Jesu bestimmt wurde. Wie Neptun war auch Michael ein Kind des Meeres, und wie die Kardinäle gehofft hatten, erwachte die schlummernde Macht der Waffe in seinen Händen zum Leben. Mit dem Segen seines Heiligen Vaters und gewappnet mit geweihten Waffen führte der Bischof seine Ordensritter in das Auge des Sturms.
Es folgte eine Schlacht von wahrhaft historischen Ausmaßen, die dennoch niemals in die Annalen der Geschichte aufgenommen werden sollte. Sieben Tage und sieben Nächte lang rangen die beiden Parteien miteinander, gewannen weder an Boden, noch wichen sie zurück. In der siebten Nacht jedoch wendeten die Ritter das Blatt, und die Dämonen begannen zu wanken. Der Sieg war nah.
Obwohl der Bischof einer der ergebensten Gefolgsleute des Papstes war, war er nur ein Mensch und daher unvollkommen. Sein Hauptmann und engster Freund Titus arrangierte ein geheimes Treffen zwischen dem Bischof und dem Dämonenlord Belthon. Belthon versprach, dem Bischof die Macht der Götter zu verleihen, falls er dafür einen unheiligen Pakt einginge: Er könnte sämtliche anderen Dämonen in ihr Reich zurücktreiben, würde jedoch Belthon einen kleinen Teil der Welt überlassen. Der Bischof überlegte und kam zu dem Schluss, das sei ein kleines Opfer, gemessen an den Millionen von Seelen, die er mit seiner neu gewonnenen Macht reinigen könnte. Er ging auf das Angebot des Dämonenlords ein, und das führte seinen eigenen Untergang herbei.
Die Ritter, die dem Bischof treu ergeben waren, folgten ihm blind, nichts von dem Handel ahnend, den Michael mit dem Dunklen Herrscher geschlossen hatte. Als die Dämonen bis auf wenige Horden vernichtet worden waren, beschloss Titus, die Bedingungen des Handels zu verändern. Belthon würde seinen kleinen Sieg bekommen, aber er selbst, Titus, würde es sein, der zum Gott aufsteigen würde. Im Schutze der Nacht nahm Titus den Dreizack und erstach damit den Bischof.
Als Michael blutend auf der kalten, regendurchweichten Erde lag, richtete er einige Abschiedsworte an seinen einstigen Freund. 'Hör mich an, und höre gut, denn diese Worte werden dich bis ans Ende deiner Tage verfolgen. Du hast meine Waffe und meine Macht gestohlen, aber beides kann niemals von mir getrennt werden', verkündete der Bischof höhnisch. Je näher er dem Tode kam, desto stärker wütete der Sturm. 'Ich verfluche dich, Titus, Meuchler deines Bruders.' Der Bischof kroch zu Titus, bis er seine Füße erreichte. Ritter und Dämonen wichen zurück, Titus jedoch wankte nicht. Selbst als der Bischof sich aufrichtete und ihm in die Augen blickte, gab Titus nicht nach. 'Du hast mich also mit dem Dreizack niedergestochen', fuhr der Bischof fort. 'So wisse denn, dass diese unerbittlichen Zacken auch den Geschmack deines Blutes noch kosten werden. Und wenn dieser Tag kommt, dann werde ich es sein, der in deine Augen starrt, während du deine letzten Atemzüge tust.' Die Augen des Bischofs brachen, und er erschlaffte zu Titus' Füßen.
Mit einem wissenden Lächeln rief Belthon die Sheut, um die Seele des Bischofs gefangen zu nehmen und zu den anderen zu schaffen, die er während der Belagerung bereits erbeutet hatte. Die Lebenskraft der heiligen Männer würde zum Reich der Toten gebracht, wo sie König Morbius' finsteren Plänen dienen sollte. Doch als die geisterhaften Dämonen versuchten, der Seele des Bischofs habhaft zu werden, geschah etwas vollkommen Unerwartetes: Der Nimrod erwachte glühend zum Leben. Wie sich herausstellte, war die Waffe noch nicht bereit, sich von ihrem Träger zu trennen. Ritter und Dämonen sahen voller Entsetzen zu, wie der Dreizack die Seele des Bischofs in sich aufsog.
Ein Ritter namens Redfeather, der Repräsentant der Büffeljäger, ergriff den Nimrod und wurde sofort von seiner Macht überwältigt. Er hörte das Flüstern des Bischofs aus dem Großen Jenseits und richtete die Waffe auf den Verräter. Sein Stoß traf das Ziel, und der Nimrod drang tief in Titus' Brust ein, aber Redfeather war im Umgang mit dem Dreizack nicht ausgebildet, so dass bei dem Stoß die mittlere Zacke des Nimrods abbrach und in der Brust des Verräters stecken blieb. Das setzte die gesamte Magie der Waffe frei, und sie verzehrte alle, Freund und Feind gleichermaßen. Erst als der Blutdurst des Bischofs gestillt war, gab die Waffe Ruhe, sog den Sturm in sich auf und schloss den Riss. Die meisten Dämonen waren vernichtet oder durch den Riss in ihr Reich zurückgesaugt worden. Die wenigen, denen die Flucht gelang, zogen sich bis in die entferntesten Winkel der Welt zurück, wo sie sich neu formierten und auf den Tag vorbereiteten, an dem sie erneut versuchen wollten, die Herrschaft über die Welt der Menschen zu erlangen.
Fast vierhundert Jahre später war ihre Zeit gekommen.
1. Kapitel
Lauf! Der Gedanke gellte so laut durch ihr Gehirn, dass ihre Schläfen schmerzten. Sie fuhr herum, um ihrem Cousin Michael eine Warnung zuzurufen, aber seine Rippenknochen hatten bereits seine Bauchdecke durchbohrt. Der zweite Schuss durchtrennte die Verbindung zwischen Schulter und Schlüsselbein. Michael fiel zu Boden, und seine leblosen Augen starrten seine Cousine an. Sie schrie ihm innerlich zu, aufzustehen, aber sie wusste, dass sein Blut zu schwach war, um die Wunde zu heilen.
Beim Klang der sich nähernden Sirenen schnellte ihr Kopf nach hinten. Sie sah in der Ferne die Lichter blitzen, aber das Gesetz würde ihnen keine Rettung bringen. Eine weitere Kugel zerschmetterte die Scheibe des Wagens, neben dem sie stand, und sie ging in Deckung. Sie lehnte sich mit dem Rücken an den Wagen, das Bündel fest an die Brust gepresst. Sie konnte den Mörder ihres Cousins nicht sehen, wusste aber, dass er irgendwo da draußen lauerte und dass sie die Nächste auf seiner Liste war, es sei denn, sie unternahm etwas dagegen.
De Mona rannte über die Straße, das in Hanf gewickelte Bündel eng an sich gedrückt. Der beißende Geruch von frischen Nelken brannte in ihrer Nase, aber das war ein notwendiges Übel. Als sie auf die Straße hinauslief, wurde sie von den Scheinwerfern eines Wagens geblendet. Der Fahrer machte eine Vollbremsung, aber er kam nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Der Aufprall schleuderte De Mona durch die Luft; dann rutschte sie über den Asphalt, bevor sie schließlich gegen die Stoßstange eines parkenden Wagens krachte.
'Um Gottes willen!' Der Fahrer sprang aus dem alten Ford. Als er die junge Frau ausgestreckt am Boden liegen sah, schickte er ein Stoßgebet zum Himmel und hoffte, dass sie noch lebte. Aber aufgrund der Geschwindigkeit, mit der er sie erwischt hatte, sah es nicht gut für sie aus. Er hörte die Polizeisirenen in der Ferne, und sie kamen immer näher. Der Mann hatte gerade den Finger an ihren Hals gelegt, um nach ihrem Puls zu tasten, als das Mädchen die Augen aufschlug. Im nächsten Moment stand sie wieder auf den Beinen und sah sich um. Sie konnte den Mörder ihres Cousins zwar immer noch nicht sehen, aber sie wusste, dass er da draußen auf sie lauerte. Sie schnappte sich das Jutebündel und wich vorsichtig zurück.
'Himmel, geht es Ihnen gut? Ich habe Sie überhaupt nicht gesehen.' Der Fahrer folgte ihr. 'Hören Sie. Er sah zur Seite, auf die Lichter der Polizeiwagen, die noch ein gutes Stück entfernt waren. 'Jeden Moment wird Hilfe hier sein. Wenn es Ihnen gut geht, dann mache ich einfach. Weiter kam er nicht, denn die Kugel schlug in seine rechte Wange ein, und sein Blut spritzte über De Mona. Unheimlich waberte die Finsternis heran und verschluckte den Leichnam des Mannes.
Ein Tentakel der Dunkelheit umschlang De Monas Knöchel und riss sie zu Boden. Je mehr sie sich wehrte, desto fester umschlang die Finsternis ihre Beine. Sie hatte schon ihre Taille erreicht und arbeitete sich weiter voran, aber als sie an das Bündel kam, zuckte sie zurück, als hätte sie Schmerzen. De Mona nahm alle Kraft zusammen und schaffte es, sich mit heftigen Tritten von dem dunklen Band zu befreien. Sie rappelte sich unbeholfen hoch. Die Finsternis unternahm einen zweiten Versuch, aber De Mona hatte bereits die Straße überquert. An der
Ecke hielt sie einen Moment inne und warf einen Blick zurück. Keine gute Idee. Die Finsternis öffnete ihren Schlund und spie drei Männer aus. Der Letzte war der Schütze. Sein Gesicht und seine Uniform waren blutverschmiert, aber das schien ihn nicht zu stören. Er legte den Dienstrevolver an und versuchte, De Mona ins Visier zu nehmen. Er war zu langsam, um sie zu Fuß einholen zu können, aber die beiden, die die Jagd anführten, näherten sich ihr beunruhigend schnell. Sie sahen aus wie die Billigversion von Siegfried & Roy, aber die verfaulten Hautpartien auf ihren Gesichtern verrieten, was sie in Wirklichkeit waren: Nachtwandler.
De Mona zwang mit reiner Willensanstrengung all ihre Kraft in ihre Beine und stürmte vor ihren Verfolgern her. Sie hatte etwa einen halben Block Vorsprung und vergrößerte ihren Abstand noch, doch irgendwann würde sie müde werden, im Gegensatz zu ihnen, und dann wäre es vorbei, es sei denn, ihr war bis dahin ein Plan eingefallen. Wie eine Antwort auf ihre Gebete sah sie ein paar Meter vor sich den Eingang zu einer Gasse. Sie rannte schneller, hielt sich an einer Laterne fest, schwang sich daran herum und schleuderte sich selbst in die Gasse hinein. Als sie in den kühlen Schatten trat, erkannte sie, dass das ein Fehler gewesen war.
Die Laterne am Rand des Bordsteins leuchtete zwar noch, aber ihr Lichtstrahl hörte wie abgeschnitten an der Einmündung der Gasse auf. Es war fast so, als würde der Schatten das Licht verschlucken. Es war eine Falle, und sie war direkt hineingerannt.
'Schau nicht so grimmig drein, Kind', sagte die Finsternis unmittelbar vor ihr. Im nächsten Moment trat ein Mann heraus, der eine verblichene Jeans und ein schwarzes T-Shirt trug. Auf seinen Armen bemerkte De Mona Tätowierungen, in denen sie
Symbole der Schwarzen Magie erkannte. Obwohl sein Gesicht liebenswürdig wirkte, verhieß der unnatürliche Glanz in seinen Augen Ärger. 'Gib es mir, und ich behalte dich als meine Hure, anstatt dich Titus'Willkür auszuliefern.'
'Halte dich von mir fern, zur Hölle!', knurrte De Mona und wich langsam zur Straße zurück. Sie spielte mit dem Gedanken, wegzurennen, doch diese Idee erledigte sich von selbst, denn die drei Männer, die sie verfolgt hatten, blockierten den Eingang der Gasse. Sie saß wirklich in der Falle.
'Du weißt, warum ich gekommen bin.' Die Augen des Mannes zuckten, und die Finsternis schien das Weiß der Augäpfel ganz auszufüllen. De Mona spürte, wie sich die Härchen auf ihrer Haut aufrichteten, und wusste, dass das hier ein harter Brocken für sie sein würde.
Wenn die Dämonen die Handlanger der Hölle waren, dann waren die Nachtwandler ihr Fußvolk. Sie waren niedere Dämonen und Poltergeister, die sich in den Körpern der Toten einnisten konnten, vorausgesetzt, die Leute waren ermordet worden oder auf tragische Weise ums Leben gekommen. Obwohl die Nachtwandler dabei häufig ihre übernatürliche Kraft behielten, konnten sie nicht ihre ganze Macht aus dem Nichts mit herüberbringen. Dadurch wurden sie zu wenig mehr als geistesschwachen Sklaven, die Belthon für die Aussicht auf Chaos zu Diensten waren.
Bei den mächtigeren Dämonen verhielt es sich anders. Weil ihre Macht bereits im Nichts größer war, konnten sie nicht nur mehr von ihrer Kraft mitbringen, sondern sie konnten auch lebende Wirte befallen. Es kursierten genug Geschichten über Dämonen, die den Schwachen oder Kranken verlockende Versprechungen gemacht hatten, wobei sie allerdings tunlichst vermieden hatten zu erwähnen, dass die Seele des Wirts den Platz des Dämons in der Hölle einnehmen musste, so lange, bis dieser den Körper wieder zurückgab oder vernichtet wurde. Der Mann im schwarzen T-Shirt schien genau so ein Fall zu sein.
'Es gibt keine Fluchtmöglichkeit.' Er lächelte und entblößte dabei seine scharfen Reißzähne und seinen schwarzen Gaumen. 'Du wirst es hergeben müssen, lebendig oder tot.'
De Mona versuchte ihre Furcht zu beherrschen, was ihr jedoch sehr schwer fiel. Ihre Finger krümmten sich bereits unwillkürlich zu harten Klauen. Sie verlor die Kontrolle, und genau das konnte sie sich nicht leisten. Ihre Mission war zu wichtig, als dass sie sie hätte gefährden dürfen, aber man ließ ihr nur wenig Spielraum. Langsam zog sie ihr Jagdmesser aus der Tasche ihrer Drillichhose und sah von dem Mann im schwarzen T-Shirt zu den Nachtwandlern hinüber. 'Dann mal los', flüsterte sie.
Zwei beunruhigende Geräusche folgten auf ihre Herausforderung. Das erste war ein Schlachtruf, als ein Nachtwandler sie angriff, und das zweite war der Schuss eines Polizeibeamten. Der Nachtwandler war schnell, aber das war sie auch. Sie ließ das Bündel fallen, erwischte den Nachtwandler mit einer Hand am Hals und rammte ihm mit der anderen ihre Klinge in den Leib. Sie hatte bereits drei Mal zugestochen, bis er begriff, dass er den Kürzeren gezogen hatte. Dann hämmerte sie ihm ihren Handrücken ins Gesicht, so dass sein Kopf zurückflog und den Hals entblößte. Sie schnitt ihm die Kehle durch, rammte ihm das Messer in den Schädel und schaffte sich dann den leblosen Körper mit einem Tritt aus dem Weg.
Wie aus dem Nichts stürzte sich der zweite Nachtwandler auf sie. Sie erwischte das Wesen mitten in der Luft an den Handgelenken, aber das konnte die Kreatur nicht an dem Versuch hindern, seine rasiermesserscharfen Zähne in ihre Wange zu graben. De Mona fürchtete nicht, dass der Biss sie verwandelte, aber trotzdem würde ihr Körper sich von der Infektion erholen müssen. Der Nachtwandler stieß ein paar Worte in einer unverständlichen Sprache hervor, die De Mona nicht unbedingt entziffern wollte. Dann riss die Kreatur einen Arm frei und versuchte, ihr damit den Kopf abzureißen. Sie konterte mit einem Schlag mit der flachen Hand gegen die Brust des Nachtwandlers und stieß dabei den Atem aus, den sie angehalten hatte. Sie spürte, wie die Rippen des Wesens nachgaben, und fühlte das schwache Pulsieren, als sein Herz explodierte. Obwohl das Herz eines Wirtskörpers nicht mehr schlug, ankerte dort die Macht des Dämons über den Körper, so dass man einen Dämon ebenso gut durch die Zerstörung des Herzens vernichten konnte wie durch Enthauptung.
Duck dich! Sie hörte den Befehl in ihrem Kopf, bevor sie sich gerade noch aus der Flugbahn einer Kugel drehen konnte. 'Ich mach dich fertig, du Miststück!', schrie der verrückte Cop und feuerte erneut.
De Mona griff ihn geduckt an, den Arm ausgestreckt. Ihre Faust erwischte den Officer am Bauch und schleuderte ihn von den Füßen. Sie kam hinter ihm wieder hoch, umschlang den Hals des Mannes und schüttelte ihn wie eine Stoffpuppe. Im Unterschied zu den Nachtwandlern war dieser sterbliche Mann nicht sonderlich kräftig.
'Du hast dir den falschen Dämon für deine Anbetung ausgesucht', hauchte sie ihm ins Ohr. Der Polizist zitterte, als er einen schwachen Geruch von Schwefel bemerkte. Sie riss seinen Kopf brutal zur Seite, brach sein Genick und ließ ihn dann schlaff zu Boden fallen.
Der Eingang der Gasse war jetzt frei, und ihr Verstand schrie ihr zu, endlich zu fliehen, aber jetzt hatte die Blutrunst sie gepackt, und sie brauchte ein neues Opfer. Sie wirbelte herum, fletschte die Zähne knurrend wie ein Tier und richtete ihre Wut auf den Mann im schwarzen T-Shirt. Zu ihrer Überraschung griff er sie mit einem Messer an, mit einem sehr großen Messer.
'Du hättest es mir einfach geben sollen, Miststück!' Er grinste, als er ihr das Messer in den Leib rammte. Doch sein Grinsen gefror auf seinem Gesicht, als seine Waffe beim Aufprall in zwei Teile zerbrach.
Der erschreckte Blick des Mannes zuckte von der geborstenen Messerspitze zu dem Gesicht des Mädchens, das er gejagt hatte. Der Schleier der Finsternis verdeckte immer noch die Gasse, aber in den Augen des Mädchens schimmerte ein Funken Mondlicht, was eigentlich nicht sein durfte. In diesem Moment erkannte er, was er zuvor aus Arroganz übersehen hatte.
'Du bist nicht die einzige Beute in der Stadt.' Ihre Stimme klang, als hätte sie zu viel Zähne im Mund. 'Also Sie näherte sich ihm langsam. Ihr Körper schien bei jedem Schritt größer zu werden. 'Unterhalten wir uns doch über diese Stellung als Hure, die du mir vorhin angeboten hast.'
Fünf Minuten später trat De Mona an dem Ende aus der Gasse, das sie zuvor wegen des Banns, den der Mann ausgeübt hatte, nicht hatte sehen können. Ihre Hände waren von Flecken bedeckt, die zu schwarz waren, um Blut zu sein. Sie sickerten in das Bündel. Der Gegenstand, der sich darin befand, pulsierte kurz und erstarrte dann wieder. Sie schüttelte den Nebel ab, der sich über ihren Verstand zu legen drohte, und verfluchte das Bündel. In der kurzen Zeit, in der sie es in ihrem Besitz hatte, hatte es sie schon alles und jeden gekostet, den sie gekannt hatte. Redfeather war der Name gewesen, den ihr Vater ihr sterbend genannt hatte, und sie hatte vor, ihn zu finden, koste es, was es wolle.
Der Schmerz in Sams Bauch war so stark, dass er kaum gerade gehen konnte. Sein blonder Irokesenschnitt war verfilzt und ungepflegt, und seine eigentlich strahlend blauen Augen waren trüb und matt. Der scheinbar endlose Strom von Schnodder, der aus seiner Nase lief, bildete Krusten um die Nasenlöcher herum und auf der Oberlippe, aber sein Aussehen war im Moment sein kleinstes Problem. Wenn er nicht bald einen Schuss bekam, würde er die Nacht wohl kaum überstehen.
Sam war am Eingang der Gasse stehen geblieben, um Atem zu schöpfen, als er ein schwaches Stöhnen zu hören glaubte. Er versuchte, einen Blick in die Gasse zu werfen, aber es war zu dunkel. Er wollte gerade weitergehen, als er die Stimme hörte.
'Hilfe', rief jemand schwächlich.
'Wer ist da?', fragte Sam.
'Bitte, helfen Sie mir.'
Sam beugte sich etwas nach unten, um besser sehen zu können. In dem Moment packte etwas seinen Hals. Er griff mit den Händen danach, aber seine Finger drangen einfach durch die schwarzen Tentakel. Ihr Druck war so stark, dass er weder schreien noch sich bewegen konnte. Er konnte nur leise wimmern, als die Finsternis durch jede Öffnung in seinen Körper eindrang.
2. Kapitel
'Und das war - kurz gesagt - der Aufstieg und Fall der spanischen Kolonisation der beiden Amerikas', erklärte Professor Garland, während die Studenten seiner Vorlesung gelangweilt folgten. Garland war ein Hüne von Mann mit einer unbändigen Mähne graumelierten Haars. 'Also Er richtete den Blick hinter den glasbausteindicken Gläsern seiner Brille auf die Studenten. 'Wer kann mir die Namen von dreien der letzten vier spanischen Kolonien nennen, die am Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges von den Vereinigten Staaten besetzt wurden?' Es herrschte tiefes Schweigen. 'Kommen Sie schon, wir haben die ganze letzte Woche ausschließlich über dieses Thema gesprochen, seit über sechzig Prozent von Ihnen durch meine Klausur gerasselt sind. Ich bin sicher, dass irgendjemand mir zumindest die drei nennen kann?' Er sah sich in dem Hörsaal um, doch bis auf einen jungen Mann direkt am Fenster erwiderte niemand seinen Blick. 'Also gut, dann suche ich mir jemanden aus.' Er musterte seine Studenten, bis sein Blick an einer hübschen Blondine hängen blieb, die mit ihrem BlackBerry herumspielte. 'Miss Reynolds!' Seine tiefe Stimme erschreckte die junge Frau so sehr, dass sie das Gerät fallen ließ. 'Wir warten.'
Katie sah sich hilflos um, weil sie absolut keine Ahnung hatte, worauf genau Professor Garland wartete. Sie war mehr an ihrer Facebook-Seite interessiert als an dem, was er von sich gab. 'Es tut mir leid', sagte sie etwas verlegen.
'Das wird es allerdings, Miss Reynolds; es ist nur schade, dass Sie auf diese Weise meine Zeit verschwenden', erklärte er angewidert. Professor Garland war dafür bekannt, dass er Studenten, die seiner Meinung nach unaufmerksam waren, beschimpfte. Seine Wutanfälle waren an allen Universitäten, an denen er jemals unterrichtet hatte, legendär. Angeblich waren sogar Männer deswegen in Tränen ausgebrochen, und seine Miene legte nahe, dass Katie jetzt sein nächstes Opfer sein würde.
'Kuba, Puerto Rico, Guam und die Philippinen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge', rief jemand bescheiden aus der Ecke. Alle Blicke richteten sich auf die Person, die dumm genug war, sich in Professor Garlands Fadenkreuz zu stellen, wenn der sich gerade in einen Wutanfall hineinsteigerte. Gabriel schob die Brille auf seine Nase und sah sich um. Warum starrten ihn alle an? Er war ein sehr attraktiver junger Mann mit glatter brauner Haut und schulterlangem schwarzem Haar, das er nie zu kämmen schien. Aber so attraktiv er auch sein mochte, er war ungefähr so unterhaltsam wie Professor Garlands Kurs. Gabriel war der typische ruhige Typ, der in der Ecke saß, aus dem Fenster starrte und in der Vorlesung so gut wie nie das Wort ergriff, außer wenn er etwas zu Katie Reynolds sagte. Und selbst dann sprach er immer nur leise. Doch als er Katie gerade zu Hilfe gekommen war, hatte er sehr selbstbewusst geklungen. Professor Garlands Blick bohrte sich jetzt in seinen, und er hätte sich am liebsten unsichtbar gemacht.
'Korrekt, Mr. Redfeather, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich die Frage an Sie gerichtet hätte', erwiderte Professor Garland.
'In gewisser Weise haben Sie das schon. Sie haben die Frage zunächst an jeden gestellt, der sie beantworten konnte. Ich hatte mich nur entschieden, in diesem Moment nicht zu antworten.'
Gabriel lächelte unsicher, als der ganze Kurs laut lachte. Er hatte nur aus einem einzigen Grund geantwortet, nämlich um zu vermeiden, sich vor allen Kursteilnehmern zu erbrechen.
'Also gut, Mr. Klugscheißer.' Professor Garland nahm ein dickes Geschichtsbuch vom Pult und blätterte es durch, bis er den Abschnitt fand, nach dem er suchte. 'Da Sie in diesem Thema so versiert sind, möchte ich Sie Folgendes fragen: Als Kolumbus vergeblich versucht hatte, die Unterstützung des portugiesischen Königs zu erhalten, an wen hat er sich da.
'An die Herrscher von Kastilien und Argon. Sie haben sein kleines Abenteuer finanziert, weil sie eine schnellere Route finden wollten, um die Händler in Asien zu erreichen', unterbrach ihn Gabriel triumphierend, während die Klasse ihn mit einem Chor aus Jubelschreien unterstützte. Katie warf ihm einen Kuss zu, den er in seiner Handfläche auffing, was Professor Garland nur noch mehr ärgerte.
'Sie beide kommen nach der Vorlesung zu mir.' Professor Garland knallte das Buch auf den Tisch.
Anschließend nahm er sich fast zwanzig Minuten Zeit, Gabriel und Katie für ihre unverschämte Haltung in seiner Vorlesung zusammenzustauchen. Garland verstand mit Usurpatoren, wie er sie nannte, keinen Spaß. Er war so wütend, dass Gabriel fürchtete, eine der dicken Adern in seiner Stirn könnte explodieren. Als er die beiden schließlich wegschickte, wirkte Gabriel, als würde er gleich auseinanderfallen, aber Katie konnte das Kichern kaum unterdrücken, das sich in ihrem Bauch breitmachte.
'Du warst da drin wirklich beeindruckend', sagte sie zu Gabriel, als sie durch den Korridor gingen.
'Er war mächtig sauer; ich habe schon gedacht, er bekommt gleich einen Herzinfarkt', brummte Gabriel, während er immer wieder seine Brille auf der Nase hochschob. Ein Bügel war locker, deshalb glitt sie ständig herunter.
'Das wär was. Wenn der alte Garland tot umfällt, brauchen wir vielleicht die Abschlussprüfung nicht zu machen', erwiderte Katie halb im Scherz. 'Junge, ich hätte mir fast in die Hose gemacht, als er mich nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg gefragt hat.'
'Spanisch-Amerikanischer Krieg', korrigierte Gabriel sie.
'Von mir aus.' Sie machte eine abfällige Handbewegung. 'Ich weiß weder etwas über den einen noch über den anderen, deshalb werde ich durch dieses Examen fallen und den Sommer über hier hocken müssen und den Kurs wiederholen.'
'Katie, hast du jemals in Betracht gezogen, ernsthaft zu studieren?', fragte er sie.
'Ach, studieren ist was für Blödmänner.' Sie schlug die Hand vor den Mund, als ihr klar wurde, dass sie ihn beleidigt hatte. 'Das war nicht böse gemeint, Gabe, aber ich kann einfach nicht lange genug stillsitzen, um auch nur die Hälfte dieses Mülls durchzuarbeiten.'
'Das ist kein Müll, Katie; das ist der geforderte Lernstoff für den Kurs.' Gabriel rückte den großen Stapel Bücher zurecht, den er unter dem Arm trug. Er hatte ihn kaum etwas bequemer gepackt, als ein großer junger Mann ihn anstieß und die Bücher zu Boden fielen.
'Pass auf, wo du hingehst, Trottel', warf der junge Mann über die Schulter zurück, ohne auch nur langsamer zu werden.
'Oh, warum wirst du nicht erwachsen?', rief Katie dem Jüngling nach. 'Alles klar?' Sie bückte sich und half Gabriel, die Bücher aufzuheben.
'Ja, kein Problem', log er. Dass Katie gesehen hatte, was passiert war, ärgerte ihn mehr als die eigentliche Provokation. Während sie ihm half, die Bücher aufzuheben, streifte eine Strähne ihres Haars sein Gesicht. Er atmete tief ihren Duft ein. Er liebte ihren Geruch. Katie strahlte einen natürlich süßen Duft aus, wie eine Blume, gemischt mit ihrem Shampoo. Diesen Geruch würde er immer erkennen. Erneut schweiften seine Gedanken ab. Was wäre, wenn
'Gabriel, du musst wirklich lernen, dich durchzusetzen', sagte sie ihm, während sie das letzte Buch auf den Stapel legte. 'Wenn du so viele Bücher herumschleppen kannst, bist du bestimmt stark wie ein Bär.' Sie kniff ihm spielerisch in den Bizeps. Er fühlte sich an wie Stahl.
'Ich kann mich auch durchsetzen, aber nur, wenn ich an die Sache glaube', erwiderte er.
'Welche Sache könnte sich mehr lohnen als die, die Leute davon abzuhalten, auf dir herumzuhacken?'
'Die größten Schlachten werden mit unseren Köpfen und unseren Herzen gefochten', antwortete Gabriel gewichtig.
'Aber dein Herz kann nicht verhindern, dass dir der Schädel eingeschlagen wird.' Sie klopfte mit dem Knöchel leicht gegen seine Stirn. Er sah sie immer noch mit diesem unschuldigen Blick an, also gab sie es auf. 'Wie ich gerade sagte, ich weiß, dass nur ein Wunder mich durch die Abschlussprüfung in Professor Garlands Geschichtskurs bringen kann.'
'Dann solltest du in die Kirche gehen und anfangen zu beten', erwiderte Gabriel und ging weiter.
'Moment, Gabe.' Sie holte ihn rasch ein. 'Ich hatte eigentlich gehofft.'
'Nein, Katie', unterbrach er sie.
'Du hast mich noch nicht einmal aussprechen lassen.'
'Das macht nichts, die Antwort ist trotzdem nein.'
'Gabe, ich brauche nur ein bisschen Hilfe.' Sie streichelte seine Wange.
Im siebzehnten Jahrhundert fegte eine übernatürliche Anomalie über ganz Europa hinweg und hinterließ eine Spur aus Chaos und Tod. Schließlich kam sie in Neapel zum Stillstand, wo sie sich als ein Sturm manifestierte, der sogar die Sonne auslöschte. Die Einwohner nannten ihn den Dunklen Sturm.
Die Wucht dieses Orkans war so gewaltig, dass sie einen Riss in der Dimensionsbarriere erzeugte, die das Reich der Menschen und der Dämonen voneinander trennte, was die Mächte der Hölle auf die Erde losließ. Die Dämonen verbreiteten Angst und Vernichtung bei dem Versuch, im Menschenreich Fuß zu fassen.
Die Anführer der Provinzen, die in der Nähe des Risses lagen, entsandten Truppen, die gegen diese neuen Feinde kämpfen sollten. Sie wurden allesamt abgeschlachtet oder dem Willen dieser dunklen Kreaturen unterworfen, die durch den Riss gedrungen waren. Nachdem ihre Streitkräfte fast vollständig aufgerieben worden waren, erkannten die Anführer der Großen Nationen, dass es mehr als nur gewöhnlicher Soldaten bedurfte, um dieser Bedrohung Herr zu werden. Emissäre all jener Länder, in welche die Dämonen eingefallen waren, versammelten sich im Vatikan, um eine Audienz bei dem guten und weisen Papst Alexander X. zu erbitten.
Der Papst war eine unerschütterliche Säule, was die Inbrunst seines Glaubens anging, aber selbst er begriff, dass es mehr als nur Gebete brauchte, um diese Invasion zurückzudrängen. Es wurde neben dem Wort Gottes auch Stahl benötigt, um diese Feinde zu vertreiben. Papst Alexander entsandte daraufhin seine zwölf vertrauenswürdigsten Kardinäle in die entferntesten Winkel der Erde, um Krieger um sich zu scharen, die reinen Herzens, unerschütterlichen Glaubens und von der Hand ihres Gottes berührt waren, auf dass sie sich gegen diese Bedrohung stemmten. Diese zwölf Männer leisteten jeder einen Schwur vollkommener Geheimhaltung und Loyalität auf die Kirche und bildeten fortan den Orden der Ritter Jesu. Außer ihren gottgegebenen Talenten wurden sie mit einem der bestgehüteten Geheimnisse des Vatikans ausgestattet, mit den Waffen der Ersten Wache.
Die Erste Wache hatte aus zwölf römischen Soldaten bestanden, die mit Jesus und seiner Mission sympathisiert und ihn heimlich beschützt hatten, bis sie schließlich entdeckt und wegen dieses Verbrechens hingerichtet wurden. Ihre Waffen waren ihr wertvollstes Gut gewesen, und so glaubte man, dass die Kraft ihres Glaubens in ihnen ruhte. Mit diesen Kriegswerkzeugen ausgerüstet, waren die zwölf Ordensritter zur letzten Waffe der Kirche geworden, aber der dreizehnte war es, aus dem sie ihre Stärke zogen.
Bischof Michael Francisco.
Der Bischof war Alexanders Lieblingsschüler innerhalb der Kirche und einer seiner besten Hauptmänner auf dem Schlachtfeld. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, der Bischof sei ein blutrünstiger Fanatiker, der sich höchst brutaler Methoden bediene, um das Wort seines Papstes zu verbreiten, doch weil er Alexanders Gunst besaß, wagte es niemand, sich ihm in den Weg zu stellen. Und jetzt war er auserwählt, die Ritter Jesu anzuführen. Dafür erhielt er einen der größten Schätze der Kirche, den
Nimrod, einen mit Juwelen besetzten Dreizack, dem eine unermessliche Macht innewohnte.
Es rankten sich viele Geschichten um diesen Nimrod, deren verbreitetste wohl auch der Wahrheit am nächsten kam. Er war angeblich von Heiligen geschmiedet und mit den Tränen von Engeln gekühlt worden. Die Waffe war ein Geschenk an Neptun gewesen, den wahren König der Stürme und den Hüter der Meere. Neptun besaß diesen Nimrod beinahe ein Jahrtausend lang, was ihm die Aufmerksamkeit und schließlich die Feindschaft von Thanos einbrachte, dem Gott des Todes.
Der eifersüchtige Thanos rekrutierte einen jungen ägyptischen Kriegsherrn namens Ezrah und seine Piratenmannschaft, die Sheut, die Neptun den Dreizack entwenden sollten. Es gelang Ezrah tatsächlich, den Nimrod zu stehlen, aber er wurde von den Tempelrittern gefangen genommen, bevor er seine Beute abliefern konnte. Der Ägypter musste zusehen, wie seine Mannschaft im Unterdeck seines Schiffes, der Jihad, eingeschlossen und bei lebendigem Leib verbrannt wurde. Als das große Schiff nur noch ein rauchendes Skelett war, fesselten die Templer Ezrah an Händen und Füßen und warfen ihn in dasselbe Meer, das er so lange unsicher gemacht hatte. Sie wollten ihn ertrinken lassen, hatten ihre Rechnung jedoch ohne den Totengott gemacht. Thanos hatte seine eigenen Pläne.
Sämtliche Sklaven, die von der Jihad gerettet worden waren, wurden anschließend umgebracht, um das Massaker zu kaschieren, alle bis auf einen trotzigen Jungen, der den Hauptmann der Templer amüsierte. Er brachte ihn in den Vatikan und führte ihn vor Alexander, der damals noch Kardinal war. Dieser war ebenfalls von dem starken Willen des Jungen beeindruckt und beschloss, ihn als Schüler aufzunehmen. Alexander gab ihm den christlichen Namen Michael Francisco und führte ihn auf den Weg Jesu.
Unter Alexander entwickelte sich Michael zum würdigen Katholiken, stürzte sich inbrünstig auf seinen neugefundenen Glauben und stieg rasch bis zum Bischof auf. Obwohl er einer der intelligentesten und lernbegierigsten Studenten unter Alexanders Mündeln war, war dies nur einer der Gründe, warum er zum Anführer der Ritter Jesu bestimmt wurde. Wie Neptun war auch Michael ein Kind des Meeres, und wie die Kardinäle gehofft hatten, erwachte die schlummernde Macht der Waffe in seinen Händen zum Leben. Mit dem Segen seines Heiligen Vaters und gewappnet mit geweihten Waffen führte der Bischof seine Ordensritter in das Auge des Sturms.
Es folgte eine Schlacht von wahrhaft historischen Ausmaßen, die dennoch niemals in die Annalen der Geschichte aufgenommen werden sollte. Sieben Tage und sieben Nächte lang rangen die beiden Parteien miteinander, gewannen weder an Boden, noch wichen sie zurück. In der siebten Nacht jedoch wendeten die Ritter das Blatt, und die Dämonen begannen zu wanken. Der Sieg war nah.
Obwohl der Bischof einer der ergebensten Gefolgsleute des Papstes war, war er nur ein Mensch und daher unvollkommen. Sein Hauptmann und engster Freund Titus arrangierte ein geheimes Treffen zwischen dem Bischof und dem Dämonenlord Belthon. Belthon versprach, dem Bischof die Macht der Götter zu verleihen, falls er dafür einen unheiligen Pakt einginge: Er könnte sämtliche anderen Dämonen in ihr Reich zurücktreiben, würde jedoch Belthon einen kleinen Teil der Welt überlassen. Der Bischof überlegte und kam zu dem Schluss, das sei ein kleines Opfer, gemessen an den Millionen von Seelen, die er mit seiner neu gewonnenen Macht reinigen könnte. Er ging auf das Angebot des Dämonenlords ein, und das führte seinen eigenen Untergang herbei.
Die Ritter, die dem Bischof treu ergeben waren, folgten ihm blind, nichts von dem Handel ahnend, den Michael mit dem Dunklen Herrscher geschlossen hatte. Als die Dämonen bis auf wenige Horden vernichtet worden waren, beschloss Titus, die Bedingungen des Handels zu verändern. Belthon würde seinen kleinen Sieg bekommen, aber er selbst, Titus, würde es sein, der zum Gott aufsteigen würde. Im Schutze der Nacht nahm Titus den Dreizack und erstach damit den Bischof.
Als Michael blutend auf der kalten, regendurchweichten Erde lag, richtete er einige Abschiedsworte an seinen einstigen Freund. 'Hör mich an, und höre gut, denn diese Worte werden dich bis ans Ende deiner Tage verfolgen. Du hast meine Waffe und meine Macht gestohlen, aber beides kann niemals von mir getrennt werden', verkündete der Bischof höhnisch. Je näher er dem Tode kam, desto stärker wütete der Sturm. 'Ich verfluche dich, Titus, Meuchler deines Bruders.' Der Bischof kroch zu Titus, bis er seine Füße erreichte. Ritter und Dämonen wichen zurück, Titus jedoch wankte nicht. Selbst als der Bischof sich aufrichtete und ihm in die Augen blickte, gab Titus nicht nach. 'Du hast mich also mit dem Dreizack niedergestochen', fuhr der Bischof fort. 'So wisse denn, dass diese unerbittlichen Zacken auch den Geschmack deines Blutes noch kosten werden. Und wenn dieser Tag kommt, dann werde ich es sein, der in deine Augen starrt, während du deine letzten Atemzüge tust.' Die Augen des Bischofs brachen, und er erschlaffte zu Titus' Füßen.
Mit einem wissenden Lächeln rief Belthon die Sheut, um die Seele des Bischofs gefangen zu nehmen und zu den anderen zu schaffen, die er während der Belagerung bereits erbeutet hatte. Die Lebenskraft der heiligen Männer würde zum Reich der Toten gebracht, wo sie König Morbius' finsteren Plänen dienen sollte. Doch als die geisterhaften Dämonen versuchten, der Seele des Bischofs habhaft zu werden, geschah etwas vollkommen Unerwartetes: Der Nimrod erwachte glühend zum Leben. Wie sich herausstellte, war die Waffe noch nicht bereit, sich von ihrem Träger zu trennen. Ritter und Dämonen sahen voller Entsetzen zu, wie der Dreizack die Seele des Bischofs in sich aufsog.
Ein Ritter namens Redfeather, der Repräsentant der Büffeljäger, ergriff den Nimrod und wurde sofort von seiner Macht überwältigt. Er hörte das Flüstern des Bischofs aus dem Großen Jenseits und richtete die Waffe auf den Verräter. Sein Stoß traf das Ziel, und der Nimrod drang tief in Titus' Brust ein, aber Redfeather war im Umgang mit dem Dreizack nicht ausgebildet, so dass bei dem Stoß die mittlere Zacke des Nimrods abbrach und in der Brust des Verräters stecken blieb. Das setzte die gesamte Magie der Waffe frei, und sie verzehrte alle, Freund und Feind gleichermaßen. Erst als der Blutdurst des Bischofs gestillt war, gab die Waffe Ruhe, sog den Sturm in sich auf und schloss den Riss. Die meisten Dämonen waren vernichtet oder durch den Riss in ihr Reich zurückgesaugt worden. Die wenigen, denen die Flucht gelang, zogen sich bis in die entferntesten Winkel der Welt zurück, wo sie sich neu formierten und auf den Tag vorbereiteten, an dem sie erneut versuchen wollten, die Herrschaft über die Welt der Menschen zu erlangen.
Fast vierhundert Jahre später war ihre Zeit gekommen.
1. Kapitel
Lauf! Der Gedanke gellte so laut durch ihr Gehirn, dass ihre Schläfen schmerzten. Sie fuhr herum, um ihrem Cousin Michael eine Warnung zuzurufen, aber seine Rippenknochen hatten bereits seine Bauchdecke durchbohrt. Der zweite Schuss durchtrennte die Verbindung zwischen Schulter und Schlüsselbein. Michael fiel zu Boden, und seine leblosen Augen starrten seine Cousine an. Sie schrie ihm innerlich zu, aufzustehen, aber sie wusste, dass sein Blut zu schwach war, um die Wunde zu heilen.
Beim Klang der sich nähernden Sirenen schnellte ihr Kopf nach hinten. Sie sah in der Ferne die Lichter blitzen, aber das Gesetz würde ihnen keine Rettung bringen. Eine weitere Kugel zerschmetterte die Scheibe des Wagens, neben dem sie stand, und sie ging in Deckung. Sie lehnte sich mit dem Rücken an den Wagen, das Bündel fest an die Brust gepresst. Sie konnte den Mörder ihres Cousins nicht sehen, wusste aber, dass er irgendwo da draußen lauerte und dass sie die Nächste auf seiner Liste war, es sei denn, sie unternahm etwas dagegen.
De Mona rannte über die Straße, das in Hanf gewickelte Bündel eng an sich gedrückt. Der beißende Geruch von frischen Nelken brannte in ihrer Nase, aber das war ein notwendiges Übel. Als sie auf die Straße hinauslief, wurde sie von den Scheinwerfern eines Wagens geblendet. Der Fahrer machte eine Vollbremsung, aber er kam nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Der Aufprall schleuderte De Mona durch die Luft; dann rutschte sie über den Asphalt, bevor sie schließlich gegen die Stoßstange eines parkenden Wagens krachte.
'Um Gottes willen!' Der Fahrer sprang aus dem alten Ford. Als er die junge Frau ausgestreckt am Boden liegen sah, schickte er ein Stoßgebet zum Himmel und hoffte, dass sie noch lebte. Aber aufgrund der Geschwindigkeit, mit der er sie erwischt hatte, sah es nicht gut für sie aus. Er hörte die Polizeisirenen in der Ferne, und sie kamen immer näher. Der Mann hatte gerade den Finger an ihren Hals gelegt, um nach ihrem Puls zu tasten, als das Mädchen die Augen aufschlug. Im nächsten Moment stand sie wieder auf den Beinen und sah sich um. Sie konnte den Mörder ihres Cousins zwar immer noch nicht sehen, aber sie wusste, dass er da draußen auf sie lauerte. Sie schnappte sich das Jutebündel und wich vorsichtig zurück.
'Himmel, geht es Ihnen gut? Ich habe Sie überhaupt nicht gesehen.' Der Fahrer folgte ihr. 'Hören Sie. Er sah zur Seite, auf die Lichter der Polizeiwagen, die noch ein gutes Stück entfernt waren. 'Jeden Moment wird Hilfe hier sein. Wenn es Ihnen gut geht, dann mache ich einfach. Weiter kam er nicht, denn die Kugel schlug in seine rechte Wange ein, und sein Blut spritzte über De Mona. Unheimlich waberte die Finsternis heran und verschluckte den Leichnam des Mannes.
Ein Tentakel der Dunkelheit umschlang De Monas Knöchel und riss sie zu Boden. Je mehr sie sich wehrte, desto fester umschlang die Finsternis ihre Beine. Sie hatte schon ihre Taille erreicht und arbeitete sich weiter voran, aber als sie an das Bündel kam, zuckte sie zurück, als hätte sie Schmerzen. De Mona nahm alle Kraft zusammen und schaffte es, sich mit heftigen Tritten von dem dunklen Band zu befreien. Sie rappelte sich unbeholfen hoch. Die Finsternis unternahm einen zweiten Versuch, aber De Mona hatte bereits die Straße überquert. An der
Ecke hielt sie einen Moment inne und warf einen Blick zurück. Keine gute Idee. Die Finsternis öffnete ihren Schlund und spie drei Männer aus. Der Letzte war der Schütze. Sein Gesicht und seine Uniform waren blutverschmiert, aber das schien ihn nicht zu stören. Er legte den Dienstrevolver an und versuchte, De Mona ins Visier zu nehmen. Er war zu langsam, um sie zu Fuß einholen zu können, aber die beiden, die die Jagd anführten, näherten sich ihr beunruhigend schnell. Sie sahen aus wie die Billigversion von Siegfried & Roy, aber die verfaulten Hautpartien auf ihren Gesichtern verrieten, was sie in Wirklichkeit waren: Nachtwandler.
De Mona zwang mit reiner Willensanstrengung all ihre Kraft in ihre Beine und stürmte vor ihren Verfolgern her. Sie hatte etwa einen halben Block Vorsprung und vergrößerte ihren Abstand noch, doch irgendwann würde sie müde werden, im Gegensatz zu ihnen, und dann wäre es vorbei, es sei denn, ihr war bis dahin ein Plan eingefallen. Wie eine Antwort auf ihre Gebete sah sie ein paar Meter vor sich den Eingang zu einer Gasse. Sie rannte schneller, hielt sich an einer Laterne fest, schwang sich daran herum und schleuderte sich selbst in die Gasse hinein. Als sie in den kühlen Schatten trat, erkannte sie, dass das ein Fehler gewesen war.
Die Laterne am Rand des Bordsteins leuchtete zwar noch, aber ihr Lichtstrahl hörte wie abgeschnitten an der Einmündung der Gasse auf. Es war fast so, als würde der Schatten das Licht verschlucken. Es war eine Falle, und sie war direkt hineingerannt.
'Schau nicht so grimmig drein, Kind', sagte die Finsternis unmittelbar vor ihr. Im nächsten Moment trat ein Mann heraus, der eine verblichene Jeans und ein schwarzes T-Shirt trug. Auf seinen Armen bemerkte De Mona Tätowierungen, in denen sie
Symbole der Schwarzen Magie erkannte. Obwohl sein Gesicht liebenswürdig wirkte, verhieß der unnatürliche Glanz in seinen Augen Ärger. 'Gib es mir, und ich behalte dich als meine Hure, anstatt dich Titus'Willkür auszuliefern.'
'Halte dich von mir fern, zur Hölle!', knurrte De Mona und wich langsam zur Straße zurück. Sie spielte mit dem Gedanken, wegzurennen, doch diese Idee erledigte sich von selbst, denn die drei Männer, die sie verfolgt hatten, blockierten den Eingang der Gasse. Sie saß wirklich in der Falle.
'Du weißt, warum ich gekommen bin.' Die Augen des Mannes zuckten, und die Finsternis schien das Weiß der Augäpfel ganz auszufüllen. De Mona spürte, wie sich die Härchen auf ihrer Haut aufrichteten, und wusste, dass das hier ein harter Brocken für sie sein würde.
Wenn die Dämonen die Handlanger der Hölle waren, dann waren die Nachtwandler ihr Fußvolk. Sie waren niedere Dämonen und Poltergeister, die sich in den Körpern der Toten einnisten konnten, vorausgesetzt, die Leute waren ermordet worden oder auf tragische Weise ums Leben gekommen. Obwohl die Nachtwandler dabei häufig ihre übernatürliche Kraft behielten, konnten sie nicht ihre ganze Macht aus dem Nichts mit herüberbringen. Dadurch wurden sie zu wenig mehr als geistesschwachen Sklaven, die Belthon für die Aussicht auf Chaos zu Diensten waren.
Bei den mächtigeren Dämonen verhielt es sich anders. Weil ihre Macht bereits im Nichts größer war, konnten sie nicht nur mehr von ihrer Kraft mitbringen, sondern sie konnten auch lebende Wirte befallen. Es kursierten genug Geschichten über Dämonen, die den Schwachen oder Kranken verlockende Versprechungen gemacht hatten, wobei sie allerdings tunlichst vermieden hatten zu erwähnen, dass die Seele des Wirts den Platz des Dämons in der Hölle einnehmen musste, so lange, bis dieser den Körper wieder zurückgab oder vernichtet wurde. Der Mann im schwarzen T-Shirt schien genau so ein Fall zu sein.
'Es gibt keine Fluchtmöglichkeit.' Er lächelte und entblößte dabei seine scharfen Reißzähne und seinen schwarzen Gaumen. 'Du wirst es hergeben müssen, lebendig oder tot.'
De Mona versuchte ihre Furcht zu beherrschen, was ihr jedoch sehr schwer fiel. Ihre Finger krümmten sich bereits unwillkürlich zu harten Klauen. Sie verlor die Kontrolle, und genau das konnte sie sich nicht leisten. Ihre Mission war zu wichtig, als dass sie sie hätte gefährden dürfen, aber man ließ ihr nur wenig Spielraum. Langsam zog sie ihr Jagdmesser aus der Tasche ihrer Drillichhose und sah von dem Mann im schwarzen T-Shirt zu den Nachtwandlern hinüber. 'Dann mal los', flüsterte sie.
Zwei beunruhigende Geräusche folgten auf ihre Herausforderung. Das erste war ein Schlachtruf, als ein Nachtwandler sie angriff, und das zweite war der Schuss eines Polizeibeamten. Der Nachtwandler war schnell, aber das war sie auch. Sie ließ das Bündel fallen, erwischte den Nachtwandler mit einer Hand am Hals und rammte ihm mit der anderen ihre Klinge in den Leib. Sie hatte bereits drei Mal zugestochen, bis er begriff, dass er den Kürzeren gezogen hatte. Dann hämmerte sie ihm ihren Handrücken ins Gesicht, so dass sein Kopf zurückflog und den Hals entblößte. Sie schnitt ihm die Kehle durch, rammte ihm das Messer in den Schädel und schaffte sich dann den leblosen Körper mit einem Tritt aus dem Weg.
Wie aus dem Nichts stürzte sich der zweite Nachtwandler auf sie. Sie erwischte das Wesen mitten in der Luft an den Handgelenken, aber das konnte die Kreatur nicht an dem Versuch hindern, seine rasiermesserscharfen Zähne in ihre Wange zu graben. De Mona fürchtete nicht, dass der Biss sie verwandelte, aber trotzdem würde ihr Körper sich von der Infektion erholen müssen. Der Nachtwandler stieß ein paar Worte in einer unverständlichen Sprache hervor, die De Mona nicht unbedingt entziffern wollte. Dann riss die Kreatur einen Arm frei und versuchte, ihr damit den Kopf abzureißen. Sie konterte mit einem Schlag mit der flachen Hand gegen die Brust des Nachtwandlers und stieß dabei den Atem aus, den sie angehalten hatte. Sie spürte, wie die Rippen des Wesens nachgaben, und fühlte das schwache Pulsieren, als sein Herz explodierte. Obwohl das Herz eines Wirtskörpers nicht mehr schlug, ankerte dort die Macht des Dämons über den Körper, so dass man einen Dämon ebenso gut durch die Zerstörung des Herzens vernichten konnte wie durch Enthauptung.
Duck dich! Sie hörte den Befehl in ihrem Kopf, bevor sie sich gerade noch aus der Flugbahn einer Kugel drehen konnte. 'Ich mach dich fertig, du Miststück!', schrie der verrückte Cop und feuerte erneut.
De Mona griff ihn geduckt an, den Arm ausgestreckt. Ihre Faust erwischte den Officer am Bauch und schleuderte ihn von den Füßen. Sie kam hinter ihm wieder hoch, umschlang den Hals des Mannes und schüttelte ihn wie eine Stoffpuppe. Im Unterschied zu den Nachtwandlern war dieser sterbliche Mann nicht sonderlich kräftig.
'Du hast dir den falschen Dämon für deine Anbetung ausgesucht', hauchte sie ihm ins Ohr. Der Polizist zitterte, als er einen schwachen Geruch von Schwefel bemerkte. Sie riss seinen Kopf brutal zur Seite, brach sein Genick und ließ ihn dann schlaff zu Boden fallen.
Der Eingang der Gasse war jetzt frei, und ihr Verstand schrie ihr zu, endlich zu fliehen, aber jetzt hatte die Blutrunst sie gepackt, und sie brauchte ein neues Opfer. Sie wirbelte herum, fletschte die Zähne knurrend wie ein Tier und richtete ihre Wut auf den Mann im schwarzen T-Shirt. Zu ihrer Überraschung griff er sie mit einem Messer an, mit einem sehr großen Messer.
'Du hättest es mir einfach geben sollen, Miststück!' Er grinste, als er ihr das Messer in den Leib rammte. Doch sein Grinsen gefror auf seinem Gesicht, als seine Waffe beim Aufprall in zwei Teile zerbrach.
Der erschreckte Blick des Mannes zuckte von der geborstenen Messerspitze zu dem Gesicht des Mädchens, das er gejagt hatte. Der Schleier der Finsternis verdeckte immer noch die Gasse, aber in den Augen des Mädchens schimmerte ein Funken Mondlicht, was eigentlich nicht sein durfte. In diesem Moment erkannte er, was er zuvor aus Arroganz übersehen hatte.
'Du bist nicht die einzige Beute in der Stadt.' Ihre Stimme klang, als hätte sie zu viel Zähne im Mund. 'Also Sie näherte sich ihm langsam. Ihr Körper schien bei jedem Schritt größer zu werden. 'Unterhalten wir uns doch über diese Stellung als Hure, die du mir vorhin angeboten hast.'
Fünf Minuten später trat De Mona an dem Ende aus der Gasse, das sie zuvor wegen des Banns, den der Mann ausgeübt hatte, nicht hatte sehen können. Ihre Hände waren von Flecken bedeckt, die zu schwarz waren, um Blut zu sein. Sie sickerten in das Bündel. Der Gegenstand, der sich darin befand, pulsierte kurz und erstarrte dann wieder. Sie schüttelte den Nebel ab, der sich über ihren Verstand zu legen drohte, und verfluchte das Bündel. In der kurzen Zeit, in der sie es in ihrem Besitz hatte, hatte es sie schon alles und jeden gekostet, den sie gekannt hatte. Redfeather war der Name gewesen, den ihr Vater ihr sterbend genannt hatte, und sie hatte vor, ihn zu finden, koste es, was es wolle.
Der Schmerz in Sams Bauch war so stark, dass er kaum gerade gehen konnte. Sein blonder Irokesenschnitt war verfilzt und ungepflegt, und seine eigentlich strahlend blauen Augen waren trüb und matt. Der scheinbar endlose Strom von Schnodder, der aus seiner Nase lief, bildete Krusten um die Nasenlöcher herum und auf der Oberlippe, aber sein Aussehen war im Moment sein kleinstes Problem. Wenn er nicht bald einen Schuss bekam, würde er die Nacht wohl kaum überstehen.
Sam war am Eingang der Gasse stehen geblieben, um Atem zu schöpfen, als er ein schwaches Stöhnen zu hören glaubte. Er versuchte, einen Blick in die Gasse zu werfen, aber es war zu dunkel. Er wollte gerade weitergehen, als er die Stimme hörte.
'Hilfe', rief jemand schwächlich.
'Wer ist da?', fragte Sam.
'Bitte, helfen Sie mir.'
Sam beugte sich etwas nach unten, um besser sehen zu können. In dem Moment packte etwas seinen Hals. Er griff mit den Händen danach, aber seine Finger drangen einfach durch die schwarzen Tentakel. Ihr Druck war so stark, dass er weder schreien noch sich bewegen konnte. Er konnte nur leise wimmern, als die Finsternis durch jede Öffnung in seinen Körper eindrang.
2. Kapitel
'Und das war - kurz gesagt - der Aufstieg und Fall der spanischen Kolonisation der beiden Amerikas', erklärte Professor Garland, während die Studenten seiner Vorlesung gelangweilt folgten. Garland war ein Hüne von Mann mit einer unbändigen Mähne graumelierten Haars. 'Also Er richtete den Blick hinter den glasbausteindicken Gläsern seiner Brille auf die Studenten. 'Wer kann mir die Namen von dreien der letzten vier spanischen Kolonien nennen, die am Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges von den Vereinigten Staaten besetzt wurden?' Es herrschte tiefes Schweigen. 'Kommen Sie schon, wir haben die ganze letzte Woche ausschließlich über dieses Thema gesprochen, seit über sechzig Prozent von Ihnen durch meine Klausur gerasselt sind. Ich bin sicher, dass irgendjemand mir zumindest die drei nennen kann?' Er sah sich in dem Hörsaal um, doch bis auf einen jungen Mann direkt am Fenster erwiderte niemand seinen Blick. 'Also gut, dann suche ich mir jemanden aus.' Er musterte seine Studenten, bis sein Blick an einer hübschen Blondine hängen blieb, die mit ihrem BlackBerry herumspielte. 'Miss Reynolds!' Seine tiefe Stimme erschreckte die junge Frau so sehr, dass sie das Gerät fallen ließ. 'Wir warten.'
Katie sah sich hilflos um, weil sie absolut keine Ahnung hatte, worauf genau Professor Garland wartete. Sie war mehr an ihrer Facebook-Seite interessiert als an dem, was er von sich gab. 'Es tut mir leid', sagte sie etwas verlegen.
'Das wird es allerdings, Miss Reynolds; es ist nur schade, dass Sie auf diese Weise meine Zeit verschwenden', erklärte er angewidert. Professor Garland war dafür bekannt, dass er Studenten, die seiner Meinung nach unaufmerksam waren, beschimpfte. Seine Wutanfälle waren an allen Universitäten, an denen er jemals unterrichtet hatte, legendär. Angeblich waren sogar Männer deswegen in Tränen ausgebrochen, und seine Miene legte nahe, dass Katie jetzt sein nächstes Opfer sein würde.
'Kuba, Puerto Rico, Guam und die Philippinen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge', rief jemand bescheiden aus der Ecke. Alle Blicke richteten sich auf die Person, die dumm genug war, sich in Professor Garlands Fadenkreuz zu stellen, wenn der sich gerade in einen Wutanfall hineinsteigerte. Gabriel schob die Brille auf seine Nase und sah sich um. Warum starrten ihn alle an? Er war ein sehr attraktiver junger Mann mit glatter brauner Haut und schulterlangem schwarzem Haar, das er nie zu kämmen schien. Aber so attraktiv er auch sein mochte, er war ungefähr so unterhaltsam wie Professor Garlands Kurs. Gabriel war der typische ruhige Typ, der in der Ecke saß, aus dem Fenster starrte und in der Vorlesung so gut wie nie das Wort ergriff, außer wenn er etwas zu Katie Reynolds sagte. Und selbst dann sprach er immer nur leise. Doch als er Katie gerade zu Hilfe gekommen war, hatte er sehr selbstbewusst geklungen. Professor Garlands Blick bohrte sich jetzt in seinen, und er hätte sich am liebsten unsichtbar gemacht.
'Korrekt, Mr. Redfeather, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich die Frage an Sie gerichtet hätte', erwiderte Professor Garland.
'In gewisser Weise haben Sie das schon. Sie haben die Frage zunächst an jeden gestellt, der sie beantworten konnte. Ich hatte mich nur entschieden, in diesem Moment nicht zu antworten.'
Gabriel lächelte unsicher, als der ganze Kurs laut lachte. Er hatte nur aus einem einzigen Grund geantwortet, nämlich um zu vermeiden, sich vor allen Kursteilnehmern zu erbrechen.
'Also gut, Mr. Klugscheißer.' Professor Garland nahm ein dickes Geschichtsbuch vom Pult und blätterte es durch, bis er den Abschnitt fand, nach dem er suchte. 'Da Sie in diesem Thema so versiert sind, möchte ich Sie Folgendes fragen: Als Kolumbus vergeblich versucht hatte, die Unterstützung des portugiesischen Königs zu erhalten, an wen hat er sich da.
'An die Herrscher von Kastilien und Argon. Sie haben sein kleines Abenteuer finanziert, weil sie eine schnellere Route finden wollten, um die Händler in Asien zu erreichen', unterbrach ihn Gabriel triumphierend, während die Klasse ihn mit einem Chor aus Jubelschreien unterstützte. Katie warf ihm einen Kuss zu, den er in seiner Handfläche auffing, was Professor Garland nur noch mehr ärgerte.
'Sie beide kommen nach der Vorlesung zu mir.' Professor Garland knallte das Buch auf den Tisch.
Anschließend nahm er sich fast zwanzig Minuten Zeit, Gabriel und Katie für ihre unverschämte Haltung in seiner Vorlesung zusammenzustauchen. Garland verstand mit Usurpatoren, wie er sie nannte, keinen Spaß. Er war so wütend, dass Gabriel fürchtete, eine der dicken Adern in seiner Stirn könnte explodieren. Als er die beiden schließlich wegschickte, wirkte Gabriel, als würde er gleich auseinanderfallen, aber Katie konnte das Kichern kaum unterdrücken, das sich in ihrem Bauch breitmachte.
'Du warst da drin wirklich beeindruckend', sagte sie zu Gabriel, als sie durch den Korridor gingen.
'Er war mächtig sauer; ich habe schon gedacht, er bekommt gleich einen Herzinfarkt', brummte Gabriel, während er immer wieder seine Brille auf der Nase hochschob. Ein Bügel war locker, deshalb glitt sie ständig herunter.
'Das wär was. Wenn der alte Garland tot umfällt, brauchen wir vielleicht die Abschlussprüfung nicht zu machen', erwiderte Katie halb im Scherz. 'Junge, ich hätte mir fast in die Hose gemacht, als er mich nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg gefragt hat.'
'Spanisch-Amerikanischer Krieg', korrigierte Gabriel sie.
'Von mir aus.' Sie machte eine abfällige Handbewegung. 'Ich weiß weder etwas über den einen noch über den anderen, deshalb werde ich durch dieses Examen fallen und den Sommer über hier hocken müssen und den Kurs wiederholen.'
'Katie, hast du jemals in Betracht gezogen, ernsthaft zu studieren?', fragte er sie.
'Ach, studieren ist was für Blödmänner.' Sie schlug die Hand vor den Mund, als ihr klar wurde, dass sie ihn beleidigt hatte. 'Das war nicht böse gemeint, Gabe, aber ich kann einfach nicht lange genug stillsitzen, um auch nur die Hälfte dieses Mülls durchzuarbeiten.'
'Das ist kein Müll, Katie; das ist der geforderte Lernstoff für den Kurs.' Gabriel rückte den großen Stapel Bücher zurecht, den er unter dem Arm trug. Er hatte ihn kaum etwas bequemer gepackt, als ein großer junger Mann ihn anstieß und die Bücher zu Boden fielen.
'Pass auf, wo du hingehst, Trottel', warf der junge Mann über die Schulter zurück, ohne auch nur langsamer zu werden.
'Oh, warum wirst du nicht erwachsen?', rief Katie dem Jüngling nach. 'Alles klar?' Sie bückte sich und half Gabriel, die Bücher aufzuheben.
'Ja, kein Problem', log er. Dass Katie gesehen hatte, was passiert war, ärgerte ihn mehr als die eigentliche Provokation. Während sie ihm half, die Bücher aufzuheben, streifte eine Strähne ihres Haars sein Gesicht. Er atmete tief ihren Duft ein. Er liebte ihren Geruch. Katie strahlte einen natürlich süßen Duft aus, wie eine Blume, gemischt mit ihrem Shampoo. Diesen Geruch würde er immer erkennen. Erneut schweiften seine Gedanken ab. Was wäre, wenn
'Gabriel, du musst wirklich lernen, dich durchzusetzen', sagte sie ihm, während sie das letzte Buch auf den Stapel legte. 'Wenn du so viele Bücher herumschleppen kannst, bist du bestimmt stark wie ein Bär.' Sie kniff ihm spielerisch in den Bizeps. Er fühlte sich an wie Stahl.
'Ich kann mich auch durchsetzen, aber nur, wenn ich an die Sache glaube', erwiderte er.
'Welche Sache könnte sich mehr lohnen als die, die Leute davon abzuhalten, auf dir herumzuhacken?'
'Die größten Schlachten werden mit unseren Köpfen und unseren Herzen gefochten', antwortete Gabriel gewichtig.
'Aber dein Herz kann nicht verhindern, dass dir der Schädel eingeschlagen wird.' Sie klopfte mit dem Knöchel leicht gegen seine Stirn. Er sah sie immer noch mit diesem unschuldigen Blick an, also gab sie es auf. 'Wie ich gerade sagte, ich weiß, dass nur ein Wunder mich durch die Abschlussprüfung in Professor Garlands Geschichtskurs bringen kann.'
'Dann solltest du in die Kirche gehen und anfangen zu beten', erwiderte Gabriel und ging weiter.
'Moment, Gabe.' Sie holte ihn rasch ein. 'Ich hatte eigentlich gehofft.'
'Nein, Katie', unterbrach er sie.
'Du hast mich noch nicht einmal aussprechen lassen.'
'Das macht nichts, die Antwort ist trotzdem nein.'
'Gabe, ich brauche nur ein bisschen Hilfe.' Sie streichelte seine Wange.