
Herr der Fliegen
Roman
William Golding(Author)
Fischer Taschenbuch (Publisher)
56th Edition
Published on 16. December 1993
Book
Paperback/Softback
288 pages
978-3-596-21462-4 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Kein Erwachsener überlebt. Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph läßt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten - die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschließt. Das Beängstigende an diesem Gleichnis menschlicher Gesellschaft ist die Tatsache, daß diese Jungen keineswegs Monstren oder Verbrecher sind. Jeder von ihnen ist in irgendeiner Jungenklasse der Welt zu finden.
More details
Language
German
Place of publication
Frankfurt
Germany
Dimensions
Height: 19 cm
Width: 12.1 cm
Thickness: 2 cm
Weight
250 gr
ISBN-13
978-3-596-21462-4 (9783596214624)
Schweitzer Classification
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Book
08/2017
8th Edition
Fischer Taschenbuch
€14.00
Available immediately
Person
Author
William Golding, geboren 1911 in Colum Minor, Cornwall, studierte in Oxford. Er war Lehrer, im Krieg Marineoffizier. Längere Zeit lebte er in den USA. Mit >Herr der Fliegen< erregte er weltweit großes Aufsehen. Golding wurde mit dem Man Booker Prize (1980) und dem Nobelpreis für Literatur (1983) ausgezeichnet. Er starb im Juni 1993 in Cornwall.
Content
(.)
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Sie tanzten jetzt im Takt, und der Singsang erfasste sie immer mehr und fiel in festen Rhythmus. Roger verwandelte sich aus dem Schwein in einen Jäger, sodass die Mitte des Ringes frei war. Einige der Kleinen bildeten ihren eigenen Reigen; und die kleineren Kreise drehten sich und drehten sich, als schaffe die Vervielfachung allein schon Sicherheit. Es trampelte und stampfte wie von einem einzigen Wesen.
Eine blau-weiße Narbe zerriss den Himmel. Einen Augenblick darauf kam das Krachen über sie wie ein Schlag einer Riesenpeitsche. Der Sang nahm an Verzweiflung zu.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Jetzt entstieg dem Entsetzen ein anderes, gieriges, heißes, blindes Verlangen.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Wieder zuckte die weiß-blaue Narbe über sie hinweg, und die schweflige Entladung schlug hernieder. Die Kleinen schrien und stürzten durcheinander, flohen vom Waldrand weg, und einer durchbrach in seiner Todesangst den Ring der Großen.
'Auf ihn! Auf ihn!'
Aus dem Kreis wurde ein Hufeisen. Da kam vom Wald her etwas gekrochen. Es kam dunkel, unsicher näher. Sie schrien schrill vor dem Tier auf wie im Schmerz. Das Tier taumelte in das Hufeisen hinein.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Die blau-weiße Narbe war jetzt ständig am Himmel und das Krachen unerträglich. Simon schrie etwas von einem Toten auf einem Berg.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot! Macht es kalt!'
Die Stöcke fielen herab, und der neue Kreis war wie ein großes Maul, das schrie und mit den Zähnen knirschte. Das Tier lag in der Mitte auf den Knien und hatte die Arme vor das Gesicht geschlagen. Es schrie gegen den Höllenlärm etwas von einem Leichnam auf einem Berg. Das Tier kämpfte sich vorwärts, durchbrach den Ring und fiel über die steile Felsstufe auf den Sand am Wasser. Sogleich wogte die Menge ihm nach, ergoss sich über den Fels, sprang das Tier an, schrie, schlug, biss, zerrte. Es fielen keine Worte, alle Bewegungen flossen zusammen zu einem einzigen Reißen von Zähnen und Klauen.
(.)
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Sie tanzten jetzt im Takt, und der Singsang erfasste sie immer mehr und fiel in festen Rhythmus. Roger verwandelte sich aus dem Schwein in einen Jäger, sodass die Mitte des Ringes frei war. Einige der Kleinen bildeten ihren eigenen Reigen; und die kleineren Kreise drehten sich und drehten sich, als schaffe die Vervielfachung allein schon Sicherheit. Es trampelte und stampfte wie von einem einzigen Wesen.
Eine blau-weiße Narbe zerriss den Himmel. Einen Augenblick darauf kam das Krachen über sie wie ein Schlag einer Riesenpeitsche. Der Sang nahm an Verzweiflung zu.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Jetzt entstieg dem Entsetzen ein anderes, gieriges, heißes, blindes Verlangen.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Wieder zuckte die weiß-blaue Narbe über sie hinweg, und die schweflige Entladung schlug hernieder. Die Kleinen schrien und stürzten durcheinander, flohen vom Waldrand weg, und einer durchbrach in seiner Todesangst den Ring der Großen.
'Auf ihn! Auf ihn!'
Aus dem Kreis wurde ein Hufeisen. Da kam vom Wald her etwas gekrochen. Es kam dunkel, unsicher näher. Sie schrien schrill vor dem Tier auf wie im Schmerz. Das Tier taumelte in das Hufeisen hinein.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot!'
Die blau-weiße Narbe war jetzt ständig am Himmel und das Krachen unerträglich. Simon schrie etwas von einem Toten auf einem Berg.
'Stecht das Tier! Macht es tot! Blut fließt rot! Macht es kalt!'
Die Stöcke fielen herab, und der neue Kreis war wie ein großes Maul, das schrie und mit den Zähnen knirschte. Das Tier lag in der Mitte auf den Knien und hatte die Arme vor das Gesicht geschlagen. Es schrie gegen den Höllenlärm etwas von einem Leichnam auf einem Berg. Das Tier kämpfte sich vorwärts, durchbrach den Ring und fiel über die steile Felsstufe auf den Sand am Wasser. Sogleich wogte die Menge ihm nach, ergoss sich über den Fels, sprang das Tier an, schrie, schlug, biss, zerrte. Es fielen keine Worte, alle Bewegungen flossen zusammen zu einem einzigen Reißen von Zähnen und Klauen.
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