
Wir Dorfkinder
Katharina Göbel(Author)
freigeist (Publisher)
1st Edition
Published on 31. March 2023
Book
Paperback/Softback
300 pages
978-3-910345-00-3 (ISBN)
Description
Was macht eine gute Mutter wirklich aus?
Diese Frage muss sich vor allem die junge Elena stellen, der man von Amts wegen Gefährdung des Wohls ihrer 5-jährigen Tochter Laila vorwirft. Doch wie soll sie als alleinerziehende Mutter der Willkür der Behörde begegnen und beweisen, was eine gute Mutter wirklich ausmacht? Hilfe erfährt Elena dabei vor allem von ihrer Oma, der 75-jährigen Mathilde, der es gelingt, die zerstrittene Großfamilie für den gemeinsamen Kampf um Laila zu mobilisieren und zu zeigen, dass sie in ihrem beschaulichen Heimatdorf an der Mosel bestens aufgehoben ist.
Diese Frage muss sich vor allem die junge Elena stellen, der man von Amts wegen Gefährdung des Wohls ihrer 5-jährigen Tochter Laila vorwirft. Doch wie soll sie als alleinerziehende Mutter der Willkür der Behörde begegnen und beweisen, was eine gute Mutter wirklich ausmacht? Hilfe erfährt Elena dabei vor allem von ihrer Oma, der 75-jährigen Mathilde, der es gelingt, die zerstrittene Großfamilie für den gemeinsamen Kampf um Laila zu mobilisieren und zu zeigen, dass sie in ihrem beschaulichen Heimatdorf an der Mosel bestens aufgehoben ist.
More details
Edition
1. Auflage
Language
German
Place of publication
Koblenz
Germany
Edition type
New edition
Product notice
Klappenbroschur
Flexband (Sweden)
Dimensions
Height: 210 mm
Width: 130 mm
Thickness: 21 mm
Weight
375 gr
ISBN-13
978-3-910345-00-3 (9783910345003)
Schweitzer Classification
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Person
Author
Autorin
Geboren ist Katharina Göbel am 6.11.1988 in einem kleinen Vorort von Koblenz an der Mosel. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in Englisch, Französisch und Spanisch hat sie eine weitere Ausbildung in der Medienbranche absolviert, nämlich als Medienkauffrau Digital und Print. Schon immer hat sie sich nämlich fürs Verlagswesen und die Arbeit mit Büchern interessiert. Bereits als Kind hat sie ein Buch nach dem anderen verschlungen - und so fiel ihre Berufswahl nicht schwer! Doch der Blick hinter den Kulissen genügte ihr nicht - also fing sie an ihre in den Schublade versteckten Geschichten und Lyrik an den Verlag zu bringen. Nachdem sie in sämtlichen Verlagen und Medienhäusern gearbeitet hat, ist sie nun seit 2014 für das renommierte Koblenzer Stadt- und Lifestylemagazin NEXT als Chefredakteurin tätig. Nebenher unterstützt sie im Rahmen ihrer Verlagsagentur freigeist auch andere Autoren bei der Veröffentlichung. Das was ihr jedoch am meisten am Herzen liegt, ist und bleibt das Schreiben! Wenn der Alltag auch noch so stressig ist, dafür muss Zeit bleiben.! Und so schreibt sie fleißig an neuen Manuskripten. Bisher hat sie neben "Wir Dorfkinder" noch vier weitere Bücher der Genres Belletristik und Lyrik veröffentlicht: "Nachtschattenküsse", "herzzerrissen", "Spiel der Tränen" und "Verstecken spielen oder eintauchen in Opas verwirrte Welt"
Geboren ist Katharina Göbel am 6.11.1988 in einem kleinen Vorort von Koblenz an der Mosel. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in Englisch, Französisch und Spanisch hat sie eine weitere Ausbildung in der Medienbranche absolviert, nämlich als Medienkauffrau Digital und Print. Schon immer hat sie sich nämlich fürs Verlagswesen und die Arbeit mit Büchern interessiert. Bereits als Kind hat sie ein Buch nach dem anderen verschlungen - und so fiel ihre Berufswahl nicht schwer! Doch der Blick hinter den Kulissen genügte ihr nicht - also fing sie an ihre in den Schublade versteckten Geschichten und Lyrik an den Verlag zu bringen. Nachdem sie in sämtlichen Verlagen und Medienhäusern gearbeitet hat, ist sie nun seit 2014 für das renommierte Koblenzer Stadt- und Lifestylemagazin NEXT als Chefredakteurin tätig. Nebenher unterstützt sie im Rahmen ihrer Verlagsagentur freigeist auch andere Autoren bei der Veröffentlichung. Das was ihr jedoch am meisten am Herzen liegt, ist und bleibt das Schreiben! Wenn der Alltag auch noch so stressig ist, dafür muss Zeit bleiben.! Und so schreibt sie fleißig an neuen Manuskripten. Bisher hat sie neben "Wir Dorfkinder" noch vier weitere Bücher der Genres Belletristik und Lyrik veröffentlicht: "Nachtschattenküsse", "herzzerrissen", "Spiel der Tränen" und "Verstecken spielen oder eintauchen in Opas verwirrte Welt"
Content
Kapitel 3
"Die Familie ist die Heimat des Herzens"
Giuseppe Mazzini
All meine Kinder sind gekommen und sitzen nun zusammen an meinem großen Esszimmertisch. Bei sechs Kindern brauchten wir den schließlich - und ich habe mich auch, als sie alle aus dem Haus ausgezogen waren, nicht von ihm trennen können. Er war doch weitaus mehr als ein Möbelstück. Viele Erinnerungen waren damit verbunden, Erinnerungen ebenso wie die Kratzer und Schrammen, die man ihm ansieht. Nun, dass sie alle sechs zur gleichen Zeit daran noch einmal Platz nehmen würden, habe ich mir auch nicht erträumt. Auf einmal geht, was so lange nahezu unmöglich schien. Wenn ich auch gleich eine Spannung zwischen Eva und Sara spüre. Als Mutter bleibt einem das nicht verborgen. Auch nicht, wenn die beiden sich wirklich Mühe geben, es nicht offen zu zeigen.
Es ist sogar Eva, die das Gespräch beginnt, nachdem sie sich ein Marmeladen-Brot von der Holzplatte auf dem Tisch genommen hat: "Nun erzähl mal, was ist geschehen?" Dabei beißt sie ein großes Stück von ihrem Brot ab. Sara erzählt, so ruhig sie eben kann, damit alle verstehen, was der Familie droht. "Elena wird also vorgeworfen, sie habe Laila misshandelt."
"Nur weil sie einmal zum Arzt gefahren ist, als Laila einen Unfall hatte?", bricht Magda mit ihrem Entsetzen das Schweigen.
Sara ist erleichtert. "Ihr glaubt mir, dass Elena unschuldig ist?" Alle Schwestern sehen sie an und rufen fast synchron: "Aber natürlich!" Die Reaktion ist keineswegs selbstverständlich. Auch wenn sie Geschwister sind, hat Sara mit einigen
von ihnen inzwischen nur noch sehr sporadischen Kontakt. Elena hat sich sogar fast komplett von der Familie abgekapselt. Ihr ist das schlicht zu anstrengend, die Fehde, die seit einigen Jahren innerhalb der Familie herrscht. Sara kann es ihr nicht verübeln. Auch sie versucht aus diesem Grund, Konflikten aus dem Weg zu gehen, seitdem es vor fünf Jahren zwischen ihr und Eva bei meinem 70. Geburtstag geknallt hat. Sie kann es einfach nicht länger ertragen, wie sie beziehungsweise ihr Mann versucht haben, einen Keil zwischen die Schwestern zu treiben. Es wurden plötzlich Probleme ins Leben gerufen, die eigentlich keine waren. Viele ihrer Schwestern haben sich aus dem Streit einfach herausgehalten, nur sie hat diesen
konsequent fortgeführt, und seit dieser Familienfeier den Kontakt zu Eva tunlichst gemieden. So lange, sagte sie, bis sie sich entschuldigen würde. Aber die Entschuldigung ist bis heute nicht gekommen. Und nun sind es eben außergewöhnliche Umstände, die sie wieder alle zusammen an einen Tisch führen und den damaligen Streit vergessen lassen. Zumindest für
einige Stunden .
Franziska spricht als Nächste: "Einen Anwalt habt ihr schon eingeschaltet, oder?"
"Ja klar, gleich als Erstes."
"Der wird bestätigen, dass man ihr ohne Beweise nicht einfach das Kind wegnehmen kann", ergänzt Maria, die schon immer sehr pragmatisch war.
"Ja, das schon. Aber sie muss in ein Mutter-Kind-Heim und so lange dort bleiben, bis das Jugendamt ihren Fall geprüft hat. Und ihr wisst."
"Wie langsam Behörden arbeiten", ergänzt Magda.
"Richtig", bestätigt Sara wieder.
Doro fragt in die Runde: "Aber was, bitteschön, wollen sie denn prüfen?"
"Nun, in welchen Verhältnissen Laila aufwächst, wie stabil Elena ist, ob sie einen sicheren Job hat, genug Zeit und eine Möglichkeit der Betreuung für Laila, das Verhältnis zum Kindsvater. Wo etwaige blaue Flecken und Schrammen herkommen. Plötzlich wollen sie einfach alles wissen."
"Ob es eine Rolle spielt oder nicht", ergänzt Eva.
"Genau so sieht es aus", bestätigt Sara.
"Aber wie schaut es denn aus? Lebt Elena allein mit Laila, hat sie keinen Kontakt zu dem Vater?", fragt Franzi.
"Sie geht doch schon längst wieder arbeiten, oder?", wendet Doro ein.
Ich bemerke Saras Blick und verstehe sofort, wie diese die ganze Fragerei gerade deutet: Als Angriff.
"Das sind einfach nur Fragen, und wir sollten versuchen, diese aus Sicht der Behörden zu beantworten, um zu wissen, wo die ansetzen und Elena eventuell einen Strick drehen können", versuche ich die Situation zu schlichten, ehe sie ausartet. Denn ich habe Saras Blick schon zu deuten gewusst. Auf Saras Wange ist bereits die erste Träne zu sehen. "Elena geht nur stundenweise arbeiten. Ich versorge Laila manchmal nach dem Kindergarten oder wenn kein Kindergarten ist. Aber sie will nicht zu viel arbeiten gehen, um Zeit mit der Kleinen zu haben. Sie verdient daher momentan nicht viel, aber zum Leben
reicht es. Zum Vater hat sie nur wenig Kontakt. Aber er bezahlt regelmäßig seinen Unterhalt. Das hilft ihr finanziell über die Runden. Und ich gebe ihr ja auch immer etwas und koche für beide mit, wenn ich kann. Ich habe ihr angeboten, wieder zu mir zu ziehen. Aber sie will ein unabhängiges Leben in einer eigenen Wohnung mit der Kleinen. Laila geht in Koblenz
in den Kindergarten. Elena überlegt, wieder nach Lay zu ziehen und sich eine flexiblere Arbeit zu suchen als nur diesen Aushilfsjob, wo sie dann mehr verdient. Sie ist eine gute Mutter, ehrlich. Sie tut alles für die Kleine und versucht, nichts falsch zu machen. Aber als Alleinerziehende hat sie es eben einfach immer etwas schwerer als andere, obwohl ich wirklich versuche, ihr viel abzunehmen. So weit ich eben kann .", antwortet Sara mit brüchiger Stimme. "Ich bin mir sicher, das hilft ihr enorm." Maria nimmt ihre Schwester liebevoll in den Arm, um sie zu trösten. Sie merkt, dass die sich Vorwürfe macht,
irgendetwas nicht richtig gemacht zu haben. "Du unterstützt sie da, wo du kannst!", steht ihr nun auch Magda bei.
"Wo sollen die Behörden da einen Nachteil sehen?", fragt Doro. "Nun sei nicht so naiv, Doro! Einer alleinerziehenden Mutter ohne sichere Arbeit kann man schnell einen Strick daraus drehen, obwohl sie nur aus Fürsorge handelt", antwortet Franzi. "Und auch wenn es anders wäre, würde man das ebenfalls tun, weil sie als Vollberufstätige ihr Kind vernachlässigt", streut Eva dazwischen. Sara wirkt verunsichert. "Heißt das, die können wirklich was tun, um ihr die Kleine wegzuholen?"
Die Bestürzung steht nicht nur Sara in den Augen, auch Doro fühlt gleichermaßen mit. Als Mutter von sechs Kindern weiß ich nur zu gut, wie verletzlich man ist, wenn es um das Wohl des eigenen Kindes geht. Aber aus meiner Lebenserfahrung weiß ich auch, dass es nicht ganz abwegig ist, auch einer guten Mutter ihr Kind zu entziehen, wenn sie auf näheren Blick zum Wohle des Kindes agiert, nicht aber auf den ersten.
"Die Familie ist die Heimat des Herzens"
Giuseppe Mazzini
All meine Kinder sind gekommen und sitzen nun zusammen an meinem großen Esszimmertisch. Bei sechs Kindern brauchten wir den schließlich - und ich habe mich auch, als sie alle aus dem Haus ausgezogen waren, nicht von ihm trennen können. Er war doch weitaus mehr als ein Möbelstück. Viele Erinnerungen waren damit verbunden, Erinnerungen ebenso wie die Kratzer und Schrammen, die man ihm ansieht. Nun, dass sie alle sechs zur gleichen Zeit daran noch einmal Platz nehmen würden, habe ich mir auch nicht erträumt. Auf einmal geht, was so lange nahezu unmöglich schien. Wenn ich auch gleich eine Spannung zwischen Eva und Sara spüre. Als Mutter bleibt einem das nicht verborgen. Auch nicht, wenn die beiden sich wirklich Mühe geben, es nicht offen zu zeigen.
Es ist sogar Eva, die das Gespräch beginnt, nachdem sie sich ein Marmeladen-Brot von der Holzplatte auf dem Tisch genommen hat: "Nun erzähl mal, was ist geschehen?" Dabei beißt sie ein großes Stück von ihrem Brot ab. Sara erzählt, so ruhig sie eben kann, damit alle verstehen, was der Familie droht. "Elena wird also vorgeworfen, sie habe Laila misshandelt."
"Nur weil sie einmal zum Arzt gefahren ist, als Laila einen Unfall hatte?", bricht Magda mit ihrem Entsetzen das Schweigen.
Sara ist erleichtert. "Ihr glaubt mir, dass Elena unschuldig ist?" Alle Schwestern sehen sie an und rufen fast synchron: "Aber natürlich!" Die Reaktion ist keineswegs selbstverständlich. Auch wenn sie Geschwister sind, hat Sara mit einigen
von ihnen inzwischen nur noch sehr sporadischen Kontakt. Elena hat sich sogar fast komplett von der Familie abgekapselt. Ihr ist das schlicht zu anstrengend, die Fehde, die seit einigen Jahren innerhalb der Familie herrscht. Sara kann es ihr nicht verübeln. Auch sie versucht aus diesem Grund, Konflikten aus dem Weg zu gehen, seitdem es vor fünf Jahren zwischen ihr und Eva bei meinem 70. Geburtstag geknallt hat. Sie kann es einfach nicht länger ertragen, wie sie beziehungsweise ihr Mann versucht haben, einen Keil zwischen die Schwestern zu treiben. Es wurden plötzlich Probleme ins Leben gerufen, die eigentlich keine waren. Viele ihrer Schwestern haben sich aus dem Streit einfach herausgehalten, nur sie hat diesen
konsequent fortgeführt, und seit dieser Familienfeier den Kontakt zu Eva tunlichst gemieden. So lange, sagte sie, bis sie sich entschuldigen würde. Aber die Entschuldigung ist bis heute nicht gekommen. Und nun sind es eben außergewöhnliche Umstände, die sie wieder alle zusammen an einen Tisch führen und den damaligen Streit vergessen lassen. Zumindest für
einige Stunden .
Franziska spricht als Nächste: "Einen Anwalt habt ihr schon eingeschaltet, oder?"
"Ja klar, gleich als Erstes."
"Der wird bestätigen, dass man ihr ohne Beweise nicht einfach das Kind wegnehmen kann", ergänzt Maria, die schon immer sehr pragmatisch war.
"Ja, das schon. Aber sie muss in ein Mutter-Kind-Heim und so lange dort bleiben, bis das Jugendamt ihren Fall geprüft hat. Und ihr wisst."
"Wie langsam Behörden arbeiten", ergänzt Magda.
"Richtig", bestätigt Sara wieder.
Doro fragt in die Runde: "Aber was, bitteschön, wollen sie denn prüfen?"
"Nun, in welchen Verhältnissen Laila aufwächst, wie stabil Elena ist, ob sie einen sicheren Job hat, genug Zeit und eine Möglichkeit der Betreuung für Laila, das Verhältnis zum Kindsvater. Wo etwaige blaue Flecken und Schrammen herkommen. Plötzlich wollen sie einfach alles wissen."
"Ob es eine Rolle spielt oder nicht", ergänzt Eva.
"Genau so sieht es aus", bestätigt Sara.
"Aber wie schaut es denn aus? Lebt Elena allein mit Laila, hat sie keinen Kontakt zu dem Vater?", fragt Franzi.
"Sie geht doch schon längst wieder arbeiten, oder?", wendet Doro ein.
Ich bemerke Saras Blick und verstehe sofort, wie diese die ganze Fragerei gerade deutet: Als Angriff.
"Das sind einfach nur Fragen, und wir sollten versuchen, diese aus Sicht der Behörden zu beantworten, um zu wissen, wo die ansetzen und Elena eventuell einen Strick drehen können", versuche ich die Situation zu schlichten, ehe sie ausartet. Denn ich habe Saras Blick schon zu deuten gewusst. Auf Saras Wange ist bereits die erste Träne zu sehen. "Elena geht nur stundenweise arbeiten. Ich versorge Laila manchmal nach dem Kindergarten oder wenn kein Kindergarten ist. Aber sie will nicht zu viel arbeiten gehen, um Zeit mit der Kleinen zu haben. Sie verdient daher momentan nicht viel, aber zum Leben
reicht es. Zum Vater hat sie nur wenig Kontakt. Aber er bezahlt regelmäßig seinen Unterhalt. Das hilft ihr finanziell über die Runden. Und ich gebe ihr ja auch immer etwas und koche für beide mit, wenn ich kann. Ich habe ihr angeboten, wieder zu mir zu ziehen. Aber sie will ein unabhängiges Leben in einer eigenen Wohnung mit der Kleinen. Laila geht in Koblenz
in den Kindergarten. Elena überlegt, wieder nach Lay zu ziehen und sich eine flexiblere Arbeit zu suchen als nur diesen Aushilfsjob, wo sie dann mehr verdient. Sie ist eine gute Mutter, ehrlich. Sie tut alles für die Kleine und versucht, nichts falsch zu machen. Aber als Alleinerziehende hat sie es eben einfach immer etwas schwerer als andere, obwohl ich wirklich versuche, ihr viel abzunehmen. So weit ich eben kann .", antwortet Sara mit brüchiger Stimme. "Ich bin mir sicher, das hilft ihr enorm." Maria nimmt ihre Schwester liebevoll in den Arm, um sie zu trösten. Sie merkt, dass die sich Vorwürfe macht,
irgendetwas nicht richtig gemacht zu haben. "Du unterstützt sie da, wo du kannst!", steht ihr nun auch Magda bei.
"Wo sollen die Behörden da einen Nachteil sehen?", fragt Doro. "Nun sei nicht so naiv, Doro! Einer alleinerziehenden Mutter ohne sichere Arbeit kann man schnell einen Strick daraus drehen, obwohl sie nur aus Fürsorge handelt", antwortet Franzi. "Und auch wenn es anders wäre, würde man das ebenfalls tun, weil sie als Vollberufstätige ihr Kind vernachlässigt", streut Eva dazwischen. Sara wirkt verunsichert. "Heißt das, die können wirklich was tun, um ihr die Kleine wegzuholen?"
Die Bestürzung steht nicht nur Sara in den Augen, auch Doro fühlt gleichermaßen mit. Als Mutter von sechs Kindern weiß ich nur zu gut, wie verletzlich man ist, wenn es um das Wohl des eigenen Kindes geht. Aber aus meiner Lebenserfahrung weiß ich auch, dass es nicht ganz abwegig ist, auch einer guten Mutter ihr Kind zu entziehen, wenn sie auf näheren Blick zum Wohle des Kindes agiert, nicht aber auf den ersten.