
Briefwechsel
Description
Gundolf, eigentlich Friedrich Leopold Gundelfinger, hatte sich bei Stefan George mit sechs ins Deutsche übersetzte Sonette Shakespeares bekannt gemacht. Rund ein Vierteljahrhundert währte sodann der Kontakt zwischen den beiden Dichtern, wobei Shakespeare lange ein bestimmendes Thema der Korrespondenz blieb. Gundolf hablitierte sich gar 1911 über »Shakespeare und der deutsche Geist«. Seit der Beziehung Gundolfs zu seiner späteren Ehefrau kühlte die Beziehung zu George ab; so sagte George zu einem Freund: »Der Gundolf will die Elli heiraten; dann hab ich ihn verloren«. George empfand Gundolf als seinen Sohn und war darüber erstaunt, »dass der Apfel auf einmal kilometerweit vom Stamm fällt«. Um 1922/1923 kam es schließlich zur Trennung.
More details
Other editions
Additional editions



Persons
ISNI: 0000 0001 2279 4559 GND: 11853856X
ISNI: 0000 0001 2276 4229 GND: 118558587
ISNI: 0000 0001 2138 032X GND: 11860922X
ISNI: 0000 0003 6254 1120 GND: 12006099X
ISNI: 0000 0003 6254 1120 GND: 12006099X
Content
GEORGE AN GUNDOLF
[14.] september [1899]
lieber freund: dank für Ihre Worte und sendungen. doch dünkt mir Sie bringen fast zu viel des DANKES entgegen .. ich habe so viel ehrfurcht vor Ihrem beginnenden als Sie vor meinem halberfüllten leben. Ich kann Ihnen gewiss viel leuchten aber auch Sie können mir viel helfen. nur - um einen tieferen schnitt zu thun habe ich dazu das recht und haben Sie die kraft? lassen Sie die zeit entscheiden. reden Sie mir - darum bitt ich von Ihren plänen und werken so oft es Sie treibt. erwarten Sie dabei von mir wenig antwortzeilen ohne entmutigt zu sein. meine äusserungen sind benah ausschliesslich bewegung und gebild. Gedenken Sie wie sehr ich Ihr freund bin.
Stefan George