
Sprache und Raum
Die "Poesie Spatiale" von Pierre und Ilse Garnier
Gaby Gappmayr(Author)
Aisthesis (Publisher)
1st Edition
Published on 26. April 2004
Book
Hardback
371 pages
978-3-89528-444-1 (ISBN)
Description
Wenn Pierre Garnier 1963 ein Manifest zur Gründung des Spatialismus entwarf, in dem er programmatische Leitmotive und eine Ästhetik seiner Dichtung darstellte, so ist dieser "Leitplan" einer neuen Dichtung weniger als direkte Gegenbewegung zu dem in den fünfziger Jahren vor allem in Frankreich wieder aktuellen Surrealismus zu verstehen, sondern vielmehr als Möglichkeit, im Austausch mit anderen Dichtern und Künstlerfreunden nach einer im wörtlichen Sinn des Wortes "neuen Sprache der Dichtung" zu suchen. Das oben erwähnte Zitat Garniers, "Das Wort ist ein Objekt", ist demnach in diesem Kontext als Postulat einer neuen Konzeption von Dichtung aufzufassen. Eine der poetologischen Voraussetzungen bei Pierre und Ilse Garnier ist die Selbständigkeit des Wortes. Das Wort ist eine Entität. Es hat Eigenschaften, die denen eines Gegenstandes unserer Wahrnehmung ähneln. Aus der Differenzierung der Schallwellen, d.h. ihrer unterschiedlichen Ausdehnung im Raum, entsteht gesprochene Sprache. Die Schrift hingegen ist die bildliche Ebene der Wörter. Ein Buchstabe hat eine ihm eigene Architektur, eine individuelle Physiognomie. Im Spatialismus, so Pierre und Ilse Garniers literaturwissenschaftliche Referenz, werden diese Aspekte der Sprache zu den Fundamenten ihrer Dichtung. Es geht ihnen um die Voraussetzungen von Sprache und die Beziehung der Sprache zum Raum. In einer phänomenologischen Betrachtung französischer Lyrik seit Stéphane Mallarmé sind im Folgenden die Unterschiede in der Konzeption des Raumes in Bezug auf die Sprache darzustellen. Ein wesentlicher Aspekt ist zudem die Analyse der Manifeste des Spatialismus und das literarisch-künstlerische Umfeld der 60er und 70er Jahre.
More details
Edition
1., Aufl.
Language
French
German
Target group
Professional and scholarly
Product notice
Cloth over boards
Illustrations
60
60 s/w Abbildungen
Dimensions
Height: 24.5 cm
Width: 16.5 cm
Weight
780 gr
ISBN-13
978-3-89528-444-1 (9783895284441)
Schweitzer Classification
Person
Dr. Gaby Gappmayr, geb. 1966, Studium der Romanistik, Anglistik und Amerikanistik an der Universität Innsbruck. Veröffentlichungen zur französischen Dichtung des 19. und 20. Jahrhunderts und zu zeitgenössischen interdisziplinären Entwicklungen in der Literatur, Musik und bildenden Kunst.
Content
1. Literaturgeschichtliches Umfeld und historische Voraussetzungen des Spatialismus
1.1 Französische Lyrik der Résistance und der fünfziger Jahre
1.2 Die Beziehung zwischen Sprache und Raum seit Mallarmé
Stéphane Mallarmé - Un Coup de Dés
Guillaume Apollinaire - Calligrammes
Marinettis Parole in Libertà
Dadaismus und Surrealismus
Wort und Bild bei René Magritte
Der Lettrismus Isidore Isous
1.3 Pierre und Ilse Garnier Auf dem Weg zum Spatialismus
1.4 Literarische Manifeste des Spatialismus
1.5 La poésie nouvelle - Pierre Garniers Definition der poésie spatiale und internationale parallele Entwicklungen
2 Pierre und Ilse Garniers poésie spatiale: Zu Begriff und Kontext
2.1 Zur Konzeption des Raumes im Spatialismus
2.2 Poésie spatiale et phonétique
2.3 Les Poèmes mécaniques und Prototypes (1965) - Zur Bedeutung des Buchstabens: Die Objektivierung der Sprache als poetologisches Prinzip
2.4 Ilse und Pierre Garnier: Aspekte einer künstlerischen Zusammenarbeit
2.5 Internationale Verbindungen: Werke mit anderen Autoren
2.6 Spatialismus und konkrete Dichtung der 60er und 70er Jahre
3 Sprachwissenschaftliche und sprachphilosophische Aspekte der poésie spatiale
3.1 Linie und Schriftzeichen
3.2 Die Schrift im Spatialismus
3.3 Zur Problematik von Wort, Begriff und Gegenstand
3.4 Zu Konnotation und Denotation im Spatialismus
4 Entwicklung und Veränderungen im spatialistischen Werk von Ilse und Pierre Garnier
4.1 Frühe Einzelwerke von Ilse und Pierre Garnier (Die 70erJahre)
4.1.1 Pierre Garnier: Vogelstimmen und japanische Gärten
4.1.2 Ilse Garnier: Blason des weiblichen Körpers
4.1.3 Ilse und Pierre Garnier: Ein Vergleich ihrer spatialistischen Konzepte
4.2 Narrative Elemente und Konstruktion (Die 80er Jahre)
4.2.1 Pierre Garnier: Congo, Tristan und Isolde, 40 geometrische Gedichte
4.2.2 Ilse Garnier: Von Rythmes et Silence zu Eros et Psyché
4.3 Le Spatialisme en Chemins: Neue poésie spatiale (Die 90erJahre)
4.3.1 Pierre Garnier: Totentanz und konstruktivistische Landschaften
4.3.2 Ilse Garnier: Landschaft und Erinnerung
4.3.3 Neueste Werke: Epos und Landschaft
5 Schlussbetrachtungen
6 Bibliographie
7 Anhang (Verzeichnis der abgebildeten und interpretierten Gedichte von Pierre und Ilse Garnier)
1.1 Französische Lyrik der Résistance und der fünfziger Jahre
1.2 Die Beziehung zwischen Sprache und Raum seit Mallarmé
Stéphane Mallarmé - Un Coup de Dés
Guillaume Apollinaire - Calligrammes
Marinettis Parole in Libertà
Dadaismus und Surrealismus
Wort und Bild bei René Magritte
Der Lettrismus Isidore Isous
1.3 Pierre und Ilse Garnier Auf dem Weg zum Spatialismus
1.4 Literarische Manifeste des Spatialismus
1.5 La poésie nouvelle - Pierre Garniers Definition der poésie spatiale und internationale parallele Entwicklungen
2 Pierre und Ilse Garniers poésie spatiale: Zu Begriff und Kontext
2.1 Zur Konzeption des Raumes im Spatialismus
2.2 Poésie spatiale et phonétique
2.3 Les Poèmes mécaniques und Prototypes (1965) - Zur Bedeutung des Buchstabens: Die Objektivierung der Sprache als poetologisches Prinzip
2.4 Ilse und Pierre Garnier: Aspekte einer künstlerischen Zusammenarbeit
2.5 Internationale Verbindungen: Werke mit anderen Autoren
2.6 Spatialismus und konkrete Dichtung der 60er und 70er Jahre
3 Sprachwissenschaftliche und sprachphilosophische Aspekte der poésie spatiale
3.1 Linie und Schriftzeichen
3.2 Die Schrift im Spatialismus
3.3 Zur Problematik von Wort, Begriff und Gegenstand
3.4 Zu Konnotation und Denotation im Spatialismus
4 Entwicklung und Veränderungen im spatialistischen Werk von Ilse und Pierre Garnier
4.1 Frühe Einzelwerke von Ilse und Pierre Garnier (Die 70erJahre)
4.1.1 Pierre Garnier: Vogelstimmen und japanische Gärten
4.1.2 Ilse Garnier: Blason des weiblichen Körpers
4.1.3 Ilse und Pierre Garnier: Ein Vergleich ihrer spatialistischen Konzepte
4.2 Narrative Elemente und Konstruktion (Die 80er Jahre)
4.2.1 Pierre Garnier: Congo, Tristan und Isolde, 40 geometrische Gedichte
4.2.2 Ilse Garnier: Von Rythmes et Silence zu Eros et Psyché
4.3 Le Spatialisme en Chemins: Neue poésie spatiale (Die 90erJahre)
4.3.1 Pierre Garnier: Totentanz und konstruktivistische Landschaften
4.3.2 Ilse Garnier: Landschaft und Erinnerung
4.3.3 Neueste Werke: Epos und Landschaft
5 Schlussbetrachtungen
6 Bibliographie
7 Anhang (Verzeichnis der abgebildeten und interpretierten Gedichte von Pierre und Ilse Garnier)