Griechisches Feuer
Maria Callas und Aristoteles Onassis
Nicholas Gage(Author)
Goldmann (Publisher)
Published on 1. December 2003
Book
Paperback/Softback
576 pages
978-3-442-15257-5 (ISBN)
Description
Glamour und griechisches Liebesdrama: Maria, die Primadonna assoluta, Ari, der millardenschwere Tycoon - und Jackie Kennedy, die berühmteste Witwe der Welt. Ikonen des 20. Jahrhunderts, leidenschaftliche Menschen, deren Liaison jahrelang die Boulevardblätter füllte. Nicholas Gage deckt die wahre Geschichte ihrer Liebe auf, korrigiert Klischees, räumt Gerüchte aus und wartet mit überraschend neuen Fakten auf. 'Ein Thriller con amore.' Vogue
More details
Series
15257
Language
German
Illustrations
66
66 s/w Abbildungen
Durchgehend mit s/w-Abbildungen
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-442-15257-5 (9783442152575)
Schweitzer Classification
Persons
Der amerikanische Journalist griechischer Abstammung hat für "The Times", "Wall Street Journal" und "Associated Press" gearbeitet. In Deutschland (und weltweit) wurde er vor allem durch sein Buch "Eleni", die Geschichte vom Leben und Sterben seiner Mutte
Content
Jede Biografie', sagte einer meiner Professoren am College gern, 'ist eine Art Mord.' Bis ich mit der Recherche für dieses Buch begann, hatte ich keine Ahnung, wie viel Wahrheit in seinem Aphorismus steckt.
Maria Callas und Aristoteles Sokrates Onassis sind die beiden berühmtesten Griechen des 20. Jahrhunderts. Wie die Bibliografie am Ende des vorliegenden Buches zeigt, ist ihr Leben von einer erstaunlichen Anzahl von Menschen nachgezeichnet worden. Es scheint, dass jeder, der Onassis oder die Callas je kennen lernte, dem Zwang erlag, zur Feder zu greifen.
Bücher über Onassis stammen von einer seiner Sekretärinnen, von seiner Masseurin, einem Hilfssteward auf seiner Jacht, einer seiner ersten Geliebten und einem halben Dutzend renommierter Journalisten, autorisierten wie nicht autorisierten Biografen. Alle porträtieren ihn als den faszinierendsten unter den griechischen Reedermagnaten - als denjenigen, der eine konservative und geheimbündlerische Gilde mit seinen innovativen und umstrittenen, meist 'auf Pump' finanzierten Geschäften von Grund auf verwandelte. Sie schildern seinen Hang, sich berühmte Gespielinnen und sündhaft teure Spielzeuge zuzulegen und dabei einem internationalen Lebensstil zu frönen, der seinen Namen in den Schlagzeilen hielt und Begriffe wie 'Jetset' mit inspirierte. Alle sind sich darin einig, dass er seine prestigeträchtigen Trophäen 1968 durch die Ehe mit Jacqueline Kennedy krönte, die ihm den Beinamen 'Daddy O' einbrachte - für Onassis der absolute Coup in einem Leben, das stets dem Sammeln von Statusobjekten gewidmet war.
Was Maria Callas angeht, so sahen sich ihre Schwester, ihre Mutter, ihr Ex-Ehemann, eine Privatsekretärin, eine Kusine und sogar die Ehefrau eines Ex-Liebhabers bemüßigt, Bücher über sie zu schreiben. Dann sind da noch die Berge von Kritiken, Elogen und Diskographien, verfasst von Dutzenden von Musikwissenschaftlern, Kritikern und begeisterten Fans, die die einmalige Singstimme und Persönlichkeit von La Divina feiern. Ihre Fähigkeiten als Sängerin und Schauspielerin haben ihr Bühnenfach von Grund auf neu belebt und verwandelt, so dass ihre Bewunderer heute von der Oper 'vor Callas' und 'nach Callas' sprechen. Michelle Krisel, die künstlerische Leiterin der Washington Opera, nannte Maria Callas 'die Künstlerin, die den Maßstab veränderte, an dem alle anderen Opernsänger gemessen werden'. Leonard Bernstein ging noch weiter und bezeichnete sie als 'die größte Künstlerin der Welt'. Für den Regisseur Luchino Visconti war die Callas 'die größte Tragödin seit der Duse', und Noël Coward schrieb, nachdem er einen ihrer Auftritte in Covent Garden gesehen hatte, in sein Tagebuch: 'Sie ist eine der wenigen wirklich großen Künstlerinnen, die ich in meinem Leben gesehen habe.' Ihre glühendsten Verehrer beteten sie an wie eine Halbgöttin, und viele teilten die Empfindungen des italienischen Musikwissenschaftlers Attila Csampai, der schrieb: 'Während der zehn Jahre ihrer unangefochtenen Herrschaft, zwischen 1949 und 1959, schenkte sie den verlorenen Seelen dieser Welt - die durch den Krieg desorientiert und verwirrt waren - mehr Musik, mehr Kunst, mehr Menschlichkeit und Wärme als jedes andere Individuum dieses Jahrhunderts.'
Noch heute debattieren Callas-Jünger und Gelehrte leidenschaftlich über Qualität und Niedergang ihres Gesangs. Sie haben jeden ihrer Auftritte beschrieben, jede Aufzeichnung kritisch durchleuchtet und jede Gelegenheit analysiert, bei der die Diva mit ihrer zerstörten Stimme nach einem hohen Ton zielte und ihn verfehlte.
Bei einer solchen Überfülle biografischen Materials zu diesen beiden bekannten Figuren sollte man meinen, dass die grundlegenden Fakten ihres Lebens hinlänglich gesichert und unstrittig seien. Ich zumindest glaubte das, als ich mit der Arbeit an diesem Buch begann.
Ich war Onassis nur zweimal begegnet, einmal bei einem gesellschaftlichen Ereignis und einmal, als ich ihn für das Wall Street Journal interviewte. Maria Callas habe ich nie persönlich kennen gelernt. Doch als amerikanischer Journalist, der in Griechenland geboren wurde und ein halbes Dutzend Bücher über griechische Themen geschrieben hat, spürte ich, dass in der 15-jährigen Beziehung zwischen Onassis und Callas eine noch nicht erzählte Geschichte steckte und dass nur jemand, der ihre Welt wirklich verstand, diese Geschichte niederschreiben könne. Ich spreche Griechisch, und während meiner Zeit als Korrespondent der New York Times in Athen (von 1977 bis Ende 1980) lernte ich viele Freunde und Angehörige von Callas und Onassis kennen. Sechzehn Jahre lang, bis ich den Journalismus an den Nagel hängte, um in meinem Buch Eleni über Leben und Tod meiner Mutter im griechischen Bürgerkrieg zu schreiben, arbeitete ich als Reporter für die New York Times, das Wall Street Journal, den Boston Herald-Traveler und für Associated Press. Für das vorliegende Buch über die Callas und Onassis reiste ich nach England, Frankreich, Italien, Griechenland und in die Türkei, um Informationen über das Paar zu sammeln und zu verifizieren. Ich habe mich dabei strikt an die Maßstäbe eines sauber recherchierenden Reporters gehalten: jede Information von mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigen zu lassen - zwei Personen, die in dem jeweiligen Punkt einer Meinung sind, einander aber nicht kennen - oder als Beleg ein Originaldokument heranzuziehen.
Bevor ich mich an meine eigenen Recherchen machte, las ich praktisch alles, was über Onassis und die Callas in gedruckter Form vorlag.
Nie wieder werde ich eine Biografie mit dem alten 'Gottvertrauen' lesen. Denn rasch wurde mir klar, dass fast jedes Buch über Onassis oder die Callas mit Fehlern gespickt ist. Alles, vom jeweiligen Geburtsdatum bis hin zu den Ursachen ihres Todes - aber vor allem die Einzelheiten ihrer Beziehung -, ist mit einer Vielzahl von Ungenauigkeiten wiedergegeben worden, die teils lächerlich, teils erschreckend anmuten. In vielen Fällen, so stellte ich fest, hatte ein Reporter ein Detail unrichtig dargestellt, das dann von anderen übernommen wurde, bis es Teil des Kanons geworden war. Eklatante Fehlinformationen über das Leben der beiden, ihre Liebesaffären und ihre Karrieren gelten darum heute als Tatsachen.
Fairerweise muss allerdings gesagt werden, dass es unmöglich ist, die durch Fantasie und Legendenbildung verdunkelte Geschichte zweier Menschen wie Aristoteles Onassis und Maria Callas absolut richtig zu erzählen. Denn nicht allein die Biografen und Chronisten des Paares sind dafür verantwortlich, dass Unrichtigkeiten und Märchen als Fakten akzeptiert wurden. Auch Onassis und die Callas haben zu dem Problem beigetragen, liebten sie es doch beide, Einzelheiten ihres Lebens auszuschmücken und zu stilisieren.
Onassis war ein exzellenter Geschichtenerzähler in all den fünf Sprachen, die er beherrschte.
Maria Callas und Aristoteles Sokrates Onassis sind die beiden berühmtesten Griechen des 20. Jahrhunderts. Wie die Bibliografie am Ende des vorliegenden Buches zeigt, ist ihr Leben von einer erstaunlichen Anzahl von Menschen nachgezeichnet worden. Es scheint, dass jeder, der Onassis oder die Callas je kennen lernte, dem Zwang erlag, zur Feder zu greifen.
Bücher über Onassis stammen von einer seiner Sekretärinnen, von seiner Masseurin, einem Hilfssteward auf seiner Jacht, einer seiner ersten Geliebten und einem halben Dutzend renommierter Journalisten, autorisierten wie nicht autorisierten Biografen. Alle porträtieren ihn als den faszinierendsten unter den griechischen Reedermagnaten - als denjenigen, der eine konservative und geheimbündlerische Gilde mit seinen innovativen und umstrittenen, meist 'auf Pump' finanzierten Geschäften von Grund auf verwandelte. Sie schildern seinen Hang, sich berühmte Gespielinnen und sündhaft teure Spielzeuge zuzulegen und dabei einem internationalen Lebensstil zu frönen, der seinen Namen in den Schlagzeilen hielt und Begriffe wie 'Jetset' mit inspirierte. Alle sind sich darin einig, dass er seine prestigeträchtigen Trophäen 1968 durch die Ehe mit Jacqueline Kennedy krönte, die ihm den Beinamen 'Daddy O' einbrachte - für Onassis der absolute Coup in einem Leben, das stets dem Sammeln von Statusobjekten gewidmet war.
Was Maria Callas angeht, so sahen sich ihre Schwester, ihre Mutter, ihr Ex-Ehemann, eine Privatsekretärin, eine Kusine und sogar die Ehefrau eines Ex-Liebhabers bemüßigt, Bücher über sie zu schreiben. Dann sind da noch die Berge von Kritiken, Elogen und Diskographien, verfasst von Dutzenden von Musikwissenschaftlern, Kritikern und begeisterten Fans, die die einmalige Singstimme und Persönlichkeit von La Divina feiern. Ihre Fähigkeiten als Sängerin und Schauspielerin haben ihr Bühnenfach von Grund auf neu belebt und verwandelt, so dass ihre Bewunderer heute von der Oper 'vor Callas' und 'nach Callas' sprechen. Michelle Krisel, die künstlerische Leiterin der Washington Opera, nannte Maria Callas 'die Künstlerin, die den Maßstab veränderte, an dem alle anderen Opernsänger gemessen werden'. Leonard Bernstein ging noch weiter und bezeichnete sie als 'die größte Künstlerin der Welt'. Für den Regisseur Luchino Visconti war die Callas 'die größte Tragödin seit der Duse', und Noël Coward schrieb, nachdem er einen ihrer Auftritte in Covent Garden gesehen hatte, in sein Tagebuch: 'Sie ist eine der wenigen wirklich großen Künstlerinnen, die ich in meinem Leben gesehen habe.' Ihre glühendsten Verehrer beteten sie an wie eine Halbgöttin, und viele teilten die Empfindungen des italienischen Musikwissenschaftlers Attila Csampai, der schrieb: 'Während der zehn Jahre ihrer unangefochtenen Herrschaft, zwischen 1949 und 1959, schenkte sie den verlorenen Seelen dieser Welt - die durch den Krieg desorientiert und verwirrt waren - mehr Musik, mehr Kunst, mehr Menschlichkeit und Wärme als jedes andere Individuum dieses Jahrhunderts.'
Noch heute debattieren Callas-Jünger und Gelehrte leidenschaftlich über Qualität und Niedergang ihres Gesangs. Sie haben jeden ihrer Auftritte beschrieben, jede Aufzeichnung kritisch durchleuchtet und jede Gelegenheit analysiert, bei der die Diva mit ihrer zerstörten Stimme nach einem hohen Ton zielte und ihn verfehlte.
Bei einer solchen Überfülle biografischen Materials zu diesen beiden bekannten Figuren sollte man meinen, dass die grundlegenden Fakten ihres Lebens hinlänglich gesichert und unstrittig seien. Ich zumindest glaubte das, als ich mit der Arbeit an diesem Buch begann.
Ich war Onassis nur zweimal begegnet, einmal bei einem gesellschaftlichen Ereignis und einmal, als ich ihn für das Wall Street Journal interviewte. Maria Callas habe ich nie persönlich kennen gelernt. Doch als amerikanischer Journalist, der in Griechenland geboren wurde und ein halbes Dutzend Bücher über griechische Themen geschrieben hat, spürte ich, dass in der 15-jährigen Beziehung zwischen Onassis und Callas eine noch nicht erzählte Geschichte steckte und dass nur jemand, der ihre Welt wirklich verstand, diese Geschichte niederschreiben könne. Ich spreche Griechisch, und während meiner Zeit als Korrespondent der New York Times in Athen (von 1977 bis Ende 1980) lernte ich viele Freunde und Angehörige von Callas und Onassis kennen. Sechzehn Jahre lang, bis ich den Journalismus an den Nagel hängte, um in meinem Buch Eleni über Leben und Tod meiner Mutter im griechischen Bürgerkrieg zu schreiben, arbeitete ich als Reporter für die New York Times, das Wall Street Journal, den Boston Herald-Traveler und für Associated Press. Für das vorliegende Buch über die Callas und Onassis reiste ich nach England, Frankreich, Italien, Griechenland und in die Türkei, um Informationen über das Paar zu sammeln und zu verifizieren. Ich habe mich dabei strikt an die Maßstäbe eines sauber recherchierenden Reporters gehalten: jede Information von mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigen zu lassen - zwei Personen, die in dem jeweiligen Punkt einer Meinung sind, einander aber nicht kennen - oder als Beleg ein Originaldokument heranzuziehen.
Bevor ich mich an meine eigenen Recherchen machte, las ich praktisch alles, was über Onassis und die Callas in gedruckter Form vorlag.
Nie wieder werde ich eine Biografie mit dem alten 'Gottvertrauen' lesen. Denn rasch wurde mir klar, dass fast jedes Buch über Onassis oder die Callas mit Fehlern gespickt ist. Alles, vom jeweiligen Geburtsdatum bis hin zu den Ursachen ihres Todes - aber vor allem die Einzelheiten ihrer Beziehung -, ist mit einer Vielzahl von Ungenauigkeiten wiedergegeben worden, die teils lächerlich, teils erschreckend anmuten. In vielen Fällen, so stellte ich fest, hatte ein Reporter ein Detail unrichtig dargestellt, das dann von anderen übernommen wurde, bis es Teil des Kanons geworden war. Eklatante Fehlinformationen über das Leben der beiden, ihre Liebesaffären und ihre Karrieren gelten darum heute als Tatsachen.
Fairerweise muss allerdings gesagt werden, dass es unmöglich ist, die durch Fantasie und Legendenbildung verdunkelte Geschichte zweier Menschen wie Aristoteles Onassis und Maria Callas absolut richtig zu erzählen. Denn nicht allein die Biografen und Chronisten des Paares sind dafür verantwortlich, dass Unrichtigkeiten und Märchen als Fakten akzeptiert wurden. Auch Onassis und die Callas haben zu dem Problem beigetragen, liebten sie es doch beide, Einzelheiten ihres Lebens auszuschmücken und zu stilisieren.
Onassis war ein exzellenter Geschichtenerzähler in all den fünf Sprachen, die er beherrschte.