
Genoveva
Solange euer Schlaf sich weiter spiegelt
Nina C. Gabriel(Author)
Verlag Margarete Tischler
1st Edition
Published on 2. October 2023
Book
Hardback
168 pages
978-3-903370-21-0 (ISBN)
Description
Das Innen muss die Stille finden,
ganz gleich, ob's draußen stürmt und knarrt,
und wenn die Bäume brennen, wild sich winden,
im Innern lebt die Stille, ruht und harrt.
Nina C Gabriel
In "Genoveva" werden geistige Welten, Empfindungen aller Sinne dem Verstand nähergebracht. Nina C Gabriel gibt mit ihren Dichtungen und Betrachtungen unserer Seele eine Stimme. Der Untertitel "Solange euer Schlaf sich weiter spiegelt" soll uns erinnern, dass die Sprache der Seele schon lange vor dem Einzug des menschlichen Bewusstseins in den Verstand währte und währen wird. "Genoveva - Solange euer Schlaf sich weiter spiegelt" - Seelennahrung für den Verstand. Ein Plädoyer für Toleranz sich selbst und dem Menschsein gegenüber.
"Das Buch 'Genoveva' zeigt uns das Atmen unter der Oberflächlichkeit des Zeitgeistes, aus dem Herzen Genovevas, aus dem Herzen meiner Muse Nina." Mag. Ludwig Drahosch
More details
Series
Language
German
Place of publication
7122 Gols
Austria
Target group
Literatur- und Poesiebegeisterte, Leser*innen mit Interesse an Dichtung, Entwicklung, Kunst
Edition type
New edition
Product notice
sewn/stitched
Dimensions
Height: 190 mm
Width: 136 mm
Thickness: 19 mm
Weight
376 gr
ISBN-13
978-3-903370-21-0 (9783903370210)
Schweitzer Classification
Persons
Nina C Gabriel wurde in Sofia/Bulgarien geboren. Schon im Kindesalter schrieb sie Gedichte, um später in der Pubertät als Gedichte-, Erzählungs- und Essayautorin für große Aufmerksamkeit zu sorgen.
Im Alter von siebzehn Jahren, zwei Monate vor dem Fall der Kommunistischen Diktatur, verließ sie mit ihrer Mutter Bulgarien und kam nach Österreich, wo sie in der ersten Zeit den herben Verlust der eigenen Sprache erfuhr und begann, die deutsche Sprache autodidaktisch zu studieren.
Mit mangelhaften Deutschkenntnissen wurde sie bald darauf an einer Schauspielschule in Wien aufgenommen und begann, wie sie später sagte, die deutsche Sprache "von oben nach unten, von Schiller abwärts zu erlernen". Zehn Jahre später, mit Ende zwanzig, fühlte sie sich so weit, mit der deutschen Sprache "zu hantieren", wobei sie abstrakte Prosa und später Theaterstücke schrieb. Seit 1993 ist sie Schauspielerin, Regisseurin, Dramatikerin, Theaterleiterin und Filmemacherin.
Mit Ende dreißig lernte sie den Maler und Philosophen Ludwig Drahosch kennen, für den und neben dem sie die vorliegende Dichtung entstehen ließ. Nina C Gabriel und Ludwig Drahosch leiteten zwischen 2013 und 2016 das Ateliertheater Reloaded in Wien. Sie produzierten gemeinsam Filme, welche im In- und Ausland auf Festivals gezeigt wurden. Als Muse von Ludwig Drahosch inspirierte sie seine Malerei und seine Gedankenwelten. Mit ihrer Mitwirkung und Begleitung entstanden Drahoschs bahnbrechende Werke Simonettas Schatten I und II.
Nina C Gabriel spielte über fünfzig Hauptrollen an deutschsprachigen Bühnen und ihre Inszenierungen haben ihr über die Grenze hinaus künstlerische Anerkennung gebracht. Seit 2014 lehrt sie das Fach "Dramatischer Unterricht" an der Schauspielakademie Elfriede Ott.
Der Band "Genoveva" gewährt einen Einblick in das schöpferische Werk der "letzten großen Muse" (Ludwig Drahosch).
Content
Als Simonides von Keos ein halbes Jahrtausend vor Christus Folgendes schrieb: "Die Malerei ist eine stumme Poesie und die Poesie ist eine redende Malerei", dachte er wahrscheinlich nicht daran, dass ihm ein gewisser Leonardo da Vinci 2.000 Jahre später folgende Antwort geben würde.
"Bezeichnest du die Malerei als 'stumme Dichtung', so kann der Maler erst recht die Dichtung eine 'blinde Malerei' nennen. Nun überlege einmal, was ein größeres Gebrechen ist: Blindsein oder Stummsein!"
Was der alte Grieche Simonides dem Italiener darauf geantwortet hätte, lässt sich nur mutmaßen, eine Sache lässt sich indessen mit Sicherheit sagen, nämlich dass die italienische Renaissance und die griechische Antike eine Wesensverwandtschaft zwischen Malerei und Dichtung erkannten, oder - vielleicht ist es besser zu sagen - lebten.
"Lebten" ist wohl richtiger, sie lebten wie ein altes Pärchen, das sich ständig stritt, wer wohl die größere Bedeutung hätte, und bemerkten nicht, wie sie sich gegenseitig brauchten.
Aristoteles meinte, die zwei sollten sich damit beschäftigen, die Welt nachzuahmen und dabei auf die Dinge blicken, "wie sie waren oder sind, oder so, wie man sagt, dass sie seien, und wie sie zu sein scheinen, oder so, wie sie sein sollten."
Doch tatsächlich ging dieses Pärchen viel weiter. Es begann damit, uns vorzuträumen, wie die Welt sein könnte! Gemeinsam schufen sie neue Wirklichkeiten.
"Ut pictura poesis"; "Wie ein Bild sei das Gedicht", schrieb Horaz 15 Jahre vor Christi Geburt, darauf hätte ich mir auch eine Antwort von Leonardo gewünscht, vielleicht existiert sie ja sogar: "Wie ein Gedicht sei das Bild", müsste sie lauten.
Nun drängt sich die Frage auf: "Was macht Malerei und Dichtung aus, was ist ihre Verwandtschaft?"
Ich sehe diesbezüglich in allererster Linie die Toleranz, mit der die Menschen diesen beiden Künsten begegnen. Hier wird nicht nur erlaubt, sondern sogar fast erwartet, dass sie sich von den Wissenschaften unterscheiden, hier muss nichts bewiesen werden, vielmehr dürfen hier erahnend und auch intuitiv neue Räume erschlossen werden.
Tatsächlich lassen sich mit Worten Bilder malen, sogar intelligible Bilder-Welten kreieren, die noch nicht eingezogen sind in die Wirklichkeit.
Es gab auch Epochen, in denen Malern ihr natürlicher Weg zur Bildfindung verwehrt wurde. Zeiten, in denen sie nur Gebetshilfen malen durften, und Zeiten, in denen es unratsam war, der einen oder anderen Richtung nachzugehen. Bei den Dichtern war das ähnlich, es waren allzu menschliche Machtgefüge, die sich jeweils behaupten wollten und wollen. Trotzdem finden die Maler und Dichter letztlich immer wieder zurück in ihre eigentliche Profession.
Dass sie das können, liegt daran, dass das, wofür sie einstehen, unbeeindruckt von der durch Menschenwerk geschaffenen äußeren Realität, immer weiter existiert.
Seelenwissenschaftler, das sind die Dichter und Maler, die uns geholfen haben, nicht zur Maschine zu verkommen; und das ist ein Aspekt, der heute im Digitalen Zeitalter wichtiger denn je geworden ist.
Ihr Forschungsdrang nennt sich Sehnsucht; und was die Verifizierbarkeit für die Wissenschaft ist, das ist die Liebe für die Intuition.
Goethe, Schiller, Novalis, William Blake, Caspar David Friedrich, Botticelli oder Edward Hopper, das alles waren Seelenwissenschaftler, die unbeeindruckt vom Zeitgeist die inwendige Unendlichkeit des Menschen dokumentierten.
Eine Sonderstellung haben spätestens seit Sappho die Musen, weil sie ähnlich dem Schönen eine Zwischenstellung einnehmen.
Etymologisch betrachtet lässt sich der Begriff Muse gar nicht denken, würde man nur die äußere Schönheit betrachten. Vielmehr, und vielleicht auch notwendiger, muss Letzterer ein Attribut der Künste zu eigen sein, wie eben die Dichtkunst.
Sappho erlebte das Umkreisen des Schönen aus zwei Richtungen, zum einen als klassische Schöpferin, wie es eben allen Dichtern zu eigen ist, und zum anderen als Umkreiste selbst, als Ziel der Gedanken und Sehnsüchte anderer Maler und Dichter.
Die Schönheit der "sapphischen Strophe" wird sich auch hier im Buche wiederfinden. 2.500 Jahre nach Sappho wird ihr Rhythmus weiterleben im Herzen einer dichtenden Muse.
Im Laufe der Jahre wurde mir bewusst, welche außergewöhnliche und seltene Sonderstellung schreibende Musen haben. Ihr Herz lebt unter der Oberfläche des Zeitgeistes und die singuläre Ausstrahlung ihres anmutigen Körpers durchdringt die umgebende äußere Hülle der Menschen, um dadurch in den Herzen anderer eine neue Wohnstatt zu nehmen.
Genoveva und Giorgio zeigen uns in "Simonettas Schatten" dieses Umkreisen eines Malers um die Muse seines Herzens.
Das Buch "Genoveva" zeigt uns das Atmen unter der Oberflächlichkeit des Zeitgeistes, aus dem Herzen Genovevas.
Ein Wechsel der Perspektive, ermöglicht durch den seltenen Umstand, dass Genoveva, diese altgriechische Schönheit am Balkon gegenüber von Giorgios Wohnung, keine lyrische Erfindung ist, sondern dass sie tatsächlich als Nina C Gabriel in unserer Gegenwart existiert!
Oder anschaulicher formuliert: Man stelle sich vor, Anna Karenina, Shakespeares Julia und Ophelia nicht nur aus der Perspektive männlicher Autoren zu erleben, sondern tatsächlich in den wahren Kosmos ihrer Innenwelten eintauchen zu können!
Ludwig Drahosch