Terminator: Die Erlösung
Roman
Alan Foster(Author)
Heyne (Publisher)
Published on 4. May 2009
Book
Paperback/Softback
368 pages
978-3-453-52603-7 (ISBN)
Description
Nach der Apokalypse: Die Erde ist verwüstet, die Menschheit wurde nahezu ausgelöscht. Roboter haben die Herrschaft übernommen und machen Jagd auf die letzten Überlebenden. Doch es regt sich Widerstand -John Connor, der verheißene Hoffnungsträger, führt die Menschen in den letzten Krieg gegen die Maschinen .
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.7 cm
Width: 11.8 cm
ISBN-13
978-3-453-52603-7 (9783453526037)
Schweitzer Classification
Persons
Alan Dean Fosters Arbeiten sind breit gefächert und reichen von Science Fiction und Fantasy über Horror und Krimis bis zu Western. Er schrieb Star Wars-Romane und die Romane zu den ersten drei Alien-Filmen, sowie Vorlagen für Hörbücher, Radio und die Stor
Content
Das Longview-Staatsgefängnis war nicht besser oder schlechter als jedes der anderen Hochsicherheitsgefängnisse im Bundesstaat Texas, und architektonisch betrachtet war es keine Spur ansprechender oder deprimierender als der Rest. Was aus der Sicht seiner Insassen bedeutete, dass es sich irgendwo zwischen bedrückend und potthässlich bewegte.
Die Häftlinge, von denen manche nur für kurze Zeit, andere für den Rest ihres Lebens einsaßen, waren fast durchweg genauso hart und erbarmungslos wie das Land, auf dem ihr gegenwärtiges Zuhause errichtet worden war. Nur wenige gewöhnliche Kriminelle wagten es, inmitten jenes ständig wachsenden Pöbels ein Widerwort zu geben, der von Berufs wegen Leuten lieber den Schädel einschlug, statt in einem persönlichen Dialog Überzeugungsarbeit zu leisten.
Zu dieser Gruppe zählte auch ein gewisses, höchst asoziales Exemplar namens Marcus Wright. Bedauerlicherweise hatte Wright den größten Teil seines Lebens alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. In diesem Moment saß er auf einem Bett in einem engen Höllenloch aus Beton und starrte auf die gegenüberliegende Wand. Der Anblick von gesprenkeltem Stein und Zement hatte nichts besonders Reizvolles an sich, aber das war immer noch besser als ein Blick auf einen der drei Männer, die in seiner Nähe standen. Zwei von ihnen trugen Uniform, der dritte nicht.
Nein, korrigierte er sich. Das stimmte nicht ganz. Alle drei trugen sie Uniform. Es deprimierte Wright, sie anzuschauen, weil zwei von ihnen jenseits der dicken Eisenstäbe standen, die ihm ein Entkommen aus diesem Käfig unmöglich machten, und weil der dritte jederzeit weggehen konnte. Die Gesellschaft bezeichnete seine gegenwärtige und nur noch kurzfristige Unterkunft vorzugsweise als "Zelle", aber Wright wusste, was das hier in Wahrheit war. Sein Name dafür hatte ebenfalls fünf Buchstaben. Er lautete "Käfig".
Zwei der Personen waren Wärter. Sie trugen Waffen und hielten stählerne Fußfesseln in den Händen, während sie mit skeptischem Blick das Geschehen auf der anderen Seite der Gitterstäbe mitverfolgten. Ihre Haltung und der Gesichtsausdruck spiegelten die Befangenheit von harten Männern wider, die sich nur zu gut der Tatsache bewusst waren, dass jede Nachlässigkeit und Unachtsamkeit in ihrer täglichen Routine zu Schmerzen, Verletzungen oder sogar zum Tod führen konnte. Ihnen waren nicht diese Posten in Longview zugeteilt worden, nur weil alle Stellen für Gehirnchirurgen und Raketenwissenschaftler bereits besetzt gewesen wären.
Die beiden waren deshalb aber auch nicht als einfältig zu bezeichnen. Es war einfach so, dass in ihrem Job Muskelkraft und körperliche Fitness für ihr Überleben weitaus entscheidender waren als geistige Fitness. Nicht, dass das viel ausgemacht hätte. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, übertraf ihr Intelligenzquotient normalerweise den derjenigen, über die sie zu wachen hatten.
Normalerweise.
Das dritte Mitglied dieses Triumvirats stand gleich hinter der Tür in der Zelle und redete. Da der Mann sich aber schon um zahlreiche momentane und frühere Gefängnisinsassen gekümmert hatte, war auch er durch seine Erfahrung zwangsläufig abgehärtet worden. Über die Jahre hinweg war sein Vortrag der traditionellen Bibelpassagen zu einem monotonen Singsang abgeflacht, der eher von einer sich hartnäckig haltenden, falschen Hoffnung als durch eine tatsächliche Erwartungshaltung geprägt war.
Zwar war sein Optimismus trotz des täglichen Umgangs mit der Gewalt, die ein Mensch einem anderen anzutun imstande war, nicht völlig umzubringen. Doch auf diesen Optimismus war wiederholt eingeprügelt worden, bis er nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem besaß, was man erwarten konnte, wenn man den Mann reden hörte.
Sein Glaube war wie benommen.
"Und ob ich schon wanderte im finstern Tal", sprach er mechanisch, "fürchte ich kein Unglück."
Dämlich, dachte Marcus Wright. Dämlich und überflüssig. Warum sollte ich vor mir selbst Angst haben?
War er nicht schließlich die Inkarnation des Bösen? Hatte dieses Arschloch von Richter es ihm nicht ins Gesicht gesagt? Und war es von der Öffentlichkeit nicht bestätigt worden? Wenn man so über ihn urteilte, dann musste es doch auch wahr sein, oder nicht? Er hatte vor langer Zeit jegliches Interesse verloren, dem Urteil der Gesellschaft zu widersprechen. Das war etwas, was er mit der Betonwand gemeinsam hatte, die er gegenwärtig anstarrte. Sie beide waren massiv, undurchdringbar, ausdruckslos und stumm. Wenn diese Mauer ihr Schicksal schweigend akzeptieren konnte, dann sollte er dazu auch in der Lage sein.
". denn du bist bei mir."
Der Priester redete monoton weiter. Warum kann der Mann nicht einfach die Klappe halten?, fragte sich Wright. Warum wollte er, warum wollte überhaupt irgendjemand sich länger als unbedingt nötig in den Eingeweiden dieses grauen Pfuhls aus verwesender Menschlichkeit aufhalten?
". dein Stecken und Stab trösten mich."
Na, das war doch mal eine Predigt, von der Wright fand, dass er mit ihr etwas anfangen konnte. Gebt mir einen Stecken und einen Stab, dachte er zynisch, und dann geht mir besser aus dem Weg. Gebt mir nur eine Gelegenheit.
Eines musste man über Hartholzböden und geschlossene Korridore sagen: Sie sorgten für eine exzellente Akustik. Das konnte sehr unangenehm sein, wenn jemand unablässig schrie, was in Longview keineswegs ungewöhnlich war. Diese Bauweise konnte auch gewöhnliche Schritte lauter erscheinen lassen, und es war genau dieses Geräusch, das Wright veranlasste, einen flüchtigen Blick aus seiner Zelle zu werfen.
Im nächsten Moment wechselte seine ganze Aufmerksamkeit von der reglosen Mauer zu einer sich nähernden Taille. Mit plötzlich wachsamen Augen erfasste er stumm alles, was sich oberhalb und unterhalb dieser sanft schwingenden Trennlinie befand.
Auch die Wärter schauten sich um. Besucher wie Dr. Serena Kogan traf man in Longview selten. Es war nicht ihr Titel, für den sich die Männer interessierten, doch Wrights Reaktion war widersprüchlicher als erwartet. Da sie solche unverhohlenen, von Testosteron gelenkten Blicke seit Langem gewohnt war, ignorierte Kogan sie einfach.
Für eine Frau von Ende dreißig stellte sie eine ungewöhnliche Schönheit dar. Es hing auch mit ihrer Arbeit zusammen, die ihr einen Anflug von Perfektion verlieh - zum Teil eine Folge höchster Konzentration. Ganz und gar untypisch für sie zeigte sich Verzweiflung in der leichten Hagerkeit ihres Gesichts und der Art, wie sie die Lippen verkniffen aufeinanderpresste. Es lenkte nur unwesentlich von ihrer Schönheit ab.
Sie blieb vor der Zelle stehen und begegnete Wrights Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. Das sich anschließende Schweigen sprach vielleicht keine Bände, aber doch wenigstens ein paar Worte.
Die Häftlinge, von denen manche nur für kurze Zeit, andere für den Rest ihres Lebens einsaßen, waren fast durchweg genauso hart und erbarmungslos wie das Land, auf dem ihr gegenwärtiges Zuhause errichtet worden war. Nur wenige gewöhnliche Kriminelle wagten es, inmitten jenes ständig wachsenden Pöbels ein Widerwort zu geben, der von Berufs wegen Leuten lieber den Schädel einschlug, statt in einem persönlichen Dialog Überzeugungsarbeit zu leisten.
Zu dieser Gruppe zählte auch ein gewisses, höchst asoziales Exemplar namens Marcus Wright. Bedauerlicherweise hatte Wright den größten Teil seines Lebens alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. In diesem Moment saß er auf einem Bett in einem engen Höllenloch aus Beton und starrte auf die gegenüberliegende Wand. Der Anblick von gesprenkeltem Stein und Zement hatte nichts besonders Reizvolles an sich, aber das war immer noch besser als ein Blick auf einen der drei Männer, die in seiner Nähe standen. Zwei von ihnen trugen Uniform, der dritte nicht.
Nein, korrigierte er sich. Das stimmte nicht ganz. Alle drei trugen sie Uniform. Es deprimierte Wright, sie anzuschauen, weil zwei von ihnen jenseits der dicken Eisenstäbe standen, die ihm ein Entkommen aus diesem Käfig unmöglich machten, und weil der dritte jederzeit weggehen konnte. Die Gesellschaft bezeichnete seine gegenwärtige und nur noch kurzfristige Unterkunft vorzugsweise als "Zelle", aber Wright wusste, was das hier in Wahrheit war. Sein Name dafür hatte ebenfalls fünf Buchstaben. Er lautete "Käfig".
Zwei der Personen waren Wärter. Sie trugen Waffen und hielten stählerne Fußfesseln in den Händen, während sie mit skeptischem Blick das Geschehen auf der anderen Seite der Gitterstäbe mitverfolgten. Ihre Haltung und der Gesichtsausdruck spiegelten die Befangenheit von harten Männern wider, die sich nur zu gut der Tatsache bewusst waren, dass jede Nachlässigkeit und Unachtsamkeit in ihrer täglichen Routine zu Schmerzen, Verletzungen oder sogar zum Tod führen konnte. Ihnen waren nicht diese Posten in Longview zugeteilt worden, nur weil alle Stellen für Gehirnchirurgen und Raketenwissenschaftler bereits besetzt gewesen wären.
Die beiden waren deshalb aber auch nicht als einfältig zu bezeichnen. Es war einfach so, dass in ihrem Job Muskelkraft und körperliche Fitness für ihr Überleben weitaus entscheidender waren als geistige Fitness. Nicht, dass das viel ausgemacht hätte. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen, übertraf ihr Intelligenzquotient normalerweise den derjenigen, über die sie zu wachen hatten.
Normalerweise.
Das dritte Mitglied dieses Triumvirats stand gleich hinter der Tür in der Zelle und redete. Da der Mann sich aber schon um zahlreiche momentane und frühere Gefängnisinsassen gekümmert hatte, war auch er durch seine Erfahrung zwangsläufig abgehärtet worden. Über die Jahre hinweg war sein Vortrag der traditionellen Bibelpassagen zu einem monotonen Singsang abgeflacht, der eher von einer sich hartnäckig haltenden, falschen Hoffnung als durch eine tatsächliche Erwartungshaltung geprägt war.
Zwar war sein Optimismus trotz des täglichen Umgangs mit der Gewalt, die ein Mensch einem anderen anzutun imstande war, nicht völlig umzubringen. Doch auf diesen Optimismus war wiederholt eingeprügelt worden, bis er nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem besaß, was man erwarten konnte, wenn man den Mann reden hörte.
Sein Glaube war wie benommen.
"Und ob ich schon wanderte im finstern Tal", sprach er mechanisch, "fürchte ich kein Unglück."
Dämlich, dachte Marcus Wright. Dämlich und überflüssig. Warum sollte ich vor mir selbst Angst haben?
War er nicht schließlich die Inkarnation des Bösen? Hatte dieses Arschloch von Richter es ihm nicht ins Gesicht gesagt? Und war es von der Öffentlichkeit nicht bestätigt worden? Wenn man so über ihn urteilte, dann musste es doch auch wahr sein, oder nicht? Er hatte vor langer Zeit jegliches Interesse verloren, dem Urteil der Gesellschaft zu widersprechen. Das war etwas, was er mit der Betonwand gemeinsam hatte, die er gegenwärtig anstarrte. Sie beide waren massiv, undurchdringbar, ausdruckslos und stumm. Wenn diese Mauer ihr Schicksal schweigend akzeptieren konnte, dann sollte er dazu auch in der Lage sein.
". denn du bist bei mir."
Der Priester redete monoton weiter. Warum kann der Mann nicht einfach die Klappe halten?, fragte sich Wright. Warum wollte er, warum wollte überhaupt irgendjemand sich länger als unbedingt nötig in den Eingeweiden dieses grauen Pfuhls aus verwesender Menschlichkeit aufhalten?
". dein Stecken und Stab trösten mich."
Na, das war doch mal eine Predigt, von der Wright fand, dass er mit ihr etwas anfangen konnte. Gebt mir einen Stecken und einen Stab, dachte er zynisch, und dann geht mir besser aus dem Weg. Gebt mir nur eine Gelegenheit.
Eines musste man über Hartholzböden und geschlossene Korridore sagen: Sie sorgten für eine exzellente Akustik. Das konnte sehr unangenehm sein, wenn jemand unablässig schrie, was in Longview keineswegs ungewöhnlich war. Diese Bauweise konnte auch gewöhnliche Schritte lauter erscheinen lassen, und es war genau dieses Geräusch, das Wright veranlasste, einen flüchtigen Blick aus seiner Zelle zu werfen.
Im nächsten Moment wechselte seine ganze Aufmerksamkeit von der reglosen Mauer zu einer sich nähernden Taille. Mit plötzlich wachsamen Augen erfasste er stumm alles, was sich oberhalb und unterhalb dieser sanft schwingenden Trennlinie befand.
Auch die Wärter schauten sich um. Besucher wie Dr. Serena Kogan traf man in Longview selten. Es war nicht ihr Titel, für den sich die Männer interessierten, doch Wrights Reaktion war widersprüchlicher als erwartet. Da sie solche unverhohlenen, von Testosteron gelenkten Blicke seit Langem gewohnt war, ignorierte Kogan sie einfach.
Für eine Frau von Ende dreißig stellte sie eine ungewöhnliche Schönheit dar. Es hing auch mit ihrer Arbeit zusammen, die ihr einen Anflug von Perfektion verlieh - zum Teil eine Folge höchster Konzentration. Ganz und gar untypisch für sie zeigte sich Verzweiflung in der leichten Hagerkeit ihres Gesichts und der Art, wie sie die Lippen verkniffen aufeinanderpresste. Es lenkte nur unwesentlich von ihrer Schönheit ab.
Sie blieb vor der Zelle stehen und begegnete Wrights Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. Das sich anschließende Schweigen sprach vielleicht keine Bände, aber doch wenigstens ein paar Worte.