
Caging
Texte zu John Cage
unartproduktion (Publisher)
1st Edition
Published on 25. October 2021
Book
60 pages
978-3-902989-56-7 (ISBN)
Description
Literarische Texte zu John Cage / 1912 Los Angeles - 1992 New York City. Er war ein US-amerikanischer Komponist, Künstler und Autor. Seine Kompositionen werden als Schlüsselwerke der Neuen Musik angesehen,
sowie als Schlüsselfigur der beginnenden Happeningbewegung. Neben der Malerei beschäftigte ihn auch die
Wissenschaft von Pilzen.
AutorInnen:
Gundi Feyrer, 1956 geb. in Heilbronn/Neckar
Angela Flam, geb. 1968 in Wels,
Günter Köllemann, geb. 1967, wohnhaft in Dornbirn, Bibliothekar und Autor.
Wally Rettenbacher lebt in Salzburg und auf Reisen, vorwiegend Asien
Stefan Schmitzer, geboren 1979 in Graz, ist Autor, Performer und Kritiker.
Lisa Spalt, lebt als feste Mitarbeiterin des Instituts für poetische
Alltagsverbesserung (IPA) in Linz.
Herbert Christian Stöger, Initiator von künstlerischen und literarischen Projekten. Video-Künstler (etc.) und Autor.
Herbert Christian Stöger:
wir unterscheiden
pilze die das überleben fördern
und andere
letztere können zu offenbarungen verführen
den eintritt zu anderen welten erleichtern
das maß kann leicht überzogen werden
und führt zu unliebsamen verkürzungen
fliegen panther satan werfen schatten
die nur sanft zu überstehen sind
läßt man sie rechtsum linksliegen
marone pfifferling steinpilz liegen uns
spei täubling knollen blätter sind pilze
verwechselbar trügerisch leichtfertig
sind sie aus der erde gedreht
dem finder blühen kurze nächte
verrückte welt auf dem kopf sitzend
da steht ein welpe vor dem traualtar
schafe lügen dich in den schlaf
pflaumen schmecken wie faune
so sehen aussichten in gesichtern aus
im halsumdrehen kann alles kippen
Herbert Christian Stöger
eine welle trifft auf eine zweite welle
und bricht die eine während die andere durchbricht
eine quelle trifft auf eine zweite quelle
sie vereinen sich so gut es geht
bis ein hindernis sie stellt und erneut entzweit
eine schwelle hindert den fluß
eine welle und noch eine welle treffen aufeinander
wäre diese welle eine kurve in eine richtung
und eine zweite in die andere richtung folgt
so unmittelbar schnell wie sie auftauchen
dann verschmelzen sie zu einer unendlichkeit
als zeichen wie als sinn
in einer vorstellung beim hinaussehen aufs meer
wenn eine welle eine zweite welle trifft
wir unterscheiden
pilze die das überleben fördern
und andere
letztere können zu offenbarungen verführen
den eintritt zu anderen welten erleichtern
das maß kann leicht überzogen werden
und führt zu unliebsamen verkürzungen
fliegen panther satan werfen schatten
die nur sanft zu überstehen sind
läßt man sie rechtsum linksliegen
marone pfifferling steinpilz liegen uns
spei täubling knollen blätter sind pilze
verwechselbar trügerisch leichtfertig
sind sie aus der erde gedreht
dem finder blühen kurze nächte
verrückte welt auf dem kopf sitzend
da steht ein welpe vor dem traualtar
schafe lügen dich in den schlaf
pflaumen schmecken wie faune
so sehen aussichten in gesichtern aus
im halsumdrehen kann alles kippen
Herbert Christian Stöger
eine welle trifft auf eine zweite welle
und bricht die eine während die andere durchbricht
eine quelle trifft auf eine zweite quelle
sie vereinen sich so gut es geht
bis ein hindernis sie stellt und erneut entzweit
eine schwelle hindert den fluß
eine welle und noch eine welle treffen aufeinander
wäre diese welle eine kurve in eine richtung
und eine zweite in die andere richtung folgt
so unmittelbar schnell wie sie auftauchen
dann verschmelzen sie zu einer unendlichkeit
als zeichen wie als sinn
in einer vorstellung beim hinaussehen aufs meer
wenn eine welle eine zweite welle trifft
sowie als Schlüsselfigur der beginnenden Happeningbewegung. Neben der Malerei beschäftigte ihn auch die
Wissenschaft von Pilzen.
AutorInnen:
Gundi Feyrer, 1956 geb. in Heilbronn/Neckar
Angela Flam, geb. 1968 in Wels,
Günter Köllemann, geb. 1967, wohnhaft in Dornbirn, Bibliothekar und Autor.
Wally Rettenbacher lebt in Salzburg und auf Reisen, vorwiegend Asien
Stefan Schmitzer, geboren 1979 in Graz, ist Autor, Performer und Kritiker.
Lisa Spalt, lebt als feste Mitarbeiterin des Instituts für poetische
Alltagsverbesserung (IPA) in Linz.
Herbert Christian Stöger, Initiator von künstlerischen und literarischen Projekten. Video-Künstler (etc.) und Autor.
Herbert Christian Stöger:
wir unterscheiden
pilze die das überleben fördern
und andere
letztere können zu offenbarungen verführen
den eintritt zu anderen welten erleichtern
das maß kann leicht überzogen werden
und führt zu unliebsamen verkürzungen
fliegen panther satan werfen schatten
die nur sanft zu überstehen sind
läßt man sie rechtsum linksliegen
marone pfifferling steinpilz liegen uns
spei täubling knollen blätter sind pilze
verwechselbar trügerisch leichtfertig
sind sie aus der erde gedreht
dem finder blühen kurze nächte
verrückte welt auf dem kopf sitzend
da steht ein welpe vor dem traualtar
schafe lügen dich in den schlaf
pflaumen schmecken wie faune
so sehen aussichten in gesichtern aus
im halsumdrehen kann alles kippen
Herbert Christian Stöger
eine welle trifft auf eine zweite welle
und bricht die eine während die andere durchbricht
eine quelle trifft auf eine zweite quelle
sie vereinen sich so gut es geht
bis ein hindernis sie stellt und erneut entzweit
eine schwelle hindert den fluß
eine welle und noch eine welle treffen aufeinander
wäre diese welle eine kurve in eine richtung
und eine zweite in die andere richtung folgt
so unmittelbar schnell wie sie auftauchen
dann verschmelzen sie zu einer unendlichkeit
als zeichen wie als sinn
in einer vorstellung beim hinaussehen aufs meer
wenn eine welle eine zweite welle trifft
wir unterscheiden
pilze die das überleben fördern
und andere
letztere können zu offenbarungen verführen
den eintritt zu anderen welten erleichtern
das maß kann leicht überzogen werden
und führt zu unliebsamen verkürzungen
fliegen panther satan werfen schatten
die nur sanft zu überstehen sind
läßt man sie rechtsum linksliegen
marone pfifferling steinpilz liegen uns
spei täubling knollen blätter sind pilze
verwechselbar trügerisch leichtfertig
sind sie aus der erde gedreht
dem finder blühen kurze nächte
verrückte welt auf dem kopf sitzend
da steht ein welpe vor dem traualtar
schafe lügen dich in den schlaf
pflaumen schmecken wie faune
so sehen aussichten in gesichtern aus
im halsumdrehen kann alles kippen
Herbert Christian Stöger
eine welle trifft auf eine zweite welle
und bricht die eine während die andere durchbricht
eine quelle trifft auf eine zweite quelle
sie vereinen sich so gut es geht
bis ein hindernis sie stellt und erneut entzweit
eine schwelle hindert den fluß
eine welle und noch eine welle treffen aufeinander
wäre diese welle eine kurve in eine richtung
und eine zweite in die andere richtung folgt
so unmittelbar schnell wie sie auftauchen
dann verschmelzen sie zu einer unendlichkeit
als zeichen wie als sinn
in einer vorstellung beim hinaussehen aufs meer
wenn eine welle eine zweite welle trifft
More details
Language
Other
Place of publication
Dornbirn
Austria
Target group
Neue Musik, Experimentelle Musik, Gegenwartsliteratur, Texte Musik
Product notice
Miniature book
ISBN-13
978-3-902989-56-7 (9783902989567)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Autorin
Autorin
Autor
Autor
Autor
Autorin
Autor
Content
Stefan Schmitzer:
"WAD AL SO WADL WALD"
00:00 - 01:00
der SPRECHER betritt die bühne. er packt eine handzimbel
und ein kleines plastiklineal aus.
erst schlägt er mit der handzimbel dreimal, um die darbietung
zu eröffnen, dann spielt er mit dem plastiklineal nach
art gelangweilter unterstufenschüler melodien.
als das nichts mehr hergibt, schlägt er wieder die zimbel
und
01:00 - 10:00
stellt ein altmodischs tonbandgerät vor das tischmikrofon,
schaltet es ein. es rauscht. bald beginnt eine stimme vom
tonband:
es wiederholt sich, aber es wiederholt sich. ... nun wiederholt
es sich gänzlich ... der wald breitet sich aus. er heißt
heinz und heißt heiz. wir verheizen, er heiße heinz, das wiederholt
sich. in alle richtungen wiederholt sich das, aber
wiederholt sich. der wald ist wiederholt bewohnt, aber bewohnt.
... es ist der wald ... hörst du ... der bewohnt ist, und
wäre er's nicht, hieß' er nicht heinz ... da einem heinz die
wiederholung innewohnt, ist wald ihr name ... nichtwahr ...
geht immer ... breitet sich aus ... und wieder ...
"WAD AL SO WADL WALD"
00:00 - 01:00
der SPRECHER betritt die bühne. er packt eine handzimbel
und ein kleines plastiklineal aus.
erst schlägt er mit der handzimbel dreimal, um die darbietung
zu eröffnen, dann spielt er mit dem plastiklineal nach
art gelangweilter unterstufenschüler melodien.
als das nichts mehr hergibt, schlägt er wieder die zimbel
und
01:00 - 10:00
stellt ein altmodischs tonbandgerät vor das tischmikrofon,
schaltet es ein. es rauscht. bald beginnt eine stimme vom
tonband:
es wiederholt sich, aber es wiederholt sich. ... nun wiederholt
es sich gänzlich ... der wald breitet sich aus. er heißt
heinz und heißt heiz. wir verheizen, er heiße heinz, das wiederholt
sich. in alle richtungen wiederholt sich das, aber
wiederholt sich. der wald ist wiederholt bewohnt, aber bewohnt.
... es ist der wald ... hörst du ... der bewohnt ist, und
wäre er's nicht, hieß' er nicht heinz ... da einem heinz die
wiederholung innewohnt, ist wald ihr name ... nichtwahr ...
geht immer ... breitet sich aus ... und wieder ...