
Die Antike der Moderne
Vom Umgang mit der Antike im Europa des 18. Jahrhunderts
Wehrhahn Verlag
1st Edition
Published on 10. July 2009
Book
346 pages
978-3-86525-218-0 (ISBN)
Description
Im Zuge der Wissensrevolutionen des 17. und 18. Jahrhunderts verschwand der alte Wissensbesitz nicht, sondern spielte in der religiösen, ethischen, politischen und wissenschaftlichen Sozialisation der europäischen Eliten nach wie vor eine zentrale Rolle. Auch im Zeitalter der Aufklärung lieferten sowohl die Bibel als auch die klassischen Texte der Antike das 'Rohmaterial', an dem sich der Geist aller Protagonisten der Wissensrevolution formte. Die Beiträge zu dem vorliegenden Band gehen der Frage nach, welche Funktion die vorchristliche und die christliche Antike in der neuen Wissensordnung hatten und wie die Antike die vorgeblich vorurteilsfreie Konstitution des neuen Wissens beeinflusste.
Der vorliegende Band geht diesen Fragen auf den Feldern der Naturphilosophie und Naturwissenschaft, der Politik, Geschichtsschreibung und Anthropologie sowie der Literatur und Kunst nach und versucht die Bandbreite der regionalen Differenzierungen exemplarisch herauszuarbeiten. Diese Felder markieren zum Teil unterschiedliche Umgangsweisen der Aufklärung mit der Antike. Ihre Gemeinsamkeiten erlauben aber den Schluss, dass die Geschichte der Antike mit dem Sieg der Partei der Modernen in der Querelle des Anciens et Modernes nicht etwa endet, sondern, wie die Beiträge zeigen, im Modus moderner Kritik neu beginnt. Das 18. Jahrhundert erweist sich damit einmal mehr als ein Jahrhundert des Übergangs von einer Vormoderne, die noch auf die christliche Heilsgeschichte rekurriert und sich am Zenith der antiken Zivilisation orientiert, zu einer Moderne, die in der Aufklärung in einem spezifisch modernen Rückgriff auf die Antike neue Denkweisen, Wertvorstellungen und politisch-gesellschaftliche Verfahrensweisen entwickelte.
Der vorliegende Band geht diesen Fragen auf den Feldern der Naturphilosophie und Naturwissenschaft, der Politik, Geschichtsschreibung und Anthropologie sowie der Literatur und Kunst nach und versucht die Bandbreite der regionalen Differenzierungen exemplarisch herauszuarbeiten. Diese Felder markieren zum Teil unterschiedliche Umgangsweisen der Aufklärung mit der Antike. Ihre Gemeinsamkeiten erlauben aber den Schluss, dass die Geschichte der Antike mit dem Sieg der Partei der Modernen in der Querelle des Anciens et Modernes nicht etwa endet, sondern, wie die Beiträge zeigen, im Modus moderner Kritik neu beginnt. Das 18. Jahrhundert erweist sich damit einmal mehr als ein Jahrhundert des Übergangs von einer Vormoderne, die noch auf die christliche Heilsgeschichte rekurriert und sich am Zenith der antiken Zivilisation orientiert, zu einer Moderne, die in der Aufklärung in einem spezifisch modernen Rückgriff auf die Antike neue Denkweisen, Wertvorstellungen und politisch-gesellschaftliche Verfahrensweisen entwickelte.
More details
Series
Language
English
French
German
Illustrations
5
7 Schaubilder, 5 Diagramme
Dimensions
Height: 22.5 cm
Width: 15 cm
Weight
562 gr
ISBN-13
978-3-86525-218-0 (9783865252180)
Schweitzer Classification
Content
Einführung: Antike Naturphilosophie und moderne Wissenschaft
Michael Erler: Lukrez´Nachwirkung als Naturphilosoph und Dichter
Hartmut Hecht: Causae finales und Physik der Bewegung
Eberhard Knobloch: Antike und moderne Mathematik
Günther Lottes: Antike Kosmogonien und Weltentstehungstheorien im Zeitalter der Aufklärung
Einführung: Die Antike in Politik, Geschichtsschreibung und Anthropologie des 18. Jahrhunderts
Iain Hampsher-Monk: The Idea of Republic in Anglo-American Political Thought
Jacques Berchtold: Rousseau et la pastorale antique
Veit Elm: Die Eigendynamik der Medien: modernistische und klassizistische Rombilder in Voltaires politischem, historischem und dramatischem Werk
Julie Boch: La Vie de L`empereur Julien de l`abbé de La Bléterie (1735) ou les paradoxes de la vertu paienne
Martin Disselkamp: Gelehrte und ästhetische Mythologie: zwei Varianten der Rezeption antiker Mythologie im Berlin des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts
Angela Holzer: oder Dauer und Nachleben der Antike: Karl Philipp Moritz als Kulturanthropologe
Einführung: Die Antike in Literatur und Kunst des 18. Jahrhunderts
Sotera Fornaro: Homer in der französischen und deutschen Aufklärung
Vanessa de Senarclens: Èditer le théatre antique grec au siècle des Lumières: le Théatre des Grecs de Pierre Brumoy (1730) et ses nombreuses rééditions au dix-huitème siècle
Clémence Couturier-Heinrich: Antike Versform als Quelle einer deutschen Dichtung
Bernhard Zimmermann: Sprechende Antike: Goethes Römische Elegien
Myrtille Méricam-Bourdet: Faire revivre l'Antiquité: le dialogue des morts chez Voltaire
Renate Reschke: Die Erfindung eines Gottes aus dem Geist der Aufklärung: Johann Joachim Winckelmanns "Apollon im Belvedere"
Michael Erler: Lukrez´Nachwirkung als Naturphilosoph und Dichter
Hartmut Hecht: Causae finales und Physik der Bewegung
Eberhard Knobloch: Antike und moderne Mathematik
Günther Lottes: Antike Kosmogonien und Weltentstehungstheorien im Zeitalter der Aufklärung
Einführung: Die Antike in Politik, Geschichtsschreibung und Anthropologie des 18. Jahrhunderts
Iain Hampsher-Monk: The Idea of Republic in Anglo-American Political Thought
Jacques Berchtold: Rousseau et la pastorale antique
Veit Elm: Die Eigendynamik der Medien: modernistische und klassizistische Rombilder in Voltaires politischem, historischem und dramatischem Werk
Julie Boch: La Vie de L`empereur Julien de l`abbé de La Bléterie (1735) ou les paradoxes de la vertu paienne
Martin Disselkamp: Gelehrte und ästhetische Mythologie: zwei Varianten der Rezeption antiker Mythologie im Berlin des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts
Angela Holzer: oder Dauer und Nachleben der Antike: Karl Philipp Moritz als Kulturanthropologe
Einführung: Die Antike in Literatur und Kunst des 18. Jahrhunderts
Sotera Fornaro: Homer in der französischen und deutschen Aufklärung
Vanessa de Senarclens: Èditer le théatre antique grec au siècle des Lumières: le Théatre des Grecs de Pierre Brumoy (1730) et ses nombreuses rééditions au dix-huitème siècle
Clémence Couturier-Heinrich: Antike Versform als Quelle einer deutschen Dichtung
Bernhard Zimmermann: Sprechende Antike: Goethes Römische Elegien
Myrtille Méricam-Bourdet: Faire revivre l'Antiquité: le dialogue des morts chez Voltaire
Renate Reschke: Die Erfindung eines Gottes aus dem Geist der Aufklärung: Johann Joachim Winckelmanns "Apollon im Belvedere"