Michel
Eine Generation frisst ihre Kinder
Dirot(Author)
Edition PaperONE (Publisher)
1st Edition
Published on 8. March 2007
Book
132 pages
978-3-939398-40-0 (ISBN)
Description
Ein Opa, der seinen Enkel tätschelnd an seine Spielzeugeisenbahn lässt - bisher war das für mich das Sinnbild eines intakten, Generationen-übergreifenden Modells.
Nach dieser Novelle sieht man das zynischer, aber auch klarer.
Eine Aussage bleibt hängen, nicht nur weil sie dreimal in dieser Kurzgeschichte Erwähnung findet: Eine Generation frisst ihre Kinder.
Eingebettet in einer Welt der nahen Zukunft, in der die große Depression die einzige Aussicht der nachfolgenden Generationen ist, spielt die Lebensgeschichte von Michel. Aufgewachsen in einer Provinzstadt, deren Trost- und Perspektivlosigkeit geradezu metaphorisch für sein eigenes kurzes Leben ist, kann er fliehen, wohin er will, die Verhältnisse sind schon da. Ein Dasein, das sich zwischen Apathie und Hedonismus (in der Eros auch nicht zu kurz kommt) bewegt. Später wird er sich resignierend . ja was? Das Ende ist scheinbar unklar. Aber sonst keine Fragen offen.
Ein ziemlich düsteres Bild. Aber es sind keine nuklearen Katastrophen, keine Aliens oder intergalaktischen Eruptionen, die die westliche Hemisphäre bedrohen, sondern die ungelösten Probleme, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und deren Reparatur den Nachkommen eher zugetraut werden, so dass die Probleme zu Katastrophen kulminieren, wie zum Beispiel der Klimawandel. Dreh- und Angelpunkt ist aber der Generationsvertrag, der von einer immer kleiner werdenden aktiven Generation verlangt, dass sie die Ansprüche einer immer größer werdenden älteren Generation absichert. Es bedarf wenig Prophetie um zu wissen, dass das schief geht. Aber in Zeiten, in der die Demographie die Demokratie aushebelt, pocht man auf verfassungsmäßige Versorgungsgarantien. Ohne Rücksicht auf die Machbarkeit. Beklemmend ist, dass diese Mechanismen ja schon heute greifen, dass man den Faden nur konsequent weiterspinnen muss.
Der Autor tut es: lakonisch, manchmal zynisch, auch verstörend. Ohne political correctness, die ohnedies nur noch die Funktion der Moralkeule hat, seziert er die gesellschaftlichen Verhältnisse. Manche Konsequenzen in dieser Novelle erschrecken - aber das sollen sie wohl auch. Und sie scheinen mitnichten übertrieben.
Dieses Buch ist vielleicht auch der Versuch, Fragen zu stellen. Fragen an eine Generation, die dabei ist, ihren Kindern vorsätzlich einen ökologischen und ökonomischen Saustall zu hinterlassen.
Die Diskussion ist eröffnet..
Nach dieser Novelle sieht man das zynischer, aber auch klarer.
Eine Aussage bleibt hängen, nicht nur weil sie dreimal in dieser Kurzgeschichte Erwähnung findet: Eine Generation frisst ihre Kinder.
Eingebettet in einer Welt der nahen Zukunft, in der die große Depression die einzige Aussicht der nachfolgenden Generationen ist, spielt die Lebensgeschichte von Michel. Aufgewachsen in einer Provinzstadt, deren Trost- und Perspektivlosigkeit geradezu metaphorisch für sein eigenes kurzes Leben ist, kann er fliehen, wohin er will, die Verhältnisse sind schon da. Ein Dasein, das sich zwischen Apathie und Hedonismus (in der Eros auch nicht zu kurz kommt) bewegt. Später wird er sich resignierend . ja was? Das Ende ist scheinbar unklar. Aber sonst keine Fragen offen.
Ein ziemlich düsteres Bild. Aber es sind keine nuklearen Katastrophen, keine Aliens oder intergalaktischen Eruptionen, die die westliche Hemisphäre bedrohen, sondern die ungelösten Probleme, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und deren Reparatur den Nachkommen eher zugetraut werden, so dass die Probleme zu Katastrophen kulminieren, wie zum Beispiel der Klimawandel. Dreh- und Angelpunkt ist aber der Generationsvertrag, der von einer immer kleiner werdenden aktiven Generation verlangt, dass sie die Ansprüche einer immer größer werdenden älteren Generation absichert. Es bedarf wenig Prophetie um zu wissen, dass das schief geht. Aber in Zeiten, in der die Demographie die Demokratie aushebelt, pocht man auf verfassungsmäßige Versorgungsgarantien. Ohne Rücksicht auf die Machbarkeit. Beklemmend ist, dass diese Mechanismen ja schon heute greifen, dass man den Faden nur konsequent weiterspinnen muss.
Der Autor tut es: lakonisch, manchmal zynisch, auch verstörend. Ohne political correctness, die ohnedies nur noch die Funktion der Moralkeule hat, seziert er die gesellschaftlichen Verhältnisse. Manche Konsequenzen in dieser Novelle erschrecken - aber das sollen sie wohl auch. Und sie scheinen mitnichten übertrieben.
Dieses Buch ist vielleicht auch der Versuch, Fragen zu stellen. Fragen an eine Generation, die dabei ist, ihren Kindern vorsätzlich einen ökologischen und ökonomischen Saustall zu hinterlassen.
Die Diskussion ist eröffnet..
More details
Edition
1., Aufl.
Language
German
Target group
Soziologen, Politiker, Volkswirtschaftler, Gothics, Gruftis, Lament-Fans, Zukunftsforscher, kritische Menschen
Illustrations
11
11 s/w Abbildungen
Dimensions
Height: 17.5 cm
Width: 10.7 cm
Weight
130 gr
ISBN-13
978-3-939398-40-0 (9783939398400)
Schweitzer Classification