Star Wars - Das Erbe der Jedi-Ritter / Star Wars: Das Erbe der Jedi-Ritter 9
Das Ultimatum
Troy Denning(Author)
Blanvalet (Publisher)
Published on 1. May 2005
Book
Paperback/Softback
768 pages
978-3-442-24342-6 (ISBN)
Description
Die Alienmacht der Yuuzhan Vong stellt den Jedi-Rittern ein Ultimatum: Wenn sie nicht den Standort ihrer geheimen Basis preisgeben, sollen Tausende von Flüchtlingsschiffen vernichtet werden. Verzweifelt schmiedet Anakin Solo einen halsbrecherischen Plan .
More details
Series
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-442-24342-6 (9783442243426)
Schweitzer Classification
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Troy Denning
Star Wars. Das Erbe der Jedi-Ritter 9. Das Ultimatum
E-Book
02/2012
Blanvalet
€4.99
Available for download
Persons
Troy Denning wurde 1958 geboren und hat sich auch als Spiele-Entwickler und -Designer einen Namen gemacht, ehe er zu schreiben begann, wobei der größte Teil seiner Romane in den 'Forgotten Realms' angesiedelt ist. Mittlerweile hat er jedoch auch bereits e
Content
WAS GESCHAH WANN?
44-43 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Jedi Padawan 1-10
32 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode I-Die dunkle Bedrohung
22 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger
STAR WARS:
Episode IV - Krieg der Sterne
0-3 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Sturm über Tatooine
Skywalkers - Rückkehr
3 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück
Kopfgeld auf Han Solo
20 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith
10-0 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Die Han-Solo-Trilogie:
Der Pilot Der Gejagte Der König der Schmuggler
Ca. 5-2 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
LANDO CALRISSIAN
Rebell des Sonnensystems:
Die Geisterharfe Der Flammenwind von Oseon Die Sternenhöhle von Thon Boka
HAN SOLOS ABENTEUER:
Han Solo auf Stars' End Han Solos Rache Das verlorene Vermächtnis
3 1/2 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Schatten des Imperiums
4 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode VI Die Rückkehr der Jedi-Ritter Palast der dunklen Sonnen
Der Kopfgeldjägerkrieg:
Die Mandalorianische Rüstung Das Sklavenschiff Die große Verschwörung
Der Pakt von Bakura
6 1/2-7 1/2 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
X-Wing: Angriff auf Coruscant
X-Wing: Die Mission der Rebellen
X-Wing: Die teuflische Falle
X-Wing: Bacta-Piraten
X-Wing: Die Gespensterstaffel
X-Wing: Operation Eiserne Faust
X-Wing: Kommando Han Solo
8 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Entführung nach Dathomir
9 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
X-Wing: Isards Rache
Die Thrawn-Trilogie:
Erben des Imperiums Die dunkle Seite der Macht Das letzte Kommando
11 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Jedi-Akademie-Trilogie:
Flucht ins Ungewisse Der Geist des Dunklen Lords Der Meister der Macht
Der Kampf des Jedi
17 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Rebellion der Verlorenen
18 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Corellia-Trilogie:
Der Hinterhalt Angriff auf Selonia Showdown auf Centerpoint
19 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Hand von Thrawn:
Schatten der Vergangenheit Blick in die Zukunft Der Zorn des Admirals
12-13 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Palpatines Auge Dark Saber-Der Todesstern Planet des Zwielichts
X-Wing: Das letzte Gefecht
14 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Der Kristallstern
16-17 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die schwarze Flotte:
Vor dem Sturm Aufmarsch der Yevethaner Entscheidung bei Koornacht
22 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Junior Jedi Knights:
The Golden Globe Lyric's World Promises Anakin's Quest Vader's Fortress Kenobi's Blade
23-24 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Young Jedi Knights:
Die Hüter der Macht Akademie der Verdammten Die Verlorenen Lichtschwerter Die Rückkehr des dunklen Ritters Angriff auf Yavin 4 Die Trümmer von Alderaan Allianz der Vergessenen Stimmen des Zorns Gefangen auf Ryloth Das Vermächtnis des Imperiums
Return to Ord Mantell Trouble on Cloud City Crisis at Crystal Reef
25 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Das Erbe der Jedi-Ritter:
Die Abtrünnigen Die schwarze Flut Das Verderben Der Untergang Die letzte Chance Planet der Verlorenen Anakin und die Yuuzhan Vong Die Verheißung Das Ultimatum
DANKSAGUNG
Viele Menschen haben dabei geholfen, dieses Buch zu ermöglichen. Ich möchte ihnen allen danken, besonders Curtis Smith, der mich vor vielen Jahren bei Star Wars eingeführt hat; Mary Kirchoff, die mich darauf aufmerksam machte, welche Möglichkeiten sich bieten; und Matthew Caviness, Kevin McConnell sowie Ross Martin, drei ganz speziellen Star-Wars-Fans, die mir während des Schreibens immer sehr nah waren. Dank geht an Mike Friedman und Jenni Smith; an meine Mitautoren: R. A. Salvatore - was für ein fulminanter Start! -, Mike Stackpole, Jim Luceno, Kathy Tyers, Greg Keyes, Elaine Cunningham, Aaron Allston und Matt Stover, die durch endloses Brainstorming zu dieser Geschichte beigetragen haben. Dank auch an Shelly Shapiro und die Leute bei Del Rey, vor allem Chris Schluep, Kathleen David und Lisa Collins; an Sue Rostoni und Lucy Autrey Wilson von Lucasfilm, und auch an Chris Cerasi, Leland Chee, Dan Wallace und jeden, der daran beteiligt war, dass dieses Projekt so viel Spaß bereitet hat. Und natürlich bedanke ich mich bei George Lucas, weil er mich in seiner Galaxis mitspielen ließ.
DRAMATIS PERSONAE
Alema Rar: Jedi-Ritter, weibl. Twi'lek
Anakin Solo: Jedi-Ritter
Bela Hara: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Borsk Fey'lya: Staatschef, Bothan
C-3PO: Protokolldroide
Cilghal: Jedi-Meisterin, Mon Calamari
Ganner Rhysode: Jedi-Ritter
Han Solo: Kapitän des Millennium Falken
Jacen Solo: Jedi-Ritter
Jaina Solo: Jedi-Ritter
Jovan Drark: Jedi-Ritter, Rodianer
Krasov Hara: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Kyp Durron: Jedi-Meister
Lando Calrissian: Widerstandskämpfer
Leia Organa Solo: ehemalige Diplomatin der Neuen Republik
Lowbacca: Jedi-Ritter, Wookiee
Luke Skywalker: Jedi-Meister
Mara Jade Skywalker: Jedi-Meisterin
Nom Anor: Exekutor der Yuuzhan Vong
R2-D2: Astromech-Droide
Raynar Thul: Jedi-Ritter
Saba Sebatyne: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Tahiri Veila: Jedi-Ritter
Tekli: Jedi-Ritter, weibl. Chadra-Fan
Tenel Ka: Jedi-Ritter
Tesar Sebatyne: Jedi-Ritter, Barabel
Tsavong Lah: Kriegsmeister der Yuuzhan Vong
Ulaha Kore: Jedi-Ritter, weibl. Bith
Vergere: Beraterin von Tsavong Lah, Fosh
Viqi Shesh: Senatorin
Zekk: Jedi-Ritter
PROLOG
Genesung
1
Vor dem Sichtfenster des Medicenters zog eine Sichel aus weiß funkelnden Punkten, die gemeinhin als Dralls Hut bekannt war, über den violetten Himmel, und ihre untere Spitze schnitt durch den Ronto und berührte einen roten Stern namens 'Auge des Piraten'. Die Konstellationen über Corellia hatten sich nicht verändert, seit Han Solo ein Kind gewesen war, nächtelang die Tiefen der Galaxis betrachtet und davon geträumt hatte, ein Sternenschiffkapitän zu werden. Damals hatte er geglaubt, die Sterne seien unveränderlich und würden in immer gleicher Gesellschaft jedes Jahr durch dasselbe Stück Himmel wandern. Inzwischen wusste er es besser. Wie alles in der Galaxis wurden Sterne geboren, sie alterten und sie starben. Sie schwollen zu roten Riesen an oder fielen zu weißen Zwergen zusammen, sie explodierten als Novä und Supernovä oder verschwanden einfach in Schwarzen Löchern.
Und allzu oft wechselten sie den Besitzer.
Seit dem Fall des Duro-Systems waren nahezu drei Wochen vergangen, und noch immer konnte Han es kaum fassen, dass die Yuuzhan Vong jetzt einen Vorposten im Kern besaßen. Von dort aus konnten sie gegen Commenor, Balmorra, Kuat und - an vorderster Front - Corellia losschlagen. Sogar Coruscant war nicht mehr sicher, da es am anderen Ende der corellianischen Handelsstraße lag.
Schwerer zu verkraften als der Verlust von Duro - wenngleich leichter zu glauben - war der Enthusiasmus, mit dem die Feiglinge in der Galaxis auf das Friedensangebot des Feindes reagiert hatten: Frieden im Austausch gegen Jedi. Auf Ando hatte ein Lynchmob bereits Dorsk 82 ermordet, und auf Cujicor hatten die Friedensbrigaden Swilja Fenn gefangen genommen. Hans Sohn Jacen galt als meistverfolgter Jedi der Galaxis, und seine Frau Leia sowie seine anderen Kinder Anakin und Jaina wurden mit ähnlich großem Eifer gejagt. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten die Jedi diese Kollaborateure einfach ihrem Schicksal überlassen und sich eine sichere Zuflucht irgendwo in den Unbekannten Regionen suchen sollen.
Aber diese Entscheidung lag nicht bei Han, und Luke Skywalker hörte nicht auf ihn.
Er hörte ein gereiztes Murmeln vom Lift her, das die elektronische Stille des Terminals vor Leias Tür störte. Han stellte das Transparistahl-Sichtfenster so ein, dass es undurchsichtig wurde, dann trat er um das Bett, in dem seine Frau im künstlichen Koma lag. Ihre Augen waren dunkel gerändert, ihre Haut so bleich wie Wampa-Fell. Obwohl man ihm versichert hatte, Leia würde diese Behandlung überleben, bereitete ihm ihr Anblick Qualen. Während des Falls von Duro hätte er sie beinahe verloren, da eine hartnäckige Folge nekrotischer Infektionen immer wieder ihre verletzten Beine bedroht hatte. Noch größere Zweifel hegte er wegen ihrer gemeinsamen Zukunft. Sie hatte ihn durchaus herzlich begrüßt, als sie sich wiedergefunden hatten, aber seit Chewbaccas Tod hatte sich bei ihm zu vieles verändert, als dass er ihre Ehe so hätte weiterführen können wie bisher. Han fühlte sich zerbrechlich, älter und seines Platzes in der Galaxis weniger sicher. Und in den wenigen Stunden, in denen sie zum Sprechen fähig gewesen war, hatte Leia zögerlich gewirkt, zaghaft und nicht bereit, ihre Meinung klar auszudrücken.
Durch die Tür spähte Han aus dem abgedunkelten Raum hinaus und entdeckte vier menschliche Krankenpfleger, die den MD-Droiden am Terminal umringten. Obwohl sie eine abgedeckte Repulsortrage bei sich hatten und offensichtlich frische weiße Kleidung trugen, fehlten ihnen die Gesichtsmasken und die sterilen Handschuhe, die in der Isolierstation für Besucher vorgeschrieben waren.
'. sehen für mich nicht aus wie Krankenpfleger', sagte der MD-Droide gerade. 'Ihre Fingernägel sind Brutstätten für Bakterien.'
'Wir haben die Müllschlucker gereinigt', sagte die Anführerin der Gruppe, eine Frau mit Schlitzaugen, schwarzem Haar und einer Stimme, die an das Fauchen eines hungrigen Rancors erinnerte. 'Aber keine Sorge, wir sind durch die Dekon gegangen.'
Während sie sprach, schob sich einer der Männer um den Tresen hinter den Droiden. Han ging zurück ins Zimmer und holte seinen Blaster aus einer Tasche unter Leias Bett. Obwohl er diesen Augenblick seit drei Wochen mit Anspannung erwartet hatte, fühlte er sich fast erleichtert, als es nun endlich so weit war. Der Feind kam nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem Han schlief oder nicht in Leias Zimmer war, und sie waren nur zu viert.
Han kehrte an die Tür zurück und sah den MD-Droiden, dessen Photorezeptoren nicht mehr leuchteten und dem der Vokabulator auf die Brust gesunken war. Der Krankenpfleger hinter dem Tresen betrachtete den Datenbildschirm.
'In der Patientenliste steht sie nicht, Roxi', sagte er zu der Frau.
'Natürlich nicht', knurrte Roxi. 'Slug, glaubst du vielleicht, eine Jedi würde ihren richtigen Namen benutzen? Sieh nach weiblichen Menschen mit Wunden von Amphistäben.'
Slug, ein Kerl mit Mondgesicht, Glatze und einem Stoppelbart, der wenigstens eine Woche alt war, scrollte die Liste und las verschiedene Symptome ab. 'Parietale Schwellung . Thoraxverletzung . doppelt durchtrennter Musculus sartorius .' Er stockte. 'Versteht ihr dieses Zeug?'
Roxi starrte den Mann an, als sei die Frage allein schon eine Beleidigung, dann fragte sie: 'Was war das Zweite?'
Slug schaute wieder auf den Bildschirm. 'Thoraxverletzung?'
'Das könnte es sein.' Roxi sah ihre anderen Begleiter an, und da die anscheinend keine bessere Vorstellung davon hatten, was Thorax bedeutete, fuhr sie fort: 'Zumindest Verletzung klingt richtig. Welches Zimmer?'
Slug nannte ihr die Nummer, und die vier falschen Krankenpfleger machten sich zum Gang gegenüber auf. Han ließ ihnen einige Momente Zeit, damit sie den Bereich verlassen konnten, dann schlich er zum Monitor-Terminal und versiegelte das Zimmer seiner Frau mit einem Quarantänekode. Der Gedanke, sie allein zu lassen, bereitete ihm Bauchschmerzen, doch musste er dieses Problem eigenhändig und in aller Stille aus der Welt schaffen. Obwohl der Arzt, ein Freund der Jedi, Leia unter falschem Namen aufgenommen hatte und Han die berühmten Solo-Kinder mit Luke und Mara heimgeschickt hatte, würde die Tarnung einer genaueren Untersuchung durch CorSec nicht standhalten. Angesichts der neuen Yuuzhan-Vong-Basis am Rand des Sektors würde niemand, der mit den Jedi in Verbindung gebracht wurde, seine Sicherheit Corellias unberechenbarer Regierung anvertrauen. Hätte Leias Zustand sie nicht gezwungen, nach der Flucht von Duro hier Halt zu machen, hätte Han sich hier niemals blicken lassen.
Er spähte um die Ecke des Terminals und sah die falschen Krankenpfleger, die im schwachen Licht der nächtlichen Station in einem Bacta-Raum verschwanden. Han nahm sich einen Datenblock vom Tresen, dazu eine Atemmaske, eine sterile Mütze, Handschuhe und einen Laborkittel aus einem Schrank und tarnte sich so gut wie möglich als Angestellter des Medicenters, ehe er ihnen folgte.
Die Eindringlinge hatten sich in der gegenüberliegenden Ecke vor Tank drei versammelt und betrachteten eine schlanke menschliche Frau mit frisch vernähten Wunden auf der Brust. Wie Leias Verletzungen waren die Schnitte atypisch entzündet und fast schwarz an den Rändern, ein Zeichen dafür, dass irgendein Gift eine starke Herausforderung für das Bacta darstellte. Der einzige andere belegte Tank enthielt eine Frau aus Selonia, deren Schwanzstummel von fellfreier Haut bedeckt war.
'Ich dachte, sie hätten ihr den Kopf rasiert', beschwerte sich Roxi und starrte auf das lange Haar der Patientin in Tank drei. 'Sogar im Bacta würde das Haar nicht so schnell nachwachsen.'
'Vielleicht nicht, aber die Schnitte stammen eindeutig von einem Amphistab', erwiderte Slug. Er stand neben einem deaktivierten Dienstdroiden und studierte den Datenbildschirm. 'Und hier steht nichts darüber, wie ihr die Verletzungen zugefügt wurden.'
Roxi zog die Augenbrauen hoch, dachte einen Moment lang nach und sagte dann: 'Wir sollten sie lieber mitnehmen. Lass das Bacta ab. Wir holen sie ab, wenn wir die anderen Zimmer überprüft haben.'
Han zog sich zurück, schob den Blaster unter den Laborkittel und rückte seine Atemmaske zurecht. Als er die falschen Krankenpfleger kommen hörte, bog er mit dem Datenblock in der Hand um die Ecke. Dabei stieß er mit dem stämmigsten der vier zusammen und wurde beinahe zu Boden geworfen.
'Äh, Entschuldigung', sagte Han und sah auf. 'Ganz meine .' Er ließ den Satz unvollendet und sah von einem der Eindringlinge zum anderen. 'Sie tragen keine Atemmaske!'
Der Mann runzelte die Stirn. 'Was für eine Atemmaske?'
'Ihre Schutzmaske.' Han tippte an die Atemmaske auf seinem Gesicht. 'Keiner von Ihnen. Haben Sie die Risikoanzeige nicht beachtet?'
'Risikoanzeige?', fragte Roxi und schob sich nach vorn. 'Ich sehe keine Anzeige.'
'In der Dekontaminationsschleuse', erklärte Han. 'Rot bedeutet: Kein Zugang. Orange heißt: kompletter Bioanzug. Gelb schreibt Atemmaske und Handschuhe vor. Das Licht war gelb. Wir haben einen Leuma-Ausbruch.'
'Leuma?', fragte Slug.
'Das wird schon wieder', sagte Han und traf genau den richtigen Ton unaufrichtiger Beruhigung. Er winkte Roxi zum Terminal. 'Aber wir sollten Ihnen jetzt Atemmasken holen. Dann brauchen Sie die Impfung .'
Roxi machte keine Anstalten, den Bacta-Raum zu verlassen. 'Von einer Krankheit namens Leuma habe ich noch nie gehört.'
'Ein Virus, das sich durch die Luft verbreitet', erklärte Han. 'Ein ganz neues - vielleicht ist es auch eine Spore. Wir wissen es bisher nicht genau, aber manche Kollegen meinen, es sei eine Waffe der Yuuzhan Vong.'
Das genügte, um Slug und den stämmigen Kerl in den Korridor zu locken.
'Wartet mal, ihr zwei!', rief Roxi.
Die beiden blieben stehen, dann runzelte Slug die Stirn und sagte: 'Aber wir brauchen die Atemmasken.'
'Und zwar schnellstens', drängte Han, der sich Slug zuwandte. 'Noch kann man Sie vermutlich retten, doch die Chancen sinken mit jedem Atemzug.'
Drei der Eindringlinge - die drei Männer - hielten die Hände vor den Mund. Roxi starrte Han bloß finster an.
'Und woher wissen Sie das alles?' Sie trat durch die Tür und baute sich vor ihm auf. Ihre Nase befand sich in Höhe seines Kinns. 'Weil Sie Arzt sind?'
Han bekam ein flaues Gefühl im Magen. 'Das stimmt.' Er musste dem Drang widerstehen, seine Erscheinung zu betrachten. 'Ich bin der Oberxenoepidemiologe, um es genau zu sagen.' Er gab vor, ihre weiße Kleidung zu mustern. 'Und Sie sind?'
'Verwundert, warum der Oberxenoepidemiologe seine Runde in den Pantoffeln für Patienten macht.' Roxi betrachtete seine Füße. 'Ohne Socken.'
Sie spannte die Finger, und ein Blaster fiel aus einem Holster im Ärmel. Han fluchte und schlug ihr den Datenblock auf die Hand. Ihre Waffe landete scheppernd auf dem Boden, und er stieß sie mit dem Fuß zur Seite, wich zurück und kramte nach seinem eigenen Blaster. Roxi rannte in den Bacta-Raum zurück, brüllte Befehle und schob ihre Begleiter zur Tür. Lediglich Slug setzte sich in Bewegung. Er ignorierte Han und rannte den Korridor entlang.
'Slug!', schrie Roxi.
'M-masken!', rief Slug. 'Ich brauche .'
Han hatte seinen Blaster gefunden und platzierte einen Betäubungsblitz zwischen Slugs Schulterblättern. Der falsche Krankenpfleger brach zusammen.
Waffen blitzten im Bacta-Raum auf. Han warf sich über eine halbhohe Wand in den kleinen Wartebereich gegenüber der Tür.
44-43 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Jedi Padawan 1-10
32 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode I-Die dunkle Bedrohung
22 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger
STAR WARS:
Episode IV - Krieg der Sterne
0-3 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Sturm über Tatooine
Skywalkers - Rückkehr
3 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück
Kopfgeld auf Han Solo
20 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith
10-0 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
Die Han-Solo-Trilogie:
Der Pilot Der Gejagte Der König der Schmuggler
Ca. 5-2 JAHRE VOR KRIEG DER STERNE
LANDO CALRISSIAN
Rebell des Sonnensystems:
Die Geisterharfe Der Flammenwind von Oseon Die Sternenhöhle von Thon Boka
HAN SOLOS ABENTEUER:
Han Solo auf Stars' End Han Solos Rache Das verlorene Vermächtnis
3 1/2 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Schatten des Imperiums
4 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Star Wars: Episode VI Die Rückkehr der Jedi-Ritter Palast der dunklen Sonnen
Der Kopfgeldjägerkrieg:
Die Mandalorianische Rüstung Das Sklavenschiff Die große Verschwörung
Der Pakt von Bakura
6 1/2-7 1/2 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
X-Wing: Angriff auf Coruscant
X-Wing: Die Mission der Rebellen
X-Wing: Die teuflische Falle
X-Wing: Bacta-Piraten
X-Wing: Die Gespensterstaffel
X-Wing: Operation Eiserne Faust
X-Wing: Kommando Han Solo
8 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Entführung nach Dathomir
9 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
X-Wing: Isards Rache
Die Thrawn-Trilogie:
Erben des Imperiums Die dunkle Seite der Macht Das letzte Kommando
11 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Jedi-Akademie-Trilogie:
Flucht ins Ungewisse Der Geist des Dunklen Lords Der Meister der Macht
Der Kampf des Jedi
17 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Rebellion der Verlorenen
18 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Corellia-Trilogie:
Der Hinterhalt Angriff auf Selonia Showdown auf Centerpoint
19 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die Hand von Thrawn:
Schatten der Vergangenheit Blick in die Zukunft Der Zorn des Admirals
12-13 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Palpatines Auge Dark Saber-Der Todesstern Planet des Zwielichts
X-Wing: Das letzte Gefecht
14 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Der Kristallstern
16-17 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Die schwarze Flotte:
Vor dem Sturm Aufmarsch der Yevethaner Entscheidung bei Koornacht
22 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Junior Jedi Knights:
The Golden Globe Lyric's World Promises Anakin's Quest Vader's Fortress Kenobi's Blade
23-24 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Young Jedi Knights:
Die Hüter der Macht Akademie der Verdammten Die Verlorenen Lichtschwerter Die Rückkehr des dunklen Ritters Angriff auf Yavin 4 Die Trümmer von Alderaan Allianz der Vergessenen Stimmen des Zorns Gefangen auf Ryloth Das Vermächtnis des Imperiums
Return to Ord Mantell Trouble on Cloud City Crisis at Crystal Reef
25 JAHRE NACH KRIEG DER STERNE
Das Erbe der Jedi-Ritter:
Die Abtrünnigen Die schwarze Flut Das Verderben Der Untergang Die letzte Chance Planet der Verlorenen Anakin und die Yuuzhan Vong Die Verheißung Das Ultimatum
DANKSAGUNG
Viele Menschen haben dabei geholfen, dieses Buch zu ermöglichen. Ich möchte ihnen allen danken, besonders Curtis Smith, der mich vor vielen Jahren bei Star Wars eingeführt hat; Mary Kirchoff, die mich darauf aufmerksam machte, welche Möglichkeiten sich bieten; und Matthew Caviness, Kevin McConnell sowie Ross Martin, drei ganz speziellen Star-Wars-Fans, die mir während des Schreibens immer sehr nah waren. Dank geht an Mike Friedman und Jenni Smith; an meine Mitautoren: R. A. Salvatore - was für ein fulminanter Start! -, Mike Stackpole, Jim Luceno, Kathy Tyers, Greg Keyes, Elaine Cunningham, Aaron Allston und Matt Stover, die durch endloses Brainstorming zu dieser Geschichte beigetragen haben. Dank auch an Shelly Shapiro und die Leute bei Del Rey, vor allem Chris Schluep, Kathleen David und Lisa Collins; an Sue Rostoni und Lucy Autrey Wilson von Lucasfilm, und auch an Chris Cerasi, Leland Chee, Dan Wallace und jeden, der daran beteiligt war, dass dieses Projekt so viel Spaß bereitet hat. Und natürlich bedanke ich mich bei George Lucas, weil er mich in seiner Galaxis mitspielen ließ.
DRAMATIS PERSONAE
Alema Rar: Jedi-Ritter, weibl. Twi'lek
Anakin Solo: Jedi-Ritter
Bela Hara: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Borsk Fey'lya: Staatschef, Bothan
C-3PO: Protokolldroide
Cilghal: Jedi-Meisterin, Mon Calamari
Ganner Rhysode: Jedi-Ritter
Han Solo: Kapitän des Millennium Falken
Jacen Solo: Jedi-Ritter
Jaina Solo: Jedi-Ritter
Jovan Drark: Jedi-Ritter, Rodianer
Krasov Hara: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Kyp Durron: Jedi-Meister
Lando Calrissian: Widerstandskämpfer
Leia Organa Solo: ehemalige Diplomatin der Neuen Republik
Lowbacca: Jedi-Ritter, Wookiee
Luke Skywalker: Jedi-Meister
Mara Jade Skywalker: Jedi-Meisterin
Nom Anor: Exekutor der Yuuzhan Vong
R2-D2: Astromech-Droide
Raynar Thul: Jedi-Ritter
Saba Sebatyne: Jedi-Ritter, weibl. Barabel
Tahiri Veila: Jedi-Ritter
Tekli: Jedi-Ritter, weibl. Chadra-Fan
Tenel Ka: Jedi-Ritter
Tesar Sebatyne: Jedi-Ritter, Barabel
Tsavong Lah: Kriegsmeister der Yuuzhan Vong
Ulaha Kore: Jedi-Ritter, weibl. Bith
Vergere: Beraterin von Tsavong Lah, Fosh
Viqi Shesh: Senatorin
Zekk: Jedi-Ritter
PROLOG
Genesung
1
Vor dem Sichtfenster des Medicenters zog eine Sichel aus weiß funkelnden Punkten, die gemeinhin als Dralls Hut bekannt war, über den violetten Himmel, und ihre untere Spitze schnitt durch den Ronto und berührte einen roten Stern namens 'Auge des Piraten'. Die Konstellationen über Corellia hatten sich nicht verändert, seit Han Solo ein Kind gewesen war, nächtelang die Tiefen der Galaxis betrachtet und davon geträumt hatte, ein Sternenschiffkapitän zu werden. Damals hatte er geglaubt, die Sterne seien unveränderlich und würden in immer gleicher Gesellschaft jedes Jahr durch dasselbe Stück Himmel wandern. Inzwischen wusste er es besser. Wie alles in der Galaxis wurden Sterne geboren, sie alterten und sie starben. Sie schwollen zu roten Riesen an oder fielen zu weißen Zwergen zusammen, sie explodierten als Novä und Supernovä oder verschwanden einfach in Schwarzen Löchern.
Und allzu oft wechselten sie den Besitzer.
Seit dem Fall des Duro-Systems waren nahezu drei Wochen vergangen, und noch immer konnte Han es kaum fassen, dass die Yuuzhan Vong jetzt einen Vorposten im Kern besaßen. Von dort aus konnten sie gegen Commenor, Balmorra, Kuat und - an vorderster Front - Corellia losschlagen. Sogar Coruscant war nicht mehr sicher, da es am anderen Ende der corellianischen Handelsstraße lag.
Schwerer zu verkraften als der Verlust von Duro - wenngleich leichter zu glauben - war der Enthusiasmus, mit dem die Feiglinge in der Galaxis auf das Friedensangebot des Feindes reagiert hatten: Frieden im Austausch gegen Jedi. Auf Ando hatte ein Lynchmob bereits Dorsk 82 ermordet, und auf Cujicor hatten die Friedensbrigaden Swilja Fenn gefangen genommen. Hans Sohn Jacen galt als meistverfolgter Jedi der Galaxis, und seine Frau Leia sowie seine anderen Kinder Anakin und Jaina wurden mit ähnlich großem Eifer gejagt. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten die Jedi diese Kollaborateure einfach ihrem Schicksal überlassen und sich eine sichere Zuflucht irgendwo in den Unbekannten Regionen suchen sollen.
Aber diese Entscheidung lag nicht bei Han, und Luke Skywalker hörte nicht auf ihn.
Er hörte ein gereiztes Murmeln vom Lift her, das die elektronische Stille des Terminals vor Leias Tür störte. Han stellte das Transparistahl-Sichtfenster so ein, dass es undurchsichtig wurde, dann trat er um das Bett, in dem seine Frau im künstlichen Koma lag. Ihre Augen waren dunkel gerändert, ihre Haut so bleich wie Wampa-Fell. Obwohl man ihm versichert hatte, Leia würde diese Behandlung überleben, bereitete ihm ihr Anblick Qualen. Während des Falls von Duro hätte er sie beinahe verloren, da eine hartnäckige Folge nekrotischer Infektionen immer wieder ihre verletzten Beine bedroht hatte. Noch größere Zweifel hegte er wegen ihrer gemeinsamen Zukunft. Sie hatte ihn durchaus herzlich begrüßt, als sie sich wiedergefunden hatten, aber seit Chewbaccas Tod hatte sich bei ihm zu vieles verändert, als dass er ihre Ehe so hätte weiterführen können wie bisher. Han fühlte sich zerbrechlich, älter und seines Platzes in der Galaxis weniger sicher. Und in den wenigen Stunden, in denen sie zum Sprechen fähig gewesen war, hatte Leia zögerlich gewirkt, zaghaft und nicht bereit, ihre Meinung klar auszudrücken.
Durch die Tür spähte Han aus dem abgedunkelten Raum hinaus und entdeckte vier menschliche Krankenpfleger, die den MD-Droiden am Terminal umringten. Obwohl sie eine abgedeckte Repulsortrage bei sich hatten und offensichtlich frische weiße Kleidung trugen, fehlten ihnen die Gesichtsmasken und die sterilen Handschuhe, die in der Isolierstation für Besucher vorgeschrieben waren.
'. sehen für mich nicht aus wie Krankenpfleger', sagte der MD-Droide gerade. 'Ihre Fingernägel sind Brutstätten für Bakterien.'
'Wir haben die Müllschlucker gereinigt', sagte die Anführerin der Gruppe, eine Frau mit Schlitzaugen, schwarzem Haar und einer Stimme, die an das Fauchen eines hungrigen Rancors erinnerte. 'Aber keine Sorge, wir sind durch die Dekon gegangen.'
Während sie sprach, schob sich einer der Männer um den Tresen hinter den Droiden. Han ging zurück ins Zimmer und holte seinen Blaster aus einer Tasche unter Leias Bett. Obwohl er diesen Augenblick seit drei Wochen mit Anspannung erwartet hatte, fühlte er sich fast erleichtert, als es nun endlich so weit war. Der Feind kam nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem Han schlief oder nicht in Leias Zimmer war, und sie waren nur zu viert.
Han kehrte an die Tür zurück und sah den MD-Droiden, dessen Photorezeptoren nicht mehr leuchteten und dem der Vokabulator auf die Brust gesunken war. Der Krankenpfleger hinter dem Tresen betrachtete den Datenbildschirm.
'In der Patientenliste steht sie nicht, Roxi', sagte er zu der Frau.
'Natürlich nicht', knurrte Roxi. 'Slug, glaubst du vielleicht, eine Jedi würde ihren richtigen Namen benutzen? Sieh nach weiblichen Menschen mit Wunden von Amphistäben.'
Slug, ein Kerl mit Mondgesicht, Glatze und einem Stoppelbart, der wenigstens eine Woche alt war, scrollte die Liste und las verschiedene Symptome ab. 'Parietale Schwellung . Thoraxverletzung . doppelt durchtrennter Musculus sartorius .' Er stockte. 'Versteht ihr dieses Zeug?'
Roxi starrte den Mann an, als sei die Frage allein schon eine Beleidigung, dann fragte sie: 'Was war das Zweite?'
Slug schaute wieder auf den Bildschirm. 'Thoraxverletzung?'
'Das könnte es sein.' Roxi sah ihre anderen Begleiter an, und da die anscheinend keine bessere Vorstellung davon hatten, was Thorax bedeutete, fuhr sie fort: 'Zumindest Verletzung klingt richtig. Welches Zimmer?'
Slug nannte ihr die Nummer, und die vier falschen Krankenpfleger machten sich zum Gang gegenüber auf. Han ließ ihnen einige Momente Zeit, damit sie den Bereich verlassen konnten, dann schlich er zum Monitor-Terminal und versiegelte das Zimmer seiner Frau mit einem Quarantänekode. Der Gedanke, sie allein zu lassen, bereitete ihm Bauchschmerzen, doch musste er dieses Problem eigenhändig und in aller Stille aus der Welt schaffen. Obwohl der Arzt, ein Freund der Jedi, Leia unter falschem Namen aufgenommen hatte und Han die berühmten Solo-Kinder mit Luke und Mara heimgeschickt hatte, würde die Tarnung einer genaueren Untersuchung durch CorSec nicht standhalten. Angesichts der neuen Yuuzhan-Vong-Basis am Rand des Sektors würde niemand, der mit den Jedi in Verbindung gebracht wurde, seine Sicherheit Corellias unberechenbarer Regierung anvertrauen. Hätte Leias Zustand sie nicht gezwungen, nach der Flucht von Duro hier Halt zu machen, hätte Han sich hier niemals blicken lassen.
Er spähte um die Ecke des Terminals und sah die falschen Krankenpfleger, die im schwachen Licht der nächtlichen Station in einem Bacta-Raum verschwanden. Han nahm sich einen Datenblock vom Tresen, dazu eine Atemmaske, eine sterile Mütze, Handschuhe und einen Laborkittel aus einem Schrank und tarnte sich so gut wie möglich als Angestellter des Medicenters, ehe er ihnen folgte.
Die Eindringlinge hatten sich in der gegenüberliegenden Ecke vor Tank drei versammelt und betrachteten eine schlanke menschliche Frau mit frisch vernähten Wunden auf der Brust. Wie Leias Verletzungen waren die Schnitte atypisch entzündet und fast schwarz an den Rändern, ein Zeichen dafür, dass irgendein Gift eine starke Herausforderung für das Bacta darstellte. Der einzige andere belegte Tank enthielt eine Frau aus Selonia, deren Schwanzstummel von fellfreier Haut bedeckt war.
'Ich dachte, sie hätten ihr den Kopf rasiert', beschwerte sich Roxi und starrte auf das lange Haar der Patientin in Tank drei. 'Sogar im Bacta würde das Haar nicht so schnell nachwachsen.'
'Vielleicht nicht, aber die Schnitte stammen eindeutig von einem Amphistab', erwiderte Slug. Er stand neben einem deaktivierten Dienstdroiden und studierte den Datenbildschirm. 'Und hier steht nichts darüber, wie ihr die Verletzungen zugefügt wurden.'
Roxi zog die Augenbrauen hoch, dachte einen Moment lang nach und sagte dann: 'Wir sollten sie lieber mitnehmen. Lass das Bacta ab. Wir holen sie ab, wenn wir die anderen Zimmer überprüft haben.'
Han zog sich zurück, schob den Blaster unter den Laborkittel und rückte seine Atemmaske zurecht. Als er die falschen Krankenpfleger kommen hörte, bog er mit dem Datenblock in der Hand um die Ecke. Dabei stieß er mit dem stämmigsten der vier zusammen und wurde beinahe zu Boden geworfen.
'Äh, Entschuldigung', sagte Han und sah auf. 'Ganz meine .' Er ließ den Satz unvollendet und sah von einem der Eindringlinge zum anderen. 'Sie tragen keine Atemmaske!'
Der Mann runzelte die Stirn. 'Was für eine Atemmaske?'
'Ihre Schutzmaske.' Han tippte an die Atemmaske auf seinem Gesicht. 'Keiner von Ihnen. Haben Sie die Risikoanzeige nicht beachtet?'
'Risikoanzeige?', fragte Roxi und schob sich nach vorn. 'Ich sehe keine Anzeige.'
'In der Dekontaminationsschleuse', erklärte Han. 'Rot bedeutet: Kein Zugang. Orange heißt: kompletter Bioanzug. Gelb schreibt Atemmaske und Handschuhe vor. Das Licht war gelb. Wir haben einen Leuma-Ausbruch.'
'Leuma?', fragte Slug.
'Das wird schon wieder', sagte Han und traf genau den richtigen Ton unaufrichtiger Beruhigung. Er winkte Roxi zum Terminal. 'Aber wir sollten Ihnen jetzt Atemmasken holen. Dann brauchen Sie die Impfung .'
Roxi machte keine Anstalten, den Bacta-Raum zu verlassen. 'Von einer Krankheit namens Leuma habe ich noch nie gehört.'
'Ein Virus, das sich durch die Luft verbreitet', erklärte Han. 'Ein ganz neues - vielleicht ist es auch eine Spore. Wir wissen es bisher nicht genau, aber manche Kollegen meinen, es sei eine Waffe der Yuuzhan Vong.'
Das genügte, um Slug und den stämmigen Kerl in den Korridor zu locken.
'Wartet mal, ihr zwei!', rief Roxi.
Die beiden blieben stehen, dann runzelte Slug die Stirn und sagte: 'Aber wir brauchen die Atemmasken.'
'Und zwar schnellstens', drängte Han, der sich Slug zuwandte. 'Noch kann man Sie vermutlich retten, doch die Chancen sinken mit jedem Atemzug.'
Drei der Eindringlinge - die drei Männer - hielten die Hände vor den Mund. Roxi starrte Han bloß finster an.
'Und woher wissen Sie das alles?' Sie trat durch die Tür und baute sich vor ihm auf. Ihre Nase befand sich in Höhe seines Kinns. 'Weil Sie Arzt sind?'
Han bekam ein flaues Gefühl im Magen. 'Das stimmt.' Er musste dem Drang widerstehen, seine Erscheinung zu betrachten. 'Ich bin der Oberxenoepidemiologe, um es genau zu sagen.' Er gab vor, ihre weiße Kleidung zu mustern. 'Und Sie sind?'
'Verwundert, warum der Oberxenoepidemiologe seine Runde in den Pantoffeln für Patienten macht.' Roxi betrachtete seine Füße. 'Ohne Socken.'
Sie spannte die Finger, und ein Blaster fiel aus einem Holster im Ärmel. Han fluchte und schlug ihr den Datenblock auf die Hand. Ihre Waffe landete scheppernd auf dem Boden, und er stieß sie mit dem Fuß zur Seite, wich zurück und kramte nach seinem eigenen Blaster. Roxi rannte in den Bacta-Raum zurück, brüllte Befehle und schob ihre Begleiter zur Tür. Lediglich Slug setzte sich in Bewegung. Er ignorierte Han und rannte den Korridor entlang.
'Slug!', schrie Roxi.
'M-masken!', rief Slug. 'Ich brauche .'
Han hatte seinen Blaster gefunden und platzierte einen Betäubungsblitz zwischen Slugs Schulterblättern. Der falsche Krankenpfleger brach zusammen.
Waffen blitzten im Bacta-Raum auf. Han warf sich über eine halbhohe Wand in den kleinen Wartebereich gegenüber der Tür.