
Eros und Magie in der Renaissance
Mit einem Vorwort von Mircea Eliade. Aus dem Französischen von Ferdinand Leopold (Éros et magie à la Renaissance)
Ioan P. Culianu(Author)
Insel (Publisher)
1st Edition
Published on 1. October 2001
Book
Hardback
552 pages
978-3-458-17083-9 (ISBN)
Description
Was ist Magie, gibt es sie wirklich, und wenn ja, wie funktioniert sie? Diesen und anderen Fragen geht der Religionswissenschaftler Ioan P. Culianu in seinem Buch Eros und Magie in der Renaissance nach. Gerade jene Epoche, in der die neuzeitlichen Naturwissenschaften entstanden, hat der Magie besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die dort entwickelten Theorien des Vorstellungsvermögens, der Phantasie, der inneren Bilder - und ihrer Manipulierbarkeit - wirken, so Culianu, bis in die Gegenwart, bis in unsere Informationsgesellschaft nach. Magie ist unvermindert, wenn auch verdeckt wirksam, in der Lenkung unserer unbewußten Wünsche und Sehnsüchte durch Ideologien, Medien und Werbung.
Seine Thesen belegt Culianu anhand der Renaissance-Philosophen Giordano Bruno, Marsilio Ficino und Pico della Mirandola und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Die Renaissance-Philosophie hatte, auf antike Traditionen zurückgreifend, die Einwirkung von Eros und Magie auf das Leben des einzelnen und der Gesellschaft untersucht: Alles kann durch suggestive, erotisch aufgeladene Vorstellungen manipuliert werden. In der Gegenwart erscheint der "Magier" freilich in neuer Gestalt, als demagogischer Verführer, als esoterischer Guru oder anonym als meinungslenkender Brain Trust.
Nach Brunos Tod haben Reformation und Gegenreformation Eros und Magie massiv unterdrückt und die Kultur der Renaissance zerstört. Dies wurde lange Zeit als innovativer Akt verstanden, der den exakten Wissenschaften und der Technik zum Durchbruch verholfen hat. Heute aber sind die Defizite einer eindimensional instrumentellen Verstandeskultur sichtbar geworden. Eros und Magie in der Renaissance, ein Standardwerk zur Frühen Neuzeit, hat zu diesem Umdenken beigetragen; seine Thesen sind auf verblüffende Weise aktuell.
Seine Thesen belegt Culianu anhand der Renaissance-Philosophen Giordano Bruno, Marsilio Ficino und Pico della Mirandola und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Die Renaissance-Philosophie hatte, auf antike Traditionen zurückgreifend, die Einwirkung von Eros und Magie auf das Leben des einzelnen und der Gesellschaft untersucht: Alles kann durch suggestive, erotisch aufgeladene Vorstellungen manipuliert werden. In der Gegenwart erscheint der "Magier" freilich in neuer Gestalt, als demagogischer Verführer, als esoterischer Guru oder anonym als meinungslenkender Brain Trust.
Nach Brunos Tod haben Reformation und Gegenreformation Eros und Magie massiv unterdrückt und die Kultur der Renaissance zerstört. Dies wurde lange Zeit als innovativer Akt verstanden, der den exakten Wissenschaften und der Technik zum Durchbruch verholfen hat. Heute aber sind die Defizite einer eindimensional instrumentellen Verstandeskultur sichtbar geworden. Eros und Magie in der Renaissance, ein Standardwerk zur Frühen Neuzeit, hat zu diesem Umdenken beigetragen; seine Thesen sind auf verblüffende Weise aktuell.
More details
Language
German
Place of publication
Germany
Weight
628 gr
ISBN-13
978-3-458-17083-9 (9783458170839)
Schweitzer Classification
Persons
Ioan P. Culianu, geboren 1950 in Iasi (Rumänien), studierte in Bukarest; nach Aufenthalten in Italien, Frankreich und Holland erhielt er 1988 eine Professur für Religionswissenschaft in Chicago und war designierter Nachfolger von Mircea Eliade, bevor er 1991 ermordet wurde.
Von Culianu erschien 1995 im Suhrkamp Verlag sein gemeinsam mit Eliade verfaßtes Handbuch der Religionen (suhrkamp taschenbuch 2386), 1999 im Insel Verlag die Biographie von Ted Anton, Der Mord an Professor Culianu. Rekonstruktion eines Verbrechens.
Von Culianu erschien 1995 im Suhrkamp Verlag sein gemeinsam mit Eliade verfaßtes Handbuch der Religionen (suhrkamp taschenbuch 2386), 1999 im Insel Verlag die Biographie von Ted Anton, Der Mord an Professor Culianu. Rekonstruktion eines Verbrechens.