
Teslokratie
Edition Nautilus (Publisher)
1st Edition
Published on 1. June 2026
Book
Paperback/Softback
296 pages
978-3-96054-481-4 (ISBN)
Description
Im Januar 2025 gründete US-Präsident Trump das sogenannte »Department of Government Efficiency« und ernannte mit Elon Musk den reichsten Mann der Welt zum Regierungsberater mit weitreichenden Befugnissen. In den folgenden Monaten ließ sich am deutlichsten erkennen, was eine »Teslokratie« für unsere Gesellschaft bedeuten würde. Musk startete einen beispiellosen Angriff auf die Demokratie und entließ voreilig Hunderttausende Regierungsmitarbeiter*innen.
Das Agieren der Tech-Bros, von Musk über Investor Peter Thiel bis zu Palantir-CEO Alex Karp, ist von libertären Extremisten und Anti-Aufklärern inspiriert, die sich als rechte »Anarchokapitalisten« verstehen. Staaten sollen wie Unternehmen geführt werden, mit CEOs an der Spitze und ausgerichtet am heiligen Gral der Effizienz.
Beim sorgenvollen Blick über den Atlantik sollte jedoch nicht vergessen werden, dass auch vor den Toren Berlins eine Tesla-Gigafactory an Abstimmungsverfahren vorbei genehmigt wurde - im »Tesla-Tempo«, wie Robert Habeck es formulierte. Die »Teslokratie«, das wird immer deutlicher, reicht von Grünheide bis zum Mars, ihr Horizont ist der eines techno-utopischen Kolonialismus des Weltalls.
Dieses Buch versammelt Analysen, Kritiken, Gegenstrategien aus politischer Theorie, Soziologie und Kunst; wissenschaftliche Aufsätze zur »Teslokratie« stehen neben essayistischen Einlassungen und künstlerischen Bildstrecken.
Mit Beiträgen u. a. von Geert Lovink, Dirk Baecker, Ana Teixeira Pinto, Jeremy Adelman, Jonas Staal, Sebastian Kirsch, Maike Weißpflug, Francesca Bria, Quinn Slobodian, Mirjam Wulff, Jay Jordan
More details
Series
Edition
Originalveröffentlichung
Language
German
Place of publication
Hamburg
Germany
Illustrations
Mit Illustrationen von Heimo Lattner und Heiko Baschin
Dimensions
Height: 205 mm
Width: 128 mm
Thickness: 27 mm
Weight
348 gr
ISBN-13
978-3-96054-481-4 (9783960544814)
Schweitzer Classification
Other editions
Additional editions

E-Book
06/2026
Edition Nautilus
€17.99
Available for download
Persons
Editor
Christoph Chwatal ist Kunsthistoriker und -theoretiker. Er forscht als Postdoktorand im durch die NOMIS Foundation geförderten Projekt »Site Complexes: Models of Responsive Practices for the 21st Century« (Universität Wien/Universität der Künste Berlin).
GND: 1365569683
GND: 1365569683
Alexander Karschnia ist Theatermacher und Autor, Kurator und Gelegenheitsdramaturg. Er ist Mitbegründer von andcompany&Co., wo er als Ko-Regisseur und Performer mitwirkt.
ISNI: 0000 0004 1866 7815
ISNI: 0000 0004 1866 7815
Heimo Lattner studierte Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und am Whitney Independent Study Program in New York. Er ist Autor, Regisseur dokumentarischer Hörspiele und Live-Features und Zeichner und lebt in Berlin.
ISNI: 0000 0004 2785 4209
ISNI: 0000 0004 2785 4209
Content
Es war ein noch nie dagewesener Coup. Als Elon Musk am 12. November 2019 verkündete, dass Tesla seine Gigafactory in der »Greater Berlin Area« bauen werde, war die Überraschung perfekt. Was die Öffentlichkeit und selbst viele Politiker: innen nicht wussten: Der Deal war da längst abgeschlossen. Monate zuvor schon und hinter verschlossenen Türen hatten sich Vertreter:innen der brandenburgischen Landesregierung, der Bundesregierung und Lobbyist:innen mit Tesla getroffen. Die Gespräche verliefen schnell, vertraulich und ohne parlamentarische Kontrolle. Musks Bedingung: Keine Öffentlichkeit, keine Leaks. Brandenburg gehorchte. Wo die Politik nicht als souveräne Instanz, sondern als Standortbewerberin im globalen Wettbewerb agiert und politische Entscheidungsträger:innen nur noch »Ermöglicher:innen« sind, verlagert sich die Macht weiter auf die Seite des Kapitals, und CEOs ersetzen gewählte Volksvertreter:innen. Die Tesla-Ansiedlung in Grünheide markiert nicht den Beginn einer Erfolgsgeschichte, sondern das stille Ende der Demokratie. Sie ist ein Lehrbuchfall moderner »Teslokratie«. Die Frage ist nicht, ob wir uns Tesla leisten können, sondern ob wir uns die Teslokratie leisten wollen.