
Frantz Fanon
Ein Porträt
Alice Cherki(Author)
Edition Nautilus (Publisher)
1st Edition
Published on 14. October 2024
Book
Paperback/Softback
400 pages
978-3-96054-368-8 (ISBN)
Description
Frantz Fanon hat in seinem kurzen Leben (1925-1961) als Psychiater, Schriftsteller und Journalist, als Freiheitskämpfer und als Vordenker der Dekolonialisierung nahezu Unermessliches geleistet. Er starb, als die meisten afrikanischen Länder gerade erst ihre Unabhängigkeit erreicht hatten; seine Warnungen an kolonisierte Länder auf dem Weg zur Unabhängigkeit haben sich als prophetisch erwiesen. Fanons Analysen werfen noch immer ein erhellendes Licht auf die postkolonialen Konflikte von heute.
Geboren auf den Antillen, kam Frantz Fanon, wie sein Zeitgenosse Che Guevara, als Arzt zu seiner revolutionären Laufbahn in einem fremden Land. Er kämpfte bei den Forces Françaises Libres gegen Nazideutschland, gründete Afrikas erste sozialtherapeutische Psychiatrie im algerischen Blida und reiste als Sprecher der algerischen Befreiungsbewegung durch Afrika. Sein Buch »Die Verdammten dieser Erde« wurde »Das kommunistische Manifest der antikolonialen Revolution« genannt. Fanons Schriften sind heute Klassiker des Postkolonialismus.
Alice Cherki hat Frantz Fanon gut gekannt: Sie arbeitete in Algerien und Tunesien als Psychiaterin an seiner Seite und war wie er während des Algerienkrieges in der Befreiungsbewegung aktiv. Sie beleuchtet Entstehungsgeschichte und -kontext von Fanons Texten und Ideen und zeigt, dass Fanon die individuellen und sozialen Auswirkungen der rassistischen Unterdrückung ebenso im Blick hatte wie Möglichkeiten, die Entfremdung zu überwinden.
Reviews / Votes
»Wir haben Alice Cherki dafür zu danken, dass sie diesem hervorragenden Intellektuellen, seiner Person wie seinen Büchern, den Platz gegeben hat, den sie verdienen - nicht nur in unserer Geschichte, sondern auch in unserer Gegenwart.« Didier Eribon, Nouvel Observateur »Selten wurde ein Schwarzer Theoretiker so zugänglich, so menschlich, so verletzlich beschrieben. Und noch seltener erfahren wir im deutschsprachigen Raum so viel detailliertes Wissen über die psychologischen Auswirkungen des Rassismus und seine Verwobenheit mit Kolonialismus.« Natasha A. Kelly »Alice Cherki schreibt ein einfühlsames intellektuelles Porträt eines bescheidenen Mannes, sie analysiert kritisch Ziele und Irrtümer der Zeit.« Konrad Watrin, Neue Zürcher ZeitungMore details
Edition
Aktualisierte, neu durchgesehene und ergänzte Ausgabe der deutschen Erstausgabe von 2002, mit Glossar und Zeittafel
Language
German
Place of publication
Hamburg
Germany
Dimensions
Height: 203 mm
Width: 124 mm
Thickness: 31 mm
Weight
442 gr
ISBN-13
978-3-96054-368-8 (9783960543688)
Schweitzer Classification
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Additional editions

Previous edition
Book
03/2002
Edition Nautilus
€14.90
Article exhausted; check for reprint
Persons
Author
Alice Cherki wurde 1936 in Algier als Tochter einer jüdischen Familie geboren und beteiligte sich aktiv am Unabhängigkeitskampf. Als Psychiaterin und Psychoanalytikerin ist sie Mitautorin zweier Bücher: »Retour à Lacan?« (Fayard, 1981) und »Les Juifs d'Algérie« (Éditions du Scribe, 1987).
ISNI: 0000 0001 1064 0739 GND: 124035043
ISNI: 0000 0001 1064 0739 GND: 124035043
Foreword
Translation
Andreas Löhrer, 1956 in Mannheim geboren, studierte Romanistik in Hamburg und Perugia. Er übersetzt seit 1996 aus dem Italienischen, Spanischen und Französischen. Zu den italienischen Autoren, die er ins Deutsche übersetzte, gehören Sergio Atzeni, Nanni Balestrini und Maurizio Maggiani. Seit 2006 leitet er zusammen mit Marina Pugliano die Italienisch-Deutsche Übersetzerwerkstatt im Übersetzerhaus Looren.
Content
Was Fanon vermittelt und was der Horizont der kommenden Jahre uns aufruft, ebenfalls zu vermitteln, ist die Tatsache, dass eine Kultur immer verändert ist, weitab von einer einzigen Denkweise, einem einzigen Ursprung, einer einzigen Geschichte, der man sich unterwerfen soll. Das ist keine einfache Aufgabe, aber Fanon bietet Perspektiven der Verschiebung der Herkunft. Sicherlich kann man sich - und das ist manchmal heute auch notwendig - über die Hautfarbe, über den Status als Beherrschter innerhalb einer Nation identifizieren, aber nur teilweise, nicht gänzlich. Die Identifikationen sind vielfältig und immer in Bewegung.
Fanon betont: »Es gibt keine schwarze Mission; es gibt keine weiße Bürde.« Das müsste, wieder ins Bewusstsein gerückt, zur Folge haben, eine Zukunft herbeizuführen, die wirklich allen Völkern gemeinsam ist, ob mächtig oder nicht, und innerhalb der verschiedenen Republiken allen Einwohnern, die mehrere Zugehörigkeiten haben. Das ist gewiss eine der Botschaften, die am schwierigsten zu hören sind in einer Welt, in der die identitäre Abschottung vorherrscht.