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Greife nie in ein fallendes Messer
Börsenweisheiten beim Wort genommen vom n-tv-Moderator
Friedhelm Busch(Author)
Campus (Publisher)
4th Edition
Published on 17. March 1999
Book
Hardback
295 pages
978-3-593-36154-3 (ISBN)
Description
Seit Jahren beobachtet und kommentiert Friedhelm Busch, Moderator des privaten Fersehsenders n-tv, das Börsengeschehen. In seinen spannenden Berichten über die herausragenden Börsenereignisse der letzten Jahre macht er deutlich: Anleger, die die althergebrachten Börsianerweisheiten richtig anzuwenden wissen und auch in dramatischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, können das Auf und Ab an der Börse mit Gewinn für sich nutzen.
Reviews / Votes
"Ich weiß, wie es ist, wenn man viel Geld verliert""In seinem jüngsten Buch analysiert Busch anhand eigener Erlebnisse anschaulich das Börsengeschehen seit 1987. Besonders interessant: Er schildert ganz offen eigene Fehler." (Euro am Sonntag, 28.02.1999)
Geschichten aus der Börse
"Wer auf unterhaltsame Weise etwas über die Welt der Börse und der Finanzmedien erfahren möchte, wird bei der Lektüre auf seine Kosten kommen." (Private Banking, 01.04.1999)
Den Aktionären mitten ins Herz
"Wenn Busch die Bankexperten in die Zange nimmt, hängen täglich 390000 Zuschauer an seinen Lippen; die Telebörse gehört damit zu den meistgesehenen Sendungen von n-tv." (Frankfurter Rundschau, 20.04.1999)
Keine Chance ohne Risiko
"Busch schreibt, wie er spricht, und das ist auch gut so. Ohne gestelzte Formuliereungen, geht es rasant von einem Börsen-Zusammenbruch zum nächsten Gipfel. Wer nach knapp 300 spannenden Seiten das Buch zuklappt, hat vor allem einen nachhaltigen Eindruck vom Börsengeschehen." (Frankfurter Neue Presse, 21.04.1999)
Never catch a falling knife
"Locker geschrieben wendet sich Busch bewußt auch an Börsenneulinge, die die Zusamenhänge zwischen Politik und dem Geschehen auf den Aktienmärkten besser verstehen möchten." (Tages-Anzeiger, 07.05.1999)
Lockerer Lesestoff für Anleger
"Der Autor wählt Börsenweisheiten, die jeder schon einmal gehört haben dürfte, als Ausgangspunkt seiner Erklärungen. Ein geschicktes Vorgehen, das auch noch das Lesevergnügen steigert." (DM, 01.06.1999)
Was Börsenbonmots uns lehren können
"Das Buch bietet konkrete Anlagehilfe, weil der Leser lernen kann, sich seines gesunden Menschenverstands zu bedienen und sich vom Geschwätz der Chartanalysten, Techniker und vermeintlichen Profis nicht beeindrucken zu lassen." (Welt am Sonntag, 06.06.1999)
Wenn der Börsenzug aus dem Bahnhof rollt
"Das Buch will dem Anleger helfen, offensichtliche Fehler zu vermeiden." (Berliner Morgenpost, 22.08.1999)
Fallende Messer sind zu meiden
"Zehn Merksätze, allen Börsianern hinter die Ohren geschrieben und erläutert, transportieren eine geballte Ladung Börsenwissen." (Die Welt, 18.09.1999)
Die Fehler des Gurus
"Unterhaltsam, aber dennoch kritisch." (WAZ, 25.02.2000)
Finanzbuch
"Eine kurzweilige und hintergründige Chronik des Börsengeschehens." (Financial Times Deutschland, 31.05.2000)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 14 cm
Width: 21.5 cm
Weight
512 gr
ISBN-13
978-3-593-36154-3 (9783593361543)
Content
Keine Chance ohne Risiko
Das plötzliche Erwachen am Terminmarkt
"Zum Schluß kommen", mahnte mich die Regie aus unserem Berliner n-tv-Studio über meinen Miniempfänger im linken Ohr, "in 30 Sekunden ist die Sendezeit für Frankfurt vorbei." Ein kurzer Blick auf meine Funkuhr auf dem Monitor bestätigte mir diese Zeitansage. Tatsächlich waren die neun Minuten, die ich für das Gespräch mit Karl-Egmont Niem vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser eingeplant hatte, nahezu ausgeschöpft.
Manchmal dauern selbst kurze Drei-Minuten-Interviews eine Ewigkeit, aber in Zeiten, wie wir sie beispielsweise am 9. Oktober 1998 erlebten, vergehen die Minuten wie im Fluge. Über die unerwarteten Zinssenkungen in de USA hatte ich mich mit dem Rentenmarktspezialisten Niem unterhalten, über die Blauäugigkeit einiger Politiker aus dem Kreis der neuen Bundesregierung, in Deutschland nach amerikanischen Vorbild eine Zinssenkung zu fordern - die Konjunktur in Deutschland zog leicht an, während sie in den USA auf dem Weg nach unten war -, wir hatten von der politischen Unabhängigkeit der Frankfurter Bundesbank und der kommenden Europäischen Zentralbank gesprochen und von dem möglichen Trugschluß, über eine Zinssenkung in Deutschland die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll bekämpfen zu können.
Aber trotz der Zeitnot wollte ich unbedingt noch auf ein Thema zu sprechen kommen, das mir unter den Nägeln brannte, nämlich auf die plötzliche Risikoscheu der Kreditinstitute weltweit. Gerade die Kreditsuchenden, die am dringlichsten Kapital brauchten, die Schwellenländer in Asien und Südamerika beispielsweise und die Unternehmen in diesen Regionen, sie alle bekamen offenbar nur noch Geld geliehen, wenn sie in ihrer Not bereit waren, unerträglich hohe Zinsaufschläge zu akzeptieren, die sie in ihrer ohnehin schon verzweifelten Situation noch schneller in Richtung Abgrund treiben würden.
Jahrelang hatten namhafte Kreditinstitute scheinbar unbesehen die Millionen wie ein billiger Jakob verteilt, ohne daß sich ihre innerbetrieblichen Kontrolleure oder die Börsen sonderlich darüber aufgeregt hatten, schließlich winkten saftige Zinserträge als Lohn der Angst, lockten die Chancen, das ganz große Geld zu verdienen. Platzte dann irgendwann das ein oder andere Kreditgeschäft, hatte man bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon genug verdient, um den Verlust verschmerzen zu können. Den Bankenkursen in Frankfurt hatten diese Kreditrisiken bisher zumindest kaum geschadet, zumal bei uns in Deutschland der Staat durch sogenannte Hermes-Bürgschaften den Kreditinstituten wie auch der Exportwirtschaft den Rücken frei hält, ihnen auf diesem Weg zumindest einen Teil der Risiken abnimmt. Vorausgesetzt, die jeweiligen Geschäfte sind im Interesse der Allgemeinheit förderungswürdig.
Die Kreditrisiken der Banken waren also überschaubar. Sie wurden in den Kreditabteilungen bewertet, schlugen sich in entsprechend hohen Zinssätzen nieder und führten eventuell, je nach Ausfallrisiko, zu Rückstellungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Für die Börsianer hatte es mithin lange Zeit keinen Grund zu übermäßigen neuen Sorgen gegeben, erst recht nicht, wenn das übrige gute Geschäft der Banken derartige Minderungen der Jahresergebnisse vor Steuern zuließ. Selbst was die Krisen in Südostasien, in Rußland und auch in Südamerika angingen, die immer stärker die Gespräche auf dem Börsenparkett bestimmten, glaubten die meisten, auch dieses neue Szenarium in den gesunkenen Kursen ausreichend berücksichtigt zu haben. Die Bankaktien hatten zwar seit dem Sommer, wie auch die übrigen deutschen Börsenwerte, erheblich verloren, aber ein richtiger Verkaufsdruck war bisher nicht zu spüren. Offenbar hatten sich auf den Seelen der Anleger dicke Schwielen gebildet. All diese Krisen in der Welt harrten zwar noch ihrer Lösung, aber wir hatten uns inzwischen daran gewöhnt. Irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, würden sich die niedrigen Zinsen und die europäischen Fusionsphantasien schon wieder in steigende Kurse ummünzen lassen.
Doch am Mittwoch, den 23. September, war plötzlich Schluß mit lustig. Die nur leicht eingetrübte Welt der Finanztitel geriet in Turbulenzen. Den Anstoß für diesen Sinneswandel auf dem Parkett hatte vor wenigen Tagen eine konkrete Meldung gegeben, die sich auf finanzielle Schwierigkeiten des weltbekannten amerikanischen Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) bezog. Dieser Luxusliner im internationalen Termingeschäft drohte in stürmischer See zu stranden. Noch vor wenigen Tagen wäre dies in der gesamten Finanzwelt ein unvorstellbarer Gedanke gewesen. Kein Wunder, daß überall auf den Chefetagen die Ampeln auf rot sprangen. Dieser Fonds hatte in den vergangenen vier Jahren, nur mit geringen Eigenkapital ausgestattet, für seine Anteilseigner, zu denen offenbar auch deutsche Kreditinstitute zählten, erstaunliche Gewinne erzielt. Jetzt schien das Milliarden-Schiff seinen Fondsmanagern aus dem Ruder gelaufen zu sein.[...]
Das plötzliche Erwachen am Terminmarkt
"Zum Schluß kommen", mahnte mich die Regie aus unserem Berliner n-tv-Studio über meinen Miniempfänger im linken Ohr, "in 30 Sekunden ist die Sendezeit für Frankfurt vorbei." Ein kurzer Blick auf meine Funkuhr auf dem Monitor bestätigte mir diese Zeitansage. Tatsächlich waren die neun Minuten, die ich für das Gespräch mit Karl-Egmont Niem vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser eingeplant hatte, nahezu ausgeschöpft.
Manchmal dauern selbst kurze Drei-Minuten-Interviews eine Ewigkeit, aber in Zeiten, wie wir sie beispielsweise am 9. Oktober 1998 erlebten, vergehen die Minuten wie im Fluge. Über die unerwarteten Zinssenkungen in de USA hatte ich mich mit dem Rentenmarktspezialisten Niem unterhalten, über die Blauäugigkeit einiger Politiker aus dem Kreis der neuen Bundesregierung, in Deutschland nach amerikanischen Vorbild eine Zinssenkung zu fordern - die Konjunktur in Deutschland zog leicht an, während sie in den USA auf dem Weg nach unten war -, wir hatten von der politischen Unabhängigkeit der Frankfurter Bundesbank und der kommenden Europäischen Zentralbank gesprochen und von dem möglichen Trugschluß, über eine Zinssenkung in Deutschland die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll bekämpfen zu können.
Aber trotz der Zeitnot wollte ich unbedingt noch auf ein Thema zu sprechen kommen, das mir unter den Nägeln brannte, nämlich auf die plötzliche Risikoscheu der Kreditinstitute weltweit. Gerade die Kreditsuchenden, die am dringlichsten Kapital brauchten, die Schwellenländer in Asien und Südamerika beispielsweise und die Unternehmen in diesen Regionen, sie alle bekamen offenbar nur noch Geld geliehen, wenn sie in ihrer Not bereit waren, unerträglich hohe Zinsaufschläge zu akzeptieren, die sie in ihrer ohnehin schon verzweifelten Situation noch schneller in Richtung Abgrund treiben würden.
Jahrelang hatten namhafte Kreditinstitute scheinbar unbesehen die Millionen wie ein billiger Jakob verteilt, ohne daß sich ihre innerbetrieblichen Kontrolleure oder die Börsen sonderlich darüber aufgeregt hatten, schließlich winkten saftige Zinserträge als Lohn der Angst, lockten die Chancen, das ganz große Geld zu verdienen. Platzte dann irgendwann das ein oder andere Kreditgeschäft, hatte man bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon genug verdient, um den Verlust verschmerzen zu können. Den Bankenkursen in Frankfurt hatten diese Kreditrisiken bisher zumindest kaum geschadet, zumal bei uns in Deutschland der Staat durch sogenannte Hermes-Bürgschaften den Kreditinstituten wie auch der Exportwirtschaft den Rücken frei hält, ihnen auf diesem Weg zumindest einen Teil der Risiken abnimmt. Vorausgesetzt, die jeweiligen Geschäfte sind im Interesse der Allgemeinheit förderungswürdig.
Die Kreditrisiken der Banken waren also überschaubar. Sie wurden in den Kreditabteilungen bewertet, schlugen sich in entsprechend hohen Zinssätzen nieder und führten eventuell, je nach Ausfallrisiko, zu Rückstellungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Für die Börsianer hatte es mithin lange Zeit keinen Grund zu übermäßigen neuen Sorgen gegeben, erst recht nicht, wenn das übrige gute Geschäft der Banken derartige Minderungen der Jahresergebnisse vor Steuern zuließ. Selbst was die Krisen in Südostasien, in Rußland und auch in Südamerika angingen, die immer stärker die Gespräche auf dem Börsenparkett bestimmten, glaubten die meisten, auch dieses neue Szenarium in den gesunkenen Kursen ausreichend berücksichtigt zu haben. Die Bankaktien hatten zwar seit dem Sommer, wie auch die übrigen deutschen Börsenwerte, erheblich verloren, aber ein richtiger Verkaufsdruck war bisher nicht zu spüren. Offenbar hatten sich auf den Seelen der Anleger dicke Schwielen gebildet. All diese Krisen in der Welt harrten zwar noch ihrer Lösung, aber wir hatten uns inzwischen daran gewöhnt. Irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft, würden sich die niedrigen Zinsen und die europäischen Fusionsphantasien schon wieder in steigende Kurse ummünzen lassen.
Doch am Mittwoch, den 23. September, war plötzlich Schluß mit lustig. Die nur leicht eingetrübte Welt der Finanztitel geriet in Turbulenzen. Den Anstoß für diesen Sinneswandel auf dem Parkett hatte vor wenigen Tagen eine konkrete Meldung gegeben, die sich auf finanzielle Schwierigkeiten des weltbekannten amerikanischen Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) bezog. Dieser Luxusliner im internationalen Termingeschäft drohte in stürmischer See zu stranden. Noch vor wenigen Tagen wäre dies in der gesamten Finanzwelt ein unvorstellbarer Gedanke gewesen. Kein Wunder, daß überall auf den Chefetagen die Ampeln auf rot sprangen. Dieser Fonds hatte in den vergangenen vier Jahren, nur mit geringen Eigenkapital ausgestattet, für seine Anteilseigner, zu denen offenbar auch deutsche Kreditinstitute zählten, erstaunliche Gewinne erzielt. Jetzt schien das Milliarden-Schiff seinen Fondsmanagern aus dem Ruder gelaufen zu sein.[...]