
Lenz
Eine Erzählung
Georg Büchner(Author)
Null Papier Gratis (Publisher)
4th Edition
Published on 12. December 2024
Book
Paperback/Softback
40 pages
978-3-96281-859-3 (ISBN)
Description
Ein fragmentarischer, aus dem Nachlass stammender Text, wurde zu einem Lehrstück deutscher Kurzprosa.
Der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz will sich beim Pfarrer Oberlin in Obhut begeben, denn er fürchtet um seinen Geisteszustand. Schon auf der Wanderung in das abgelegene Bergdörfchen erfassen ihn Wahn und Visionen. Sichtlich geschwächt droht er geistig und körperlich zugrunde zu gehen.
ISBN 978-3-95418-895-6 (Mobi)
ISBN 978-3-95418-894-9 (Epub)
ISBN 978-3-95418-896-3 (PDF)
ISBN 978-3-96281-859-3 (Print)
Null Papier Verlag
www.null-papier.de
More details
Series
Edition
Überarbeitete Fassung
Language
German
Place of publication
Neuss
Germany
Publishing group
Null Papier Verlag
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 190 mm
Width: 120 mm
Thickness: 4 mm
Weight
54 gr
ISBN-13
978-3-96281-859-3 (9783962818593)
Schweitzer Classification
Person
Author
Georg Büchner war das Kind einer Übergangsepoche, die nach der Niederwerfung Napoleons begann und in die Deutsche Märzrevolution von 1848/49 mündete. Die Zeit des sogenannten Vormärz fing mit der Gründung des 1815 - zwei Jahre nach Büchners Geburt - gegründeten Deutschen Bundes an, der durch die Umgestaltung Deutschlands zu einem mosaikartigen Gebilde aus dynastisch geführten Duodezstaaten ein Zeitalter der Restauration einleitete, das durch eine zum System erhobene Enge und eine repressive Gangart gegen die widerständischen liberalen und nationalen Bewegungen geprägt war.einereiner
Content
Georg Büchner bei Null Papier
Das Drängen in ihm, die Musik, der Schmerz, erschütterte ihn. Das All war für ihn in Wunden; er fühlte tiefen, unnennbaren Schmerz davon. Jetzt ein anderes Sein: göttliche, zuckende Lippen bückten sich über ihm nieder und sogen sich an seine Lippen; er ging auf sein einsames Zimmer. Er war allein, allein! Da rauschte die Quelle, Ströme brachen aus seinen Augen, er krümmte sich in sich, es zuckten seine Glieder, es war ihm, als müsse er sich auflösen, er konnte kein Ende finden der Wollust. Endlich dämmerte es in ihm: er empfand ein leises tiefes Mitleid mit sich selbst, er weinte über sich; sein Haupt sank auf die Brust, er schlief ein. Der Vollmond stand am Himmel; die Locken fielen ihm über die Schläfe und das Gesicht, die Tränen hingen ihm an den Wimpern und trockneten auf den Wangen - so lag er nun da allein, und alles war ruhig und still und kalt, und der Mond schien die ganze Nacht und stand über den Bergen.