
Der Frankreich-Komplex
Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz der Bundesrepublik Deutschland
Bernhard Brunner(Author)
Fischer Taschenbuch (Publisher)
1st Edition
Published on 19. April 2007
Book
Paperback/Softback
432 pages
978-3-596-16896-5 (ISBN)
Description
Während der Besetzung Frankreich wurden 162 000 Menschen deportiert, darunter 75 721 Juden. Verantwortlich waren rund 75 Männer, die die Terrorpolitik durchsetzten. Brunner rekonstruiert die Lebensläufe dieser Funktionselite bis in die Nachkriegszeit und zeigt, warum die Verbrechen sowohl in Frankreich, als auch in der BRD so gut wie nicht geahndet worden sind.
Dabei kommt heraus, dass die deutsche Justiz schon in den sechziger Jahren gut informiert war und mit dem "Frankreich-Komplex" ein großes Ermittlungsverfahren angestrengt hatte. Massive politische Einflussnahmen eines Netzwerks von ehemaligen Nazis, die inzwischen wieder zu Ämtern und Würden gekommen waren, verhinderten jedoch längst fällige Anklagen.
Den Ermittlern der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung von NS-Verbrechen" in Ludwigsburg wurden viele Steine in den Weg gelegt. Aber auch auf französischer Seite gab es aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einer systematischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Erst als die französischen "Nazijäger" Beate und Serge Klarsfeld zu drastischen Mitteln griffen und einen der Ex-Kommandeure zu entführen versuchten, konnte endlich das lange verschleppte deutsch-französische Zusatzabkommen durchgesetzt werden. Dieses führte zu dem damals aufsehenerregenden Lischka-Prozess in Köln, in dem 1980 drei Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Die übrigen Täter blieben jedoch nach wie vor unbestraft.
Dabei kommt heraus, dass die deutsche Justiz schon in den sechziger Jahren gut informiert war und mit dem "Frankreich-Komplex" ein großes Ermittlungsverfahren angestrengt hatte. Massive politische Einflussnahmen eines Netzwerks von ehemaligen Nazis, die inzwischen wieder zu Ämtern und Würden gekommen waren, verhinderten jedoch längst fällige Anklagen.
Den Ermittlern der "Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung von NS-Verbrechen" in Ludwigsburg wurden viele Steine in den Weg gelegt. Aber auch auf französischer Seite gab es aus innenpolitischen Gründen kein Interesse an einer systematischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Erst als die französischen "Nazijäger" Beate und Serge Klarsfeld zu drastischen Mitteln griffen und einen der Ex-Kommandeure zu entführen versuchten, konnte endlich das lange verschleppte deutsch-französische Zusatzabkommen durchgesetzt werden. Dieses führte zu dem damals aufsehenerregenden Lischka-Prozess in Köln, in dem 1980 drei Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden. Die übrigen Täter blieben jedoch nach wie vor unbestraft.
More details
Series
16896
Edition
1., Aufl.
Language
German
Illustrations
17 Abb.
Dimensions
Height: 19 cm
Width: 12.5 cm
ISBN-13
978-3-596-16896-5 (9783596168965)
Schweitzer Classification
Person
Bernhard Brunner, geboren 1969, studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaften in Würzburg, Freiburg und an der Yale University/USA. Der Autor ist seit 2001 im bayerischen Schuldienst tätig.