
Wirklichkeit in der Dichtung Rilkes
Renate Breuninger(Author)
Peter Lang Verlag
Published on 1. January 1991
Book
Paperback/Softback
316 pages
978-3-631-43355-3 (ISBN)
Description
Wirklichkeit ist nicht mehr gegeben; Wirklichkeit wird zur Aufgabe, lautet die These, die in den verschiedenen Werkstufen der Dichtung Rilkes erhärtet wird.
Dieser Ansatz zeigt sich in der Analyse der modernen Wirklichkeit - einer Wirklichkeit, die scheinhaft und täuschend ist. Die moderne Wirklichkeit ist Theater geworden. Der Mensch spielt eine Rolle, möchte abschminken, die Maske ablegen, doch: vergeblich. Dieser modernen Wirklichkeit steht eine andere, positive Bestimmung der Wirklichkeit gegenüber, die ihren eigentlichen Ort in der Dichtung hat. Dichtung ist motiviert durch Wirklichkeitssuche, will Gewinn an wahrer, integraler Wirklichkeit erzielen. Angestrebt wird ein authentisches Sein, eine Wirklichkeit, in der Innen und Außen zusammenstimmen. Angesichts des zeitbedingten Realitätsverlustes kann Rettung nur noch die Kunst gewähren. Sprache wird für Rilke zu einem Transformator, der das Außen ins Innere aufnimmt, es aufbewahrt und es dadurch dem Vergessen entreißt.
«Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als Innen», ist die Antwort des Rilke der Elegien und der späten Dichtung, die ihn zum engen Verbündeten der Welt Paul Klees werden läßt, dessen Grabspruch heißt: «Diesseitig bin ich gar nicht faßbar. Denn ich wohne grad so gut bei den Toten wie bei den Ungebornen. Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich. Und noch lange nicht nahe genug.»
Dieser Ansatz zeigt sich in der Analyse der modernen Wirklichkeit - einer Wirklichkeit, die scheinhaft und täuschend ist. Die moderne Wirklichkeit ist Theater geworden. Der Mensch spielt eine Rolle, möchte abschminken, die Maske ablegen, doch: vergeblich. Dieser modernen Wirklichkeit steht eine andere, positive Bestimmung der Wirklichkeit gegenüber, die ihren eigentlichen Ort in der Dichtung hat. Dichtung ist motiviert durch Wirklichkeitssuche, will Gewinn an wahrer, integraler Wirklichkeit erzielen. Angestrebt wird ein authentisches Sein, eine Wirklichkeit, in der Innen und Außen zusammenstimmen. Angesichts des zeitbedingten Realitätsverlustes kann Rettung nur noch die Kunst gewähren. Sprache wird für Rilke zu einem Transformator, der das Außen ins Innere aufnimmt, es aufbewahrt und es dadurch dem Vergessen entreißt.
«Nirgends, Geliebte, wird Welt sein als Innen», ist die Antwort des Rilke der Elegien und der späten Dichtung, die ihn zum engen Verbündeten der Welt Paul Klees werden läßt, dessen Grabspruch heißt: «Diesseitig bin ich gar nicht faßbar. Denn ich wohne grad so gut bei den Toten wie bei den Ungebornen. Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich. Und noch lange nicht nahe genug.»
More details
Series
Thesis
Doctoral thesis
Edition
New edition
Language
German
Place of publication
Frankfurt a.M.
Germany
Target group
Professional and scholarly
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 14.8 cm
Weight
420 gr
ISBN-13
978-3-631-43355-3 (9783631433553)
Schweitzer Classification
Content
Aus dem Inhalt: Der Begriff der Wirklichkeit - Wahrheit und Wirklichkeit - Wirklichkeit und Theater - Die moderne Großstadtwirklichkeit - Die Analogie von Dichtung und Malerei - Die Poetik der «Neuen Gedichte» - Zeitsymptomatik und Abstraktion - Sehenlernen und Sicherinnern.