
Die Nervenprobe
Schauplatz Kuba: Als die Welt am Abgrund stand
Stefan Brauburger(Author)
Campus (Publisher)
1st Edition
Published on 16. September 2002
Book
Hardback
328 pages
978-3-593-37096-5 (ISBN)
Description
Als US-Aufklärungsflugzeuge sowjetische Raketenbasen auf Kuba entdeckten, begann der Countdown zum Dritten Weltkrieg. US-Militärs trafen Vorkehrungen für eine Invasion Kubas. In Berlin standen sich amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber, auch das geteilte Deutschland drohte Schlachtfeld zu werden. Geheimdienste versagten. Irrtümer, technische Pannen und unklare Befehle führten fast zum unbeabsichtigten Schlagabtausch, der nuklear hätte eskalieren können. Die Welt hielt den Atem an. Buchstäblich in letzter Minute wurde der militärische Konflikt zwischen Washington und Moskau abgewendet. Bislang unveröffentlichte Aufzeichnungen aus dem Moskauer ZK-Präsidium, aktuelle Interviews mit damaligen Akteuren spiegeln die Ereignisse aus teilweise unbekannten Blickwinkeln: u. a. US-Verteidigungsminister McNamara, Kennedy-Redenschreiber Sorensen, Moskaus Botschafter in Washington Dobrynin, der dortige KGB-Chef Feklisov, Chruschtschows Sohn Sergej und Tochter Rada. Zudem Offiziere beider Seiten, die von ungeahnten Risiken berichten. Das Buch zeigt, dass Geschichte spannender sein kann als ein Krimi.
Reviews / Votes
13 Tage am Abgrund"Eine gelungene Mischung aus Dokumentation und Krimi." (Der Tagesspiegel, 28.10.2002)
Die Welt am Abgrund
"Brauburgers Buch ist ein gutes Beispiel für eine Zeitgeschichtsschreibung, die sich gleichermaßen um Dramatik in der Darstellung und wissenschaftliche Genauigkeit bemüht." (Damals, 01.01.2003)
More details
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
zahlreiche Abbildungen
Dimensions
Height: 21.5 cm
Width: 14 cm
Weight
577 gr
ISBN-13
978-3-593-37096-5 (9783593370965)
Schweitzer Classification
Persons
Stefan Brauburger, geboren im Jahr der Kuba-Krise (1962), ist stellvertretender Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte und seit 1990 Autor und Redakteur für zeitgeschichtliche Dokumentarreihen und Magazine. Zusammen mit Guido Knopp entstanden zahlreiche preisgekrönte Sendungen, u. a. Kanzler - Die Mächtigen der Republik, Vatikan - Die Macht der Päpste, 100 Jahre, Deutschlandspiel, Die große Flucht, Der Jahrhundertkrieg. Außerdem ist lehrbeauftragter für internationale Politik und Journalistik und Autor zahlreicher Buch- und Zeitschriftenbeiträge zu politischen und historischen Themen.
Content
Vorwort
Der Beweis
Orakel / Die Entdeckung / Kriegsrat / ExComm-Premiere
Exkurse
Die U-2
Das ExComm
Vorspiel für Kuba?
Brennpunkt Berlin
Klein Watergate
Die Vorgeschichten
Castros Kuba
Exkurse
Die Monroe-Doktrin
Die eiskalte Deutsche
Das Ringen der Großmächte
Chruschtschows Plan/ Kennedys Dilemma / Operation Anadyr /
Exkurse
Poltern mit System - der cholerische Kremlchef
Nukleare US-Übermacht
Chruschtschows Poker
"Raketenlücke" als Wahlkampfthema
Konkrete Invasionspläne?
Teilmobilisierung
Ein riesiges Aufgebot
Tücken der Tarnung
Gefährliche Überfahrt
Festung Kuba
Washingtons geheime Krise
Moskau und Havanna vor dem Sturm / "Business as usual" / Gromykos Besuch / Blockade oder Invasion / Die Entscheidung / Der Geist der Rede / Keine Meldung / Tag der Rede / Rätselraten im Kreml / Vorhang auf! / Die Welt nach der Rede
Exkurse
Der SS-5-Schreck
Dobrynin zum Rapport
Unwissenheit schützt vor Angst
"Windige" Backchannel-Diplomatie
Countdown zum Dritten Weltkrieg
Unklare Befehle / Chruschtschow antwortet / Die Blockade / U-Boot-Gefahr / Auge in Auge / Stimmen aus Bonn / Bedingt abwehrbereit / Hamstern und Horten / Deutsch-Deutsche Schicksale / Eklat vor der UNO / Vermittlung durch den Vatikan / Die Raketen in der Türkei / Backchannel Diplomatie
/ Grübeln im Kreml / Blockade nutzlos / Geheimtreffen / Der Brief mit dem Knoten / Chruschtschow legt nach / Castros Temperament / ExComm in der Zwickmühle / Kennedys Antwort
Exkurse
Nukleare Luftflotte
Ein russischer Samson
Duell auf hoher See
Befehl zum Entern
Stevenson versus Sorin
Der Fall Warren Rogers
Protokoll der Entscheidung
Defcon 2
Scali und Feklisov
Welt am "Draht"
Pannen-Register
Irrflug nach Sibirien
Drohende Eskalation
Der erste Schuss, ein erstes Opfer / Langer "schwarzer Samstag" / Invasion? / Atomare Handfeuerwaffen / Militärputsch gegen Kennedy? / Endzeitstimmung / Kennedys Alleingang / Entscheidung in Moskau / Der Anruf / Die Eilbotschaft / Die frohe Kunde / Erlösung / Castros Zorn
Exkurse
"Duck and cover!" - Ducken und Bedecken!
Atomangriff auf Florida000
Sieger und Besiegte
Glück oder Management / Politik der Stärke / Bündnissolidarität / Instrumentalisierung der Medien / Doppelspiele / Gleichgewicht des Schreckens / Entspannung / Der 11. September / Kalter Krieg adé
Exkurse
Rotes Telefon
Chronologie
Literatur
Zeitzeugen
Dank
Register
Der Beweis
Orakel / Die Entdeckung / Kriegsrat / ExComm-Premiere
Exkurse
Die U-2
Das ExComm
Vorspiel für Kuba?
Brennpunkt Berlin
Klein Watergate
Die Vorgeschichten
Castros Kuba
Exkurse
Die Monroe-Doktrin
Die eiskalte Deutsche
Das Ringen der Großmächte
Chruschtschows Plan/ Kennedys Dilemma / Operation Anadyr /
Exkurse
Poltern mit System - der cholerische Kremlchef
Nukleare US-Übermacht
Chruschtschows Poker
"Raketenlücke" als Wahlkampfthema
Konkrete Invasionspläne?
Teilmobilisierung
Ein riesiges Aufgebot
Tücken der Tarnung
Gefährliche Überfahrt
Festung Kuba
Washingtons geheime Krise
Moskau und Havanna vor dem Sturm / "Business as usual" / Gromykos Besuch / Blockade oder Invasion / Die Entscheidung / Der Geist der Rede / Keine Meldung / Tag der Rede / Rätselraten im Kreml / Vorhang auf! / Die Welt nach der Rede
Exkurse
Der SS-5-Schreck
Dobrynin zum Rapport
Unwissenheit schützt vor Angst
"Windige" Backchannel-Diplomatie
Countdown zum Dritten Weltkrieg
Unklare Befehle / Chruschtschow antwortet / Die Blockade / U-Boot-Gefahr / Auge in Auge / Stimmen aus Bonn / Bedingt abwehrbereit / Hamstern und Horten / Deutsch-Deutsche Schicksale / Eklat vor der UNO / Vermittlung durch den Vatikan / Die Raketen in der Türkei / Backchannel Diplomatie
/ Grübeln im Kreml / Blockade nutzlos / Geheimtreffen / Der Brief mit dem Knoten / Chruschtschow legt nach / Castros Temperament / ExComm in der Zwickmühle / Kennedys Antwort
Exkurse
Nukleare Luftflotte
Ein russischer Samson
Duell auf hoher See
Befehl zum Entern
Stevenson versus Sorin
Der Fall Warren Rogers
Protokoll der Entscheidung
Defcon 2
Scali und Feklisov
Welt am "Draht"
Pannen-Register
Irrflug nach Sibirien
Drohende Eskalation
Der erste Schuss, ein erstes Opfer / Langer "schwarzer Samstag" / Invasion? / Atomare Handfeuerwaffen / Militärputsch gegen Kennedy? / Endzeitstimmung / Kennedys Alleingang / Entscheidung in Moskau / Der Anruf / Die Eilbotschaft / Die frohe Kunde / Erlösung / Castros Zorn
Exkurse
"Duck and cover!" - Ducken und Bedecken!
Atomangriff auf Florida000
Sieger und Besiegte
Glück oder Management / Politik der Stärke / Bündnissolidarität / Instrumentalisierung der Medien / Doppelspiele / Gleichgewicht des Schreckens / Entspannung / Der 11. September / Kalter Krieg adé
Exkurse
Rotes Telefon
Chronologie
Literatur
Zeitzeugen
Dank
Register
Pannen-Register
Der Wachoffizier einer Raketen-Kommando-Zentrale in Duluth, Minnesota wurde gegen Mitternacht am 25. Oktober 1962 hellhörig. Was er dort im Schein der Laterne zu sehen glaubte, war ungeheuerlich, da schwang sich doch tatsächlich jemand über den Sicherheitszaun des Stützpunkts. War der unbekannte Eindringling ein Saboteur? Sofort gab der Offizier Sabotagealarm - auch an die umliegenden Raketenbasen. Doch statt des Sabotagealarms meldete die Sirene einen bevorstehenden sowjetischen Angriff auf die Vereinigten Staaten. Die Piloten beeilten sich, ins Cockpit ihrer F-106A-Abfangjäger zu kommen. Ein letzter Check der Bewaffnung: Abfangraketen mit Atomsprengköpfen - dann ab in die Luft. Die Piloten waren ohne gesonderte Erlaubnis berechtigt, diese Waffen einzusetzen. Die Besatzungen ließen die Triebwerke an, rollten an den Start der Rollbahn und wähnten sich kurz davor, in die drohende Luftschlacht um Amerika einzugreifen. Doch plötzlich entdeckten sie ein Hindernis am Ende der Rollbahn. Ein Fahrzeug hatte sich in Position gebracht, das Auto machte mit blinkenden Scheinwerfern auf sich aufmerksam. Im Wagen saß ein Offizier, der in buchstäblich letzter Sekunde den Start verhindern konnte. Er hatte den Fehlalarm bemerkt.
Derjenige übrigens, der die Kettenreaktion in Minnesota auslöste, war kein Terror-Agent, es war ein hungriger Bär, der unbeholfen im Licht der Scheinwerfer den Sicherheitszaun erklommen hatte. Im Dunkeln auf der Suche nach etwas Futter hätte er beinahe das Tor zum nuklearen Luftkampf geöffnet.
Diese und andere Pannen während der Kuba-Krise hat der Princeton-Historiker und Autor Scott D. Sagan minutiös rekonstruieret, was ihn ebenso wie McNamara und andere zum Resümee veranlasste, dass damals viel Glück im Spiel war.
Ein weiteres Beispiel gab ein missverständlicher Raketentest. Es war Freitag, der 26. Oktober 1962, auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, um 4 Uhr morgens. Der Kreml war zu dieser Zeit sehr besorgt, weil alle Meldungen, die ihm zum Frühstück aus Washington aufgetischt wurden, auf einen harten Kurs Kennedys hindeuteten. Was wäre geschehen, wenn die Sowjets auch noch über Aufklärungssatelliten verfügt hätten - oder bessere Spione? Dann wären sie womöglich aufgeschreckt angesichts dessen, was zur gleichen Zeit auf der anderen Seite des Globus, im sonnigen Kalifornien passierte. Dort zündeten nämlich die Vandenberg Air-Force-Männer im Abschusskontrollzentrums eine Interkontinentalrakete vom Typ Atlas F, die normalerweise dafür gedacht war, mehrere tausend Kilometer weit zu fliegen und die Vernichtungskraft riesiger Nuklearsprengköpfe ins Zentrum sowjetischer Ballungsgebiete zu tragen. Prekär war, dass auf dem Höhepunkt der Kubakrise das Testen nach Plan fortgeführt wurde. Der Präsident, dem im fernen Washington wahrscheinlich gerade die Sorgen um Deeskalation der Krise den Schlaf raubten, wusste schlichtweg nicht, dass die Streitkräfte, deren Oberbefehlshaber er war, weiter Dienst nach Vorschrift machten.
Drei Tage zuvor hatte das Strategische Luftkommando die Interkontinentalraketen der Vandenberg Air Force Base mit Atomsprengköpfen bestückt - neun an der Zahl. Nur eine einzige Atlas-Rakete, umgeben von "scharfen" Waffen, trug keinen Nuklearsprengkörper. Das wussten die zehn Offiziere im Abschusskontrollzentrum, als sie die Raketenschlüssel umdrehten und damit den 30-Sekunden-Countdown starteten. Aber welcher sowjetische Spion, welcher Kapitän auf einem sowjetischen Schiff hätte ahnen können, das sich die Rakete nicht gegen Moskau, Leningrad oder Wolgograd richtete? Der fehlenden sowjetischen Aufklärung war es zu verdanken, dass sich Chruschtschows und Kennedys sorgenvolle Gesichter sich nicht weiter verdunkelten. Auch Unwissenheit kann dem Weltfrieden dienlich sein.
Es entstanden weitere Risiken, etwa als es gar nicht schnell genug gehen konnte, in Malmstrom in Montana die ersten Minuteman-Raketen in den neuen Silos zu installieren. Im Bestreben, sofortige Alarmbereitschaft herzustellen wurden einige Verfahren für die Routinesicherheit übergangen. Zudem seien die Mannschaften zur Kontrolle der nuklearen Kapazitäten nicht vollständig ausgebildet worden. Vermutungen gehen so weit, dass es durch falsche Verdrahtungen und Kurzschlüsse zu einem versehentlichen Raketenabschuss hätte kommen können. Selbst wenn kein Sprengkopf aktiviert worden wäre, ein solcher Start konnte von der Gegenseite als Signal für einen nuklearen Erstschlag aufgefasst werden.
Der Wachoffizier einer Raketen-Kommando-Zentrale in Duluth, Minnesota wurde gegen Mitternacht am 25. Oktober 1962 hellhörig. Was er dort im Schein der Laterne zu sehen glaubte, war ungeheuerlich, da schwang sich doch tatsächlich jemand über den Sicherheitszaun des Stützpunkts. War der unbekannte Eindringling ein Saboteur? Sofort gab der Offizier Sabotagealarm - auch an die umliegenden Raketenbasen. Doch statt des Sabotagealarms meldete die Sirene einen bevorstehenden sowjetischen Angriff auf die Vereinigten Staaten. Die Piloten beeilten sich, ins Cockpit ihrer F-106A-Abfangjäger zu kommen. Ein letzter Check der Bewaffnung: Abfangraketen mit Atomsprengköpfen - dann ab in die Luft. Die Piloten waren ohne gesonderte Erlaubnis berechtigt, diese Waffen einzusetzen. Die Besatzungen ließen die Triebwerke an, rollten an den Start der Rollbahn und wähnten sich kurz davor, in die drohende Luftschlacht um Amerika einzugreifen. Doch plötzlich entdeckten sie ein Hindernis am Ende der Rollbahn. Ein Fahrzeug hatte sich in Position gebracht, das Auto machte mit blinkenden Scheinwerfern auf sich aufmerksam. Im Wagen saß ein Offizier, der in buchstäblich letzter Sekunde den Start verhindern konnte. Er hatte den Fehlalarm bemerkt.
Derjenige übrigens, der die Kettenreaktion in Minnesota auslöste, war kein Terror-Agent, es war ein hungriger Bär, der unbeholfen im Licht der Scheinwerfer den Sicherheitszaun erklommen hatte. Im Dunkeln auf der Suche nach etwas Futter hätte er beinahe das Tor zum nuklearen Luftkampf geöffnet.
Diese und andere Pannen während der Kuba-Krise hat der Princeton-Historiker und Autor Scott D. Sagan minutiös rekonstruieret, was ihn ebenso wie McNamara und andere zum Resümee veranlasste, dass damals viel Glück im Spiel war.
Ein weiteres Beispiel gab ein missverständlicher Raketentest. Es war Freitag, der 26. Oktober 1962, auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien, um 4 Uhr morgens. Der Kreml war zu dieser Zeit sehr besorgt, weil alle Meldungen, die ihm zum Frühstück aus Washington aufgetischt wurden, auf einen harten Kurs Kennedys hindeuteten. Was wäre geschehen, wenn die Sowjets auch noch über Aufklärungssatelliten verfügt hätten - oder bessere Spione? Dann wären sie womöglich aufgeschreckt angesichts dessen, was zur gleichen Zeit auf der anderen Seite des Globus, im sonnigen Kalifornien passierte. Dort zündeten nämlich die Vandenberg Air-Force-Männer im Abschusskontrollzentrums eine Interkontinentalrakete vom Typ Atlas F, die normalerweise dafür gedacht war, mehrere tausend Kilometer weit zu fliegen und die Vernichtungskraft riesiger Nuklearsprengköpfe ins Zentrum sowjetischer Ballungsgebiete zu tragen. Prekär war, dass auf dem Höhepunkt der Kubakrise das Testen nach Plan fortgeführt wurde. Der Präsident, dem im fernen Washington wahrscheinlich gerade die Sorgen um Deeskalation der Krise den Schlaf raubten, wusste schlichtweg nicht, dass die Streitkräfte, deren Oberbefehlshaber er war, weiter Dienst nach Vorschrift machten.
Drei Tage zuvor hatte das Strategische Luftkommando die Interkontinentalraketen der Vandenberg Air Force Base mit Atomsprengköpfen bestückt - neun an der Zahl. Nur eine einzige Atlas-Rakete, umgeben von "scharfen" Waffen, trug keinen Nuklearsprengkörper. Das wussten die zehn Offiziere im Abschusskontrollzentrum, als sie die Raketenschlüssel umdrehten und damit den 30-Sekunden-Countdown starteten. Aber welcher sowjetische Spion, welcher Kapitän auf einem sowjetischen Schiff hätte ahnen können, das sich die Rakete nicht gegen Moskau, Leningrad oder Wolgograd richtete? Der fehlenden sowjetischen Aufklärung war es zu verdanken, dass sich Chruschtschows und Kennedys sorgenvolle Gesichter sich nicht weiter verdunkelten. Auch Unwissenheit kann dem Weltfrieden dienlich sein.
Es entstanden weitere Risiken, etwa als es gar nicht schnell genug gehen konnte, in Malmstrom in Montana die ersten Minuteman-Raketen in den neuen Silos zu installieren. Im Bestreben, sofortige Alarmbereitschaft herzustellen wurden einige Verfahren für die Routinesicherheit übergangen. Zudem seien die Mannschaften zur Kontrolle der nuklearen Kapazitäten nicht vollständig ausgebildet worden. Vermutungen gehen so weit, dass es durch falsche Verdrahtungen und Kurzschlüsse zu einem versehentlichen Raketenabschuss hätte kommen können. Selbst wenn kein Sprengkopf aktiviert worden wäre, ein solcher Start konnte von der Gegenseite als Signal für einen nuklearen Erstschlag aufgefasst werden.