
Legitimation durch Strafverfahren
Description
Ohne Akzeptanz funktioniert die Strafrechtspflege nicht. Der Preis der Freiheit des Gerichts ist das ihm auferlegte Verfahrensreglement. Wahrheit und Fairness gehören untrennbar zusammen. Nur ein nach realem Empfinden und normativen Maßstäben faires Verfahren kann eine für jeden akzeptable Wahrheit hervorbringen. Dieses Verfahren beugt dem Groll gegen die Justiz vor und ermöglicht die Akzeptanz eines belastenden Urteils. Das ist die Legitimation des Urteils durch Strafverfahren. Sie ist die Geschäftsgrundlage der Strafjustiz im Rechtsstaat und daher ein rechtliches Argument von Verfassungsrang.
Die Schrift unternimmt dazu erstmals den Entwurf eines grundlegenden theoretischen Gefüges und erprobt dieses eingehend an dem Rügeverlust durch Obliegenheiten, der Rügeverkümmerung und dem Beweisantragsrecht. Kernstück ist die Spannung zwischen Vertrauen und Misstrauen der Verfahrensbeteiligten zueinander. Die Schrift stellt sich den Entwicklungen zur Schwächung der Verfahrensrüge in den Weg und möchte die Revisionsgerichte zu einer neuen Wertschätzung der Verfahrensregeln des Tatgerichts ermuntern.

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Person
Unser Autor PD Dr. René Börner wurde 1975 geboren und legte im Jahr 2000 das 1. Staatsexamen ab. Seine Dissertation 'Der Zueignungsbegriff der §§ 242, 246 StGB' erschien im Jahr 2004 in unserem Hause. Unser Autor legte im Jahr 2006 das 2. Staatsexamen ab und ist seither Rechtsanwalt sowie seit 2009 Fachanwalt für Strafrecht. Zugleich war er bis Mai 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Herrn Prof. Dr. Küpper an der Universität Potsdam. Ihm wurden dort im Frühjahr 2014 die Lehrbefähigung sowie die Lehrbefugnis für folgende Fächer verliehen 'Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie und Umweltstrafrecht'. Seine Habilitationsschrift 'Legitimation durch Strafverfahren, Die normative Kraft des Misstrauens' erschien 2014 in unserem Hause.
Content
1. Teil: Grundlagen
Aufgabenstellung - Die faktische Legitimation durch Strafverfahren - Die normative Legitimation durch Strafverfahren - Die rechtstheoretische Einordnung - Fazit
2. Teil: Hintergründe justizieller Eingriffe
Das moderne richterliche Selbstverständnis als Paradoxon - Strafprozessuale Grundwerte wider den Angeklagten - Fazit
3. Teil: Justizielle Änderungen des Strafprozessrechts
Die Rügeverkümmerung - Die strafprozessualen Obliegenheiten vor dem Tatgericht - Restriktionen des Beweisantragsrechts
Schluss
Literatur- und Sachverzeichnis