
Olle Rosen
Behrend Böckmann(Author)
BS-Verlag-Rostock
Published on 5. December 2018
Book
88 pages
978-3-86785-458-0 (ISBN)
Description
Wat sünd olle Rosen?
As ik lütt wier, stünn all dei "Klüterros" - so wür's von uns Kinner näumt - bi Größing in 'n Vörgorn. Dorhen keem's all tau Kaisers Tieden un dor's sik so as dat Ackerkrut (Quecke) ower dei Wöddel vermihrt, künn's ok in mienen Gorn wannern. Disse Buernros ut olle Tieden künn näben dei niegen Edelrosen blot dörch 'n Duft beståhn un harr 'n Tietlang wenig Anseihn. Ower Rosenfrünn' hemm denn doch nå denn Nåmen söcht un ruterfunnen, dat disse Ros vierhunnert Johr olt is un denn latinschen Nåmen "Rosa centifolia major" hett. Dat heit soväl as "grote Ros' mit hunnert Bläder" un up Hochdüütsch künn'n seggen "Große Hundertblättrige Rose". Twüschen 1580 un 1710 hemm' Hollänner disse Ros' uptreckt un ehr denn Nåmen "Grote-Hunnert-Bläder-Ros" gäben. Sei hett as staatsch Rükelheck in väle Gorns ståhn un wür von väle Målers ut Flannern up Linnen målt. Dorüm heit's ok Målerros. Anner hemm dei Bläuden as Kohlköpp seihn un ehr denn Ökelnamen "Kohlros" gäben. Noch anner seggen tau ehr "Provence-Ros", denn Kaiserin Josephine (1763 -1814), dei ierste Fru von Napoleon I. (1769-1821) harr disse Ros all in ehrn Gorn von Malmaison ståhn.
As ik lütt wier, stünn all dei "Klüterros" - so wür's von uns Kinner näumt - bi Größing in 'n Vörgorn. Dorhen keem's all tau Kaisers Tieden un dor's sik so as dat Ackerkrut (Quecke) ower dei Wöddel vermihrt, künn's ok in mienen Gorn wannern. Disse Buernros ut olle Tieden künn näben dei niegen Edelrosen blot dörch 'n Duft beståhn un harr 'n Tietlang wenig Anseihn. Ower Rosenfrünn' hemm denn doch nå denn Nåmen söcht un ruterfunnen, dat disse Ros vierhunnert Johr olt is un denn latinschen Nåmen "Rosa centifolia major" hett. Dat heit soväl as "grote Ros' mit hunnert Bläder" un up Hochdüütsch künn'n seggen "Große Hundertblättrige Rose". Twüschen 1580 un 1710 hemm' Hollänner disse Ros' uptreckt un ehr denn Nåmen "Grote-Hunnert-Bläder-Ros" gäben. Sei hett as staatsch Rükelheck in väle Gorns ståhn un wür von väle Målers ut Flannern up Linnen målt. Dorüm heit's ok Målerros. Anner hemm dei Bläuden as Kohlköpp seihn un ehr denn Ökelnamen "Kohlros" gäben. Noch anner seggen tau ehr "Provence-Ros", denn Kaiserin Josephine (1763 -1814), dei ierste Fru von Napoleon I. (1769-1821) harr disse Ros all in ehrn Gorn von Malmaison ståhn.
More details
Language
German
Place of publication
Bargeshagen
Germany
Dimensions
Height: 19 cm
Width: 12.6 cm
Weight
170 gr
ISBN-13
978-3-86785-458-0 (9783867854580)
Schweitzer Classification
Person
Author
Auf einem Bauernhof in der Nähe Bad Segebergs kam B. Böckmann am 11. Mai 1942 als Sohn eine Kieler Kaufmannstochter und eines Dithmarscher Landwirts zur Welt und verbrachte seine ersten Lebensjahre auf Bauernhöfen und Gütern zwischen Bad Segeberg und Hamburg.
Im Juni 1947 siedelte die Familie nach Dobbin bei Dobbertin (Mecklenburg-Vorpommern) über, um die Büdnerei einer verwitweten Tante mütterlicherseits zu übernehmen.
Da die Tante und der Vater häufig Platt miteinander sprachen und an Winterabenden bei Kerzenlicht aus den Werken von Reuter und Tarnow vorgelesen wurde, lernte der Autor nicht nur in der einklassigen Grundschule Dobbin das Lesen, Rechnen und Schreiben, sondern auch Plattdeutsch zu verstehen und zu sprechen.
So wurde bereits in der Kindheit der Grundstein für das Platt gelegt und die Freude an der plattdeut-schen Sprache ging auch nicht durch die spätere berufliche Tätigkeit als Lehrer und als habilitierter Erziehungswissenschaftler in der Lehrerbildung verloren.
Mit dem Eintritt ins Rentenalter kam zum Verstehen und Sprechen das Schreiben hinzu. Als platt-deutscher Schreiber sind inzwischen mehrere Publikationen, u. a. zur Güstrower Stadtgeschichte, John Brinckman und anderen Themen entstanden.
Regelmäßig erscheinen plattdeutsche Beiträge in den drei großen Mecklenburger Tageszeitungen: Schweriner Volkszeitung, Ostsee-Zeitung und Nordkurier, im bekannten "Voß und Haas-Kalender" des Hinstorff-Verlages un in verschiedenen anderen Anthologien.
Im BS-Verlag-Rostock erschienen:
Geschichten ut de Stadtgeschicht von Güstrow, 2011
Lütt bäten ut?t Läben un Wark, John Brinckman, 2014
Up Platt döch?t Johr, 2015
Die Büdnersfrau Auguste, 2017
Content
SÜNNENROSEN*
In'n Heumånd lüchten bannig väl
Sünnenrosen gäl an gäl;
Gråd so as dei Sünn an'n Häben:
Schöner Biller kann't nich gäben!
Dei lütten Knuppen daun sik dreihn,
Willen nå dei Sünn henseihn:
Sünnenrosen bläun an'n Besten,
Wenn's sik dreihen hen nå'n Westen.
Wat grot un prächtig ståhn sei dor,
Un ehr Köpp sei sünd so schwor,
Sülfst wenn's in denn Häben rieken,
Konen's nich dei Sünn ankieken.
Wenn bald von Karns dei Korff ganz vull,
Hocht sik all dei Lünk ganz dull;
Ward bäten in denn Korff rümpicken
Un denn düchtig Karns uthicken.
Denn Minschen freut ganz dull dei Bläud,
Doch son'n Lünk hett ierst sien Freud
Bi't Rackern un Herümmerkråmen
Mank dei allerdicksten Såmen.
* - Sonnenblumen
DEI ADEBORSBLAUM*
Dei gäle Sumpschwertlilje hett all vör väle hunnert Johr Adeborsblaum heiten.
Dat is dorvon kåmen, dat dor, wo dei gälen Schwertliljen in't siede Wåder an't Äuwer wassen, ok dei Poggen as Bråden för dei Adebors ümherhüppen.
Un so hett vör Tieden 'n Blaum nå denn Vågel mit denn german'schen Nåmen "audabera - Glücks¬bringer", olthochdüütsch "odebero - einer, dei dörch denn Sump geiht", orrer middel-hochdüütsch "odebar - einer, dei dat Glück, denn Sägen bringt" ehrn Plantennåmen krägen, as dei Botaniker sik noch nich up denn latinschen Nåmen "Iris pseudacorus" fastlecht harrn.
Un as disse Nåmen funnen wür, künnen sik dei Minschen nich so licht mit "Iris" anfrünnen un hemm' dei Bläud mit 'n Liljenbläud un dei Bläder mit 'n Schwert vergläken un sünd so up "Schwert-lilje" kåmen.
Dei Botanikers hengägen hemm' dei prächtigen Bläuden inne Farwen von'n Rägenbågen in'n Ogen¬schien nåhmen un keemen so nå dei griechisch Rägen¬bågengöttin Iris up denn Fomilienmåmen "Iris".
Dei Adeborsblaum wasst siet Tieden owerall in unse Gägenden, wo's bet 1000 m ower NN natte Fäut hett.
Dor Irisblaumen in väle Ecken von uns Welt tauhus sünd, sall dat hüt dörch Uttusch un Krüzungen so üm dei 1800 lütte un grote, tiedige un låte Verwandte in väle Farwen von witt bet binå schwatt gäben.
In väle Gorns sünd's hüt tau finnen, doch wecker 'n würklich Adeborsblaum in sienen Gorndiek setten will, mot sei sik bi'n Blaumenhöker köpen, denn dei wille Adeborsblaum steiht ünner Schutz, dörp nich utbuddelt un nich ümsett't warden.
Ower nich blot bi uns germanschen Vöröllern harr dei Adeborsblaum ehr Anseihn, sonnern ok bi dei Slawen un Franken.
Sei wier in Verbinnung mit Äx un Eik dat Teiken von 'n slawischen Wädergott Perun, dei dat dun-nern un blitzen leet.
Disse Perun wier för dei Slawen dat, wat Thor för dei Germanen wier. Dei Verihrung von Perun lött sik af dat 6. Johrhunnert nå J. Ch. nåwiesen.
As Frankenkönig Chlodwig I. (466-511) in't föfte Johrhunnert mit Gewalt dat Frankenriek mit Paris as Hauptstadt grünnen däd, is hei ok gägen dei Germanen vörgåhn, un inne Schlacht von Zülpich hemm' em dei Adeborsblaumen in'n Rhein denn Wech dörch't siede Wåder wiest un so taun Sieg verhulpen.
Siet disse Tiet is dei Adeborsblaum as "Fleur de Lys - dei Liljenblaum" dat Teiken vonne franzöösch Monarchie un in männig Wappen tau finnen.
Ower nich blot dat.
Inne Wöddelknollen von ein bestimmte Iris is 'n Stoff, ut weckern bet för Korten Rükels för fienen Dåmen måkt würn orrer as Aroma sogor denn einen orrer annern leiflichen Schluck taun gauden Geschmack verhulpen hett.
Öltlings wür dei Wöddelsaft ok in'n Tee gägen Verküllungen innåhmen un ünner männig Druppen ut'e Gornapteik mischt.
Ower dei Würkungen sind nich ruttaukriegen, un so lött'n dat hüt sien.
Wiederhen sall ein Adeborsblaum in'n Blaumen¬struz up 'n gaude Nåricht hendüden. Sei deit Truch¬hartigkeit verspräken un steiht dorför, dat 'n ümmer taueinanner ståhn will un sik sogor in Iernst¬fall för denn annern inne Plünnen kriecht.
Dat mach so sien, denn dei Måler Vincent van Gogh harr disse Blaum ok giern un hett's äbenso as Sünnenrosen mihrmåls mit Pinsel un Farf up Linnen målt.
* - gelbe Sumpfschwertlilie
In'n Heumånd lüchten bannig väl
Sünnenrosen gäl an gäl;
Gråd so as dei Sünn an'n Häben:
Schöner Biller kann't nich gäben!
Dei lütten Knuppen daun sik dreihn,
Willen nå dei Sünn henseihn:
Sünnenrosen bläun an'n Besten,
Wenn's sik dreihen hen nå'n Westen.
Wat grot un prächtig ståhn sei dor,
Un ehr Köpp sei sünd so schwor,
Sülfst wenn's in denn Häben rieken,
Konen's nich dei Sünn ankieken.
Wenn bald von Karns dei Korff ganz vull,
Hocht sik all dei Lünk ganz dull;
Ward bäten in denn Korff rümpicken
Un denn düchtig Karns uthicken.
Denn Minschen freut ganz dull dei Bläud,
Doch son'n Lünk hett ierst sien Freud
Bi't Rackern un Herümmerkråmen
Mank dei allerdicksten Såmen.
* - Sonnenblumen
DEI ADEBORSBLAUM*
Dei gäle Sumpschwertlilje hett all vör väle hunnert Johr Adeborsblaum heiten.
Dat is dorvon kåmen, dat dor, wo dei gälen Schwertliljen in't siede Wåder an't Äuwer wassen, ok dei Poggen as Bråden för dei Adebors ümherhüppen.
Un so hett vör Tieden 'n Blaum nå denn Vågel mit denn german'schen Nåmen "audabera - Glücks¬bringer", olthochdüütsch "odebero - einer, dei dörch denn Sump geiht", orrer middel-hochdüütsch "odebar - einer, dei dat Glück, denn Sägen bringt" ehrn Plantennåmen krägen, as dei Botaniker sik noch nich up denn latinschen Nåmen "Iris pseudacorus" fastlecht harrn.
Un as disse Nåmen funnen wür, künnen sik dei Minschen nich so licht mit "Iris" anfrünnen un hemm' dei Bläud mit 'n Liljenbläud un dei Bläder mit 'n Schwert vergläken un sünd so up "Schwert-lilje" kåmen.
Dei Botanikers hengägen hemm' dei prächtigen Bläuden inne Farwen von'n Rägenbågen in'n Ogen¬schien nåhmen un keemen so nå dei griechisch Rägen¬bågengöttin Iris up denn Fomilienmåmen "Iris".
Dei Adeborsblaum wasst siet Tieden owerall in unse Gägenden, wo's bet 1000 m ower NN natte Fäut hett.
Dor Irisblaumen in väle Ecken von uns Welt tauhus sünd, sall dat hüt dörch Uttusch un Krüzungen so üm dei 1800 lütte un grote, tiedige un låte Verwandte in väle Farwen von witt bet binå schwatt gäben.
In väle Gorns sünd's hüt tau finnen, doch wecker 'n würklich Adeborsblaum in sienen Gorndiek setten will, mot sei sik bi'n Blaumenhöker köpen, denn dei wille Adeborsblaum steiht ünner Schutz, dörp nich utbuddelt un nich ümsett't warden.
Ower nich blot bi uns germanschen Vöröllern harr dei Adeborsblaum ehr Anseihn, sonnern ok bi dei Slawen un Franken.
Sei wier in Verbinnung mit Äx un Eik dat Teiken von 'n slawischen Wädergott Perun, dei dat dun-nern un blitzen leet.
Disse Perun wier för dei Slawen dat, wat Thor för dei Germanen wier. Dei Verihrung von Perun lött sik af dat 6. Johrhunnert nå J. Ch. nåwiesen.
As Frankenkönig Chlodwig I. (466-511) in't föfte Johrhunnert mit Gewalt dat Frankenriek mit Paris as Hauptstadt grünnen däd, is hei ok gägen dei Germanen vörgåhn, un inne Schlacht von Zülpich hemm' em dei Adeborsblaumen in'n Rhein denn Wech dörch't siede Wåder wiest un so taun Sieg verhulpen.
Siet disse Tiet is dei Adeborsblaum as "Fleur de Lys - dei Liljenblaum" dat Teiken vonne franzöösch Monarchie un in männig Wappen tau finnen.
Ower nich blot dat.
Inne Wöddelknollen von ein bestimmte Iris is 'n Stoff, ut weckern bet för Korten Rükels för fienen Dåmen måkt würn orrer as Aroma sogor denn einen orrer annern leiflichen Schluck taun gauden Geschmack verhulpen hett.
Öltlings wür dei Wöddelsaft ok in'n Tee gägen Verküllungen innåhmen un ünner männig Druppen ut'e Gornapteik mischt.
Ower dei Würkungen sind nich ruttaukriegen, un so lött'n dat hüt sien.
Wiederhen sall ein Adeborsblaum in'n Blaumen¬struz up 'n gaude Nåricht hendüden. Sei deit Truch¬hartigkeit verspräken un steiht dorför, dat 'n ümmer taueinanner ståhn will un sik sogor in Iernst¬fall för denn annern inne Plünnen kriecht.
Dat mach so sien, denn dei Måler Vincent van Gogh harr disse Blaum ok giern un hett's äbenso as Sünnenrosen mihrmåls mit Pinsel un Farf up Linnen målt.
* - gelbe Sumpfschwertlilie