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Shareholder Value für Manager
Konzepte und Methoden zur Steigerung des Unternehmenswertes
Campus (Publisher)
1st Edition
Published in September 1998
Book
Hardback
380 pages
978-3-593-36048-5 (ISBN)
Description
Shareholder Value für Manager stellt das Konzept des Shareholder Value vor, erläutert die entscheidenden und wertbestimmenden Faktoren und liefert einen praktischen Anwendungsrahmen zur dauerhaften Verbesserung des Unternehmenswertes.
More details
Language
German
Edition type
New edition
Illustrations
80 Abb.
Dimensions
Height: 15.2 cm
Width: 22.8 cm
Weight
687 gr
ISBN-13
978-3-593-36048-5 (9783593360485)
Persons
Content
Was ist Shareholder Value
Was verstehen Kapitalanleger unter Shareholder Value? Shareholder Value ist der Marktwert des Eigenkapitals. Der Marktwert des Eigenkapitals entspricht dem Marktwert des Gesamtkapitals abzüglich dem Marktwert des Fremdkapitals. Der Shareholder Value eines Unternehmens berechnet sich als der Barwert zukünftiger Cash-flows des Unternehmens (d.h. Barwert der Einzahlungsüberschüsse), diskontiert mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten abzüglich dem Marktwert des Fremdkapitals. Die dem Shareholder-Value-Konzept zugrundeliegende Überlegung besteht darin, daß ein Unternehmen den Wert für seine Aktionäre nur erhöht, wenn die Eigenkapitalrendite größer ist als die Eigenkapitalkosten. Wenn ein Kapitalanleger überlegt, Aktien eines Unternehmens zu kaufen, dann sollte er die Opportunitätskosten berücksichtigen - das heißt, die Kosten, das Kapital hier anstatt woanders zu investieren. Auf die zentrale Frage nach den Kapitalkosten gehen wir in Kapitel 3 ein.
Vielleicht sind Sie von der bisherigen Argumentation noch nicht voll überzeugt und fragen vielleicht: "Sicher, der Markt will den Wert meines Unternehmens kennen - das ist O.K. Doch warum sollte ich neue Methoden einführen? Was ist eigentlich daran falsch, die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung zu analysieren? Reichen Kennzahlen wie der Gewinn pro Aktie (d.h. Gewinn nach Steuern und Zinsen, dividiert durch die Zahl der ausgegebenen Aktien) den Analysen als Beurteilungsmaßstab nicht aus?"
Leider reichen diese Informationen nicht aus. Wirtschaftswissenschaftler haben die Börsenentwicklung analysiert und konnten nachweisen, daß zwischen ausgewiesenen Gewinnen und Börsenkursen nur eine geringe Korrelation besteht. Da sich die Rechnungsgrundsätze von Land zu Land deutlich unterscheiden, kann ein Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum nach den Bilanzierungsvorschriften eines Landes einen Gewinn und nach den Vorschriften eines anderen Landes einen Verlust ausweisen. Mit anderen Worten, der Gewinn ist auf Grund der Möglichkeiten der Bilanzpolitik eher eine Interpretationssache als ein Faktum.
Warum wird das Shareholder-Value-Konzept so kontrovers diskutiert?
Unternehmensvorstände und das mittlere Management empfinden der Börse gegenüber verständlicherweise Mißtrauen. Wenn sie einen flüchtigen Blick auf die Kursentwicklung an der Börse werfen, dann könnten sie durchaus geneigt sein, zu denken, daß aus der Sicht der Anleger kurzfristige Überlegungen absoluten Vorrang vor einer langfristigen Beurteilung haben. Unternehmen sind im allgemeinen davon überzeugt, daß Kapitalanleger sich nur an kurzfristigen Zielen orientieren und daher die Unternehmensstrategie überhaupt nicht verstehen. Diese Auffassung findet ihre Entsprechung spiegelbildlich bei den Kapitalanlegern: Viele Anleger glauben, daß ihre Bedürfnisse von den Unternehmensleitungen zu wenig berücksichtigt werden - insbesondere ihre Forderungen, über die Strategien und Planungen der Unternehmen besser informiert zu werden.
Paradoxerweise entsteht dieses Mißverständnis über die kurz- und langfristige Betrachtung zwischen Unternehmensleitungen und Kapitalanlegern, weil Firmenankündigungen - auch wenn sie nur den kurzfristigen Gewinn betreffen - sofort auf den Börsenkurs durchschlagen können, wenn diese Firmeninformationen die Auffassung der Börse über die langfristigen Cash-flows des Unternehmens verändern.
Daher sind die Gegensätze zwischen Unternehmen und Anlegern vielleicht geringer, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Ein wesentlicher Aspekt einer wertorientierten Unternehmensführung liegt in der Betonung der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Wie die Ergebnisse unserer eigenen Erhebung belegen, suchen Kapitalanleger nicht nur kurzfristig eine Belohnung in Form von Dividenden und eines steigenden Börsenkurses, sondern eine Kapitalanlage soll auch langfristige Wachstumsaussichten bieten. Es gibt genügend Beweise, daß die Börse Unternehmensentscheidungen nach ihrer Auswirkung auf den Kapital- oder Barwert des langfristigen Cash-flows (DCF) bewertet.
Trotzdem läßt sich nicht bestreiten, daß zwischen Kapitalanlegern und Unternehmensleitungen Spannungen bestehen. Diese Spannungen können allerdings auch in den Unternehmen auftreten. In vielen Unternehmen stehen die Auffassungen des Strategen und des kreativen Visionärs im Widerspruch zu den Auffassungen des Controllers. Ähnliche Differenzen können zwischen der Konzernleitung und den Leitern einzelner Konzernfirmen bzw. Geschäftsbereiche entstehen. Das Konzept der Shareholder Value verlangt, den Gesamtzusammenhang zu erkennen und solche Spannungen konsequent auszuräumen.
In einem Unternehmen, das die Maximierung des Shareholder Value als Unternehmensziel verfolgt und entsprechend strukturiert ist, muß sich zum Beispiel der Leiter eines Geschäftsbereiches bewußt sein, was die Aktionäre wünschen - nämlich eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital.[...]
Was verstehen Kapitalanleger unter Shareholder Value? Shareholder Value ist der Marktwert des Eigenkapitals. Der Marktwert des Eigenkapitals entspricht dem Marktwert des Gesamtkapitals abzüglich dem Marktwert des Fremdkapitals. Der Shareholder Value eines Unternehmens berechnet sich als der Barwert zukünftiger Cash-flows des Unternehmens (d.h. Barwert der Einzahlungsüberschüsse), diskontiert mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten abzüglich dem Marktwert des Fremdkapitals. Die dem Shareholder-Value-Konzept zugrundeliegende Überlegung besteht darin, daß ein Unternehmen den Wert für seine Aktionäre nur erhöht, wenn die Eigenkapitalrendite größer ist als die Eigenkapitalkosten. Wenn ein Kapitalanleger überlegt, Aktien eines Unternehmens zu kaufen, dann sollte er die Opportunitätskosten berücksichtigen - das heißt, die Kosten, das Kapital hier anstatt woanders zu investieren. Auf die zentrale Frage nach den Kapitalkosten gehen wir in Kapitel 3 ein.
Vielleicht sind Sie von der bisherigen Argumentation noch nicht voll überzeugt und fragen vielleicht: "Sicher, der Markt will den Wert meines Unternehmens kennen - das ist O.K. Doch warum sollte ich neue Methoden einführen? Was ist eigentlich daran falsch, die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung zu analysieren? Reichen Kennzahlen wie der Gewinn pro Aktie (d.h. Gewinn nach Steuern und Zinsen, dividiert durch die Zahl der ausgegebenen Aktien) den Analysen als Beurteilungsmaßstab nicht aus?"
Leider reichen diese Informationen nicht aus. Wirtschaftswissenschaftler haben die Börsenentwicklung analysiert und konnten nachweisen, daß zwischen ausgewiesenen Gewinnen und Börsenkursen nur eine geringe Korrelation besteht. Da sich die Rechnungsgrundsätze von Land zu Land deutlich unterscheiden, kann ein Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum nach den Bilanzierungsvorschriften eines Landes einen Gewinn und nach den Vorschriften eines anderen Landes einen Verlust ausweisen. Mit anderen Worten, der Gewinn ist auf Grund der Möglichkeiten der Bilanzpolitik eher eine Interpretationssache als ein Faktum.
Warum wird das Shareholder-Value-Konzept so kontrovers diskutiert?
Unternehmensvorstände und das mittlere Management empfinden der Börse gegenüber verständlicherweise Mißtrauen. Wenn sie einen flüchtigen Blick auf die Kursentwicklung an der Börse werfen, dann könnten sie durchaus geneigt sein, zu denken, daß aus der Sicht der Anleger kurzfristige Überlegungen absoluten Vorrang vor einer langfristigen Beurteilung haben. Unternehmen sind im allgemeinen davon überzeugt, daß Kapitalanleger sich nur an kurzfristigen Zielen orientieren und daher die Unternehmensstrategie überhaupt nicht verstehen. Diese Auffassung findet ihre Entsprechung spiegelbildlich bei den Kapitalanlegern: Viele Anleger glauben, daß ihre Bedürfnisse von den Unternehmensleitungen zu wenig berücksichtigt werden - insbesondere ihre Forderungen, über die Strategien und Planungen der Unternehmen besser informiert zu werden.
Paradoxerweise entsteht dieses Mißverständnis über die kurz- und langfristige Betrachtung zwischen Unternehmensleitungen und Kapitalanlegern, weil Firmenankündigungen - auch wenn sie nur den kurzfristigen Gewinn betreffen - sofort auf den Börsenkurs durchschlagen können, wenn diese Firmeninformationen die Auffassung der Börse über die langfristigen Cash-flows des Unternehmens verändern.
Daher sind die Gegensätze zwischen Unternehmen und Anlegern vielleicht geringer, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Ein wesentlicher Aspekt einer wertorientierten Unternehmensführung liegt in der Betonung der unternehmensinternen und -externen Kommunikation. Wie die Ergebnisse unserer eigenen Erhebung belegen, suchen Kapitalanleger nicht nur kurzfristig eine Belohnung in Form von Dividenden und eines steigenden Börsenkurses, sondern eine Kapitalanlage soll auch langfristige Wachstumsaussichten bieten. Es gibt genügend Beweise, daß die Börse Unternehmensentscheidungen nach ihrer Auswirkung auf den Kapital- oder Barwert des langfristigen Cash-flows (DCF) bewertet.
Trotzdem läßt sich nicht bestreiten, daß zwischen Kapitalanlegern und Unternehmensleitungen Spannungen bestehen. Diese Spannungen können allerdings auch in den Unternehmen auftreten. In vielen Unternehmen stehen die Auffassungen des Strategen und des kreativen Visionärs im Widerspruch zu den Auffassungen des Controllers. Ähnliche Differenzen können zwischen der Konzernleitung und den Leitern einzelner Konzernfirmen bzw. Geschäftsbereiche entstehen. Das Konzept der Shareholder Value verlangt, den Gesamtzusammenhang zu erkennen und solche Spannungen konsequent auszuräumen.
In einem Unternehmen, das die Maximierung des Shareholder Value als Unternehmensziel verfolgt und entsprechend strukturiert ist, muß sich zum Beispiel der Leiter eines Geschäftsbereiches bewußt sein, was die Aktionäre wünschen - nämlich eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital.[...]