Code 3
Thriller
Sean Black(Author)
Blanvalet (Publisher)
Published on 12. April 2010
Book
Other book format
448 pages
978-3-442-37461-8 (ISBN)
Description
Ein explosiver Thriller voll Action und Intrigen!
Ryan Lock ist der Leibwächter von Nicholas Van Straten. Der Boss von Amerikas größtem Pharmakonzern ist einer der mächtigsten Männer des Landes - und der wahrscheinlich am meisten gehasste. So kommt der Attentatsversuch eigentlich nicht unerwartet. Doch schnell erkennt Lock, dass dahinter viel mehr steckt. Die Verschwörer, denen er auf die Spur kommt, gehen über Leichen - und plötzlich ist Ryan Lock der Einzige, der den Tod von Millionen noch verhindern kann .
Ryan Lock ist der Leibwächter von Nicholas Van Straten. Der Boss von Amerikas größtem Pharmakonzern ist einer der mächtigsten Männer des Landes - und der wahrscheinlich am meisten gehasste. So kommt der Attentatsversuch eigentlich nicht unerwartet. Doch schnell erkennt Lock, dass dahinter viel mehr steckt. Die Verschwörer, denen er auf die Spur kommt, gehen über Leichen - und plötzlich ist Ryan Lock der Einzige, der den Tod von Millionen noch verhindern kann .
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 20.6 cm
Width: 13.5 cm
ISBN-13
978-3-442-37461-8 (9783442374618)
Schweitzer Classification
Persons
Sean Black wuchs zwar in Schottland auf, doch er verbrachte auch einen Teil seiner Kindheit in den Vereinigten Staaten. Nach dem Abschluss in Oxford überlegte Sean sich, dass das Schreiben von Drehbüchern eine Möglichkeit wäre, die ganze Zeit über zu schreiben, ohne auf einem Dachboden Hunger zu leiden. In den Jahren 1999 bis 2008 verfasste er über siebzig Episoden von einigen von Britanniens bekanntesten Fernsehserien. Für seinen Helden Ryan Lock ließ sich Black als Leibwächter ausbilden und recherchierte in einem Hochsicherheitsgefängnis.
Content
Niemand bewacht die Toten. Nachdem Cody das einmal klar geworden war, hatte der Plan sofort festgestanden. Auf zum Friedhof, die Alte ausbuddeln, den Sarg hinten im Transporter verstauen und in der Nacht untertauchen. Ganz einfach. Abgesehen von einer winzigen Kleinigkeit.
'Mann, dieser Boden ist ja hart wie Beton.'
Cody warf seinem Kameraden einen Blick zu. Das Mondlicht teilte sein Gesicht in zwei Hälften. 'Hör auf zu nerven.'
Normalerweise arbeitete er am liebsten allein. Doch um eine Leiche zu entwenden, brauchte man zwei Leute. Daran führte nun mal kein Weg vorbei.
'Ich nerve nicht. Ich habe lediglich eine Tatsache festgestellt.'
'Tatsachen werden dir die Leiche wohl kaum ausbuddeln.'
'Schaufeln auch nicht. Wir brauchten Dynamit, um diese alte Hexe aus der Erde zu holen.' Damit hatte Don recht. Sie hatten sich ausgerechnet die übelste Zeit des Jahres für ihr Vorhaben ausgesucht. November an der Nordostküste. Ein eisiger Winter und der Wind fegte über den schiefergrauen Atlantik herein. Kalt genug, um die Lebenden wie die Toten gefrieren zu lassen.
Im Frühling wäre es bedeutend leichter gegangen. Dann wären die Nächte immer noch lang genug, der Boden aber schon wieder weich gewesen. Bedauerlicherweise konnten sie sich die Jahreszeit jedoch nicht aussuchen. Jedenfalls nicht, soweit es Cody betraf.
So wie er es sah, tickte die Uhr unerbittlich. Täglich gab es Tote. Hunderte, vielleicht sogar Tausende. Das wusste niemand so genau. Und es waren keine friedlichen Tode. Ganz anders als bei dieser Frau, die langsam hinübergedämmert war, die schlimmsten Schmerzen von Drogen im Zaum gehalten, im Kreis ihrer Lieben, die ihr Lebewohl hatten sagen können.
Nein, das Ende, um das es hier ging, war qualvoll und einsam. Als spuckte der Tod ihnen zum Abschied ein letztes Mal mitten ins Gesicht, ein passender Schlussstrich unter eine jämmerliche Existenz.
Der bloße Gedanke daran ließ heiße Wut in Cody aufsteigen. Er rammte den rechten Stiefelabsatz voller Wucht auf die Lippe des Spatenblatts, und endlich erzielte er einen kleinen Fortschritt. Unter der vereisten Grasnarbe kam die oberste Schicht gefrorener Erde zum Vorschein. Cody trat erneut zu. Das Spatenblatt drang einen weiteren Fingerbreit ein. Sein Atem kondensierte in der Kälte der Nacht zu dampfenden Wolken, während er die Luft tief in sich einsog und verbissen weiterarbeitete.
Eine geschlagene Stunde später war es Dons Spaten, der auf etwas Hartes stieß. Obwohl beide Männer völlig ausgepumpt waren, weckte das Klappern von Metall auf Holz neue Kräfte in ihnen.
Wiederum dreißig Minuten später verstauten sie die sterblichen Überreste der Frau im Heck des Transporters. Cody klopfte sich ausgiebig den Dreck von den Handschuhen, während Don die Heckklappe des Kastenwagens zuschlug, den sie ein paar Stunden zuvor in einer ruhigen Seitenstraße in Queens gestohlen hatten.
Don öffnete die Fahrertür und wollte einsteigen. Auf halbem Weg aber hielt er inne und drehte sich zu Cody um. 'Also, wir haben es tatsächlich geschafft', sagte er.
Cody grinste süffisant. 'Hast du sie noch alle, Bruder? Das war erst der leichte Teil.'
Ryan Lock spähte durch die Fenster, die im Empfangsbereich des Meditech-Gebäudes vom Boden bis zur Decke reichten. Draußen jagte ein eisiger Wind Regenschauer durch die Sixth Avenue. Auf dem Bürgersteig der gegenüberliegenden Straßenseite drängte sich das runde Dutzend der Tierrechte-Aktivisten zu einem dichten Knäuel gegen die Kälte zusammen.
'Wer zum Teufel veranstaltet denn ausgerechnet am Heiligen Abend eine Demonstration?', fragte die Rezeptionistin.
'Sie meinen, abgesehen von Truthähnen?', erwiderte Lock. Er zog sich die Jacke bis zum Hals hoch, schob sich durch die Drehtür und trat in die fast arktisch anmutende Witterung hinaus.
Nach drei Monaten als Chef der Sicherheitsabteilung des größten pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmens der USA brachte Lock nur wenig Geduld für die Leute von der Tierrechte-Bewegung auf, ganz egal wie ernst ihnen ihr Anliegen war.
Eine Windböe peitschte ihm Regen ins Gesicht. Er stellte den Kragen seiner Jacke auf und ließ den Blick über die Demonstranten schweifen. Ganz vorn in der Mitte des Haufens stand Gray Stokes, der inoffizielle Anführer der Gruppe. Stokes, Anfang fünfzig, hatte die magere Erscheinung eines Veganers und trug seinen üblichen selbstgefälligen Gesichtsausdruck zur Schau. Er hielt ein Megafon in der einen Hand, die andere auf den Griff eines Rollstuhls gelegt.
In dem Rollstuhl saß seine Tochter Janice, eine hübsche Brünette Mitte zwanzig. Ihr linkes Bein war durch eine seltene Form progressiver Multipler Sklerose im Endstadium vollständig gelähmt. Sie umklammerte mit beiden Fäusten, die in roten Handschuhen steckten, ein Plakat, auf dem in dicken schwarzen Großbuchstaben NICHT IN MEINEM NAMEN geschrieben stand.
Lock sah, wie Stokes das Megafon an die Lippen hob und das halbe Dutzend uniformierter Cops, die Ruhe und Ordnung gewährleisten sollten, mit einem Redeschwall zu überziehen begann. Der beleibte Sergeant Caffrey, der ihm am nächsten stand, eins der Prachtexemplare seiner Zunft in der Stadt, verzehrte mit viel Getue einen Big Mac, wobei er jeden Bissen mit demonstrativ lautem Schmatzen untermalte.
Lock verfolgte Stokes Reaktion voller Interesse.
'Hey, Sie Schwein, haben Sie jemals darüber nachgedacht, was so alles in diesen Dingern landet?', schrie Stokes Caffrey zu. 'Vielleicht hat die Tierbefreiungsfront drüben im Mickey D's ein bisschen was von Oma unter das Hack gemischt.'
Jeder, der in den letzten sechs Wochen ein Exemplar der New York Post gelesen oder irgendeinen Nachrichtensender eingeschaltet hatte, musste die Anspielung verstehen. Der Manager eines Fast-Food-Schuppens am Times Square hatte auf dem Bürgersteig vor seinem Laden die exhumierte Leiche der zweiundsiebzigjährigen Eleanor Van Straten gefunden, zu Lebzeiten Matriarchin des Meditech-Konzerns.
Die Verbindung zwischen Mrs. Van Stratens unplanmäßigem Wiederauftauchen so kurz nach ihrer Beerdigung und der Bewegung für die Rechte von Tieren war auch für einen Blinden nicht zu übersehen. Schon tags darauf hatte Lock den Auftrag erhalten, das Personenschutzteam der Van Stratens zu leiten.
Er sah zu, wie Caffrey den Rest des Burgers wieder in seiner Styroform-Schachtel deponierte, und konzentrierte sich erneut auf Stokes.
'Wenn Gott nicht wollte, dass wir Kühe essen, warum hat er sie dann aus Fleisch gemacht?', stichelte Caffrey.
Die Retourkutsche führte bei dem einen oder anderen Cop zu verhaltenem Gelächter und lockte Stokes hinter der Absperrung hervor auf die Straße.
'Mann, dieser Boden ist ja hart wie Beton.'
Cody warf seinem Kameraden einen Blick zu. Das Mondlicht teilte sein Gesicht in zwei Hälften. 'Hör auf zu nerven.'
Normalerweise arbeitete er am liebsten allein. Doch um eine Leiche zu entwenden, brauchte man zwei Leute. Daran führte nun mal kein Weg vorbei.
'Ich nerve nicht. Ich habe lediglich eine Tatsache festgestellt.'
'Tatsachen werden dir die Leiche wohl kaum ausbuddeln.'
'Schaufeln auch nicht. Wir brauchten Dynamit, um diese alte Hexe aus der Erde zu holen.' Damit hatte Don recht. Sie hatten sich ausgerechnet die übelste Zeit des Jahres für ihr Vorhaben ausgesucht. November an der Nordostküste. Ein eisiger Winter und der Wind fegte über den schiefergrauen Atlantik herein. Kalt genug, um die Lebenden wie die Toten gefrieren zu lassen.
Im Frühling wäre es bedeutend leichter gegangen. Dann wären die Nächte immer noch lang genug, der Boden aber schon wieder weich gewesen. Bedauerlicherweise konnten sie sich die Jahreszeit jedoch nicht aussuchen. Jedenfalls nicht, soweit es Cody betraf.
So wie er es sah, tickte die Uhr unerbittlich. Täglich gab es Tote. Hunderte, vielleicht sogar Tausende. Das wusste niemand so genau. Und es waren keine friedlichen Tode. Ganz anders als bei dieser Frau, die langsam hinübergedämmert war, die schlimmsten Schmerzen von Drogen im Zaum gehalten, im Kreis ihrer Lieben, die ihr Lebewohl hatten sagen können.
Nein, das Ende, um das es hier ging, war qualvoll und einsam. Als spuckte der Tod ihnen zum Abschied ein letztes Mal mitten ins Gesicht, ein passender Schlussstrich unter eine jämmerliche Existenz.
Der bloße Gedanke daran ließ heiße Wut in Cody aufsteigen. Er rammte den rechten Stiefelabsatz voller Wucht auf die Lippe des Spatenblatts, und endlich erzielte er einen kleinen Fortschritt. Unter der vereisten Grasnarbe kam die oberste Schicht gefrorener Erde zum Vorschein. Cody trat erneut zu. Das Spatenblatt drang einen weiteren Fingerbreit ein. Sein Atem kondensierte in der Kälte der Nacht zu dampfenden Wolken, während er die Luft tief in sich einsog und verbissen weiterarbeitete.
Eine geschlagene Stunde später war es Dons Spaten, der auf etwas Hartes stieß. Obwohl beide Männer völlig ausgepumpt waren, weckte das Klappern von Metall auf Holz neue Kräfte in ihnen.
Wiederum dreißig Minuten später verstauten sie die sterblichen Überreste der Frau im Heck des Transporters. Cody klopfte sich ausgiebig den Dreck von den Handschuhen, während Don die Heckklappe des Kastenwagens zuschlug, den sie ein paar Stunden zuvor in einer ruhigen Seitenstraße in Queens gestohlen hatten.
Don öffnete die Fahrertür und wollte einsteigen. Auf halbem Weg aber hielt er inne und drehte sich zu Cody um. 'Also, wir haben es tatsächlich geschafft', sagte er.
Cody grinste süffisant. 'Hast du sie noch alle, Bruder? Das war erst der leichte Teil.'
Ryan Lock spähte durch die Fenster, die im Empfangsbereich des Meditech-Gebäudes vom Boden bis zur Decke reichten. Draußen jagte ein eisiger Wind Regenschauer durch die Sixth Avenue. Auf dem Bürgersteig der gegenüberliegenden Straßenseite drängte sich das runde Dutzend der Tierrechte-Aktivisten zu einem dichten Knäuel gegen die Kälte zusammen.
'Wer zum Teufel veranstaltet denn ausgerechnet am Heiligen Abend eine Demonstration?', fragte die Rezeptionistin.
'Sie meinen, abgesehen von Truthähnen?', erwiderte Lock. Er zog sich die Jacke bis zum Hals hoch, schob sich durch die Drehtür und trat in die fast arktisch anmutende Witterung hinaus.
Nach drei Monaten als Chef der Sicherheitsabteilung des größten pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmens der USA brachte Lock nur wenig Geduld für die Leute von der Tierrechte-Bewegung auf, ganz egal wie ernst ihnen ihr Anliegen war.
Eine Windböe peitschte ihm Regen ins Gesicht. Er stellte den Kragen seiner Jacke auf und ließ den Blick über die Demonstranten schweifen. Ganz vorn in der Mitte des Haufens stand Gray Stokes, der inoffizielle Anführer der Gruppe. Stokes, Anfang fünfzig, hatte die magere Erscheinung eines Veganers und trug seinen üblichen selbstgefälligen Gesichtsausdruck zur Schau. Er hielt ein Megafon in der einen Hand, die andere auf den Griff eines Rollstuhls gelegt.
In dem Rollstuhl saß seine Tochter Janice, eine hübsche Brünette Mitte zwanzig. Ihr linkes Bein war durch eine seltene Form progressiver Multipler Sklerose im Endstadium vollständig gelähmt. Sie umklammerte mit beiden Fäusten, die in roten Handschuhen steckten, ein Plakat, auf dem in dicken schwarzen Großbuchstaben NICHT IN MEINEM NAMEN geschrieben stand.
Lock sah, wie Stokes das Megafon an die Lippen hob und das halbe Dutzend uniformierter Cops, die Ruhe und Ordnung gewährleisten sollten, mit einem Redeschwall zu überziehen begann. Der beleibte Sergeant Caffrey, der ihm am nächsten stand, eins der Prachtexemplare seiner Zunft in der Stadt, verzehrte mit viel Getue einen Big Mac, wobei er jeden Bissen mit demonstrativ lautem Schmatzen untermalte.
Lock verfolgte Stokes Reaktion voller Interesse.
'Hey, Sie Schwein, haben Sie jemals darüber nachgedacht, was so alles in diesen Dingern landet?', schrie Stokes Caffrey zu. 'Vielleicht hat die Tierbefreiungsfront drüben im Mickey D's ein bisschen was von Oma unter das Hack gemischt.'
Jeder, der in den letzten sechs Wochen ein Exemplar der New York Post gelesen oder irgendeinen Nachrichtensender eingeschaltet hatte, musste die Anspielung verstehen. Der Manager eines Fast-Food-Schuppens am Times Square hatte auf dem Bürgersteig vor seinem Laden die exhumierte Leiche der zweiundsiebzigjährigen Eleanor Van Straten gefunden, zu Lebzeiten Matriarchin des Meditech-Konzerns.
Die Verbindung zwischen Mrs. Van Stratens unplanmäßigem Wiederauftauchen so kurz nach ihrer Beerdigung und der Bewegung für die Rechte von Tieren war auch für einen Blinden nicht zu übersehen. Schon tags darauf hatte Lock den Auftrag erhalten, das Personenschutzteam der Van Stratens zu leiten.
Er sah zu, wie Caffrey den Rest des Burgers wieder in seiner Styroform-Schachtel deponierte, und konzentrierte sich erneut auf Stokes.
'Wenn Gott nicht wollte, dass wir Kühe essen, warum hat er sie dann aus Fleisch gemacht?', stichelte Caffrey.
Die Retourkutsche führte bei dem einen oder anderen Cop zu verhaltenem Gelächter und lockte Stokes hinter der Absperrung hervor auf die Straße.