Räuberbanden beiderseits des Rheins.
Geschichte der Räuberbanden an den beiden Ufern des Rheins. Enthaltend die Geschichte der Brabantischen, Holländischen, Mersener, Krefelder, Neusser, Neuwieder und Westfälischen Räuberbande; aus Kriminalprotokollen und geheimen Notizen des Br. Keil, ehemaliger öffentlicher Ankläger im Ruhr-Departement, zusammengetragen von einem Mitglied des Bezirks-Gerichts in Köln (1804).
B. Becker(Author)
Wolfgang Guting(Editor)
Holos (Publisher)
1st Edition
Published on 19. September 2011
Book
Hardback
328 pages
978-3-86097-050-8 (ISBN)
Description
Die "Actenmäßigen Geschichten" wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts häufig von Justizbeamte verfasst, die an der Zerschlagung der Räuberbanden und in die Prozessführung involviert waren. In der Regel sind es regional fokussierte Auflistungen der Vergehen. Dieses Buch allerdings widmet sich auch ausführlich den juristischen sowie sozial- und zeitkritischen Aspekten des Räuberwesens.
Das Original ist 1804 unter dem Titel "Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins. Zweyter Theil: Enthaltend die Geschichte der Brabäntischen, Holländischen, Mersener, Crevelder, Neußer, Neuwieder und Westphälischen Räuberbande" bei Keil erschien. Keil war der seinerzeitige Öffentliche Ankläger in Köln, auf dessen Akten und geheimen Notizen gestützt, das Buch geschrieben wurde. Autor war B. Becker, ein Sicherheitsbeamter des Bezirks von Simmern und Mitglied des Bezirksgerichts in Köln. Die Missetaten der o. a. Banden fanden in einer Region statt, die das heutige Nordrhein-Westfalen als Kern hat, reichen aber auch weit ins heutige Rheinlandpfalz und Hessen sowie nach Holland und Belgien hinein.
In der vorliegenden Ausgabe wurde der Text aus der damals üblichen Frakturschrift in die heute gängige Schrift transkribiert. In den zahlreichen Annotationen werden heute ungebräuchliche Begriffe erklärt, holländische und französische Textpassagen sind ins Deutsche übersetzt. Um den Lesefluss zu gewährleisten, wurde die Orthographie weitgehend der heutigen angepasst und lange Sätze entflochten. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf gelegt, die teilweise sehr poetische Sprache des Originals beizubehalten. Zusätzlich wurde die Ausgabe mit einem Ortsindex versehen, der nach Bundesländern, Landkreisen und kreisfreien Städten gegliedert ist. Die Schreibweise der Ortsnamen wurde dabei der heutigen angeglichen.
Zur Person des Bürgers Keil
Anton Keil wurde in Euerndorf bei Bad Kissingen geboren. Bis heute ist über sein abenteuerliches Leben keine Biographie erschienen. Lediglich eine zwölf Episoden umfassende Fernsehserie (1978), mit Ivan Desny in der Hauptrolle, widmete sich unter dem Titel "Anton Keil, der Specialkommissär" seinem Wirken.
Keil ging, nachdem er ein Studium in Würzburg absolviert hatte, nach dem Ausbruch der Revolution 1789 nach Paris. Hier war er im "Département pour les affaires étrangeres" tätig und schaffte es, in immer höhere Positionen aufzusteigen. Am deutschen Feldzug 1796 nahm er unter General Jourdan als Ordonnanzoffizier teil. Ende 1796 konfiszierte er in Köln zahlreiche wertvolle Bücher, um sie nach Paris verbringen zu lassen. Er war auch maßgeblich an der Vorbereitung der Adressenbewegung beteiligt, die sich für die Vereinigung der linksrheinischen Gebiete mit Frankreich einsetzte.
Bei der Verfolgung seiner Ziele scheint Bürger Keil in der Auswahl der Mittel nicht wählerisch gewesen zu sein, Seine ehemaligen Vorgesetzten, deren Position er einnahm, bezeichnen ihn als blutrünstig. In Köln fungierte er zunächst als Regierungskommissar. 1798 stieg er zunächst zum Öffentlichen Ankläger, einer Art Staatsanwalt, auf. Später wurde er daselbst Richter. Auf der Jagd nach Kriminellen reiste er durch die deutschen Länder. Sein besonderer Eifer galt den Räuberhauptleuten Schinderhannes und Fetzer. Den Schinderhannes bekam er zwar nicht zu fassen, dafür aber Fetzer, den er wie Dutzende andere über die damaligen Grenzen hinweg tätige Räuber dem Schafott überantwortete und der in Köln hingerichtet wurde.
Das Original ist 1804 unter dem Titel "Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins. Zweyter Theil: Enthaltend die Geschichte der Brabäntischen, Holländischen, Mersener, Crevelder, Neußer, Neuwieder und Westphälischen Räuberbande" bei Keil erschien. Keil war der seinerzeitige Öffentliche Ankläger in Köln, auf dessen Akten und geheimen Notizen gestützt, das Buch geschrieben wurde. Autor war B. Becker, ein Sicherheitsbeamter des Bezirks von Simmern und Mitglied des Bezirksgerichts in Köln. Die Missetaten der o. a. Banden fanden in einer Region statt, die das heutige Nordrhein-Westfalen als Kern hat, reichen aber auch weit ins heutige Rheinlandpfalz und Hessen sowie nach Holland und Belgien hinein.
In der vorliegenden Ausgabe wurde der Text aus der damals üblichen Frakturschrift in die heute gängige Schrift transkribiert. In den zahlreichen Annotationen werden heute ungebräuchliche Begriffe erklärt, holländische und französische Textpassagen sind ins Deutsche übersetzt. Um den Lesefluss zu gewährleisten, wurde die Orthographie weitgehend der heutigen angepasst und lange Sätze entflochten. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf gelegt, die teilweise sehr poetische Sprache des Originals beizubehalten. Zusätzlich wurde die Ausgabe mit einem Ortsindex versehen, der nach Bundesländern, Landkreisen und kreisfreien Städten gegliedert ist. Die Schreibweise der Ortsnamen wurde dabei der heutigen angeglichen.
Zur Person des Bürgers Keil
Anton Keil wurde in Euerndorf bei Bad Kissingen geboren. Bis heute ist über sein abenteuerliches Leben keine Biographie erschienen. Lediglich eine zwölf Episoden umfassende Fernsehserie (1978), mit Ivan Desny in der Hauptrolle, widmete sich unter dem Titel "Anton Keil, der Specialkommissär" seinem Wirken.
Keil ging, nachdem er ein Studium in Würzburg absolviert hatte, nach dem Ausbruch der Revolution 1789 nach Paris. Hier war er im "Département pour les affaires étrangeres" tätig und schaffte es, in immer höhere Positionen aufzusteigen. Am deutschen Feldzug 1796 nahm er unter General Jourdan als Ordonnanzoffizier teil. Ende 1796 konfiszierte er in Köln zahlreiche wertvolle Bücher, um sie nach Paris verbringen zu lassen. Er war auch maßgeblich an der Vorbereitung der Adressenbewegung beteiligt, die sich für die Vereinigung der linksrheinischen Gebiete mit Frankreich einsetzte.
Bei der Verfolgung seiner Ziele scheint Bürger Keil in der Auswahl der Mittel nicht wählerisch gewesen zu sein, Seine ehemaligen Vorgesetzten, deren Position er einnahm, bezeichnen ihn als blutrünstig. In Köln fungierte er zunächst als Regierungskommissar. 1798 stieg er zunächst zum Öffentlichen Ankläger, einer Art Staatsanwalt, auf. Später wurde er daselbst Richter. Auf der Jagd nach Kriminellen reiste er durch die deutschen Länder. Sein besonderer Eifer galt den Räuberhauptleuten Schinderhannes und Fetzer. Den Schinderhannes bekam er zwar nicht zu fassen, dafür aber Fetzer, den er wie Dutzende andere über die damaligen Grenzen hinweg tätige Räuber dem Schafott überantwortete und der in Köln hingerichtet wurde.
More details
Language
German
Dimensions
Height: 21 cm
Width: 13.5 cm
Weight
442 gr
ISBN-13
978-3-86097-050-8 (9783860970508)
Schweitzer Classification