
Organallokation
Ethische und rechtliche Fragen. NFP 46
Schwabe Verlagsgruppe AG Schwabe Verlag
1st Edition
Published on 4. October 2004
Book
Paperback/Softback
304 pages
978-3-7965-2026-6 (ISBN)
Description
Die Verteilung knapper menschlicher Organe wirft schwierige Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und der Organisation auf. Rein medizinische Aussagen etwa über die Überlebenschance eines Organs in einem bestimmten Empfänger sind vorausgesetzt, bestimmen aber nie allein die Entscheidung. Effizienzüberlegungen sprechen zwar häufig für die primäre Berücksichtigung des Empfängers mit der grössten Lebenserwartung. Schon der Einbezug qualitativer Kriterien für die Überlebensphase kompliziert die Materie, erst recht aber die Berücksichtigung auch der Wartezeit als Element der Gleichbehandlung, der Dringlichkeit für den Empfänger oder gar von Marktkriterien. Auch die Frage einer Priorität für den seinerseits Spendewilligen wird kontrovers diskutiert. Und selbst dann, wenn man sich über die Gewichtung der unterschiedlichen Kriterien von Verteilungsgerechtigkeit einig wäre, bliebe immer noch die optimale organisatorische Durchsetzung dieser Entscheidung zu klären: soll man zum Beispiel mit regionalen, nationalen oder übernationalen Pools arbeiten?
Die zweite Tagung im Tagungszyklus zu Grundsatzfragen der Transplantationsmedizin erörterte Themen rund um die Allokationproblematik bei Organen. Referenten aus verschiedenen Ländern, Sprachregionen und Disziplinen sprachen über medizinische, ethische, juristische, aber auch ökonomische Aspekte der Verteilung von Organen.
Aus dem Inhalt:
Organallokation in der Schweiz
Gilbert Thiel, Organlebendspende in der Schweiz - ein Erfahrungsbericht
Jean Michaud, Lopérationalité des allocations dorganes
Trix Heberlein, Organallokation aus der Sicht der Präsidentin von Swisstransplant
Marcel Monnier, Das alte und neue Modell der Organallokation in der Schweiz
Petra Seeburger, Die Praxis der Organverteilung in einem schweizerischen Transplantationszentrum
Gilles Mentha, Le dilemme de la pénurie dorganes du point de vue médical
Organallokation im internationalen Vergleich
Eckhard Nagel, Organallokation in Deutschland
Dominique Greiner, Justice sociale et transplantation dorganes en France
Günter Kirste, Die Organallokation im Eurotransplant-Verbund
Jean Desclos, Allocation dorganes et de tissus humains - la perspective canadienne
Byung-Sun Cho, Die Organallokation in Korea
Juristische, ethische und ökonomische Aspekte der Organallokation
Markus Schott, Verfassungsrechtliche Probleme der Organallokation
Paolo Becchi, Von der Organallokation als ethisches Problem zur Organallokation als juristisches Problem
Alberto Bondolfi, Allocation dorganes et exigences de justice
Ulrike Kotska, Die Organallokation als komplexer, dynamischer Prozess - eine multidimensionale ethische Problemanalyse der Organgewinnung
Simone Romagnoli, Allocation dorganes et évaluation psychologique. La transplantation cardiaque : une analyse philosophique
Thomas Gutmann, Ergebnisse des Forschungsprojekts «Kriterien einer gerechten Organallokation»
Hartmut Kliemt, Gesundheitsökonomische Betrachtungen zur Organallokation
Charles B. Blankart, Trennprinzip oder Vorsorgeprinzip? Das geplante Transplantationsgesetz im Lichte der Kernkriterien der Bundesverfassung
Massnahmen zur Linderung des Organmangels
Hans Halter, Xenotransplantation - Lösung des Allokationsproblems?
Bernard Baertschi, Les xénotransplantations dorganes et léthique des animaux
Nicolas Demartines und Markus Weber, Organallokation von Non-heart-beating-Donors - Transplantation von Spendern mit Herz-Kreislauf-Stillstand
Hans-Reinhard Zerkowski, Florian Rüter und Martin Grapow, Artifizielle Organe als Ersatz - Erfahrungen mit dem Kunstherz
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Series
Language
French
German
Place of publication
Switzerland
Target group
Die Verteilung knapper menschlicher Organe wirft schwierige Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und der Organisation auf. Rein medizinische Aussagen etwa über die Überlebenschance eines Organs in einem bestimmten Empfänger sind vorausgesetzt, bestimmen aber nie allein die Entscheidung. Effizienzüberlegungen sprechen zwar häufig für die primäre Berücksichtigung des Empfängers mit der grössten Lebenserwartung. Schon der Einbezug qualitativer Kriterien für die Überlebensphase kompliziert die Materie, erst recht aber die Berücksichtigung auch der Wartezeit als Element der Gleichbehandlung, der Dringlichkeit für den Empfänger oder gar von Marktkriterien. Auch die Frage einer Priorität für den seinerseits Spendewilligen wird kontrovers diskutiert. Und selbst dann, wenn man sich über die Gewichtung der unterschiedlichen Kriterien von Verteilungsgerechtigkeit einig wäre, bliebe immer noch die optimale organisatorische Durchsetzung dieser Entscheidung zu klären: soll man zum Beispiel mit regionalen, nationalen oder üb
Edition type
Bilingual edition
Product notice
Paperback / softback (stationery)
Illustrations
23
0 farbige Tabellen, 23 s/w Zeichnungen, 0 s/w Abbildungen, 0 farbige Abbildungen, 0 s/w Tabellen
Illustrations
Dimensions
Height: 16 cm
Width: 225 cm
Weight
500 gr
ISBN-13
978-3-7965-2026-6 (9783796520266)
Schweitzer Classification
Persons
Die Herausgeber: Alberto Bondolfi, geb. 1946, studierte Philosophie und Theologie an der Universität Freiburg i. Ue. Im Jahr 1977 wurde er im Fach Theologie promoviert. Seit 2003 ist er Professor für Ethik an der Universität Lausanne. Er war Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Biomedizinische Ethik (1990-1996) und Präsident der Europäischen Gesellschaft für ethische Forschung (1995-1999). Des Weiteren ist er Mitglied der zentralethischen Kommission der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften und verschiedener Bundeskommissionen, die sich mit Ethik in der Medizin beschäftigen. Ulrike Kostka, geb. 1971, studierte Katholische Theologie in Münster und Public Health in Bielefeld. 1999 promovierte sie in Moraltheologie. Von 2001 bis 2005 arbeitete sie an bioethischen Forschungsprojekten des NFP 46 «Implantate, Transplantate» in Basel mit. Von 2003 bis 2005 war sie Wissenschaftliche Assistentin des Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, 2005 habilitierte sie sich in Moraltheologie an der Universität Münster. Seit 2005 leitet sie die Abteilung «Theologische und verbandliche Grundlagen» sowie das Präsidenten- und Vorstandsbüro des Deutschen Caritasverbands in Freiburg i. Br. Paolo Becchi, geb. 1955, studierte Philosophie und Geschichte in Genua. Im Jahr 1979 wurde er promoviert und war Wissenschaftlicher Mitarbeiter von 1980 bis 1983 am Institut für Rechts- und Sozialphilosophie der Universität des Saarlandes, sowie ab 1983 an der Universität Genua. Im Jahr 1999 wurde er zum Extraordinarius für Rechtsphilosophie an der Universität Genua ernannt. Seit 2006 ist Prof. Becchi ordentlicher Professor für Rechts- und Staatsphilosophie an der Universität Luzern. Kurt Seelmann studierte Rechtswissenschaft und Philosophie an der Universität München. Im Jahr 1973 wurde er dort zum Dr. iur. promoviert. Von 1974 bis 1978 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Saarbrücken. In den Jahren 1983 - 1995 war er Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg und seit 1995 ist er Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Basel.