Ein später Privatier
Eugen Bartmer(Author)
M.E.L. Kunsthandel(Editor)
MEL Kunsthandel (Publisher)
1st Edition
Published in 2008
Book
114 pages
978-3-902602-05-3 (ISBN)
More details
Language
German
Illustrations
1
1 farbige Abbildung
Titelbild Sibylle Pfaffnbichler-Young, "The Jazz Club", 2007, Mischtechnik auf Büttenpapier (27,94 x 35,56 cm)
Dimensions
Height: 21.4 cm
Width: 14.9 cm
Weight
223 gr
ISBN-13
978-3-902602-05-3 (9783902602053)
Schweitzer Classification
Persons
Content
Sol y Sombra
Die Erzählung, die dieser nach meinem Dafürhalten unvermeidlichen Einleitung folgt, ist der Versuch eines Remakes. Die Originalfassung habe ich vor fünfundzwanzig Jahren mit dem linken sowie rechten Zeigefinger, schwerfällig in eine geborgte, billige Schülerschreibmaschine getippt und schon vor ihrer Beendigung, selbstgefällig mit dem Terminus Short Story versehen. Als solche erstreckte sie sich über achtzehn A4 Seiten und berichtete über einen einwöchigen Aufenthalt in Barcelona, den meine damalige Freundin und ich uns fünf Jahre zuvor, vor einem längeren Badeurlaub an der Costa Brava gegönnt hatten. Die besagte Story landete bald in einer Lade, in der schon einige andere meiner "Werke" ohne Publikationsaussicht sich selbst überlassen vor sich hin lagerten. Etwa ein Jahrzehnt später, auf der Suche nach einem passenden Beitrag für eine Anthologie, um den ein von Verkaufserfolgen völlig unbelasteter Verlag mich gebeten hatte, las ich den besagten Text wieder. Er enttäuschte mich ungemein. Mit Ausnahme einiger gefälliger Passagen, stieß ich immer wieder auf grobe grammatikalische Fehler sowie stilistische Ungereimtheiten. Mein Gott, was bin ich doch für ein miserabler Dichterling, dachte ich ziemlich deprimiert. Nach drei Flaschen Bier besserte sich meine Stimmung allerdings, und ich bekam, nachdem ich mir suggeriert hatte, daß selbst Genies manchmal Mist bauen, wieder Oberwasser. Ich schnitt die mir brauchbar erschienenen Textstellen mit einer Papierschere aus, um sie weiterhin aufzubewahren, den weitaus größeren Materialrest zerschnipselte ich und warf ihn in den Müllcontainer. Das war es dann, und es wäre es auch geblieben, wären mir nicht vor zwei Wochen auf einer Ansichtskarte, die die Kathedrale Sagrada Familia zeigt, "Herzliche Grüße aus Barcelona", ins Haus geflattert.
Die Erzählung, die dieser nach meinem Dafürhalten unvermeidlichen Einleitung folgt, ist der Versuch eines Remakes. Die Originalfassung habe ich vor fünfundzwanzig Jahren mit dem linken sowie rechten Zeigefinger, schwerfällig in eine geborgte, billige Schülerschreibmaschine getippt und schon vor ihrer Beendigung, selbstgefällig mit dem Terminus Short Story versehen. Als solche erstreckte sie sich über achtzehn A4 Seiten und berichtete über einen einwöchigen Aufenthalt in Barcelona, den meine damalige Freundin und ich uns fünf Jahre zuvor, vor einem längeren Badeurlaub an der Costa Brava gegönnt hatten. Die besagte Story landete bald in einer Lade, in der schon einige andere meiner "Werke" ohne Publikationsaussicht sich selbst überlassen vor sich hin lagerten. Etwa ein Jahrzehnt später, auf der Suche nach einem passenden Beitrag für eine Anthologie, um den ein von Verkaufserfolgen völlig unbelasteter Verlag mich gebeten hatte, las ich den besagten Text wieder. Er enttäuschte mich ungemein. Mit Ausnahme einiger gefälliger Passagen, stieß ich immer wieder auf grobe grammatikalische Fehler sowie stilistische Ungereimtheiten. Mein Gott, was bin ich doch für ein miserabler Dichterling, dachte ich ziemlich deprimiert. Nach drei Flaschen Bier besserte sich meine Stimmung allerdings, und ich bekam, nachdem ich mir suggeriert hatte, daß selbst Genies manchmal Mist bauen, wieder Oberwasser. Ich schnitt die mir brauchbar erschienenen Textstellen mit einer Papierschere aus, um sie weiterhin aufzubewahren, den weitaus größeren Materialrest zerschnipselte ich und warf ihn in den Müllcontainer. Das war es dann, und es wäre es auch geblieben, wären mir nicht vor zwei Wochen auf einer Ansichtskarte, die die Kathedrale Sagrada Familia zeigt, "Herzliche Grüße aus Barcelona", ins Haus geflattert.