Die Virus-Waffe
Roman
Commander James Barrington(Author)
Blanvalet (Publisher)
Published on 7. July 2008
Book
Paperback/Softback
592 pages
978-3-442-36996-6 (ISBN)
Description
Achtung, Hochspannung pur: ein Geheimagenten-Thriller der Spitzenklasse!
Paul Richter, Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät, untersucht einen rätselhaften Todesfall. Ein Taucher starb unter schrecklichen Qualen, nachdem er ein altes amerikanisches Flugzeug entdeckt hatte. Aber bevor Richter tiefer in die Ermittlungen eintauchen kann, trifft ein 'Säuberungsteam' der CIA ein, um alle Spuren - und Zeugen! - der Geschehnisse zu beseitigen. Doch Richter lässt sich nicht von der Erfüllung seines Auftrags abhalten!
* Die britische Antwort auf Tom Clancy!
* Der Autor weiß als ehemaliger Agent genau, wovon er schreibt: atemberaubend realistisch!
* Fetzige High-Speed-Action - genau so, wie es die Leser dieses Genres lieben!
Paul Richter, Agent im Geheimdienst Ihrer Majestät, untersucht einen rätselhaften Todesfall. Ein Taucher starb unter schrecklichen Qualen, nachdem er ein altes amerikanisches Flugzeug entdeckt hatte. Aber bevor Richter tiefer in die Ermittlungen eintauchen kann, trifft ein 'Säuberungsteam' der CIA ein, um alle Spuren - und Zeugen! - der Geschehnisse zu beseitigen. Doch Richter lässt sich nicht von der Erfüllung seines Auftrags abhalten!
* Die britische Antwort auf Tom Clancy!
* Der Autor weiß als ehemaliger Agent genau, wovon er schreibt: atemberaubend realistisch!
* Fetzige High-Speed-Action - genau so, wie es die Leser dieses Genres lieben!
More details
Language
German
Place of publication
München
Germany
Dimensions
Height: 18.3 cm
Width: 11.5 cm
ISBN-13
978-3-442-36996-6 (9783442369966)
Schweitzer Classification
Persons
Content
Östliches Mittelmeer: Juni 1972
'Was zum Teufel haben Sie da getan?', fauchte Jonas. Er öffnete seinen Sitzgurt und starrte den großen, dürren Mann in dem Ledersitz auf der anderen Seite der schwach beleuchteten Kabine an. Der Learjet hatte nach dem Start in Kairo seine Reiseflughöhe von fünfunddreißigtausend Fuß erreicht. Er flog Richtung Westen in die Abenddämmerung.
Der Fluch schockierte Wilson. Jonas war der ranghöchste Offizier und verhielt sich fast immer ruhig und kontrolliert. 'Ich habe das gemacht, was ihr drei nicht tun wolltet', gab er zurück und erwiderte die feindseligen Blicke der anderen. 'Das musste ich. Mein Gewissen hat mir verboten, es zu ignorieren. Ihr wisst genau, was wir da unten getan haben.'
'Nein', sagte Jonas nachdrücklich. 'Wir wissen gar nichts. Sie haben einfach nur geraten und könnten sich vielleicht ja auch geirrt haben.'
Wilson lachte hart. 'Sie haben die Akten gesehen', widersprach er. 'Und auch die Analyse. Wie können Sie das ignorieren?'
'Ganz einfach', gab Jonas zurück. Er drehte sich um und schaute aus dem Fenster auf die Positionslampen der F-4 Phantom, die sie eskortierte. Deren undeutliche Umrisse zeichneten sich etwa eine Viertelmeile entfernt an Steuerbord ab, ein Stück hinter dem zivilen Flugzeug. Dann sah er Wilson wieder an. 'Warum tun Sie nicht einfach das, wofür man Sie bezahlt, und zwar ziemlich gut bezahlt?'
Wilson schüttelte den Kopf. Seine randlose Brille funkelte im Licht der Kabine. 'Das konnte ich nicht.'
'Also haben Sie es gemeldet?' Als Wilson nickte, fuhr Jonas fort: 'Wem?'
Zum ersten Mal wirkte Wilson unsicher. 'Es war klar, dass es keinen Sinn hatte, die normalen Kanäle zu benutzen. Das hätte nur dazu geführt, dass alles, was ich sagte, irgendwo in einem Aktenschrank verschwunden wäre.'
Jonas und die beiden anderen Männer starrten ihn an. 'Ich frage Sie noch mal.' Jonas' Tonfall war leise und drohend. 'Wem haben Sie es gemeldet?'
'Dem Präsidenten', platzte Wilson heraus. 'Ich habe dem Präsidenten geschrieben und eine Kopie an den Direktor der CIA geschickt.'
Einen Moment starrte Jonas seinen Untergebenen an. Als er schließlich sprach, klang seine Stimme leise und unendlich traurig. 'Sie Narr', sagte er. 'Sie dummer, anmaßender, ahnungsloser Narr. Damit haben Sie uns wahrscheinlich alle zum Tode verurteilt.'
'Lima Charlie, hier spricht Tango Drei.' Die Stimme des Piloten der Phantom drang ruhig und beherrscht über die geheime Frequenz, auf der die beiden Flugzeuge kommunizierten. 'Ich habe einen nicht identifizierten Kontakt auf dem Radar, sechzig Meilen backbord. Zwei Objekte, die sich uns mit hoher Geschwindigkeit nähern. Ich schlage vor, dass Sie sicherheitshalber nach drei null null steuerbord ausweichen. Wir sehen uns das mal genauer an.'
'Roger, Tango Drei', antwortete der Captain des Learjet, schaltete den Autopiloten aus und drückte die Steuersäule sachte nach rechts.
'Wer kann das sein?', fragte der Kopilot.
'Keine Ahnung, aber wir sind nicht sehr weit von Libyen entfernt. Vielleicht lässt Gaddafi die Muskeln spielen. Trotzdem, wahrscheinlich kein Grund zur Beunruhigung.'
Der Learjet stabilisierte sich auf seinem neuen Kurs, der ihn über den Westen der Insel Kreta auf das Ionische Meer hinausführte.
'Lima Charlie, Tango Drei.' Die Stimme des Phantom-Piloten klang jetzt deutlich dringlicher. 'Wir werden vom Zielradar erfasst. Empfehle Kursänderung nach Norden. Volle Kraft. Wir.' Der Funkkontakt brach ab, und es drang nur noch statisches Rauschen aus dem Lautsprecher.
'Oh, shit!', knurrte der Captain des Learjet, riss die Gashebel bis zum Anschlag zurück und drückte die Steuersäule noch weiter nach rechts.
Wilson hatte sich gerade vorgebeugt und nach dem Koffer gegriffen, der vor seinen Füßen stand, als der Learjet heftig nach rechts abschwenkte und der Motorenlärm plötzlich anstieg. Er sackte in den Sitz zurück.
'Was zum Teufel ist da los?', wollte Jonas wissen.
Über der Cockpittür flammte plötzlich das Zeichen 'Sitzgurte anlegen' auf. Der Kabinenlautsprecher knisterte.
'Schnallt euch an dahinten. Wir haben Gesellschaft bekommen, und es könnte ein bisschen ungemütlich werden.'
'Tango Drei, hier spricht Lima Charlie. Antworten Sie.' Stille. 'Tango Drei für Lima Charlie.'
'Vergessen Sie's', meinte der Captain. 'Er hat alle Hände voll zu tun, falls er überhaupt noch in der Luft ist. Löschen Sie die Lampen.' Der Kopilot gehorchte und schaltete die Positionslampen und die Anti-Kollisionslichter aus. 'Reine Zeitverschwendung, wenn diese Mistkerle radargesteuerte Waffen an Bord haben.'
'Wer zum Teufel ist das?', fragte der Kopilot erneut. 'Soweit ich weiß, führen wir doch gerade mit niemandem hier Krieg.'
'Wen interessiert das? Sorgen wir lieber dafür, dass wir schleunigst von hier verschwinden. Gehen Sie auf zwölf fünfzehn. Geben Sie unsere Position durch und sagen Sie allen, die zufällig mithören, dass wir von zwei unidentifizierten Kampfflugzeugen angegriffen werden.'
Der Kopilot ging auf die zivile VHF-Notfallfrequenz 121,5 Megahertz, begann in das Mikrofon zu sprechen und verstummte beinahe augenblicklich wieder. 'Was ist?', fragte der Pilot.
'Sie wird blockiert. Da liegt ein Störton drauf, oder irgendein Funksignal wird darüber gelegt. Ich komme nicht durch.'
'Versuchen Sie eine andere Frequenz. Guard, Athen, Kairo oder Malta.'
Der Kopilot versuchte sein Glück auf vier, schließlich sechs anderen Frequenzen, sowohl auf UHF als auch VHF, doch das Ergebnis war jedes Mal dasselbe. Er schüttelte den Kopf. 'Sie sind alle blockiert', erklärte er. 'Einer dieser Kampfjets muss ein ECM an Bord haben.'
Das Gesicht des Captains wurde unübersehbar bleich in der dämmrigen Kabinenbeleuchtung. 'Das sind wirklich schlechte Nachrichten', erklärte er. 'Das bedeutet, sie wollen nicht, dass wir jemandem erzählen können, was hier oben passiert.'
'Können wir ihnen entkommen?', wollte der Kopilot wissen.
Der Learjet 23 war ein sehr schnelles Flugzeug. Er schaffte eine Spitzengeschwindigkeit von fast fünfhundert Meilen pro Stunde bei einer Flughöhe von über vierzigtausend Fuß. Aufgrund seiner Leistung war er ebenso schnell, wenn nicht sogar schneller als viele größere zivile Flugzeuge, aber längst nicht so schnell wie die meisten Abfangjäger.
'Keine Ahnung. Wir fliegen Höchstgeschwindigkeit. Mehr können wir nicht aus der Kiste.'
Er wurde von einem gedämpften Schlag auf der Backbordseite des Flugzeugs unterbrochen. Auf der Instrumententafel flammten rote Warnlichter auf, Nadeln rotierten wie verrückt, und die Maschine bockte heftig.
'Wir sind getroffen worden!', schrie der Captain. 'Eine Rakete hat das Backbordtriebwerk erwischt! Betätigen Sie die Feuerlöscher!'
Der Kopilot drückte die entsprechenden Knöpfe, während der Captain sich gegen die Steuersäule stemmte. Nachdem das Backbordtriebwerk zerstört worden war, verlor der Jet sofort die Balance, weil der Rückstoß der übrig gebliebenen Strahlturbine das Flugzeug nach links drückte. Die Feuerlöscher erstickten die Flammen in der zerstörten Turbine mit Schaum. Hydraulikflüssigkeit und Kerosin blubberten aus den zerfetzten Leitungen und wurden vom Sog sofort mitgerissen.
'Wir verlieren an Höhe! Der Kabinendruck fällt!' Der Zeiger des Höhenmessers raste über das Zifferblatt, während der Learjet nach unten trudelte.
Die Rakete hatte nicht nur das Backbordtriebwerk zerstört, sondern auch ein fünfzig Zentimeter großes Loch in den Flugzeugrumpf im hinteren Teil der Kabine gerissen. Sauerstoffmasken fielen aus den Handgepäckfächern über den Köpfen der erschreckten Passagiere.
Drei von ihnen zogen sich sofort die Masken über das Gesicht. Als Wilson ihrem Beispiel nicht folgte, fuhr Jonas wütend herum und wollte ihn anschreien. Aber ihm blieben die Worte im Hals stecken. Ein etwa dreißig Zentimeter langes Stück Aluminium der Außenhaut ragte aus der Rückenlehne von Wilsons Sitz, und zehn Zentimeter dieses Stücks steckten in seinem Hals. Zähes, rotes Blut sickerte über das Metall.
'Was zum Teufel haben Sie da getan?', fauchte Jonas. Er öffnete seinen Sitzgurt und starrte den großen, dürren Mann in dem Ledersitz auf der anderen Seite der schwach beleuchteten Kabine an. Der Learjet hatte nach dem Start in Kairo seine Reiseflughöhe von fünfunddreißigtausend Fuß erreicht. Er flog Richtung Westen in die Abenddämmerung.
Der Fluch schockierte Wilson. Jonas war der ranghöchste Offizier und verhielt sich fast immer ruhig und kontrolliert. 'Ich habe das gemacht, was ihr drei nicht tun wolltet', gab er zurück und erwiderte die feindseligen Blicke der anderen. 'Das musste ich. Mein Gewissen hat mir verboten, es zu ignorieren. Ihr wisst genau, was wir da unten getan haben.'
'Nein', sagte Jonas nachdrücklich. 'Wir wissen gar nichts. Sie haben einfach nur geraten und könnten sich vielleicht ja auch geirrt haben.'
Wilson lachte hart. 'Sie haben die Akten gesehen', widersprach er. 'Und auch die Analyse. Wie können Sie das ignorieren?'
'Ganz einfach', gab Jonas zurück. Er drehte sich um und schaute aus dem Fenster auf die Positionslampen der F-4 Phantom, die sie eskortierte. Deren undeutliche Umrisse zeichneten sich etwa eine Viertelmeile entfernt an Steuerbord ab, ein Stück hinter dem zivilen Flugzeug. Dann sah er Wilson wieder an. 'Warum tun Sie nicht einfach das, wofür man Sie bezahlt, und zwar ziemlich gut bezahlt?'
Wilson schüttelte den Kopf. Seine randlose Brille funkelte im Licht der Kabine. 'Das konnte ich nicht.'
'Also haben Sie es gemeldet?' Als Wilson nickte, fuhr Jonas fort: 'Wem?'
Zum ersten Mal wirkte Wilson unsicher. 'Es war klar, dass es keinen Sinn hatte, die normalen Kanäle zu benutzen. Das hätte nur dazu geführt, dass alles, was ich sagte, irgendwo in einem Aktenschrank verschwunden wäre.'
Jonas und die beiden anderen Männer starrten ihn an. 'Ich frage Sie noch mal.' Jonas' Tonfall war leise und drohend. 'Wem haben Sie es gemeldet?'
'Dem Präsidenten', platzte Wilson heraus. 'Ich habe dem Präsidenten geschrieben und eine Kopie an den Direktor der CIA geschickt.'
Einen Moment starrte Jonas seinen Untergebenen an. Als er schließlich sprach, klang seine Stimme leise und unendlich traurig. 'Sie Narr', sagte er. 'Sie dummer, anmaßender, ahnungsloser Narr. Damit haben Sie uns wahrscheinlich alle zum Tode verurteilt.'
'Lima Charlie, hier spricht Tango Drei.' Die Stimme des Piloten der Phantom drang ruhig und beherrscht über die geheime Frequenz, auf der die beiden Flugzeuge kommunizierten. 'Ich habe einen nicht identifizierten Kontakt auf dem Radar, sechzig Meilen backbord. Zwei Objekte, die sich uns mit hoher Geschwindigkeit nähern. Ich schlage vor, dass Sie sicherheitshalber nach drei null null steuerbord ausweichen. Wir sehen uns das mal genauer an.'
'Roger, Tango Drei', antwortete der Captain des Learjet, schaltete den Autopiloten aus und drückte die Steuersäule sachte nach rechts.
'Wer kann das sein?', fragte der Kopilot.
'Keine Ahnung, aber wir sind nicht sehr weit von Libyen entfernt. Vielleicht lässt Gaddafi die Muskeln spielen. Trotzdem, wahrscheinlich kein Grund zur Beunruhigung.'
Der Learjet stabilisierte sich auf seinem neuen Kurs, der ihn über den Westen der Insel Kreta auf das Ionische Meer hinausführte.
'Lima Charlie, Tango Drei.' Die Stimme des Phantom-Piloten klang jetzt deutlich dringlicher. 'Wir werden vom Zielradar erfasst. Empfehle Kursänderung nach Norden. Volle Kraft. Wir.' Der Funkkontakt brach ab, und es drang nur noch statisches Rauschen aus dem Lautsprecher.
'Oh, shit!', knurrte der Captain des Learjet, riss die Gashebel bis zum Anschlag zurück und drückte die Steuersäule noch weiter nach rechts.
Wilson hatte sich gerade vorgebeugt und nach dem Koffer gegriffen, der vor seinen Füßen stand, als der Learjet heftig nach rechts abschwenkte und der Motorenlärm plötzlich anstieg. Er sackte in den Sitz zurück.
'Was zum Teufel ist da los?', wollte Jonas wissen.
Über der Cockpittür flammte plötzlich das Zeichen 'Sitzgurte anlegen' auf. Der Kabinenlautsprecher knisterte.
'Schnallt euch an dahinten. Wir haben Gesellschaft bekommen, und es könnte ein bisschen ungemütlich werden.'
'Tango Drei, hier spricht Lima Charlie. Antworten Sie.' Stille. 'Tango Drei für Lima Charlie.'
'Vergessen Sie's', meinte der Captain. 'Er hat alle Hände voll zu tun, falls er überhaupt noch in der Luft ist. Löschen Sie die Lampen.' Der Kopilot gehorchte und schaltete die Positionslampen und die Anti-Kollisionslichter aus. 'Reine Zeitverschwendung, wenn diese Mistkerle radargesteuerte Waffen an Bord haben.'
'Wer zum Teufel ist das?', fragte der Kopilot erneut. 'Soweit ich weiß, führen wir doch gerade mit niemandem hier Krieg.'
'Wen interessiert das? Sorgen wir lieber dafür, dass wir schleunigst von hier verschwinden. Gehen Sie auf zwölf fünfzehn. Geben Sie unsere Position durch und sagen Sie allen, die zufällig mithören, dass wir von zwei unidentifizierten Kampfflugzeugen angegriffen werden.'
Der Kopilot ging auf die zivile VHF-Notfallfrequenz 121,5 Megahertz, begann in das Mikrofon zu sprechen und verstummte beinahe augenblicklich wieder. 'Was ist?', fragte der Pilot.
'Sie wird blockiert. Da liegt ein Störton drauf, oder irgendein Funksignal wird darüber gelegt. Ich komme nicht durch.'
'Versuchen Sie eine andere Frequenz. Guard, Athen, Kairo oder Malta.'
Der Kopilot versuchte sein Glück auf vier, schließlich sechs anderen Frequenzen, sowohl auf UHF als auch VHF, doch das Ergebnis war jedes Mal dasselbe. Er schüttelte den Kopf. 'Sie sind alle blockiert', erklärte er. 'Einer dieser Kampfjets muss ein ECM an Bord haben.'
Das Gesicht des Captains wurde unübersehbar bleich in der dämmrigen Kabinenbeleuchtung. 'Das sind wirklich schlechte Nachrichten', erklärte er. 'Das bedeutet, sie wollen nicht, dass wir jemandem erzählen können, was hier oben passiert.'
'Können wir ihnen entkommen?', wollte der Kopilot wissen.
Der Learjet 23 war ein sehr schnelles Flugzeug. Er schaffte eine Spitzengeschwindigkeit von fast fünfhundert Meilen pro Stunde bei einer Flughöhe von über vierzigtausend Fuß. Aufgrund seiner Leistung war er ebenso schnell, wenn nicht sogar schneller als viele größere zivile Flugzeuge, aber längst nicht so schnell wie die meisten Abfangjäger.
'Keine Ahnung. Wir fliegen Höchstgeschwindigkeit. Mehr können wir nicht aus der Kiste.'
Er wurde von einem gedämpften Schlag auf der Backbordseite des Flugzeugs unterbrochen. Auf der Instrumententafel flammten rote Warnlichter auf, Nadeln rotierten wie verrückt, und die Maschine bockte heftig.
'Wir sind getroffen worden!', schrie der Captain. 'Eine Rakete hat das Backbordtriebwerk erwischt! Betätigen Sie die Feuerlöscher!'
Der Kopilot drückte die entsprechenden Knöpfe, während der Captain sich gegen die Steuersäule stemmte. Nachdem das Backbordtriebwerk zerstört worden war, verlor der Jet sofort die Balance, weil der Rückstoß der übrig gebliebenen Strahlturbine das Flugzeug nach links drückte. Die Feuerlöscher erstickten die Flammen in der zerstörten Turbine mit Schaum. Hydraulikflüssigkeit und Kerosin blubberten aus den zerfetzten Leitungen und wurden vom Sog sofort mitgerissen.
'Wir verlieren an Höhe! Der Kabinendruck fällt!' Der Zeiger des Höhenmessers raste über das Zifferblatt, während der Learjet nach unten trudelte.
Die Rakete hatte nicht nur das Backbordtriebwerk zerstört, sondern auch ein fünfzig Zentimeter großes Loch in den Flugzeugrumpf im hinteren Teil der Kabine gerissen. Sauerstoffmasken fielen aus den Handgepäckfächern über den Köpfen der erschreckten Passagiere.
Drei von ihnen zogen sich sofort die Masken über das Gesicht. Als Wilson ihrem Beispiel nicht folgte, fuhr Jonas wütend herum und wollte ihn anschreien. Aber ihm blieben die Worte im Hals stecken. Ein etwa dreißig Zentimeter langes Stück Aluminium der Außenhaut ragte aus der Rückenlehne von Wilsons Sitz, und zehn Zentimeter dieses Stücks steckten in seinem Hals. Zähes, rotes Blut sickerte über das Metall.