
Consumed!
Wie der Markt Kinder verführt, Erwachsene infantilisiert und die Demokratie untergräbt
Benjamin Barber(Author)
C.H.BECK (Publisher)
1st Edition
Published on 15. February 2008
Book
Hardback
395 pages
978-3-406-57159-6 (ISBN)
Description
Kapitalismus frißt seine Kinder - Benjamin Barbers provozierende These
Ein neues Ethos prägt das Gesicht des globalen Kapitalismus: überflüssige Güter werden in großer Zahl produziert, Kinder zu Konsumenten gemacht und Erwachsene in infantile Schnäppchenjäger transformiert. Zielte früher die Wirtschaft auf die Herstellung richtiger und nützlicher Produkte, so ist die neue verbraucherorientierte Ökonomie darauf aus, Bedürfnisse und Marken zu schaffen. An die Stelle eines demokratischen Kapitalismus ist eine infantile Konsumwelt getreten, deren Pathologien die Freiheit der liberalen Welt bedrohen.
Erstmals in der Geschichte glaubt eine Gesellschaft, daß ihr ökonomisches Überleben von einer Kultur abhängt, die Infantilisierung statt Reife und Verantwortlichkeit fördert. Der Konsumkapitalismus braucht das infantile Ethos, weil er das Einfache dem Komplexen vorzieht und Spaß und Freizeit anstatt Disziplin und Verzicht favorisiert. Infantilisierung ist jedoch nicht nur eine Marketingstrategie, sondern ein kulturelles Ethos. Zusammen mit einer Ideologie der Privatisierung und einer Homogenisierung des Geschmacks stützt dieses Ethos den Konsumkapitalismus, allerdings auf Kosten der Kultur und um den Preis einer wachsenden Gefährdung des Kapitalismus selbst. Entweder, so Benjamin Barbers provokante These, wird der Kapitalismus das infantile durch ein demokratisches Ethos ersetzen und Gleichheit wieder ebenso fördern wie Profit, Vielfalt ebenso wie Konsum, oder die Infantilisierung wird nicht nur die Demokratie, sondern auch den Kapitalismus selbst zugrunde richten.
Ein neues Ethos prägt das Gesicht des globalen Kapitalismus: überflüssige Güter werden in großer Zahl produziert, Kinder zu Konsumenten gemacht und Erwachsene in infantile Schnäppchenjäger transformiert. Zielte früher die Wirtschaft auf die Herstellung richtiger und nützlicher Produkte, so ist die neue verbraucherorientierte Ökonomie darauf aus, Bedürfnisse und Marken zu schaffen. An die Stelle eines demokratischen Kapitalismus ist eine infantile Konsumwelt getreten, deren Pathologien die Freiheit der liberalen Welt bedrohen.
Erstmals in der Geschichte glaubt eine Gesellschaft, daß ihr ökonomisches Überleben von einer Kultur abhängt, die Infantilisierung statt Reife und Verantwortlichkeit fördert. Der Konsumkapitalismus braucht das infantile Ethos, weil er das Einfache dem Komplexen vorzieht und Spaß und Freizeit anstatt Disziplin und Verzicht favorisiert. Infantilisierung ist jedoch nicht nur eine Marketingstrategie, sondern ein kulturelles Ethos. Zusammen mit einer Ideologie der Privatisierung und einer Homogenisierung des Geschmacks stützt dieses Ethos den Konsumkapitalismus, allerdings auf Kosten der Kultur und um den Preis einer wachsenden Gefährdung des Kapitalismus selbst. Entweder, so Benjamin Barbers provokante These, wird der Kapitalismus das infantile durch ein demokratisches Ethos ersetzen und Gleichheit wieder ebenso fördern wie Profit, Vielfalt ebenso wie Konsum, oder die Infantilisierung wird nicht nur die Demokratie, sondern auch den Kapitalismus selbst zugrunde richten.
Reviews / Votes
"Benjamin Barbers Frage zielt ins Mark eines Liberalismusbegriffes, der in der Tat allzu oft die freie Kaufentscheidung mit der bürgerlichen Souveränität verwechselt hat."Ralf Hanselle, Das Parlament, 26. Mai 2008
"Barber (.) betrachtete sich als Anhänger des 'klassischen, verbraucherorientierten Kapitalismus', den er bei all seinen Widersprüchen - wie Ungleichheit, Monopolismus, Arbeitslosigkeit - `lobe und preise', sagte er in einem Interview. Doch die gegenwärtige Maßlosigkeit, der rücksichtslose Hedonismus bereiten ihm zunehmend Sorge. Hinter dem Wunsch nach Spiel statt Arbeit, Individualismus statt Gemeinschaft und Schnelligkeit statt Geduld sieht er eine Kraft, die stark genug sein könnte, den Gesellschaftsvertrag auszuhebeln. Denn der Konsumist frage nicht danach, ob sein Glücksstreben auch gut ist für die Gemeinschaft. Was dem Einzelnen diene - spritfressende Geländewagen oder Werbung im Kinderkanal-, sei dem Gemeinwohl nur allzu oft abträglich."
Ralf Hanselle, Financial Times Deutschland, 25. April 2008
"Gerade weil Barber nicht nur auf die (auch auf dem Buchmarkt) bewährte Tradition der Konsumkritik zurückgreift, sondern Marketing und Werbung oft genug für sich selbst sprechen lässt, sind seine mit reichlich Material angefütterten Überlegungen so einleuchtend und im besten Sinne entlarvend."
Katrin Schuster, Berliner Zeitung, 21. April 2008
"Politik und Wirtschaft können das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen, wenn sie zugeben, dass sie nicht allein in der Lage sind, dem Druck von privaten Fondsfirmen und auch autokratischen Staatsfonds standzuhalten, sondern auf souveräne Konsumbürger angewiesen sind, die durch umsichtiges Kaufverhalten an der Verbesserung der Marktgesellschaft mitwirken."
Ludger Heidbrink, Die Zeit, 10. April 2008
"Dass Barber ein Mann kräftiger Worte und sprechender Vergleiche ist, macht sein Buch leicht lesbar."
Jörg Plath, Deutschlandradio Kultur, 18. März 2008
"Rücksichtslos überrollt der neoliberale Markt mühsam errungene Tugenden wie Demokratie, Verantwortung und zwischenmenschliches Engagement - die in einem gemäßigten Kapitalismus hochgehalten wurden -, zugunsten eines geschickt gesteuerten grenzenlosen Habenwollens.
Das Profil des neues Ethos setzt sich aus dem Überfluss an produzierten Gütern und dem Bestreben zusammen, bereits Vierjährige zu gewichtigen Konsumenten zu machen und aus Erwachsenen bloße Schnäppchenjäger, die von Topmarke zu Topmarke unterwegs sind. Eine Entwicklung, auf die wir seit dem Fall der Mauer zusteuern, also vom Ende des Kommunismus zum totalen Konsumismus mit selbstzerstörerischen Konsequenzen: Aus freien Bürgern werden infantile abhängige Verbraucher, eine wachsende Gemeinschaft von 'Kidults'."
Sibylle Fritsch, DER STANDARD, 14. März 2008
"Der Verbraucher ist in einem "freudlosen Käfig", in dem er nicht glücklich wird. Er macht selbst mit bei seiner Entmündigung. Aber Barber sieht auch Hoffnungsschimmer: die Anti-Marken-Kampagnen der "Culture Jammer", die Widerständigkeit lokaler Kulturen, das bewusste Agieren des "verantwortlichen Konsumenten". Für sich genommen reicht nichts von dem, aber alles zusammen sind Indizien dafür, dass es den Bürgern allmählich auch reicht. Nicht zuletzt der Erfolg konsumkritischer Bücher ist hierfür ein, ja, Marktsignal: Die Verbraucher wollen sie."
Robert Misik, Die Tageszeitung, 29. Februar 2008
"In letzter Konsequenz, warnt der Autor, gefährde totaler Kommunismus die Demokratie. Der Bürger verabschiedet sich von seiner Verantwortung und von seinen Pflichten als Mitglied seiner Gesellschaft. In den USA seien die Folgen deutlich sichtbar. Öffentlichen verkehr beispielsweise könne man nicht durch Konsumentscheidungen herbeiführen, sondern nur durch Bürgerschaft, durch kollektive Arbeit."
Madeleine Amberger, Österreichische Rundfunk, 25. Februar 2008
"Im Zentrum von Barbers Klage über den exzessiven Konsumismus steht der gewiss nicht unbegründete Verdacht, dass die Gesellschaft d
More details
Product info
GB
Language
German
Place of publication
München
Germany
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 217 mm
Width: 139 mm
Thickness: 33 mm
Weight
634 gr
ISBN-13
978-3-406-57159-6 (9783406571596)
Schweitzer Classification
Person
Benjamin R. Barber ist Professor of Civil Society an der University of Maryland und einer der einflußreichsten Politikwissenschaftler der USA. Er war innenpolitischer Berater der Clinton-Regierung. Sein Buch Jihad vs. McWorld wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Bei C.H.Beck erschien zuletzt: "Imperium der Angst. Die USA und die Neuordnung der Welt" (2003).
Content
Danksagung
Teil 1 Die Geburt der Verbraucher
1 Der triumphierende Kapitalismus und das infantilistische Ethos
2 Vom Protestantismus zur Kindlichkeit
Teil 2 Der Niedergang der Bürger
3 Infantilisierung der Verbraucher: Das Aufkommen der unreifen Erwachsenen
4 Privatisierung der Bürger: Die Erzeugung der bürgerlichen Schizophrenie
5 Identitäten werden Marken: Der Sinnverlust
6 Die Totalisierung der Gesellschaft: Das Ende der Vielfalt
Teil 3 Das Schicksal der Bürger
7 Widerstand gegen den Konsumismus: Kann der Kapitalismus sich selbst heilen?
8 Überwindung der Schizophrenie: Wiederherstellung der Bürgerrolle in einer Welt der Interdependenz
Anmerkungen
Sachregister
Personenregister
Teil 1 Die Geburt der Verbraucher
1 Der triumphierende Kapitalismus und das infantilistische Ethos
2 Vom Protestantismus zur Kindlichkeit
Teil 2 Der Niedergang der Bürger
3 Infantilisierung der Verbraucher: Das Aufkommen der unreifen Erwachsenen
4 Privatisierung der Bürger: Die Erzeugung der bürgerlichen Schizophrenie
5 Identitäten werden Marken: Der Sinnverlust
6 Die Totalisierung der Gesellschaft: Das Ende der Vielfalt
Teil 3 Das Schicksal der Bürger
7 Widerstand gegen den Konsumismus: Kann der Kapitalismus sich selbst heilen?
8 Überwindung der Schizophrenie: Wiederherstellung der Bürgerrolle in einer Welt der Interdependenz
Anmerkungen
Sachregister
Personenregister