
Selbstportrait
Roman
Jesse Ball(Author)
Luftschacht (Publisher)
1st Edition
Published on 17. November 2025
Book
Hardback
110 pages
978-3-903422-60-5 (ISBN)
Description
Jesse Ball hat zahlreiche hochgelobte Werke von zutiefst einfühlsamer Absurdität in Poesie und Belletristik geschaffen. Nun legt er den Leser*innen seine ersten Memoiren vor, in denen er seine »menschliche Neugier« (James Wood, The New Yorker) unter Beweis stellt und die Leser*innen zu einem rohen und persönlichen Bericht über Liebe, Trauer und Erinnerung einlädt. Inspiriert von den Memoiren, die Édouard Levé kurz vor seinem Tod zu Papier brachte, ist »Selbstportrait« ein außerordentlich freimütiges und intimes Werk über Reflexion, Verlust und alltägliche Freude von einem der brillantesten zeitgenössischen Autoren Amerikas.
Die subtile Kraft von Balls Stimme beschwört den Reichtum des täglichen Lebens herauf. Auf jeder Seite werden halb erinnerte Momente mit den Freuden und Triumphen - und auch den Fehlern und Demütigungen - verwoben, die uns irgendwie sagen, wer wir sind und warum wir hier sind. Neben tragischen Berichten über Krankheit oder Tod gibt es auch Momente von verblüffender Schönheit, Banalität oder Humor.
»Die Gefühle willkommen zu heißen und sie wieder gehen zu lassen, als wären sie Gäste.«
Nominiert für den Chicago Review of Books Award .
Die subtile Kraft von Balls Stimme beschwört den Reichtum des täglichen Lebens herauf. Auf jeder Seite werden halb erinnerte Momente mit den Freuden und Triumphen - und auch den Fehlern und Demütigungen - verwoben, die uns irgendwie sagen, wer wir sind und warum wir hier sind. Neben tragischen Berichten über Krankheit oder Tod gibt es auch Momente von verblüffender Schönheit, Banalität oder Humor.
»Die Gefühle willkommen zu heißen und sie wieder gehen zu lassen, als wären sie Gäste.«
Nominiert für den Chicago Review of Books Award .
Reviews / Votes
»Schlank, aber kraftvoll (...) Die Kollisionen harter, ungeschönter Fakten beginnen, eine größere Idee davon zu formen, wie wir leben - oder wie wir daran scheitern, wirklich zu leben (...) Ein mutiges Buch (...) Es steckt Kraft darin, Klugheit und eine fast unerträgliche Ehrlichkeit.« LOS ANGELES TIMESMore details
Language
German
Place of publication
Wien
Austria
Edition type
New edition
Dimensions
Height: 126 mm
Width: 208 mm
Thickness: 14 mm
Weight
202 gr
ISBN-13
978-3-903422-60-5 (9783903422605)
Schweitzer Classification
Other editions
Additional editions

Persons
Author
JESSE BALL wurde in New York geboren. Er ist Autor von zahlreichen Büchern und seine Werke wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Er ist Mitglied des Lehrkörpers der School of the Art Institute of Chicago, hat den Plimpton Prize for Fiction der Paris Review gewonnen und stand auf der Longlist für den National Book Award. Er wurde von Granta als einer der besten jungen Romanautoren ausgezeichnet und war Stipendiat der NEA, Creative Capital und der Guggenheim Foundation.
ISNI: 0000 0000 3752 4669
ISNI: 0000 0000 3752 4669
Translation
ALEXANDER LIPPMANN, *1978 in St.Pölten. Lebt und arbeitet als Autor, Musiker und Übersetzer aus dem Englischen in Wien.
Content
Ich erwache am Morgen, ich sitze, ich gehe weite Strecken zu Fuß. Wenn es einen Platz zum Schwimmen gibt, kann ich schwimmen gehen. Wenn ich ein Fahrrad habe, dann fahre ich damit, vor allem, um mich mit jemandem zu treffen. Ich muss mich auf nichts mehr vorbereiten, außer auf meinen Tod, und das mache ich, indem ich lache. Natürlich lache ich nicht über den Tod. Ich lache über mich selbst.
(...)
Ich habe tausende Bücher besessen und ich habe beinahe alle verkauft oder verschenkt. Ich habe beinahe alles, was ich besitze, verkauft oder verschenkt. Jetzt besitze ich nur sehr wenig, einen Rucksack, eine Tasche, ein Zeichenbrett, Taschenmesser, Fernglas, Bambusflöte, ein wenig Kleidung, einige Töpfe und Küchenmesser. Ich besitze ein paar Dinge, die ich nicht gerne besitze: ein Telefon, ein Tablet, einen Jeep. Von manchem kann ich mich bald trennen. Zumindest das Telefon oder das Tablet muss ich aber behalten, um schreiben zu können. Meine letzten drei Bücher habe ich auf dem Telefon geschrieben. Dieses Buch schreibe ich auf dem Tablet. Ich habe diesen Jeep, weil ich in Mississippi lebe, und ohne fahrbaren Untersatz ist es nicht möglich irgendwohin zu kommen. Vor dem Zimmer, in dem ich schlafe, steht ein Baum. Er steht vielleicht fünfzig Meter entfernt. Ich betrachte diesen Baum als meinen Widersacher. Wenn ich vor der Morgendämmerung erwache, starre ich ihn in der Dunkelheit an. Später, wenn ich meditiere, wetteifere ich mit dem Baum und versuche meinen Körper zum Baum zu machen. Bei dieser Übung werde ich ausnahmslos vom Baum gedemütigt. Auch wenn ich den Baum als meinen Widersacher betrachten kann, so bin ich nicht der Widersacher des Baumes. Vielleicht kann ich diese Stellung eines Tages anstreben. Ich bin aus dem Haus gegangen und habe mich dem Baum genähert, und als ich das getan habe, ich kann dir sagen, dass das ein ganz anderer Baum ist als der, den ich von meinem Fenster aus sehe. Man könnte sogar sagen, dass sie sich überhaupt nicht gleichen. Oder etwa nicht?