
Raststätte
Esra&Heit
Eva Borrmann (Publisher)
1st Edition
Published on 23. April 2023
Book
Paperback/Softback
136 pages
978-3-9824986-2-1 (ISBN)
Description
RASTSTÄTTE
Publikation künstlerischer Recherchearbeiten auf der Raststätte Frankenwald
von Michael Akstaller, Eva Borrmann, Urs Humpenöder, Laura Immler, Stephan Janitzky, Hannes Köpke und Julia Liedel
in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.
Ein Blick aus dem Brückenrestaurant Frankenwald über der A9: In einem Panorama verschränken sich abstraktes ökonomisches Kalkül und konkrete Notwendigkeiten des Reisens und Transportierens. Die überteuerten Lebensmittel und Eintrittspreise in die Sanitärräume werden bezahlt von den Familien mit quengelnden Kindern, auf dem Weg
in den Urlaub. Von LKW Fahrer*innen, die ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten müssen. Von Bereitschaftspolizist*innen, die in Mannschaftsstärke bei Mc- Donald's anstehen, nur um dann enttäuscht zu werden: Die Eismaschine ist kaputt. Die Sphären von Produktion und Konsumtion gehen munter ineinander über, spielen alle simultan, rhythmisch leicht entrückt zum Background Noise der weiterströmenden Fahrzeuge.
Sieben Künstler*innen machen im November 2021 die Autobahnraststätte Frankenwald zu ihrem temporären Wohn- und Produktionsort. Durch das gleichzeitige Vor-Ort-Sein verbinden sich mehrere Perspektiven zu einer Raststätten-Skizze: Wie ist es, an einem Ort zu bleiben, an dem längeres Bleiben unerwünscht ist? Wie sind Menschen und Infrastruktur miteinander verwoben? Was sagt uns der Rastplatz als lebendiges Denkmal deutscher Geschichte über das Land der Automobilität und sein Verhältnis zur kapitalisierten Erholung?
Die Publikation enthält auf der Raststätte entstandene literarische Texte, Bilder und Verweise zu Videoarbeiten, sowie dokumentarisches Material der Kurzausstellung "Syposium Raststätte" in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.
More details
Language
German
Place of publication
Leipzig
Germany
Illustrations
50
ISBN-13
978-3-9824986-2-1 (9783982498621)
Schweitzer Classification
Persons
Author
Michael Akstaller studierte an der AdbK Nürnberg und an der HfG in Karlsruhe. 2017 initiierte er gemeinsam mit Jan St.
Werner die Dynamische Akustische Forschung (DAF), die immer noch als eigenständiges Kollektiv agiert.
Er komponierte die Klangkulisse für Alexandra Piricis Terraform (2020) und konzipierte Ulrike Ottingers
Audiohörspiel zu Cosmos Ottinger (2021). In seiner Arbeit beschäftigt sich Michael Akstaller außerdem mit
Beziehungen zwischen Klang und Raumphänomenen.
Eva Borrmann ist freie Choreografin und Tänzerin. Sie arbeitete zusammen mit Johann Kresnik, Joshua Monten, Alexandra
Pirici und deufert&plischke. Als Choreografin arbeitet sie u.a. am Tanzhaus NRW und war Teil des Bodies of
Care-Projektes des Goethe Instituts Indonesien. In ihren Arbeiten verhandelt Borrmann häufig den sozialgeformten
(Frauen-)Körper. Von 2021 - 2023 erhält Eva Borrmann die Impulsförderung der Stadt Nürnberg
und produziert eine dreiteilige Serie zum Thema Kitsch/ Kunst.
Urs Humpenöder studierte Kultur-, Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften sowie Journalistik in Dortmund, Hildesheim,
Konstanz und Leipzig. Nach Hospitanzen in den Feuilletons der Basler Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat er u.a. für die Südwest Presse u. die Deutsche Presse-Agentur geschrieben. Humpenöder lebt in Leipzig und schreibt häufig in
Kollaboration mit Hannes Köpke. Bisherige Arbeiten: Esra & Heit, Kunsthalle Baden-Baden (2021); Selfcare
Erinnerung Strandbefehl, Theaterstück über das Seebad Prora, Rügen (beide mit Köpke); Un Amor oder: Die Erfindung meiner Mutter (2022), Nürnberg.
Laura Immler lebt in Leipzig und arbeitet als Bühnenbildnerin und im musikalischen Bereich in der freien Theaterszene
und in Kunsträumen. Sie studierte Bühnen- und Kostümbild in Dresden und Umweltingenieurwesen in
Konstanz. Ihre Arbeiten entwickelt sie meist kollaborativ - dabei entstehen Performances, Sound-Arbeiten,
und Rauminstallationen. Ihr künstlerisches Interesse liegt darin, vorgefundene Architekturen und Infrastrukturen,
öffentliche und digitale Räume sowie Klangräume zu befragen, einzubeziehen oder zu irritieren.
Ihre Arbeiten kreisen um theoretische Auseinandersetzungen mit einer spätkapitalistischen Gesellschaft,
das Beobachten von Orten und die Hinterfragung des eigenen Standorts, Ressourcenströme und das zukünftige
Leben auf einem zerstörten Planeten.
Stephan Janitzky malt, zeichnet, collagiert, schreibt, arbeitet in München und Wien. Ausstellungen und Performances fanden
unter anderem statt in der Kunsthalle Bonn (2022), im Kunstverein Langenhagen (2022), im Lothringer13
München (2022) und im Künstlerhaus Wien (2021). Mit Sebastian Stein ist er Herausgeber der Künstlerzeitschrift
MUSS STERBEN (http://musssterben.org/) und schreibt die Literatur Kolumne BBC im STARSHIP
Magazin. Weitere Texte veröffentlichte er in Texte zur Kunst und Kultur und Gespenster.
Hannes Köpke studierte Schauspiel- und Opernregie an der Theaterakademie August Everding in München. Unter anderem
inszenierte er Der Eindringling im Marstall des Residenztheaters München und, in Co-Regie mit Franziska
Angerer, die opera seria Il Farnace am Stadttheater Aschaffenburg. 2018 gründete er mit anderen das
interdisziplinäre Kunstkollektiv fachbetrieb rita grechen, mit dem er überwiegend arbeitet. Er inszeniert,
schreibt, performt und musiziert. Mit FEELINGS (Berlin) macht er seit 2021 auch Theaterpädagogik, gemeinsam
arbeiten sie am Film Salon, der sich mit Partizipation im Pflegeheim auseinandersetzt. Köpke lebt in Dresden.
Von entschleunigten, meditativen Handlungen, der Erschaffung eines Gottes und der Frage nach Beziehungen
bis hin zu nackten, farbenfrohen Tänzen nutzt Julia Liedel das Medium der Performance. In ihren
Auftritten erleben wir durch sie neue Welten, in denen sie die Grenzen zu anderen Medien fließend verschiebt.
Julia Liedels Praxis zeigt persönliche Rückmeldungen aus ihrer Umgebung, ihrer Wahrnehmung, die direkt in
Bewegung, Farbe und Klang übersetzt werden. Ihr Interesse gilt der Kommunikation und ihren Konfliktfeldern.
Analytisch und subtil werden Erfahrungen und Situationen in kleine Geschichten übersetzt und per Video oder Performance übertragen.