Die 3 Fragezeichen / Die drei ??? und die späte Rache
cbj (Publisher)
Published on 3. January 2006
Book
Paperback/Softback
128 pages
978-3-570-21566-1 (ISBN)
Article exhausted; check for reprint
Description
Hängt Peters Entführung mit einem früheren Fall der drei ??? zusammen? Justus und Bob machen sich eilig an die Ermittlungen.
'Wir haben Peter. Auge um Auge, Zahn um Zahn.' Ein anonymer Brief schreckt Justus und Bob auf. Das Motiv liegt auf der Hand - anscheinend ein persönlicher Racheakt -, aber wer hat ihren dritten Kompagnon in der Gewalt? Die beiden Freunde vermuten, dass die seltsame Entführung mit einem ihrer zwölf zurückliegenden Fälle zusammenhängt. Offenbar will sich da ein von ihnen überführter Verbrecher rächen. Aber welcher? Sofort durchforsten Justus und Bob fieberhaft ihr Archiv, denn jede Minute zählt.
'Wir haben Peter. Auge um Auge, Zahn um Zahn.' Ein anonymer Brief schreckt Justus und Bob auf. Das Motiv liegt auf der Hand - anscheinend ein persönlicher Racheakt -, aber wer hat ihren dritten Kompagnon in der Gewalt? Die beiden Freunde vermuten, dass die seltsame Entführung mit einem ihrer zwölf zurückliegenden Fälle zusammenhängt. Offenbar will sich da ein von ihnen überführter Verbrecher rächen. Aber welcher? Sofort durchforsten Justus und Bob fieberhaft ihr Archiv, denn jede Minute zählt.
More details
Series
Language
German
Dimensions
Height: 14.3 cm
Width: 10.5 cm
ISBN-13
978-3-570-21566-1 (9783570215661)
Schweitzer Classification
Other editions
New editions

Brigitte Henkel-Waidhofer
Die drei ??? Späte Rache
Book
01/2008
cbj
€6.00
Article is exhausted; no reprint
Content
Die Angst im Nacken
Der Diskjockey drehte auf bis zur Schmerzgrenze. Der Rhythmus der Musik steigerte sich bis zum rasenden Beat. Peter setzte sein Glas auf der Theke ab und nickte Kelly zu. Mit halb geschlossenen Augen bewegte sie sich im Rhythmus des Techno-Hits auf der Stelle. Ab und zu schüttelte sie selbstvergessen den Kopf, sodass ihre schulterlangen Haare um Mund und Stirn flogen. Auf der Tanzfläche wogte eine Menschenmenge. Die meisten hatten die Arme hoch hinaufgereckt und schnipsten mit den Fingern, und über das ganze tanzende, singende, johlende Getümmel hinweg zuckten die bunten Blitze rotierender Scheinwerfer.
'The Red Devils!', brüllte Peter in Kellys Ohr.
'Ich weiß!', schrie sie zurück. 'Deine Lieblingsband!'
Sie glitt vom Stuhl, nahm seine Hand und zog ihn zur Tanzfläche. Sich in das Menschenknäuel hineinzudrängen, wäre aussichtslos gewesen, also blieben sie am Rand stehen. Der Boden unter ihnen schien zu vibrieren, sie spürten das Wummern der Bässe am ganzen Körper und ihre Lippen begannen das Lied der Roten Teufel vom blauen Planeten Erde wie von selbst mitzusummen. Peter ließ sich vom rasenden Pulsschlag der Musik mitreißen. Selbst die Knüffe, die ihm ein ausgelassener Nachbar versetzte, spürte er nicht. Als Kelly ihm das erste Mal auf den Fuß trat, bekam er nichts da von mit. Beim zweiten Mal glaubte er, es sei ein Versehen. Nach dem dritten sanften Tritt öffnete er die Augen. Kelly hatte aufgehört zu tanzen und hielt ihrem Freund lächelnd die Armbanduhr unter die Nase. 'Hey! Komm wieder zurück!'
Peter beugte sich über das Zifferblatt und erschrak. Es war fast elf Uhr. Er hatte seinen Eltern hoch und heilig versprochen, um halb zwölf daheim zu sein. Schließlich mussten die paar Schultage bis zum Ferienbeginn noch mit Anstand über die Bühne gebracht werden, und Kelly hatte Mrs Shaw am Telefon ihr großes Ehrenwort gegeben, dass der Filius nicht wieder so spät nach Hause kommen würde wie an den letzten beiden Abenden. Peter war nämlich seit einiger Zeit ständig in der neuen Disko von Rocky Beach anzutreffen.
Im ersten Moment wollte er den Arm mit der lästigen Uhr beiseite schieben. Aber dann sah er den freundlichen, unerbittlichen Ausdruck in Kellys Gesicht. Wenn sie den aufsetzte, das wusste er, hatte Widerspruch wenig Sinn. Der Song vom bedrohten Globus dröhnte seinem Ende entgegen und Peters temperamentvoller Nebenmann rammte ihm ein letztes Mal den Ellbogen in die Seite.
Resigniert zuckte er die Achseln. 'Na schön!', brüllte er. 'Der Klügere gibt nach.' Sein Nachbar drehte sich zu ihm um. 'Bist du sicher, dass du das bist?', fragte er mit einem unverschämten Grinsen.
Peter verkniff sich eine Antwort. Er nahm Kellys Hand und zog seine Freundin hinter sich her zum Ausgang. Sie stiegen die Treppe hinauf und passierten zwei dick gepolsterte Türen, ehe sie auf die Straße kamen. Über ihnen funkelte ein gewaltiger Sternenhimmel. Peter brauchte etwas Zeit, um sich an die unwirkliche Stille zu gewöhnen. Weit entfernt drang gedämpft der Techno-Sound herüber. Ein Motorradfahrer preschte durch das Industriegebiet, in dem die Stadtväter von Rocky Beach den Bau des neuen Musiktreffs genehmigt hatten. Eine richtig große Disko mit allen technischen Schikanen, wie Peter stets hervorhob, wenn er seinem Freund Justus Jonas, einem Disko-Muffel, die Vorzüge des neuen Jugendtreffs anpries. Aber der Erste Detektiv der drei ??? zog bei diesem Thema nur verächtliche Grimassen und meinte, Peter solle lieber ein gutes Buch lesen. 'Davon hast du mehr, lieber Freund', pflegte er zu sagen und klopfte ihm dabei väterlich auf die Schulter. 'Jedenfalls langfristig.'
Peter legte den Arm um Kelly und schlenderte mit ihr über die Straße zum Parkplatz. Sie zückte ihren Schlüssel, er riss die Tür des alten Ford auf und verbeugte sich, so wie übereifrige Chauffeure es im Fernsehen tun, wenn ihre Bosse ein- oder aussteigen. Von innen drehte sie die Scheibe herunter.
'War ein toller Abend', schwärmte er.
'War es.' Ihr Zeigefinger berührte Peters Nase. 'Schade, dass andere Jungens nicht so gut tanzen können wie du.'
Verblüfft sah er sie an. Etwas Schlagfertiges fiel ihm nicht ein. 'Wenn du Lust hast, wiederholen wir das heute in einer Woche. Okay?'
'Okay. Wäre prima.'
Sie startete, und er blieb winkend stehen, bis sie die Ausfahrt erreicht hatte. Während er zu seinem eigenen Wagen, einem MG, hinüberging, spürte er am ganzen Körper das Vibrieren der Synthie-Drums nach. Er setzte sich hinters Steuer und musste aufpassen, dass er die ersten Kurven zwischen den Wagenreihen nicht allzu schwungvoll nahm. Es war genau zwei Minuten nach elf. In einer Viertelstunde würde er zu Hause sein. 'Geradezu überpünktlich', murmelte Peter. Er drehte das Radio auf und bekam gerade noch das Ende der Nachrichten mit. Eine große Konferenz der Vereinten Nationen in Europa war sich wieder mal nicht darüber einig geworden, was gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre unternommen werden sollte. Peter rollte auf die Hauptstraße und hörte nur halb den Beginn der Sportnachrichten. Seine Football-Lieblinge aus Los Angeles hatten haushoch gegen eine texanische Mannschaft verloren. In der Dunkelheit huschten die letzten Flachbauten des Industriegebietes vorüber. Peter knipste das Radio wieder aus, um ungestört sein Lieblingslied der 'Red Devils' zu summen.
Da spürte er eine Bewegung in seinem Rücken. Etwas Kaltes, Hartes bohrte sich in seinen Hals. Peter ließ das Steuer los und griff nach hinten. 'Hände weg!', zischte es. 'Beide Hände ans Steuer!' Sein Arm wurde nach vorn geschubst. Unwillkürlich stieg Peter auf die Bremse.
'Weiterfahren!', kam prompt das Kommando. Der Druck im Nacken verstärkte sich. 'Und wenn ich das nicht tue?'
'Das würdest du bereuen!', bellte es. 'Da vorn fahren wir ein Stück in den Wald.'
'Warum?', fragte Peter. 'Meine Eltern warten auf mich.'
'Wenn du nicht tust, was ich dir sage, werden sie sehr lange auf dich warten.' Die Stimme war schneidend scharf. Der harte, kalte Gegenstand wurde mit Nachdruck gegen seinen Nacken gepresst, sodass Peters Kopf ein Stück nach vorn flog. Er beschloss nachzugeben. Sachte fuhr er wieder an und rollte weiter, bis ein schmaler Seitenpfad ins Licht der Scheinwerfer kam.
'Dort hinein!', tönte die barsche Stimme in seinem Rücken. Peter gehorchte.
Der Diskjockey drehte auf bis zur Schmerzgrenze. Der Rhythmus der Musik steigerte sich bis zum rasenden Beat. Peter setzte sein Glas auf der Theke ab und nickte Kelly zu. Mit halb geschlossenen Augen bewegte sie sich im Rhythmus des Techno-Hits auf der Stelle. Ab und zu schüttelte sie selbstvergessen den Kopf, sodass ihre schulterlangen Haare um Mund und Stirn flogen. Auf der Tanzfläche wogte eine Menschenmenge. Die meisten hatten die Arme hoch hinaufgereckt und schnipsten mit den Fingern, und über das ganze tanzende, singende, johlende Getümmel hinweg zuckten die bunten Blitze rotierender Scheinwerfer.
'The Red Devils!', brüllte Peter in Kellys Ohr.
'Ich weiß!', schrie sie zurück. 'Deine Lieblingsband!'
Sie glitt vom Stuhl, nahm seine Hand und zog ihn zur Tanzfläche. Sich in das Menschenknäuel hineinzudrängen, wäre aussichtslos gewesen, also blieben sie am Rand stehen. Der Boden unter ihnen schien zu vibrieren, sie spürten das Wummern der Bässe am ganzen Körper und ihre Lippen begannen das Lied der Roten Teufel vom blauen Planeten Erde wie von selbst mitzusummen. Peter ließ sich vom rasenden Pulsschlag der Musik mitreißen. Selbst die Knüffe, die ihm ein ausgelassener Nachbar versetzte, spürte er nicht. Als Kelly ihm das erste Mal auf den Fuß trat, bekam er nichts da von mit. Beim zweiten Mal glaubte er, es sei ein Versehen. Nach dem dritten sanften Tritt öffnete er die Augen. Kelly hatte aufgehört zu tanzen und hielt ihrem Freund lächelnd die Armbanduhr unter die Nase. 'Hey! Komm wieder zurück!'
Peter beugte sich über das Zifferblatt und erschrak. Es war fast elf Uhr. Er hatte seinen Eltern hoch und heilig versprochen, um halb zwölf daheim zu sein. Schließlich mussten die paar Schultage bis zum Ferienbeginn noch mit Anstand über die Bühne gebracht werden, und Kelly hatte Mrs Shaw am Telefon ihr großes Ehrenwort gegeben, dass der Filius nicht wieder so spät nach Hause kommen würde wie an den letzten beiden Abenden. Peter war nämlich seit einiger Zeit ständig in der neuen Disko von Rocky Beach anzutreffen.
Im ersten Moment wollte er den Arm mit der lästigen Uhr beiseite schieben. Aber dann sah er den freundlichen, unerbittlichen Ausdruck in Kellys Gesicht. Wenn sie den aufsetzte, das wusste er, hatte Widerspruch wenig Sinn. Der Song vom bedrohten Globus dröhnte seinem Ende entgegen und Peters temperamentvoller Nebenmann rammte ihm ein letztes Mal den Ellbogen in die Seite.
Resigniert zuckte er die Achseln. 'Na schön!', brüllte er. 'Der Klügere gibt nach.' Sein Nachbar drehte sich zu ihm um. 'Bist du sicher, dass du das bist?', fragte er mit einem unverschämten Grinsen.
Peter verkniff sich eine Antwort. Er nahm Kellys Hand und zog seine Freundin hinter sich her zum Ausgang. Sie stiegen die Treppe hinauf und passierten zwei dick gepolsterte Türen, ehe sie auf die Straße kamen. Über ihnen funkelte ein gewaltiger Sternenhimmel. Peter brauchte etwas Zeit, um sich an die unwirkliche Stille zu gewöhnen. Weit entfernt drang gedämpft der Techno-Sound herüber. Ein Motorradfahrer preschte durch das Industriegebiet, in dem die Stadtväter von Rocky Beach den Bau des neuen Musiktreffs genehmigt hatten. Eine richtig große Disko mit allen technischen Schikanen, wie Peter stets hervorhob, wenn er seinem Freund Justus Jonas, einem Disko-Muffel, die Vorzüge des neuen Jugendtreffs anpries. Aber der Erste Detektiv der drei ??? zog bei diesem Thema nur verächtliche Grimassen und meinte, Peter solle lieber ein gutes Buch lesen. 'Davon hast du mehr, lieber Freund', pflegte er zu sagen und klopfte ihm dabei väterlich auf die Schulter. 'Jedenfalls langfristig.'
Peter legte den Arm um Kelly und schlenderte mit ihr über die Straße zum Parkplatz. Sie zückte ihren Schlüssel, er riss die Tür des alten Ford auf und verbeugte sich, so wie übereifrige Chauffeure es im Fernsehen tun, wenn ihre Bosse ein- oder aussteigen. Von innen drehte sie die Scheibe herunter.
'War ein toller Abend', schwärmte er.
'War es.' Ihr Zeigefinger berührte Peters Nase. 'Schade, dass andere Jungens nicht so gut tanzen können wie du.'
Verblüfft sah er sie an. Etwas Schlagfertiges fiel ihm nicht ein. 'Wenn du Lust hast, wiederholen wir das heute in einer Woche. Okay?'
'Okay. Wäre prima.'
Sie startete, und er blieb winkend stehen, bis sie die Ausfahrt erreicht hatte. Während er zu seinem eigenen Wagen, einem MG, hinüberging, spürte er am ganzen Körper das Vibrieren der Synthie-Drums nach. Er setzte sich hinters Steuer und musste aufpassen, dass er die ersten Kurven zwischen den Wagenreihen nicht allzu schwungvoll nahm. Es war genau zwei Minuten nach elf. In einer Viertelstunde würde er zu Hause sein. 'Geradezu überpünktlich', murmelte Peter. Er drehte das Radio auf und bekam gerade noch das Ende der Nachrichten mit. Eine große Konferenz der Vereinten Nationen in Europa war sich wieder mal nicht darüber einig geworden, was gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre unternommen werden sollte. Peter rollte auf die Hauptstraße und hörte nur halb den Beginn der Sportnachrichten. Seine Football-Lieblinge aus Los Angeles hatten haushoch gegen eine texanische Mannschaft verloren. In der Dunkelheit huschten die letzten Flachbauten des Industriegebietes vorüber. Peter knipste das Radio wieder aus, um ungestört sein Lieblingslied der 'Red Devils' zu summen.
Da spürte er eine Bewegung in seinem Rücken. Etwas Kaltes, Hartes bohrte sich in seinen Hals. Peter ließ das Steuer los und griff nach hinten. 'Hände weg!', zischte es. 'Beide Hände ans Steuer!' Sein Arm wurde nach vorn geschubst. Unwillkürlich stieg Peter auf die Bremse.
'Weiterfahren!', kam prompt das Kommando. Der Druck im Nacken verstärkte sich. 'Und wenn ich das nicht tue?'
'Das würdest du bereuen!', bellte es. 'Da vorn fahren wir ein Stück in den Wald.'
'Warum?', fragte Peter. 'Meine Eltern warten auf mich.'
'Wenn du nicht tust, was ich dir sage, werden sie sehr lange auf dich warten.' Die Stimme war schneidend scharf. Der harte, kalte Gegenstand wurde mit Nachdruck gegen seinen Nacken gepresst, sodass Peters Kopf ein Stück nach vorn flog. Er beschloss nachzugeben. Sachte fuhr er wieder an und rollte weiter, bis ein schmaler Seitenpfad ins Licht der Scheinwerfer kam.
'Dort hinein!', tönte die barsche Stimme in seinem Rücken. Peter gehorchte.