Gelebte Wertschätzung

Eine Haltung wird lebendig
 
 
Kösel-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2013
  • |
  • 224 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-12955-2 (ISBN)
 
Inspirationen für eine lebenswerte Zukunft

Nicht nur die Fußballweltmeisterschaft hat es gezeigt - unsere Gesellschaft ist reif für eine neue Kultur der Wertschätzung. Lassen Sie sich inspirieren: Wertschätzung schafft Verbundenheit, sie unterstützt unser Potenzial und, das beweisen etliche Beispiele aus Politik, Ökologie und Wirtschaft: Eine wertschätzende Haltung hat ganz konkrete positive Auswirkungen.

Barbara Mettler-v.Meibom gelingt in ihrem Buch ein wunderbares Kaleidoskop: Unterstützt durch viele ermutigende Beispiele, Reflexionsfragen und Übungen erfährt der Leser, wie das eigene Leben durch eine Haltung der Wertschätzung bereichert wird.

  • Deutsch
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Kösel
  • 0,92 MB
978-3-641-12955-2 (9783641129552)
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Einführung


Von Beispielen lernen


Wie kann Wertschätzung lebendig werden? Darum geht es in diesem Buch. Was nützen Einsichten, Erkenntnisse, Überlegungen und Theorien, wenn sie sich nicht in Handeln übersetzen? Dieses Buch führt Gedanken fort, die ich in dem Buch Wertschätzung: Wege zum Frieden mit der inneren und äußeren Natur2 niedergelegt habe. Dort ging es mir darum zu zeigen, dass Wertschätzung eine unverzichtbare Kraft ist, warum sie heute so wichtig ist, wie sie entsteht, wie sie sich ausdrückt und wie sie durch Verfahren und Rituale gefördert werden kann.3 Im vorliegenden Buch geht es darum, konkret zu werden.

Wertschätzung – so wie ich sie verstehe – ist eine Haltung des Herzens, die sich auf die eigene Person, die Mitmenschen und auf die natürliche Mitwelt bezieht und die zuerst einmal akzeptiert, was ist.

Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Achten wir es, so fördern wir den Frieden in uns selbst, in unserem Miteinander und im Verhältnis zu unserer natürlichen Mitwelt. Wertschätzung ist letztlich unteilbar.

Doch sie zu leben, fällt jedem schwer – dem einen mehr, dem anderen weniger. Deswegen ist es hilfreich, sich auf Beispiele zu besinnen, in denen Wertschätzung gelebt wird. Wir Menschen brauchen Vorbilder, Menschen, die uns zeigen, was möglich ist. Dies regt uns an, selbst den Mut und die Kraft zum eigenen Tun zu entwickeln. Beispiele aus unterschiedlichen Lebensbereichen und Kulturen zeigen die Fülle der Möglichkeiten, aber auch die Breite der Notwendigkeiten. Wertschätzung kennt keine Grenzen. Wenn Wertschätzung eine prägende Kraft im Gewebe unseres Lebens werden soll, dann können wir nicht dort Halt machen, wo es für uns bequem und vertraut ist. Die Kraft der Wertschätzung lässt sich mehr und mehr ausdehnen und ausweiten. Es ist ein nie endender Prozess, in dem ich immer mehr und immer Fremderes in den Raum meiner wertschätzenden Aufmerksamkeit und Achtsamkeit einbeziehen kann.

Für den einen geht es vor allem darum, Wertschätzung sich selbst gegenüber zu entwickeln; sie macht erst wirklich frei, auch anderen dieselbe Haltung entgegenzubringen. Dem anderen stellen sich besondere Herausforderungen im privaten Alltag oder im Beruf; wieder andere spüren, dass sie sich für mehr Wertschätzung in der Gesellschaft oder im Verhältnis zur natürlichen Mitwelt einsetzen möchten.

Wert finden, Wert schätzen und Wert schöpfen


Wert finden, Wert schätzen und Wert schöpfen, so kann man den Prozess umschreiben, der durch wertschätzende Achtsamkeit angestoßen wird.4 Die erste Stufe ist, überhaupt einen Wert zu entdecken. Dabei gilt es, Abschied zu nehmen vom Klagen, Sichbeschweren und Sich-selbst-Bemitleiden und stattdessen die Augen, Ohren und Herzen zu öffnen für die vielfältigen Geschenke, die uns das Leben macht.

Was aber, wenn es nichts wertzuschätzen gibt, wenn ich mich mit persönlichen, sozialen, politischen oder ökologischen Verwerfungen und Katastrophen konfrontiert sehe? Dann wird es weitaus schwieriger. Doch Wert zu finden und Wert zu schätzen beschränkt sich nicht nur auf das vermeintlich Gute und Angenehme. Wert finden und Wert schätzen heißt, den Realitäten ins Gesicht zu sehen und sie erst einmal zu akzeptieren, wie sie sind. Wird die Wirklichkeit nicht akzeptiert, wie sie ist, so sind die Energien in Abwehr, Angst und Verdrängung, in Scham- und Schuldgefühlen oder im Gefühl der eigenen Ohnmacht gebunden. Akzeptiere ich jedoch die Wirklichkeit als das, was sie ist, nämlich als wirklich, dann werden diese Energien frei, um Zukünfte hervorzubringen, die den eigenen Visionen und Hoffnungen eher gerecht werden.

Dies ist möglich aus einer Haltung des Lernens. Wenn wir die Welt und das Leben als eine Bühne begreifen, auf die Gott uns gestellt hat, damit wir unseren freien Willen nutzen und Erfahrungen machen können, dann sind unsere Erfahrungen genau die Lernschritte, die es jetzt zu bewältigen gilt. Hilfreich hierbei ist es, wenn ich mich – angesichts von Problemen aller Art – auf das so genannte »Gute im Schlechten« konzentriere. Jede Katastrophe, welcher Art auch immer, hat nicht nur Schattenseiten, sondern auch positive Aspekte. Gelingt es, diese zu entdecken, dann ist ein entscheidender Schritt gemacht, um die eigene Gestaltungskraft zurückzugewinnen.

Das hat nichts mit Beschönigen oder Schönreden zu tun. Gerade Prüfungen und Beschwernisse sind ein Schlüssel zur Transformation. Im individuellen Leben sind Krankheit, Verlust geliebter Menschen, Arbeitsplatz- oder Reputationsverlust Tore, die uns zu einer ganz neuen Achtsamkeit und Wertschätzung gegenüber den Geschenken des Lebens verhelfen können. Gesellschaftlich und politisch sind Ungerechtigkeit, sozialer Unfriede und kriegerische Auseinandersetzungen eine Herausforderung zum Humanen, an der wir wachsen können. Ökologisch sind die Zerstörungen, die wir derzeit erleben, Zeichen, die uns zu einem wertschätzenden Umgang mit der Natur auffordern. In diesem Sinne gilt der Satz: »Was ist, ist heilig.« Es ist das, was Gott uns zu lernen aufgegeben hat – mag es der liebevollere Umgang mit mir selbst sein, eine achtsamere Haltung untereinander oder eine Haltung der Dankbarkeit gegenüber der Natur, die uns nährt und erhält.

Wertschätzung zu erlernen und zu leben wird damit zu einem Prozess des – spirituellen – Selbstmanagements und letztlich der Selbsttransformation. Sein Ziel ist, zu werden, wer wir sind und schon immer waren: eine Verkörperung der Liebe Gottes, fähig zu lieben und unsere Liebe auf uns selbst und unsere soziale und natürliche Mitwelt auszudehnen.

Wie steht es nun um die Möglichkeit, nicht nur Wert zu finden und Wert zu schätzen, sondern auch Wert zu schöpfen? Wertschöpfung ist ein Begriff, der üblicherweise in der Betriebswirtschaft verwendet wird. Er bezieht sich auf finanzielle und monetäre Größen. Doch Werte lassen sich nicht nur materiell schöpfen. Die wichtigsten Werte sind in Geld nicht aufzuwiegen. Es sind immaterielle Werte: Friede, Freude, Glück, Wohlbefinden, soziale Nähe und Einbindung, Verstehen und Verständigung, Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Harmonie, Selbstentfaltung, Wissen und Weisheit. All dies sind immaterielle Werte, nach denen wir uns sehnen.

Wertschätzung ist der Schlüssel, um solche immateriellen Werte zu schaffen. Und erstaunlich genug: Die immateriellen Werte sind die entscheidende Voraussetzung dafür, dass auch materielle Werte geschaffen werden können. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Ein glücklicher und zufriedener Mensch hat im Leben einfach mehr Erfolg als jemand, der griesgrämig mit sich und anderen ist, der hadert und überall Unheil wittert. Eine wertschätzende Person hat eine positive Ausstrahlung; sie ist offen zu lernen, und wir suchen gerne ihre Nähe und Kooperation und bringen ihr Vertrauen entgegen, wenn sie eine Führungsfunktion hat. Ein griesgrämiger Mensch hingegen stößt eher ab, und man versucht, seine Nähe zu vermeiden. Das ist nur allzu natürlich.

Das Gleiche gilt auf organisatorischer Ebene: Eine Organisation, die nach innen und außen Wertschätzung lebt, ist effizienter und erfolgreicher. Ihre Führungskräfte schaffen eine Organisationskultur und -struktur, in der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich stärker einsetzen, lernoffener sind, weniger krank werden, sich klarer mit der Organisation identifizieren. Materielle Wertschöpfungsprozesse werden unterstützt und es wird eine erhöhte Kundenbindung bewirkt. So erweist sich eine gelebte Wertschätzung als ein hilfreicher Weg für ein erfolgreiches Leben auch auf der materiellen Ebene. Sie aktiviert Kräfte in uns, die uns anregen, unsere Ideale, unsere Potenziale und unseren Willen zum Wohle des Ganzen einzusetzen.

Die nachfolgenden Beispiele einer wertschätzenden Praxis führen Sie in sehr unterschiedliche Aktivitätsfelder. Unterstützt zum Teil durch einführende Überlegungen, möchte ich die Aufmerksamkeit darauf lenken, in wie vielen Feldern Wertschätzung bereits jetzt gelebt wird und in Zukunft noch mehr gelebt werden kann.

Wertschätzung unterstützt den Frieden mit sich und anderen. Das habe ich im ersten Buch gezeigt. Frieden in einem Menschen teilt sich der Umwelt mit. Er schafft Frieden im Außen. Deswegen suchen wir nach Menschen, die eine Ausstrahlung des Friedens haben. Deswegen schaffen Menschen, die mit sich selbst im Frieden sind, Frieden – egal ob es Politiker und Politikerinnen sind, Führungskräfte in der Wirtschaft, Professoren oder Professorinnen, Lehrer oder Lehrerinnen, Mütter oder Väter. In der Gegenwart von Menschen, die im Frieden mit sich sind, fühlen wir uns wohl. Wir vertrauen ihnen. Der Aufruhr der eigenen Gefühle beruhigt sich. Die Gedankenschwere lässt nach. Dramatische emotionale Höhen und Tiefen, das Hin- und Herpendeln zwischen Glück und Leid, Freude und Kummer, Hoffnung und Enttäuschung werden geringer. Das Leben erscheint leichter. Gleich-Mut stellt sich ein. Gleich-Mut entsteht, wenn ich gelernt habe, mich nicht mehr mit dem zu identifizieren, von dem mein Ich bislang annahm, dies sei ich, z.B.: »groß – stark – intelligent – reich« oder in der anderen Variante »klein – schwach – dumm – arm«.

Frieden entsteht, wenn ich wertschätze, was ist, und damit frei werde, aus einer größeren Weisheit und Gelassenheit heraus mein Leben zu führen. Dass dies in Ansätzen jedem von uns möglich ist, dass wir unsere Gesellschaft friedlicher machen können, wenn wir aus dieser Haltung handeln, sollen die folgenden Kapitel zeigen.

Im ersten Teil geht es um die Beziehung zu mir selbst und zu anderen. Nagende Selbstkritik, ständiger Selbstzweifel, Selbstmitleid oder eine Überhöhung der eigenen...

"Nur ein Klima von Achtung, Respekt und Anerkennung entfalten Menschen und ihre Potentiale, gedeihen Kooperationen, Motivation und Vertrauen."

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