Beziehungsglück

Wie "Liebe dich selbst" im Alltag funktioniert
 
 
Graefe und Unzer Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Mai 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8338-2434-0 (ISBN)
 
Was ist das Geheimnis einer glücklichen Partnerschaft? Es ist der einfache, aber radikale Wechsel des Blickwinkels: weg vom anderen, hin zu mir selbst. Dazu gehört eine gute Portion Ehrlichkeit und die Bereitschaft mich selbst so anzunehmen wie ich bin. Dann können Wunder geschehen. Das neue Buch des Bestseller-Autorenpaares Eva-Maria und Wolfram Zurhorst zeigt ganz praktisch, wie jeder Mensch diesen Weg des -Liebe dich selbst- gehen kann. Auf spannende, erfrischende und oft überraschende Weise greifen sie jeweils einen Beziehungsaspekt auf und lenken den Blick des Lesers immer wieder zurück auf das Wesentliche - die eigenen Bedürfnisse, die eigenen Gefühle, Wünsche, Ängste und Sehnsüchte. Schritt für Schritt wird so ein neuer, heilsamer Umgang mit sich selbst und dem Partner möglich: Beziehungsglück!
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Beziehungsglück ist alltägliches Glück


Beziehung, das ist Alltag. Und genau dort liegt auch, oft unvermutet, das Glück verborgen: im ganz alltäglichen Umgang mit dem anderen – und vor allem mit sich selbst.

Aus dem grauen Ehealltag zurück zu Liebe und Lebendigkeit


Kennen Sie ein Paar – und zwar nicht aus Erzählungen oder einem Film – das nach zwanzig Jahren Ehe noch so richtig lebendig und abenteuerlich lebt? Oder gehören Sie auch zu denen, die sich langsam damit abfinden wollen, dass Beziehung auf Dauer eben nicht funktioniert und dass die Ehe ein Ort voller grauer Alltäglichkeit oder im besten Fall voller Sicherheit und Vertrautheit ist?

Mal ehrlich: Sind Sie gerade glücklich und erfüllt in Ihrer Beziehung? Oder hängen Sie fest? Ist die Luft raus? Hat die Routine Sie aufgefressen? Haben Sie eigentlich keine Lust mehr auf das alles? Sitzen Sie gerade zu Hause im trauten Kreis der Familie, verzehren sich aber nach Ihrem Geliebten?

Oder sind Sie einer von diesen selbstständigen, lässigen Singles, die von sich behaupten, dass sie es lieber allein hinkriegen als sich auf Beziehungsödnis einzulassen? Sind Sie ein treu sorgender Familienmensch, tun fürsorglichen, aber langweiligen Dienst nach Vorschrift und kommen Ihren ehelichen Pflichten nach? Sind Sie müde? Würden am liebsten alles hinschmeißen? Denken an Trennung?

Wir haben in unserer Ehe schon fast jeden dieser Zustände erlebt. Aber heute können wir sagen: Wir sind ungeheuer dankbar für unsere Ehe und diesen ganzen Weg. Und zwar vor allem, weil wir heute nicht wissen, wo er uns morgen hinführt. Und weil wir wissen, wie gesund und hilfreich Krisen sind. Eine der wichtigsten Einsichten, die es in Sachen langfristiger Beziehung zu lernen gibt: Partnerschaft ist nicht dazu da, uns Sicherheit zu geben. Und sie ist auch nicht der Ort, an dem wir uns vom restlichen Leben und unseren beruflichen Anforderungen ausruhen können. Partnerschaft ist dazu da, dass wir uns entwickeln und ihr damit immer wieder neu Leben einhauchen. Wenn sie ernsthaft in die Schieflage gerät oder wir im grauen Alltag versumpfen, dann weil wir die Entwicklung verweigern.

Ein Beispiel: Gerd quälten Schuldgefühle, als er zum ersten Mal in unsere Praxis kam. Seit Jahren landete er immer wieder in fremden Betten. »Da war diese Lebendigkeit. Keine Kontrolle. Einfach mal loslassen … Aber trotzdem liebe ich meine Frau und will sie nicht verlassen.« Gerd fühlte sich mittlerweile richtiggehend zerrissen zwischen seiner Sehnsucht nach Lebendigkeit und seiner vertrauten Verbundenheit zu Hause. Im Laufe unserer Gespräche wurde das Fremdgehen an sich immer bedeutungsloser. Einfach weil er entdecken konnte, dass er sich all die Jahre zu Hause angepasst hatte, so wie er es schon bei seinem Vater kennengelernt hatte. Er lebte einen Familienalltag, in dem für sein eigentliches Wesen gar kein Platz war.

»Liebe dich selbst ist nicht ›Piep piep piep – wir haben uns alle lieb.‹ Es ist vielmehr ein kompletter Wandel im Umgang mit sich selbst und der Beziehung – Ihr Fokus liegt auf Ihnen.«

Je mehr Gerd sich selbst kennenlernte und lange verdrängte Bedürfnisse und Gefühle zutage förderte, desto turbulenter wurde es allerdings erst mal auch zu Hause. Lange Unausgesprochenes kam auf den Tisch. Manches in der Ehe wurde infrage gestellt. Aber irgendwann kam sogar seine bis dahin völlig verschlossene Frau mit zu einem Gespräch und meinte: »Die letzten Monate waren eine Achterbahnfahrt – aber irgendwann konnte ich mir endlich eingestehen, dass ich selbst ja auch nicht mehr so weitermachen wollte.« Der erste Schritt in ein schöneres Beziehungsleben!

Also, wie kommt wieder Leben in die Bude? Wie finden Sie den Ausweg aus Beziehungsvermeidung oder Alltagssackgassen? Unser Mittel zur Wiederbelebung hieß »Liebe dich selbst«. Das hat uns aus dem Sumpf geholfen und ist heute unser absolutes Allheilmittel gegen alles, was uns da scheinbar von außen das Leben und unsere Partnerschaft vermiest. »Liebe dich selbst« lenkt Ihren Fokus weg vom anderen, hin zu Ihnen.

»Liebe dich selbst« ganz praktisch

Fragen Sie sich: Was nervt oder verletzt mich gerade am meisten bei meinem Partner (oder – falls Sie Single sind – bei einem möglichen oder vergangenen Partner)? Was macht er nicht? Was macht er falsch? Wo kümmert er sich nicht? Wo geht er über meine Grenzen? Wo geht er nicht gut mit meinen Gefühlen um?

Wenn Ihnen das klar ist, finden Sie zehn Beispiele, wo Sie ebenso mit sich selbst umgehen. Ja, genau: Wo kümmern Sie sich nicht um sich? Nehmen sich keine Zeit für sich? Wann hören Sie Ihrem Inneren nicht zu? Geben Ihren Gefühlen keinen Ausdruck? Sind unehrlich sich selbst gegenüber oder angepasst? Machen anderen etwas vor?

Schauen Sie ohne rosarote Brille auf Ihre Liste. Fragen Sie sich, was Sie konkret im Alltag tun können, um besser mit sich umzugehen. Und fangen Sie an, es auszuprobieren. Das braucht Mut – bringt Ihnen aber schlagartig die Lebendigkeit zurück.

Es gibt sie doch! Die Wunder in Beziehungen


Quatsch! Es gibt keine Wunder – und schon gar nicht in Sachen Partnerschaft! Ihre Ansicht? Wir können Ihnen nur sagen: Wir haben Wunder erlebt. Und erleben sie bis heute immer wieder – mit uns und mit anderen, die zu uns kommen und um Hilfe bitten. Deshalb wollen wir Ihnen natürlich gern zeigen, wie´s geht.

Jetzt sagen Sie vielleicht: Mag ja sein. Aber bei Ihnen, liebe Zurhorsts, und den anderen, die Sie kennen, ist es einfach nicht so verfahren gewesen wie in meiner Beziehung. Da können wir Ihnen nur antworten – abgesehen davon, dass wir auf der Rangliste für potenzielle Scheidungskandidaten jahrelang einen der oberen Plätze belegt haben: Gerade wenn es so richtig schwierig und aussichtslos scheint, gerade dann sind die größten Wunder möglich.

So skeptisch Sie auch sein mögen – aber vielleicht sind Sie ja der Kandidat, der ein Wunder in Sachen Beziehung gerade verdammt gut gebrauchen könnte. Vielleicht haben Sie schon seit fünf Jahren eine Nichtbeziehung. Erzählen allen, dass Sie ja eigentlich nicht zusammen oder eigentlich getrennt sind. Doch irgendwie geht das Nichtzusammen und Nichtrichtiggetrennt immer weiter und klebt Sie mit Ihrem Nicht-so-richtig-Partner fester zusammen als jede Heiratsurkunde.

Oder vielleicht haben Sie Ihrer Geliebten oder Ihrem Geliebten nun schon zwei Dutzend Mal gesagt, dass es vorbei ist. Vielleicht haben Sie Ihrem Ehepartner schon drei Dutzend Mal versprochen, dass Sie nun treu sind und bei ihm bleiben. Aber was Sie auch tun, Sie landen doch immer wieder in diesem fremden Bett.

Vielleicht haben Sie in Sachen Leidenschaft und erfüllendem Sex schon vor Jahren jegliche Hoffnung aufgegeben. Vielleicht sind Sie ja auch so voller Groll und Bitterkeit, dass Sie sich schon hart wie Stein fühlen. Einfach weil Ihr Partner macht, was er will. Und Sie sich benutzt und wertlos vorkommen. Und kein Jammern und Drohen etwas verändert.

Klar, das sieht in diesem Moment vielleicht wirklich ausweglos und scheinbar unveränderbar aus. Aber das liegt nur daran, dass Ihnen die unsichtbaren Geheimnisse, nach denen Beziehungen wirklich funktionieren, noch verborgen sind. Das liegt allerdings nicht daran, dass Sie irgendetwas nicht mitgekriegt oder vermasselt haben. Unsere Erfahrung ist es, dass eigentlich niemandem diese Geheimnisse beigebracht wurden. Keiner hat uns darauf vorbereitet, ein guter Liebhaber, ein echter Liebender und in einer dauerhaften Partnerschaft lebendig zu sein.

»Zuerst müssen Sie überhaupt erst einmal erkennen, was bei Ihnen beiden passiert: Sie müssen die ewig gleichen Muster und Abläufe durchschauen, und zwar indem Sie sie anhalten.«

Also, wollen Sie sich einweihen lassen in die tieferen Geheimnisse des Beziehungsglücks? Wollen Sie es wenigstens mal wagen, zuzulassen, dass ein kleines oder sogar größeres Wunder auch in Ihrer Beziehung, Ihrem Sexleben, in Ihrem Herzen möglich sein könnte – auch wenn scheinbar gerade überhaupt nichts mehr geht?

Der erste Schritt, den Sie dazu wagen müssten, ist sozusagen eine Vollbremsung. Bleiben Sie stehen, werden Sie still und gucken Sie ganz genau hin: Sind Sie an der entscheidenden Stelle immer auf der Flucht? Schweigen Sie, wenn´s eng wird? Oder reden Sie schon seit Ewigkeiten ohne nennenswerte Veränderungen auf Ihren Partner ein?

Sind Sie eher ein Beziehungsrettungsaktivist oder eher ein Bindungs- und Näheverweigerer? Ehrlich gesagt, es ist egal. Keine Strategie ist besser als die andere. Beide bedingen sich einfach nur gegenseitig. Deshalb ist Ihre wichtigste Übung im Moment ganz klar: Sie müssen lernen, von Ihrer altvertrauten Strategie loszulassen.

»Liebe dich selbst« ganz praktisch

Konkret: Wenn Sie beim nächsten Mal wieder in Ihre altgewohnte, aber letztlich nicht hilfreiche Strategie einsteigen wollen, halten Sie an! Machen Sie sich bewusst, dass Sie jetzt wieder zum Vortrag oder zur Flucht ansetzen – und: Tun Sie es nicht!

Fragen Sie sich jetzt: Aber was dann? Das ist im Moment noch nicht wichtig. Im Moment zählt nur, dass Sie lernen, das alte Muster zu durchbrechen. Allein dadurch entsteht Platz. Eine Art Vakuum, in das das Neue oft von ganz allein einzieht. Lassen Sie sich überraschen, was passieren wird!

Es ist egal, wen Sie heiraten (oder schon geheiratet haben)


Um den nötigen Schwung in verfahrene Situationen zu bringen, provozieren wir gern ein bisschen. Also sagen wir: Es ist egal, wen...

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