Für das Kind statt gegen die Sucht

Hilfe, mein Kind zockt!
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Mai 2020
  • |
  • 164 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7519-4022-1 (ISBN)
 
Dieses Buch gibt Eltern die wichtigsten Antworten, auf Fragen rund um den Themenkomplex Kinder, Computerspiele und Computerspielsucht.

Nach diesem Buch weißt Du ganz genau ob Dein Kind betroffen ist, wer Schuld trägt und was Du präventiv, kurativ oder rehabilitativ für Dein Kind tun kannst. Du wirst wissen, was auf biologischer, neuronaler, psycho- wie physiologischer Basis in Deinem Kind vor sich geht.

Du bekommst außerdem praktische Verhaltenshinweise und alltagstaugliche Handlungsschritte, um Dein Kind wieder in den harmonischen Kreis der Familie zurückzuholen und die Situation wieder zu meistern.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,20 MB
978-3-7519-4022-1 (9783751940221)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Mein Name ist Benjamin Zollmann. Ich habe 22 meiner 38 Lebensjahre in schwerer Computerspielsucht verbracht. Weitere sieben Jahre habe ich abstinent von Computerspielen gelebt.

In diesen sieben Jahren habe ich mich aus meinem Leben als merkwürdiger, einsamer Gaming-Nerd befreit und lebe nun ein selbstbestimmtes Leben voller Freunde, Familie und einer Partnerin, die mich liebt. Dabei ist Computerspielsucht als Spektrum in jeder Bevölkerungsschicht vertreten.

Während den 22 Jahren meiner Sucht wurde ich Vermessungstechniker, IT-Systemelektroniker, Physiotherapeut und war noch 12 Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Ich war süchtig trotz gesundem Umfeld. Nachdem ich die Bundeswehr in 2012 verlassen hatte wurde mir klar, dass ich mein Leben endlich in die Hand nehmen musste.

Sieben Jahre der Abstinenz später helfe ich jetzt den Menschen, an deren Stelle ich einst stand. Ich helfe Betroffenen wie auch Angehörigen und auch Paaren, das Thema Computerspiele endlich wieder in den Griff zu bekommen und dem Endboss Leben ins Gesicht zu spucken. Es ist mir eine Herzensangelegenheit genau da zu helfen, wo ich einst keine Hilfe fand.

Welche Anzeichen einer Gaming Disorder gibt es?


  1. Voreingenommenheit durch Computerspiele. Wenn der Betroffene im Grunde genommen an nichts anderes mehr denken kann, als an das nächste Spiel oder in ständiger Erwartung auf die nächste Spielesession ist. Wenn Gaming den Tag vorgibt.
  2. Entzugserscheinungen. Wenn der Betroffene Irritiertheit, Ängstlichkeit, Langeweile, Verlangen oder Traurigkeit äußert, weil er nicht spielen kann.
  3. Toleranz gegenüber zeitlich zunehmendem Gaming. Dies kann vom Drang der Komplettierung eines Spieles und seiner Ziele oder auch durch die bloße Befriedigung der Grundlegenden Bedürfnisse des Menschen durch Computerspiele motiviert sein. (Dazu später mehr.)
  4. Erfolglose Versuche, sich eigenständig vom Gaming fernzuhalten.
  5. Verlust von Interessen und vorangegangenen Hobbies aufgrund von Gaming
  6. Exzessives Spielen, obwohl der Person die psychologischen und negativen Konsequenzen bekannt sind, die daraus entstehen.
  7. Ablehnung von Familienmitgliedern, Freunden oder ärztlichen Hilfestellungen in Bezug auf das eigene Spielverhalten
  8. Spielen von Computerspielen, um negativen Emotionen zu entgehen
  9. Aufs-Spiel-Setzen von Familie, Schule, Beruf, zwischenmenschlichen Beziehungen. Besonders dann, wenn der Betroffene lügt, um spielen zu können.

Wir wissen jetzt also wovon wir sprechen, wenn wir die Gaming Disorder meinen, dann lass uns doch jetzt mal anschauen, warum Dein Kind überhaupt spielt. Denn genau das ist der zentrale Schlüsselpunkt, der Dir Aufschluss darüber gibt, was Deinem Kind gegebenenfalls fehlen könnte.

Das Ding mit den Fragen


Hier ein kurzer Exkurs zum Thema Fragen und wie unser Gehirn damit umgeht. Denn vielen Eltern fällt es häufig schwer, die erhaltenen Informationen in ihrem heimischen Umfeld umzusetzen. Dahingehend helfen Fragen und ich möchte Dir auch erklären, warum genau diese so gut funktionieren und wie Du sie anwendest.

Fragen. Unser Gehirn liebt Fragen. Ist es Dir schon mal passiert, dass Du das Gefühl hattest, eine Antwort auf eine Frage zu haben, noch bevor sie überhaupt gestellt wurde? Hast Du Dich gefragt, wie es sein kann, warum Du Dir manchmal Fragen einfach so stellst, ohne dass Du weißt, woher sie jetzt eigentlich gekommen sind? Du siehst einen Krimi und augenblicklich nach dem tragischen Versterben des Opfers stellt sich Dein Gehirn die Frage: "Wer war der Täter?" Ist doch komisch, oder etwa nicht? Da stellen wir uns den ganzen lieben langen Tag Fragen und Fragen uns doch nie, warum eigentlich? Wozu sollen die gut sein?

Doch die Antwort kennst Du bereits. Nicht war? Genau. Fragen dienen uns zur Lösung eines Problems. Sie geben uns Antworten auf unsere dringensten Fragen. Wenn Du Dich also fragst, wer der Täter war, dann spinnt Dein Kopf sich automatisch verschiedene Vermutungen, den vermeintlichen Täter, das Alibi und den weiteren Verlauf des Krimis zusammen. Ist doch so, oder etwa nicht? Du sitzt da und Dein Kopf spinnt Dir diese Geschichte zusammen. Völlig irre, was unser Kopf da leisten kann. Im Bruchteil einer Sekunde hat Dein Kopf Dir eine gesamte Barrage an Antworten an die Hand gegeben, mit der Du auf des Rätsels Lösung kommen sollst.

Wir halten also mal fest: Dein Kopf liebt Fragen und er liebt es noch viel mehr, Dir die entsprechenden Antworten darauf zu liefern. Was wäre jetzt, wenn Du genau diese Fähigkeit und diese wahnsinnige Vorliebe Deines Gehirnes für Dich und Dein Kind/ Deine Familie nutzen könntest? Wie klasse wäre das denn, wenn Du Dir ganz instinktiv Fragen zum Thema Gaming Disorder und Computerspiele stellen und in Sekundenbruchteilen die Antworten auf all die Fragen hättest? Was damit wohl alles möglich wäre.

Ich bitte Dich also in Zukunft folgendes zu tun:

Wann immer Du

  • im Bereich der Erziehung Deines Kindes,
  • Deiner eigenen persönlichen Weiterentwicklung als Elternteil, Mensch und Person
  • wie auch beim Lesen dieses Buches

auf Dinge stößt, die Du nicht gleich verstehst, dann stelle Dir die passenden Fragen. Wenn Du die richtigen Fragen stellst, kann Dein Kopf gar nicht anders, als Dir die richtigen Antworten zu liefern. Dein Kopf kann Dich nicht anlügen. Ein Beispiel:

Nehmen wir einmal an, Du hast festgestellt, dass Dein Sohn immer dann ausrastet, wenn Du seiner PlayStation den Stecker ziehst und Du möchtest vermeiden, dass er so ausrastet. Welche Fragen könnten Dir dann in den Sinn kommen?

  • Wieso denn jeden Abend das gleiche Theater?
  • Warum ausgerechnet ich?
  • Womit hab ich das verdient?
  • Wieso hört er nicht auf mich?
  • Was mache ich falsch?
  • Wie konnte es so weit gekommen?
  • Was muss ich machen, damit er nicht so ausrastet?
  • Wen muss ich fragen, wenn ich nicht weiter weiß?
  • Liegt es vielleicht an mir, dass er so ausrastet?
  • Habe ich es ihm versucht zu erklären, warum ich den Stecker ziehe?

Das sind natürlich nur einige wenige. Die Zahl der möglichen Fragen geht gegen unendlich. Doch wenn Du Dir die Fragen so anschaust, fällt Dir da etwas auf? In Bezug auf die Art und Weise wie gefragt wurde? Einige der Fragen sind zielgerichteter als andere. Die Frage "Womit hab ich das verdient?" ist zum Beispiel wenig zielbezogen, denn die Antwort darauf wird Dir entweder nicht gefallen: "Du hast in der Erziehung die falschen Entscheidungen getroffen." oder sie bringen Dich nicht weiter in Richtung Deines Zieles: "Weil Du nicht konsequent genug warst."

Wohingegen eine Frage wie: "Was muss ich machen, damit er nicht so ausrastet?" oder "Liegt es vielleicht an mir, dass er so ausrastet?" viel mehr auf die Lösung des Problems gerichtet sind. Je genauer Deine Frage auf das Ziel "Wie schaffe ich es, dass mein Sohn nicht mehr so ausrastet, wenn ich ihm das Spielen verweigere." gerichtet ist, desto schneller wirst Du die entsprechenden Antworten und Handlungsschritte bekommen, die Dich ans Ziel führen. In vielen Fällen hängt die Qualität der Fragestellung mit dem Mangel an Wissen über ein bestimmtes Thema zusammen. In unserem Fall: Computerspielsucht.

Gute Zwischenfragen auf dem Weg zu "Wie schaffe ich es, dass er nicht mehr so ausrastet..." wären also zum Beispiel:

  • "Wo kann ich mehr über Kindeserziehung lernen?"
  • "Von wem oder wo kann ich den Umgang mit von Gaming Disorder betroffenen Kindern lernen?"
  • "Wen kann ich fragen, wenn ich nicht mehr weiter weiß?"
  • "Wo muss ich im Netz nach Informationen zu Gaming Disorder suchen?"

Es geht darum, dass Du Dich als Elternteil mit Fragen bombardierst. Ich möchte, dass Du Dich mit diesen Fragen und mit den entsprechenden Antworten in eine Situation manöverierst, die Dich das Problem lösen lässt und Dein Kind nicht mehr ausrastest.

Und ob Du es glaubst oder nicht: Einen ersten Schritt hast Du bereits in dieser Hinsicht getan. Es war eine Frage, die Dich dazu bewegt hat, Dich näher mit dem Thema zu beschäftigen und es war eine Frage, die Dich zum Kauf dieses Buches und zur Inanspruchnahme meiner Hilfe verleitet hat. Die Frage: "Wie befreie ich mein Kind von der Computerspielsucht?" Und allein das sollte Dir als Beweis und Anleitung reichen, wie Du all die kommenden Informationen dieses Buches aufnehmen und verarbeiten solltest. Im Zweifelsfall: Schreibe Dir die Fragen auf und am Ende versuchst Du sie Dir mithilfe des Buches zu beantworten. Dein Gehirn liebt es, sich Fragen zu stellen und sie zu beantworten. Mache davon ausgiebig Gebrauch.

Warum spielt mein Kind?


Zunächst einmal möchte ich hier eines festhalten, das vielleicht in den vergangenen Kapiteln nicht ganz klar geworden ist: Dein Kind spielt Computerspiele in aller erster Linie, weil sie einige seiner grundlegendsten Bedürnisse befriedigen. Welche das sind, erfährst Du in den folgenden Abschnitten. Dies bedeutet jedoch auch, dass Du anhand dieser Abschnitte feststellen kannst, woran es Deinem Kind mangelt und vielleicht vermagst Du sogar bereits daraus ableiten, welche Maßnahmen dazu geeignet sind, um dem Bedürfnis Deines Kindes gerecht zu werden. Dabei reden wir hier nicht von Kindern, die ab und zu mal eine Stunde mehr spielen, obwohl ihnen eine Stunde am Abend erlaubt war. Wir reden hier von Kindern, die Stunden um Stunden vor dem Computer oder der PlayStation verbringen, weil sie sonst nichts mit sich anzufangen wissen. Oder sie eben bis in die frühen Morgenstunden spielen und dann völlig zerstört in die Schule gehen. Wir reden hier von den Kindern, über die Du die Kontrolle verloren hast oder gerade dabei bist, die Kontrolle zu verlieren. Diese Kinder wenden sich aufgrund eines unbefriedigten Bedürfnisses an Computerspiele. Kinder, die gefragt werden, warum sie sich nur noch mit Computerspielen beschäftigen, antworten häufig so etwas wie: "Weil sonst ja niemand da ist." Daraus kannst Du schon erkennen, dass Kinder oftmals sehr genau wissen, warum sie so exzessiv spielen, ohne es in die fachlich korrekten Termini zu verpacken. Für Dich heißt das jetzt: Bitte zwischen den Zeilen lesen und Dir das entsprechende...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

9,99 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen