Seemannsgarn und Nornengeflecht

Roman
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. März 2019
  • |
  • 472 Seiten
 
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978-3-7528-7474-7 (ISBN)
 
Dieses Buch ist für alle diejenigen gedacht, die davon träumen, einmal eine Heldenrolle im Leben spielen zu dürfen. Es beschreibt das höchst gewöhnliche Leben zweier Familien, die unabhängig von einander in verschiedenen Ländern ihr Leben leben, vier Generationen lang. Und immer wieder ist das Leben beider Familien auf eine merkwürdige Art ineinander verwoben.
Die hier beschriebene Geschichte belegt, dass die Normalität auch ihre Reize, ja sogar Exzesse haben kann. Man muss sie nur sehen. Zum Beispiel die Geschichte von August. Er hat sich durch das Leben geschlagen, viel gelernt, geheiratet, ausreichend verdient, Nachwuchs gezeugt, um dann in die Zeitlosigkeit abzutreten. Sein Ziel ist nicht, Spuren zu hinterlassen, sondern das Leben, wie es sich bietet, zu leben, zu genießen und weiterzugeben. Wie soll auch einer, dessen Vorliebe das große Wasser ist, Spuren hinterlassen? Das Boot des Lebens erzeugt kleine Wirbel, und die nächste Welle schwemmt diese Wirbel hinweg. Nichts Außergewöhnliches also, jedoch gefärbt von den Zeiten, in denen August lebt, und deren Veränderungen, die von ihm und den in diesen Zeiten lebenden, sehr viel Mut und Ausdauer verlangen.
So spurenlos sind die meisten von uns unterwegs. August in Wien, und ein anderer von uns, Leif, im südschwedischen Schonen. Auch Leif liebt das Wasser. Und auch er müht sich durch die Zeiten und hinterlässt keine Spuren. Oder? Kann es sein, dass sich Schicksalsfäden von Menschen doch verwickeln können und es eine Zeit lang dauert, bis die Fäden wieder entwirrt werden? Spinnen die Nornen ihre Fäden auf eine Weise, von der wir nichts wissen und deren Zusammenhänge wir erst aus der Distanz, zeitlich und räumlich, erkennen? - Gehen wir einfach einigen dieser Fäden entlang und schauen wir, wo sie anfangen und wo sie enden.
Die Erzählungen und Personen in diesem Buch sind frei erfunden, jedoch von einem äußeren historischen Rahmen umgeben, der sich aus der ablaufenden Zeit ergibt. Die Geschichten sind im Kopf des Verfassers gekeimt und haben Wurzeln geschlagen und sich verzweigt. Deswegen ist es nicht unmöglich, dass der eine oder andere aufmerksame Leser Ähnlichkeiten mit wirklichen Ereignissen findet. Aber aufgepasst: Der Titel sagt es: Das meiste ist Seemannsgarn oder Nornengeflecht oder gar beides!
2. Auflage
  • Deutsch
  • 0,66 MB
978-3-7528-7474-7 (9783752874747)
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Heimo Zinko ist 1942 in Graz geboren und hat eine wissenschaftliche Laufbahn als Physiker, Manager einer Beratungsfirma und Professor für Energiesysteme in Schweden hinter sich. Sein Lebenswerk umfasst eine Unzahl von geschriebenen Artikeln, Berichten und Veröffentlichungen. Doch der große Traum, schriftstellerisch tätig zu werden, musste warten, bis er in Pension ging. 2014 erschien eine humoristische Gedichtsammlung "Heimos Kuriositätenkabinett". Der vorliegende Roman ist sein Erstlingswerk in Prosa.
2. STOCKHOLM OCH NYTORP (2011)

Fünfzig Jahre sind vergangen, seitdem das große Kriegsschiff Wasa unter dem Jubel des schwedischen Volkes vor dem Königsschloss aus dem Wasser auftauchte, nachdem es über 300 Jahre lang am Meeresboden eine Art Ruhepause verbracht hatte. Das Kronschiff, das aus mehr als 1000 Eichen gezimmert war, war mit seinen zwei Kanonendecks und insgesamt 64 Kanonen dazu ausersehen gewesen, die polnische Flotte in Grund und Meeresboden zu versenken. Aber eine bestürzte Zuschauermasse am Kai vor dem Schloss "Drei Kronen" und der aufgeregte Hofstaat im Schloss konnten im August 1628 mit eigenen Augen verfolgen, wie das überschwere Schiff während seiner Jungfernfahrt nach der ersten Wende sank, kaum dass es seine Werft verlassen hatte. Der Physiker würde bemerken, dass der Schwerpunkt über dem Meterzentrum lag, aber das konnte den unglücklichen Seeleuten auch nicht das Leben retten. Glück im Unglück war, dass die meisten Kriegsknechte erst weiter draußen an der offenen Küste zusteigen sollten, dafür durften aber die Seeleute ihre Familienmitglieder bis dahin zum Abschied auf dem Schiff mitnehmen. Etwa dreißig Personen kamen dabei ums Leben, die Polen errangen aber einen gewichtigen Vorteil zur See, ohne dass sie einen Finger zu rühren brauchten. Am meisten bestürzt war wohl König Gustav Adolf selbst, der sowohl Prestige und einen Teil seiner Kriegskasse in den Bau investiert hatte, als er einige Wochen nach dem Vorfall an seinem Kriegsschauplatz in Preußen erfahren musste, dass seine Wunderwaffe bei der ersten Brise mit nur vier gesetzten Segeln in der See verschwunden war. Hunderte von vergoldeten Skulpturen an den Bordwänden hätten sowohl den Feind wie auch seine Verbündeten beeindrucken sollen. Und der zum Angriff bereite Löwe als Galionsfigur des Schiffes, so wie das riesige Drei-Kronen-Wappen am Achter hätten die herannahenden feindlichen Schiffe in Angst und Schrecken versetzen sollen. So hatte der schwedische Löwe jedoch gewaltig an Kriegsmacht verloren.

Dank des salzhaltigen Wassers und des konservierenden Schlammes, aber auch dank der Geschicklichkeit von Historikern, Technikern, Konservatoren, Seeleuten und Tauchern steht die Wasa heute in voller Größe und in einem beeindruckendem Zustand im Wasa Museum am Skansen, gerade gegenüber vom Königsschloss. 383 Jahre nach der Jungfernfahrt und 50 Jahre nach der Bergung steht sie als tragikomisches Monument schwedischer Schiffsbaukunst im großen Museumssaal und wird jährlich von Millionen Menschen besucht.

In diesem Jahr, 2011, ging es besonders hoch her. Das ganze Jahr über gab es spezielle Programme zum 50-Jahr Jubiläum der Bergung, und die Museumshalle war gleichzeitig Schauplatz vieler Nebenaktivitäten, wie Musikveranstaltungen, Separatausstellungen oder so wie jetzt: Buchmesse und am späteren Nachmittag ein Konzert. Die Stockholm Sinfonietta spielte Musik mit Meeres- und Schiffsthemen, der Schwedische Autorenverband veranstaltete eine Buchmesse mit dem Thema Schifffahrt, die eine ganze Woche dauerte und verschiedene Autoren samt deren Neuausgaben zusammenbrachte und dem Publikum vorstellte. Es war ein sonniger Augusttag, das Jubiläum auf seinem Höhepunkt, und eine dichte Menschenmenge stand in der Halle und lauschte der Musik, "La Mer" von Debussy. Da die Sinfonietta ein eher kleineres Orchester ist und auch nicht sehr viel Platz auf dem Balkon, der als Estrade dem Orchester zur Verfügung stand, vorhanden war, lauschten die Zuhörer einem Arrangement, das auf Debussys vierhändiger Version des Orchesterstückes fußte. Dem Publikum war das einerlei, weil auch in dieser Version die Eindrücke von Wind, Wellen und Sturm sich lautmalerisch an dem hochaufragenden Seitenbord des Schiffes brachen und als Schallwellen durch den Saal drangen. Da die Zuhörer gleichzeitig als Museumsbesucher herumspazierten, kam zum Musikgewoge des ersten Satzes auch ein Publikumsgewoge hinzu, mit einem Wort, es herrschte Hochstimmung, wie sie zu einem feierlichen Jubiläum passte.

Auch Hans gehörte zu denjenigen, die, langsam herumgehend, zugleich das Schiff betrachteten und der Musik lauschten. Er wurde von seiner Frau Heidi und einem befreundeten Paar aus Österreich begleitet und hatte schon einen Teil des Standard-Touristprogrammes für Stockholm absolviert. Jetzt waren sie also bei der Wasa angelangt. Da sie alle Musikliebhaber waren, lauschten sie eine Zeitlang unbewegt, drängten sich aber dann doch weiter, um einen neuen Blickwinkel zu bekommen, das Wappen an der Hinterseite und die kleinen Guckläden mit Ausstellungsobjekten zu bewundern. Abweisend und mächtig schienen die Bordwände der Wasa aus der Nähe, die Balken aus mächtigen Eichen waren eine uneinnehmbare Bastei gegen die anlaufenden Wellen und anstürmenden Geschosse. Die Wasa war eine wahre Kriegsmaschine, mehr hoch als lang. Und mit ihren zwei Kanonendecks das Furchterregendste, was Schwedens Kriegsindustrie der Renaissancezeit auf Lager hatte. Ein Sprühregen aus einer Glykolmischung rieselte über alle Holzteile, um das Holz vor Austrocknung und Verfall zu schützen. Jetzt, als die Musik lebhafter wurde und den Tanz der Meereswogen auf eine neue Höhe brachte, könnte man vom bloßen Hinsehen und Hinhören seekrank werden. Jedenfalls konnten viele Besucher eine gewisse Ergriffenheit nicht verleugnen.

Entlang der Wände der Haupthalle waren Tische aufgestellt, an denen verschiedene Autoren ihre Bücher präsentierten. Beim Kauf vor Ort gab es natürlich ein Autogramm des Verfassers. Hans warf kurz einen Blick auf einen der Tische: "Die Kunst des Segelns." Naja, was die Wasa betrifft, war sie nicht weit her, und ansonsten genügten die Bücher, die er selber über dieses Thema besitzt. Ein weiteres Buch trug den Titel: "Die Stabilität der Schiffe." Dieses Buch passte schon besser zum Thema Wasa, hätte aber viel früher geschrieben werden müssen. Hans konnte damit auch nichts anfangen. "Die Geschichte der Seefahrt auf Åland", wurde auf einem dritten Tisch präsentiert. Ja, das wäre sicherlich interessant zu lesen, dachte Hans, vor allem über die Zeit der großen Segelschiffe der åländischen Reeder. Aber was wollte man nicht alles gerne lesen, selbst wenn man in Pension ist, reichte die Zeit nicht für all die Bücher, die auf der Lieblingsliste stehen. Immer wieder einmal blieb aber doch ein Besucher stehen, erwarb ein Buch und freute sich über das persönliche Autogramm.

"Hej Hans, willst du nicht mein Buch haben?" hörte er plötzlich eine Stimme. Hans sah sich erstaunt um. Den Tisch in der Ecke hatte er gar nicht gesehen, oder besser gesagt, er hat sich weiter nicht mehr um die Buchtische gekümmert, ihn interessierte die Wasa viel mehr, und da war noch die phantastische Musik, die gerade einen richtigen Sturm zelebrierte. Die Musik und die aufragende Wasa boten sogar in einem Museumsgebäude und in der Gesellschaft von Hunderten von Menschen eine suggestive Atmosphäre.

"Hallo, Svenn, welche Überraschung! Ja, sag einmal, was machst du denn hier, bist du unter die Schreiberlinge gegangen?" Hans schüttelte zugleich erstaunt und überrascht den Kopf.

"Das ist eine längere Geschichte", sagte Svenn, "aber irgendwas muss man ja tun, wenn man in Pension ist. Davon hab ich schon immer geträumt, ein Buch über Seefahrt und Seefahrtsgeschichte zu schreiben, und jetzt ist der Traum endlich wahr geworden. Hier sitze ich und biete mein Buch an. Fünf Stück habe ich schon verkauft. Und du bist sicher der sechste Käufer!"

"Meinetwegen, oder besser gesagt, deinetwegen, gib mir eines, aber mit einer schönen Widmung." Und so ward es. Hans erstand das Buch "U-Boote in zwei Weltkriegen", als gerade Debussy den Sturm am heftigsten wüten ließ. Die Widmung lautet: "Für Hans, meinen Kollegen aus ganz anderen Zeiten."

"Wohnst du noch in Nytorp?" fragte Hans.

"Im Winter schon", lautete die Antwort, "im Sommer wohnen wir aber in unserem Elternhaus auf dem Land, deswegen bin ich in Nytorp nicht so leicht anzutreffen."

"Dann komm ich dich im Winter besuchen. Da kannst du mir alles erzählen."

"Ja, gerne. du kennst meine Adresse. Komm vorbei, und wir machen einen gemütlichen Abend. Und dabei können wir La Mer auf richtig hören, mit großem Symphonieorchester. Ich freu mich schon."

"Lycka till - Viel Glück mit dem weiteren Verkauf!"

Und so zog Hans mit seinem neuerstandenen Buch weiter, und dachte eine kurze Zeit nach, in welchem Regal es zu Hause noch Platz finden könnte. Und unter dem Schlussgewoge von "La Mer" wühlte er sich vorwärts, um seine Begleitung wieder einzuholen.

"Ein Arbeitskollege von Stormviken", sagte er halb entschuldigend und deutete auf sein frisch erstandenes Buch. "Schon überraschend, bei welchen Gelegenheiten man Bekannte treffen kann. Er war früher mein Chef, besser gesagt der Direktor unserer Firma. Und ein großer Musikliebhaber. Ich hatte keine Ahnung, dass er sich für Schifffahrt interessiert."

Die Musik kam zu Ende, ein...

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