Red' mit mir

Führen und Kommunizieren in der digitalen Welt
 
 
Orell Füssli Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. März 2017
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-280-03988-5 (ISBN)
 
Manager beschönigen. Politiker lügen. Medien skandalisieren. Und wir reden häufig aneinander vorbei. Warum?

Der Kommunikations- und Führungsexperte Martin Zenhäusern zeigt, basierend auf seiner Erfahrung aus mehr als 30 000 Beratungsgesprächen und anhand neuester Erkenntnisse aus Hirnforschung, Psychologie und Führung, wie wir bewusster kommunizieren und damit besser führen können. Er zeigt auf, wie wir aus Baustellen Tankstellen machen und unsere (kleine) Welt zum Besseren verändern können, indem wir gezielter und bedachter kommunizieren.

Dieses Buch ist eine Inspirationsquelle für praktisch und pragmatisch veranlagte Führungskräfte und zeigt Methoden auf, die nachweisbar direkt anwendbar und in der Praxis mehrfach erprobt sind.
  • Deutsch
  • Zürich
  • |
  • Schweiz
  • 0,55 MB
978-3-280-03988-5 (9783280039885)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Martin Zenhäusern ist Gründer und Inhaber der Zenhäusern & Partner AG in Zürich, die Führungskräfte, Unternehmen und Organisationen in allen Fragen der Kommunikation berät. In der Zenhäusern Akademie werden Führungskräfte in Kommunikation, Rhetorik und Krisenmanagement ausgebildet.
  • Intro
  • Red' mit mir
  • Ein Wort zuvor
  • Einleitung
  • Mit allen Sinnen wahrnehmen
  • Die Komfortzone verlassen
  • Voller Energie oder ausgebrannt?
  • Von der Baustelle zur Tankstelle
  • Vom Kätzchen, das im Spiegel einen Löwen sah
  • Win-win statt Take it all
  • Teil 1: Körper und Sprache
  • Die Körpersprache - eine Frage der Haltung
  • Ein guter Stand verleiht Stabilität
  • Richtiges Sitzen lässt die Gedanken fliessen
  • Mit Körpersprache Wirkung erzielen
  • Mimik und Gestik - authentisch bleiben
  • Händedruck und Blickkontakt
  • Emotionen - gleich und doch verschieden
  • Unsere Sprache
  • Jedes Wort zählt
  • Metaphern - ein starkes Ausdrucksmittel
  • Achtung: Manipulation!
  • Priming - unbewusste Beeinflussung
  • Semantic Differential - was mitschwingt
  • Heilende Worte
  • »Wie sag ich's meinem Kinde?«
  • Die Kunst der Kommunikation©
  • Stelle Fragen
  • Höre gut zu
  • Frage nach
  • Biete deine Unterstützung an
  • Sage »Danke«
  • Mache deine Position klar
  • Vermeide ständiges Bewerten
  • Keine Kritik ohne Lösung
  • Teil 2: Hirn und Herz
  • Was in unserem Kopf vorgeht
  • Der Bergson-Filter - oder .
  • . wie unterschiedlich wir die Welt sehen
  • Mit den Gefühlen anderer kommunizieren
  • Emotionen beeinflussen unsere Wahrnehmung
  • Eine wichtige Fähigkeit: Selbstkontrolle
  • Vom Bauchhirn und der Hirngrösse
  • Mann und Frau - nicht ganz gleich
  • Wenn sich unser Hirn freut
  • Warum sich Erinnerungen verändern
  • Wie entscheiden - intuitiv oder rational?
  • Teil 3: Führung und Verhalten
  • Unser Verhalten - die Basis des Erfolgs
  • Die Dreifach-VIP-Formel - »richtig eingestellt«
  • Handlungsmaximen für erfolgreiches Führen
  • Feedback oder Feedforward?
  • »My Daily Sabbatical«
  • Wir werden so, wie wir und andere uns sehen
  • Von der Passivität zur Aktivität
  • Grundsätze und Qualitäten - was es braucht
  • Trends und Herausforderungen
  • Was sich ändern wird
  • Kommunikation im Team
  • Die Kunst der Führung©
  • Pflege den Dialog
  • Höre beide Seiten an
  • Begründen statt rechtfertigen
  • Sei berechenbar
  • Fokus auf das Wesentliche
  • Es führen viele Wege nach Rom
  • Recht behalten wollen - und dann?
  • Warum alles persönlich nehmen?
  • Werte als persönlicher Wegweiser
  • Teil 4: Herausforderungen
  • Führen in der digitalen Welt
  • Den persönlichen Stil finden und entwickeln
  • Auf Individuum und Situation eingehen
  • Plädoyer für einen ehrlicheren Dialog
  • Das Links-Rechts-Schema überwinden
  • Abschied vom Mantra des ewigen Wachstums
  • Globalisierung und lokale Autarkie im Einklang
  • Aufgaben vor Ort lösen
  • Mehr Mut zur eigenen Meinung
  • Anhang
  • Ein Dankeschön

Einleitung


Reden ist Gold. Schweigen häufig auch. Mit allen Sinnen wahrnehmen ebenso. In meiner Tätigkeit als Journalist und Ratgeber für Führungskräfte habe ich vieles aus persönlichen Begegnungen, einiges aus Büchern und am meisten aus Beobachtung gelernt. Wie können wir das zwischen den Zeilen Gesagte erfassen, die Manipulation entlarven und die Schönfärberei erkennen? Indem wir bewusst zuhören, statt unablässig selbst zu reden. Indem wir uns unserem Gegenüber zuwenden. Indem wir offen sind für neue Erfahrungen.

In diesem Buch geht es deshalb um alle Facetten der Kommunikation. D. h., ich werde einen Einblick geben in das Zusammenspiel der neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Managementlehre, der Psychologie und der Kommunikationswissenschaften. Diese Kombination hilft uns, die vielfältigen Beweggründe für unser kommunikatives Verhalten zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. So können wir uns befähigen, unser Auftreten und unsere Wirkung zu verbessern und andere Menschen besser zu verstehen. Das ist die Kunst der Kommunikation und die Kunst der Führung.

Viele Menschen entschuldigen störende Verhaltensweisen mit der Aussage: »So bin ich halt. Das ist meine Persönlichkeit.« Oft ist es jedoch nur Bequemlichkeit, die uns daran hindert, schlechte Angewohnheiten abzulegen. Es sind unsere Gedanken, Gefühle und Worte, die unser Verhalten prägen. Unsere Persönlichkeit manifestiert sich in der Summe unseres Verhaltens. Wer bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen, kann störende Verhaltensweisen verändern - und damit auch seine Persönlichkeit.

Manche Menschen entschuldigen ihr (Fehl-)Verhalten, indem sie die Gene für ihre Schwächen verantwortlich machen: »Ich bin halt so!« Nach den neuesten Forschungserkenntnissen wissen wir mittlerweile, dass es eine Wechselbeziehung gibt zwischen unseren Genen und unserem Körper. Sie steuern sich gegenseitig. Nach dem Neurobiologen, Arzt und Therapeuten Joachim Bauer können wir die Steuerung unseres Körpers und unserer Gene direkt beeinflussen: »Einfluss auf ihre Steuerung haben nicht nur der Lebensstil, die Ernährung und körperliche Betätigung, sondern vor allem soziale, also zwischenmenschliche Erfahrungen und die mit ihnen einhergehenden psychischen Prozesse.«[1]

Natürlich dürfen wir unsere Erfahrungen aus unserer Kindheit und Jugend nicht ausblenden, um unser Verhalten besser verstehen und dann auch gezielt verändern zu können. Wenn uns zum Beispiel Fürsorge und Wärme gefehlt haben, sind wir für Stress anfälliger als jemand, der Geborgenheit erfahren hat. Unser Gehirn hat nämlich einen Mechanismus entwickelt, mit Stress umzugehen und diesen zu verarbeiten.

Wir alle kennen dieses Phänomen: Gerade noch waren wir ruhig, souverän und gelassen. Dann versetzt uns eine Nachricht in Aufregung. Oder wir fühlen uns bei einer Aufgabe allein gelassen oder geraten in eine Situation, die uns überfordert. Jedes Mal, wenn wir gestresst sind, wird im Gehirn ein Stress-Gen aktiviert. Wir versuchen nun, die Nachricht, die Aufgabe oder die Situation in Griff zu bekommen. Sobald uns dies gelungen ist, wechselt unser Gehirn den Modus und schaltet nun ein Antistress-Gen auf, während das vorher aktivierte Stress-Gen in eine Stand-by-Funktion versetzt wird.

Stress ist an sich nicht nur negativ. Er trägt dazu bei, dass wir an uns arbeiten und unsere Fähigkeiten weiterentwickeln. Gerade in Krisensituationen - die in der Regel viel Stress freisetzen - machen wir die grössten Entwicklungssprünge, auch in Bezug auf unsere Gewohnheiten. »Ist Ihnen aufgefallen, wie schwer sich Gewohnheiten ändern lassen, sobald sie sich einmal in unserem sozialen, beruflichen, partnerschaftlichen oder ehelichen Leben verfestigt haben? Würden wir auch daran arbeiten, wenn keine Krise uns dazu zwingt?«[2] Wichtig ist, dass Stress zu keinem Dauerzustand wird, denn dann werden wir früher oder später krank. Wer klug handelt, überprüft von Zeit zu Zeit sein Verhalten. Störungen lassen sich dann auch schneller beheben.

Die gute Nachricht für alle, die in ihrer Kindheit oder Jugend zu wenig Liebe und Fürsorge erfahren haben, ist, dass wir durch spätere Erfahrungen diese Defizite zumindest teilweise reparieren können. »Alles, was wir im sozialen Umfeld erleben, verändert die Regulation unserer Gene und die Feinstrukturen unseres Gehirns.«[3] Deshalb ist es wichtig, dass wir unser Umfeld sorgfältig pflegen und versuchen, selbstbestimmt und bewusst zu leben, was in der Regel zur Folge hat, dass sich die Zahl der Erfolgserlebnisse erhöht und der Stress reduziert. Ebenso lohnt es sich, dass wir von Zeit zu Zeit den Konsum lieb gewordener Suchtmittel unter die Lupe nehmen. Wenn wir gesund bleiben wollen, ist es sinnvoll, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, da diese Drogen am Ursprung vieler Erkrankungen stehen. Krankheiten bringen uns aus dem Gleichgewicht und verursachen Stress, was unser Befinden beeinträchtigt. Wenn wir gesund leben und uns genügend bewegen, bleiben wir körperlich und geistig beweglich und tragen dazu bei, dass die Kommunikation in unserem Körper zwischen Gehirn und Zellen reibungslos verläuft. Wenn die Blockaden weggeräumt werden und alles fliessen kann, sind wir im wahrsten Sinne des Wortes im Flow.

Was wir bisher gehört haben, soll uns ermutigen, ehrlich mit uns selbst zu sein, anstatt Ausreden für unser Verhalten zu suchen. Wenn wir kontinuierlich an uns selbst arbeiten, können wir störende Angewohnheiten ablegen und werden gleichzeitig damit belohnt, dass wir als Persönlichkeit reifen und stärker werden. Das Schöne daran: Wir haben die Wahl.

Die Grundlage allen Denkens und Handels ist Energie. Sind unsere Batterien geladen, sind wir lebendig und aktiv, wir kommunizieren und lachen, sind kreativ und erfinderisch. Sind unsere Batterien leer, dann läuft nichts. Wir sind ausser Betrieb. Und bald frustriert und deprimiert. Deshalb sind wir gut beraten, wenn wir mit unserer Energie haushälterisch umgehen und sie dort einsetzen, wo sie uns Gewinn verspricht.

Wie lässt sich Energie definieren? Ganz einfach: Alles ist Energie, sei es sichtbare oder unsichtbare. Demzufolge ist jeder Mensch nichts anderes als Energie. Da alles aus Energie besteht, sind wir mit allem verbunden, auch wenn uns dies nicht direkt bewusst ist. Dies hat zur Konsequenz, dass wir Menschen, Ereignisse und Dinge anziehen, die mit uns in Resonanz stehen. So ist auch erklärbar, dass wir zu gewissen Menschen sofort einen Draht haben, uns auf derselben Wellenlänge befinden. Die Energie fliesst ungehindert zwischen uns. Wir verstehen uns ohne viele Worte. Wir vertrauen uns. Und weil wir uns gut verstehen und uns vertrauen, fühlen wir uns wohl und voller Tatendrang. Wir lachen miteinander. Und Lachen ist ein wunderbarer Energieverstärker. Wen wundert es, dass Teams und Unternehmen, in denen eine gute Stimmung herrscht und viel gelacht wird, den Erfolg geradezu anziehen? Diese Erfahrung habe ich in meiner langjährigen Tätigkeit als Ratgeber für Führungskräfte und Unternehmen häufig gemacht.

Was hat Energie nun mit Kommunikation zu tun? Gedanken und Worte sind nichts anderes als gebündelte Energien, mit deren Hilfe wir unsere Realität erschaffen. Wir geben uns und den Dingen um uns herum Namen und Bezeichnungen, schaffen also Verständigung und Verständnis, indem wir eine gemeinsame Sprache entwickeln. Ein Stuhl oder ein Kugelschreiber weiss nicht, dass er ein Stuhl oder ein Kugelschreiber ist. Mit unseren Worten und unserer Sprache jedoch schaffen wir eine eindeutige Identifizierung, sodass alle in etwa das Gleiche meinen, wenn sie den Begriff verwenden oder hören. Auch unsere Gefühle und Gedanken kleiden wir in Worte und können so nicht Sichtbares oder Abstraktes zum Ausdruck bringen und anderen mitteilen.

Interessant dabei ist, dass rund 90 Prozent unserer Gedanken immer die gleichen sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir uns normalerweise im Autopiloten befinden, d. h., mithilfe bekannter Abläufe und Routinen greifen wir auf Gedanken und Erfahrungen zurück, die wir derart verinnerlicht haben, dass sie weitgehend unbewusst ablaufen. So machen wir uns beim Gehen keine Gedanken darüber, wie wir den Fuss aufsetzen, die Muskulatur belasten und dann den anderen Fuss nach vorne bewegen. Ein Kind, das gerade laufen lernt, hat diesen Autopiloten jedoch noch nicht entwickelt, sondern ist auf ständig neue Erfahrungen angewiesen, bis es schliesslich nach unzähligen Versuchen selbstständig gehen kann. Erst dann kann es auf den Autopiloten zurückgreifen. Die Frage ist erlaubt: Wenn wir nicht als Kind laufen lernen würden - könnten wir es als Erwachsene noch lernen? Oder wäre uns dies zu anstrengend?

Wenn wir also zu 90 Prozent immer dieselben Gedanken haben, dann sollten wir sehr genau darauf achten, welche Gedanken das sind und wie wir diese ausdrücken. Es ist nämlich ein permanenter Kreislauf: Unsere Gefühle beeinflussen unsere Gedanken, und unsere Gedanken beeinflussen unsere Worte. So wie ich denke, werde ich auch sprechen. Deshalb die Frage: Unterstützen meine Gedanken und Worte meine Ziele? Bestärken sie mich in dem, was ich vorhabe und erreichen will? Oder stehen sie mir im Weg?

Ich möchte diesen Kreislauf anhand der weltweit am häufigsten gestellten Frage beleuchten: »Wie geht's?« Diese Frage stellen wir oft, ohne an der Antwort wirklich...

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